Mo 10.08.

Wagenknecht

Wagenknecht

Wagenknecht

D 2020, 100 min, deutsche Originalfassung

Regie: Sandra Kaudelka

Der Terminkalender von Sahra Wagenknecht platzt aus allen Nähten. Zum Arbeitsalltag der populären Linken-Politikerin gehören Interviews und Krisengespräche, Pressekonferenzen und Fotoshootings. Ein Leben mit Beifall und Bewunderung, aber auch extremem Druck und Zweifeln – ja sogar Intrigen und offenen Anfeindungen. Wagenknechts stärkster Antrieb ist der Kampf gegen das Erstarken der Neuen Rechten in Parlament und Gesellschaft. Regisseurin Sandra Kaudelka hat die Politikerin über zwei Jahre mit der Kamera begleitet und zeigt sie bei öffentlichen Auftritten, bei Besprechungen mit den engsten Mitarbeitern und in privaten Momenten. Eine dichte Beobachtung in einer nervenaufreibenden Zeit: Im Frühjahr 2017, ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl, besteht noch die Möglichkeit, dass die Linke erstmals Teil der Bundesregierung werden könnte; Anfang 2019 kündigt Wagenknecht ihren Rückzug aus der Spitzenpolitik als Folge von Erschöpfung an.

WAGENKNECHT ist ein vielschichtiger Film über politische Machtmechanismen, den engagierten Kampf für die eigenen Überzeugungen, über ein Leben mit und in der Politik – und den gesundheitlichen Preis, den es dafür allzu oft zu zahlen gilt.

„Dramaturgisch ist der Rückzug Wagenknecht aus ihrem Amt fraglos ein Glücksfall für Sandra Kaudelka und ihre Dokumentation. Ein organischer Bogen ergibt sich dadurch von selbst, an dem entlang Momente des Politikeralltags stehen. Viele Interviews mit großen und kleinen Medien sind das, viele Fahrten im Auto, von Veranstaltung zu Veranstaltung. Vom Bundestag zum Bahnhof, wenige Momente mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine, der immer mal wiederauftaucht, aber in dieser Politiker-Beziehung eindeutig nur noch die zweite Geige spielt.

Ein klassischer Porträtfilm ist WAGENKNECHT nicht, Rückblicke auf Karriere und Leben gibt es kaum, eine Einordnung von Wagenknechts politischen Ansichten und Haltungen findet nicht statt. Kaudelka bleibt ganz im Moment, beobachtet, versucht auch die Absurdität des politischen Geschäfts anzudeuten, wenn etwa ein Fotograf zur Bebilderung eines Artikels für die Bunte gerne ein Foto auf einer Picknickdecke hätten, ein Anliegen, das Wagenknecht und ihr Pressesprecher abzublocken wissen.

So interessant der Blick hinter die Kulissen des Politikbetriebs auch oft ist: Wagenknecht ist nach Jahrzehnten der Erfahrung vielleicht schon zu professionell, um wirkliche Blicke hinter die Fassade zuzulassen. So streng ihr Äußeres wirkt, so sehr versucht sie auch ihr Bild in der Öffentlichkeit zu kontrollieren, denn auch wenn sie Sandra Kaudelka augenscheinlich viel Raum zum Filmen gegeben hat: am Ende zeigt WAGENKNECHT ein Bild der Politikerin, das ganz im Sinne von Sahra Wagenknecht ist.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

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