Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
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REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Frankreich 2026, 93 min, Russisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Lena Karbe
Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
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В центре сюжета — трое психологов-волонтеров московской горячей линии помощи. С начала полномасштабного вторжения в Украину их работа превратилась в ежедневное противостояние последствиям пропаганды. Герои пытаются сохранить профессиональную этику, балансируя на опасном краю:
• Где грань между помощью человеку и невольным соучастием в системе? • Что на самом деле означает «нейтралитет» психолога в тоталитарных условиях? • Как спасти чужую психику, не разрушив свою собственную?
Этот фильм — результат трёх лет работы в условиях строжайшей секретности. Перед нами коллективная психограмма российского общества и глубокое исследование того, как авторитарный режим подтачивает основы человечности и гражданского сознания.
«Внутренние эмигранты» фиксируют тот самый момент, когда личная безопасность и профессиональный долг вступают в неразрешимый конфликт.
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„‘To leave is to die a little‘, lautet die Tagline des Films. Scutelnicu setzt somit ihre Betrachtung des regionalspezifischen Verschwindens fort: Um irgendwo hinzukommen, ist es nötig, irgendetwas zurückzulassen – ein Teil von dem, was war, muss unweigerlich sterben. (…) Bemerkenswert ist zum einen, wie Scutelnicu mit ihrem kreativen Team die Zeit der späten 1990er Jahre in Moldau absolut glaubhaft einfängt – ohne ein vordergründiges Ausstattungsspiel, sondern durch viele stimmige Details. Zum anderen gelingt es ihr, die unruhige Atmosphäre in der Gemeinde nachvollziehbar zu vermitteln – und die Konsequenzen für die Bevölkerung aufzuzeigen, wenn dem Staat schlichtweg das Geld fehlt. Zina muss erkennen, dass ihre Welt sich auflöst. Personen aus ihrem Umkreis verlassen das Land und greifen dabei auf diverse Tricks zurück. TRANSIT TIMES wählt nie den Weg der Überspitzung, um die Notlage der Familie und des Umfeldes zu verdeutlichen, sondern bleibt eine authentisch anmutende Studie über einen unaufhaltsamen Verlust.“ (Andreas Köhnemann, kino-zeit.de)
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„‘To leave is to die a little‘, lautet die Tagline des Films. Scutelnicu setzt somit ihre Betrachtung des regionalspezifischen Verschwindens fort: Um irgendwo hinzukommen, ist es nötig, irgendetwas zurückzulassen – ein Teil von dem, was war, muss unweigerlich sterben. (…) Bemerkenswert ist zum einen, wie Scutelnicu mit ihrem kreativen Team die Zeit der späten 1990er Jahre in Moldau absolut glaubhaft einfängt – ohne ein vordergründiges Ausstattungsspiel, sondern durch viele stimmige Details. Zum anderen gelingt es ihr, die unruhige Atmosphäre in der Gemeinde nachvollziehbar zu vermitteln – und die Konsequenzen für die Bevölkerung aufzuzeigen, wenn dem Staat schlichtweg das Geld fehlt. Zina muss erkennen, dass ihre Welt sich auflöst. Personen aus ihrem Umkreis verlassen das Land und greifen dabei auf diverse Tricks zurück. TRANSIT TIMES wählt nie den Weg der Überspitzung, um die Notlage der Familie und des Umfeldes zu verdeutlichen, sondern bleibt eine authentisch anmutende Studie über einen unaufhaltsamen Verlust.“ (Andreas Köhnemann, kino-zeit.de)
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
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REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
Anknüpfend an ihren 15 Jahre zuvor entstandenen Film „News from Home“ unternimmt Chantal Akerman in D’EST eine Reise von Ostdeutschland nach Moskau, die im Sommer beginnt und im tiefsten Winter endet. Im Verlauf dieser subjektiven Reise filmt sie „alles, was sie berührt“ und übermittelt Bilder und Klänge, ohne sie zu kommentieren. Statische Einstellungen, die von den Bewegungen der Menschen durchkreuzt werden, wechseln sich ab mit Kamerafahrten vorbei an städtischen Landschaften, Menschen und Gesichtern, die einen beinahe hypnotisierenden Sog entfalten. Der beständige, langsame Rhythmus des Films lässt Raum für eine ebenso bedächtige Annäherung, untermalt vom Rauschen des eisigen Windes, dem Dröhnen der Autos und immer wieder von Musik.
Das DCP ist eine digitale Restaurierung der Cinémathèque Royale de Belgique (CINEMATEK) und die Fondation Chantal Akerman.
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
Do. 06.08.
20:15 Uhr
Die Legende von Paul und Paula (The Legend of Paul and Paula)
DDR 1973, 109 min, deutsche Originalfassung mit engl. UT
Regie: Heiner Carow
Paula, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, lernt in einem Ostberliner Musiklokal den Staatsbeamten Paul kennen. Paul ist verheiratet, wird aber von seiner Frau betrogen. Die beiden verlieben sich ineinander. Während Paula bereit ist, für das gemeinsame Glück mit allen bürgerlichen Konventionen zu brechen, zögert Paul zunächst. Bis auch er erkennt, dass er in Paula seine große Liebe gefunden hat.
„DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA – das ist romantische Liebe pur inmitten einer widrigen Alltagswelt und ein flammendes Plädoyer gegen das Verdrängen substanzieller Empfindungen und einer ebensolchen Anziehungskraft. Hier geht es um den Mut, zu träumen und sich gesellschaftlichen Zwängen zu widersetzen, den Mut, alles zu wagen und sich lächerlich zu machen, sowie um den Mut zum Kitsch, und zwar auf der inhaltlichen wie auf der formalen Ebene. Das ist großes Kino über das Schicksal der kleinen Leute, die sich vor lauter Liebe über ihre Grenzen erheben und dadurch ihr Leben vor dem Gestank einer ranzigen Gewöhnlichkeit bewahren.“ (Marie Anderson, kino-zeit.de)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„‘To leave is to die a little‘, lautet die Tagline des Films. Scutelnicu setzt somit ihre Betrachtung des regionalspezifischen Verschwindens fort: Um irgendwo hinzukommen, ist es nötig, irgendetwas zurückzulassen – ein Teil von dem, was war, muss unweigerlich sterben. (…) Bemerkenswert ist zum einen, wie Scutelnicu mit ihrem kreativen Team die Zeit der späten 1990er Jahre in Moldau absolut glaubhaft einfängt – ohne ein vordergründiges Ausstattungsspiel, sondern durch viele stimmige Details. Zum anderen gelingt es ihr, die unruhige Atmosphäre in der Gemeinde nachvollziehbar zu vermitteln – und die Konsequenzen für die Bevölkerung aufzuzeigen, wenn dem Staat schlichtweg das Geld fehlt. Zina muss erkennen, dass ihre Welt sich auflöst. Personen aus ihrem Umkreis verlassen das Land und greifen dabei auf diverse Tricks zurück. TRANSIT TIMES wählt nie den Weg der Überspitzung, um die Notlage der Familie und des Umfeldes zu verdeutlichen, sondern bleibt eine authentisch anmutende Studie über einen unaufhaltsamen Verlust.“ (Andreas Köhnemann, kino-zeit.de)
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„‘To leave is to die a little‘, lautet die Tagline des Films. Scutelnicu setzt somit ihre Betrachtung des regionalspezifischen Verschwindens fort: Um irgendwo hinzukommen, ist es nötig, irgendetwas zurückzulassen – ein Teil von dem, was war, muss unweigerlich sterben. (…) Bemerkenswert ist zum einen, wie Scutelnicu mit ihrem kreativen Team die Zeit der späten 1990er Jahre in Moldau absolut glaubhaft einfängt – ohne ein vordergründiges Ausstattungsspiel, sondern durch viele stimmige Details. Zum anderen gelingt es ihr, die unruhige Atmosphäre in der Gemeinde nachvollziehbar zu vermitteln – und die Konsequenzen für die Bevölkerung aufzuzeigen, wenn dem Staat schlichtweg das Geld fehlt. Zina muss erkennen, dass ihre Welt sich auflöst. Personen aus ihrem Umkreis verlassen das Land und greifen dabei auf diverse Tricks zurück. TRANSIT TIMES wählt nie den Weg der Überspitzung, um die Notlage der Familie und des Umfeldes zu verdeutlichen, sondern bleibt eine authentisch anmutende Studie über einen unaufhaltsamen Verlust.“ (Andreas Köhnemann, kino-zeit.de)
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
Deutschland / Frankreich 2026, 93 min, Russisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Lena Karbe
Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
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В центре сюжета — трое психологов-волонтеров московской горячей линии помощи. С начала полномасштабного вторжения в Украину их работа превратилась в ежедневное противостояние последствиям пропаганды. Герои пытаются сохранить профессиональную этику, балансируя на опасном краю:
• Где грань между помощью человеку и невольным соучастием в системе? • Что на самом деле означает «нейтралитет» психолога в тоталитарных условиях? • Как спасти чужую психику, не разрушив свою собственную?
Этот фильм — результат трёх лет работы в условиях строжайшей секретности. Перед нами коллективная психограмма российского общества и глубокое исследование того, как авторитарный режим подтачивает основы человечности и гражданского сознания.
«Внутренние эмигранты» фиксируют тот самый момент, когда личная безопасность и профессиональный долг вступают в неразрешимый конфликт.
Mo. 10.08.
19:00 Uhr
DEFA-Stiftung präsentiert: Blick in das Morgen von Gestern: Zukunftsvisionen der DDR in den 1970ern | Kurzfilmprogramm
Wie sah 1972 die Zukunftsvision für das Jahr 2002 aus? Die DEFA-Stiftung präsentiert mit „Blick in das Morgen von Gestern“ eine Auswahl von DEFA-Dokumentarfilmen der 1970er-Jahre, die ein Panorama aus technischen Hoffnungen, ideologischen Leitbildern und einem ganz speziellen Zukunftsoptimismus zeichnen.
Eine filmische Zeitreise: Den Auftakt macht LERNE ZU LERNEN (1970), der technisch interessierte Jugendliche nach ihren Visionen befragt und eine wissenschaftliche Aufbruchstimmung einfängt. Im Kontrast dazu steht DIE WELT DER GESPENSTER (1972) – eine scharfzüngige Warnung vor dem „American Way of Life“, in der westliche Science-Fiction-Motive als Angstmacherei demaskiert werden. In LIEBE 2002 (1972) wird im Disko-Stil der 1970er-Jahre die Frage gestellt, ob die Liebe im nächsten Jahrtausend vom Computer gesteuert wird. Den Abschluss des Kurzfilmprogramms bildet WERKSTATT ZUKUNFT I (1975), in dem Menschen ihre persönlichen Wünsche für die Arbeit und den Haushalt von morgen formulieren.
Die Filme sind Zeitkapseln einer Gesellschaft, die fest an den Fortschritt glaubte und diesen in ein sozialistisches Gewand zu kleiden versuchte. Zwischen Lochkarten-Romantik und dem Kampf gegen „gespenstische“ Cyborgs offenbaren sich Fragen, die angesichts heutiger KI und digitaler Vernetzung erstaunlich aktuell wirken, aber auch zum Schmunzeln und Nachdenken anregen.
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„‘To leave is to die a little‘, lautet die Tagline des Films. Scutelnicu setzt somit ihre Betrachtung des regionalspezifischen Verschwindens fort: Um irgendwo hinzukommen, ist es nötig, irgendetwas zurückzulassen – ein Teil von dem, was war, muss unweigerlich sterben. (…) Bemerkenswert ist zum einen, wie Scutelnicu mit ihrem kreativen Team die Zeit der späten 1990er Jahre in Moldau absolut glaubhaft einfängt – ohne ein vordergründiges Ausstattungsspiel, sondern durch viele stimmige Details. Zum anderen gelingt es ihr, die unruhige Atmosphäre in der Gemeinde nachvollziehbar zu vermitteln – und die Konsequenzen für die Bevölkerung aufzuzeigen, wenn dem Staat schlichtweg das Geld fehlt. Zina muss erkennen, dass ihre Welt sich auflöst. Personen aus ihrem Umkreis verlassen das Land und greifen dabei auf diverse Tricks zurück. TRANSIT TIMES wählt nie den Weg der Überspitzung, um die Notlage der Familie und des Umfeldes zu verdeutlichen, sondern bleibt eine authentisch anmutende Studie über einen unaufhaltsamen Verlust.“ (Andreas Köhnemann, kino-zeit.de)
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„‘To leave is to die a little‘, lautet die Tagline des Films. Scutelnicu setzt somit ihre Betrachtung des regionalspezifischen Verschwindens fort: Um irgendwo hinzukommen, ist es nötig, irgendetwas zurückzulassen – ein Teil von dem, was war, muss unweigerlich sterben. (…) Bemerkenswert ist zum einen, wie Scutelnicu mit ihrem kreativen Team die Zeit der späten 1990er Jahre in Moldau absolut glaubhaft einfängt – ohne ein vordergründiges Ausstattungsspiel, sondern durch viele stimmige Details. Zum anderen gelingt es ihr, die unruhige Atmosphäre in der Gemeinde nachvollziehbar zu vermitteln – und die Konsequenzen für die Bevölkerung aufzuzeigen, wenn dem Staat schlichtweg das Geld fehlt. Zina muss erkennen, dass ihre Welt sich auflöst. Personen aus ihrem Umkreis verlassen das Land und greifen dabei auf diverse Tricks zurück. TRANSIT TIMES wählt nie den Weg der Überspitzung, um die Notlage der Familie und des Umfeldes zu verdeutlichen, sondern bleibt eine authentisch anmutende Studie über einen unaufhaltsamen Verlust.“ (Andreas Köhnemann, kino-zeit.de)
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
Ein eindringlicher Film – zum Teil auch experimentellen Charakters – über die Berliner Mauer, im Zentrum der Stadt am Potsdamer Platz und am Brandenburger Tor. Ein Film über ihre letzten Tage, ihren Abriss, der vom Zuschauer sinnlich miterlebt wird. Ein Film, dessen ausdrucksstarke Bilder und collageartige Tonebenen die assoziativen Kräfte des Betrachters wecken. Ein Film, dessen Gesichter und Szenen gegenwärtigen Geschehens auf eindrucksvolle Weise erweitert werden durch Projektionen historischer Sequenzen auf die Reste dieses inhumanen Bauwerkes.
„Ein Film wie ein Gedicht, wie ein Musikstück. Die Originaltöne – Metall schlägt auf Metall, vereinzelt menschliche Stimmen zwischen Maschinen und Motoren – fügen sich zu einem Soundtrack aus konkreter Musik. Das intuitive Zusammenspiel zwischen Regie/Böttcher und Kamera/Plenert überträgt sich unmittelbar auf den Zuschauer, produziert einmalige Bilder und Sequenzen.“ (Claus Löser in: Jürgen Böttcher Films / Filme 1957–2001, Nirwana Edition Berlin, 2002)
Marte und Gerhart Pohl besitzen ein Haus im Riesengebirge. An der Grenze des Deutschen Reichs zur Tschechoslowakei. Von 1933 bis 1945 verstecken sie Menschen dort und verhelfen ihnen zur Flucht. Sie Berliner Kommunistin, er schlesischer Katholik. Sie helfen Menschen verschiedener religiöser und ideologischer Bekenntnisse. 1946 hat sich die Geschichte umgedreht und Pohls müssen das Haus im neu entstandenen sozialistischen Polen verlassen.
Diese Geschichte ist in Gerhart Pohls Roman „Fluchtburg“ (1955) verschlüsselt aufgeschrieben und korreliert im Film mit der schroffen Gebirgslandschaft. Das nun sanierte Haus ist das Kraftfeld des Berg-Films, der ein Panorama einer untergegangenen Literaturgeschichte Mitteleuropas skizziert. (Bernhard Sallmann)
Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
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REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
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REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
In der Hitze des Berliner Sommers liegt Maria im Sterben. Ihr 16-jähriger Sohn Ilay driftet mit seinen Freunden durch die Peripherie der Stadt, während zu Hause die mexikanische Palliativ-Pflegerin Ana die Schwerkranke umsorgt. Zunehmend gerät Ilay in einen Zustand von Schlaflosigkeit und Tagtraum, flieht vor dem nahenden Tod seiner Mutter und droht, die Verbindung zur Realität zu verlieren. Ana hat zugleich mit ihrem fordernden Berufsalltag und mit einer Bürde aus ihrer schwierigen Vergangenheit zu kämpfen… In stillen, intensiven Bildern zeigt Saša Vajdas erster Langspielfilm den Alltag von Ilay und Ana. Zart sind die Bande zwischen den Figuren und sanft verwebt sich Alltägliches mit Traumhaftem.
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„THE LIGHTS, THEY FALL nimmt sich als Stimmungsbild die letzten Tage im Leben einer Mutter zum Ausgangspunkt und spinnt leise die Fäden zu den Menschen, die sie umgeben. Ihr Sohn Ilay bestreitet schlaflos seinen prekären Alltag und mäandert, wie aus der Zeit gefallen, durch die Straßen. Zugleich zeichnet der Film die Arbeit der mexikanischen Pflegekraft Ana nach, die sich dem kranken Körper der Mutter annimmt, ihn routiniert wäscht, umbettet. Beide Figuren leben zunächst in ihrem eigenen Orbit.
Mir ging es in der Umsetzung vor allem um ein verändertes Zeitgefühl, welches sich einstellt, wenn ein Mensch von einem geht. Das verband ich mit einer einfach gehaltenen Erzählung, die sich stark an Cesare Zavattinis neorealistischen Drehbüchern orientiert, wie beispielsweise UMBERTO D., der um einen einzigen Moment in dem Leben seiner Figur kreist, der in seiner ganzen Komplexität beleuchtet wird. (…)
Das Street-Casting für THE LIGHTS, THEY FALL erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren, in denen wir diesen Film besetzt und die fiktive Geschichte zum Teil mit den Berufen oder dem Wesenskern dieser Menschen lose verbanden. Ana, die Palliativpflegerin im Film wird von Flor Catemaxca, einer tatsächlichen Intensivpflegerin gespielt. Die Jugendlichen sind ebenfalls mit Laien besetzt und bringen ihren eigenen Habitus in den Film ein. 16-mm-Film und der Einsatz von anamorphotischen Linsen betonen in ruhigen, tendenziell langsamen Einstellungen die Verortung der Charaktere in Raum und Zeit. Die Elemente und die Figuren sollen in ihrer Präsenz spürbar werden – ein Gewitter, die Verlassenheit Ilays, die Pflege von Marias krankem Körper, die offenen Wunden einer Großstadt und ihrer gesellschaftlichen Ränder. Sich eigentlich fremd, führen die Wege des Jungen und der Pflegerin in dem Tod der Mutter zusammen. Ilay ist einem nicht einfachen Schicksal ausgesetzt, aber er hält stur an seinem tief verwurzelten Glauben an einer Transzendenz fest, worin am Ende seine Freiheit liegt.“ (Regienotiz)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
In der Hitze des Berliner Sommers liegt Maria im Sterben. Ihr 16-jähriger Sohn Ilay driftet mit seinen Freunden durch die Peripherie der Stadt, während zu Hause die mexikanische Palliativ-Pflegerin Ana die Schwerkranke umsorgt. Zunehmend gerät Ilay in einen Zustand von Schlaflosigkeit und Tagtraum, flieht vor dem nahenden Tod seiner Mutter und droht, die Verbindung zur Realität zu verlieren. Ana hat zugleich mit ihrem fordernden Berufsalltag und mit einer Bürde aus ihrer schwierigen Vergangenheit zu kämpfen… In stillen, intensiven Bildern zeigt Saša Vajdas erster Langspielfilm den Alltag von Ilay und Ana. Zart sind die Bande zwischen den Figuren und sanft verwebt sich Alltägliches mit Traumhaftem.
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„THE LIGHTS, THEY FALL nimmt sich als Stimmungsbild die letzten Tage im Leben einer Mutter zum Ausgangspunkt und spinnt leise die Fäden zu den Menschen, die sie umgeben. Ihr Sohn Ilay bestreitet schlaflos seinen prekären Alltag und mäandert, wie aus der Zeit gefallen, durch die Straßen. Zugleich zeichnet der Film die Arbeit der mexikanischen Pflegekraft Ana nach, die sich dem kranken Körper der Mutter annimmt, ihn routiniert wäscht, umbettet. Beide Figuren leben zunächst in ihrem eigenen Orbit.
Mir ging es in der Umsetzung vor allem um ein verändertes Zeitgefühl, welches sich einstellt, wenn ein Mensch von einem geht. Das verband ich mit einer einfach gehaltenen Erzählung, die sich stark an Cesare Zavattinis neorealistischen Drehbüchern orientiert, wie beispielsweise UMBERTO D., der um einen einzigen Moment in dem Leben seiner Figur kreist, der in seiner ganzen Komplexität beleuchtet wird. (…)
Das Street-Casting für THE LIGHTS, THEY FALL erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren, in denen wir diesen Film besetzt und die fiktive Geschichte zum Teil mit den Berufen oder dem Wesenskern dieser Menschen lose verbanden. Ana, die Palliativpflegerin im Film wird von Flor Catemaxca, einer tatsächlichen Intensivpflegerin gespielt. Die Jugendlichen sind ebenfalls mit Laien besetzt und bringen ihren eigenen Habitus in den Film ein. 16-mm-Film und der Einsatz von anamorphotischen Linsen betonen in ruhigen, tendenziell langsamen Einstellungen die Verortung der Charaktere in Raum und Zeit. Die Elemente und die Figuren sollen in ihrer Präsenz spürbar werden – ein Gewitter, die Verlassenheit Ilays, die Pflege von Marias krankem Körper, die offenen Wunden einer Großstadt und ihrer gesellschaftlichen Ränder. Sich eigentlich fremd, führen die Wege des Jungen und der Pflegerin in dem Tod der Mutter zusammen. Ilay ist einem nicht einfachen Schicksal ausgesetzt, aber er hält stur an seinem tief verwurzelten Glauben an einer Transzendenz fest, worin am Ende seine Freiheit liegt.“ (Regienotiz)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
In der Hitze des Berliner Sommers liegt Maria im Sterben. Ihr 16-jähriger Sohn Ilay driftet mit seinen Freunden durch die Peripherie der Stadt, während zu Hause die mexikanische Palliativ-Pflegerin Ana die Schwerkranke umsorgt. Zunehmend gerät Ilay in einen Zustand von Schlaflosigkeit und Tagtraum, flieht vor dem nahenden Tod seiner Mutter und droht, die Verbindung zur Realität zu verlieren. Ana hat zugleich mit ihrem fordernden Berufsalltag und mit einer Bürde aus ihrer schwierigen Vergangenheit zu kämpfen… In stillen, intensiven Bildern zeigt Saša Vajdas erster Langspielfilm den Alltag von Ilay und Ana. Zart sind die Bande zwischen den Figuren und sanft verwebt sich Alltägliches mit Traumhaftem.
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„THE LIGHTS, THEY FALL nimmt sich als Stimmungsbild die letzten Tage im Leben einer Mutter zum Ausgangspunkt und spinnt leise die Fäden zu den Menschen, die sie umgeben. Ihr Sohn Ilay bestreitet schlaflos seinen prekären Alltag und mäandert, wie aus der Zeit gefallen, durch die Straßen. Zugleich zeichnet der Film die Arbeit der mexikanischen Pflegekraft Ana nach, die sich dem kranken Körper der Mutter annimmt, ihn routiniert wäscht, umbettet. Beide Figuren leben zunächst in ihrem eigenen Orbit.
Mir ging es in der Umsetzung vor allem um ein verändertes Zeitgefühl, welches sich einstellt, wenn ein Mensch von einem geht. Das verband ich mit einer einfach gehaltenen Erzählung, die sich stark an Cesare Zavattinis neorealistischen Drehbüchern orientiert, wie beispielsweise UMBERTO D., der um einen einzigen Moment in dem Leben seiner Figur kreist, der in seiner ganzen Komplexität beleuchtet wird. (…)
Das Street-Casting für THE LIGHTS, THEY FALL erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren, in denen wir diesen Film besetzt und die fiktive Geschichte zum Teil mit den Berufen oder dem Wesenskern dieser Menschen lose verbanden. Ana, die Palliativpflegerin im Film wird von Flor Catemaxca, einer tatsächlichen Intensivpflegerin gespielt. Die Jugendlichen sind ebenfalls mit Laien besetzt und bringen ihren eigenen Habitus in den Film ein. 16-mm-Film und der Einsatz von anamorphotischen Linsen betonen in ruhigen, tendenziell langsamen Einstellungen die Verortung der Charaktere in Raum und Zeit. Die Elemente und die Figuren sollen in ihrer Präsenz spürbar werden – ein Gewitter, die Verlassenheit Ilays, die Pflege von Marias krankem Körper, die offenen Wunden einer Großstadt und ihrer gesellschaftlichen Ränder. Sich eigentlich fremd, führen die Wege des Jungen und der Pflegerin in dem Tod der Mutter zusammen. Ilay ist einem nicht einfachen Schicksal ausgesetzt, aber er hält stur an seinem tief verwurzelten Glauben an einer Transzendenz fest, worin am Ende seine Freiheit liegt.“ (Regienotiz)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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In der Hitze des Berliner Sommers liegt Maria im Sterben. Ihr 16-jähriger Sohn Ilay driftet mit seinen Freunden durch die Peripherie der Stadt, während zu Hause die mexikanische Palliativ-Pflegerin Ana die Schwerkranke umsorgt. Zunehmend gerät Ilay in einen Zustand von Schlaflosigkeit und Tagtraum, flieht vor dem nahenden Tod seiner Mutter und droht, die Verbindung zur Realität zu verlieren. Ana hat zugleich mit ihrem fordernden Berufsalltag und mit einer Bürde aus ihrer schwierigen Vergangenheit zu kämpfen… In stillen, intensiven Bildern zeigt Saša Vajdas erster Langspielfilm den Alltag von Ilay und Ana. Zart sind die Bande zwischen den Figuren und sanft verwebt sich Alltägliches mit Traumhaftem.
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Mir ging es in der Umsetzung vor allem um ein verändertes Zeitgefühl, welches sich einstellt, wenn ein Mensch von einem geht. Das verband ich mit einer einfach gehaltenen Erzählung, die sich stark an Cesare Zavattinis neorealistischen Drehbüchern orientiert, wie beispielsweise UMBERTO D., der um einen einzigen Moment in dem Leben seiner Figur kreist, der in seiner ganzen Komplexität beleuchtet wird. (…)
Das Street-Casting für THE LIGHTS, THEY FALL erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren, in denen wir diesen Film besetzt und die fiktive Geschichte zum Teil mit den Berufen oder dem Wesenskern dieser Menschen lose verbanden. Ana, die Palliativpflegerin im Film wird von Flor Catemaxca, einer tatsächlichen Intensivpflegerin gespielt. Die Jugendlichen sind ebenfalls mit Laien besetzt und bringen ihren eigenen Habitus in den Film ein. 16-mm-Film und der Einsatz von anamorphotischen Linsen betonen in ruhigen, tendenziell langsamen Einstellungen die Verortung der Charaktere in Raum und Zeit. Die Elemente und die Figuren sollen in ihrer Präsenz spürbar werden – ein Gewitter, die Verlassenheit Ilays, die Pflege von Marias krankem Körper, die offenen Wunden einer Großstadt und ihrer gesellschaftlichen Ränder. Sich eigentlich fremd, führen die Wege des Jungen und der Pflegerin in dem Tod der Mutter zusammen. Ilay ist einem nicht einfachen Schicksal ausgesetzt, aber er hält stur an seinem tief verwurzelten Glauben an einer Transzendenz fest, worin am Ende seine Freiheit liegt.“ (Regienotiz)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
In der Hitze des Berliner Sommers liegt Maria im Sterben. Ihr 16-jähriger Sohn Ilay driftet mit seinen Freunden durch die Peripherie der Stadt, während zu Hause die mexikanische Palliativ-Pflegerin Ana die Schwerkranke umsorgt. Zunehmend gerät Ilay in einen Zustand von Schlaflosigkeit und Tagtraum, flieht vor dem nahenden Tod seiner Mutter und droht, die Verbindung zur Realität zu verlieren. Ana hat zugleich mit ihrem fordernden Berufsalltag und mit einer Bürde aus ihrer schwierigen Vergangenheit zu kämpfen… In stillen, intensiven Bildern zeigt Saša Vajdas erster Langspielfilm den Alltag von Ilay und Ana. Zart sind die Bande zwischen den Figuren und sanft verwebt sich Alltägliches mit Traumhaftem.
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„THE LIGHTS, THEY FALL nimmt sich als Stimmungsbild die letzten Tage im Leben einer Mutter zum Ausgangspunkt und spinnt leise die Fäden zu den Menschen, die sie umgeben. Ihr Sohn Ilay bestreitet schlaflos seinen prekären Alltag und mäandert, wie aus der Zeit gefallen, durch die Straßen. Zugleich zeichnet der Film die Arbeit der mexikanischen Pflegekraft Ana nach, die sich dem kranken Körper der Mutter annimmt, ihn routiniert wäscht, umbettet. Beide Figuren leben zunächst in ihrem eigenen Orbit.
Mir ging es in der Umsetzung vor allem um ein verändertes Zeitgefühl, welches sich einstellt, wenn ein Mensch von einem geht. Das verband ich mit einer einfach gehaltenen Erzählung, die sich stark an Cesare Zavattinis neorealistischen Drehbüchern orientiert, wie beispielsweise UMBERTO D., der um einen einzigen Moment in dem Leben seiner Figur kreist, der in seiner ganzen Komplexität beleuchtet wird. (…)
Das Street-Casting für THE LIGHTS, THEY FALL erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren, in denen wir diesen Film besetzt und die fiktive Geschichte zum Teil mit den Berufen oder dem Wesenskern dieser Menschen lose verbanden. Ana, die Palliativpflegerin im Film wird von Flor Catemaxca, einer tatsächlichen Intensivpflegerin gespielt. Die Jugendlichen sind ebenfalls mit Laien besetzt und bringen ihren eigenen Habitus in den Film ein. 16-mm-Film und der Einsatz von anamorphotischen Linsen betonen in ruhigen, tendenziell langsamen Einstellungen die Verortung der Charaktere in Raum und Zeit. Die Elemente und die Figuren sollen in ihrer Präsenz spürbar werden – ein Gewitter, die Verlassenheit Ilays, die Pflege von Marias krankem Körper, die offenen Wunden einer Großstadt und ihrer gesellschaftlichen Ränder. Sich eigentlich fremd, führen die Wege des Jungen und der Pflegerin in dem Tod der Mutter zusammen. Ilay ist einem nicht einfachen Schicksal ausgesetzt, aber er hält stur an seinem tief verwurzelten Glauben an einer Transzendenz fest, worin am Ende seine Freiheit liegt.“ (Regienotiz)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
Di. 25.08.
20:00 Uhr
Hiddensee
– in Anwesenheit der Regisseurin Annekatrin Hendel | Reservierung empfohlen!
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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ČSR 1930, 81 min, Frz. Tonfilmfassung mit engl. ZT
Regie: Karel Anton
nach der Erzählung Die Himmelfahrt der Galgentoni (1921) von Egon Erwin Kisch
Nach vielen Jahren kehrt die schöne Tonka in ihr Heimatdorf zurück. Doch weder das freudige Wiedersehen mit ihrer Mutter noch die Puppe und die Schiefertafel in ihrem ehemaligen Mädchenzimmer können die Erinnerungen an ihr Leben in der Stadt vertreiben. Als ein Freund ihr einen Heiratsantrag macht, flüchtet sie zurück nach Prag, wo sie als Edelprostituierte in einem Etablissement arbeitet. Voller Schwermut verbringt sie mit einem verurteilten Verbrecher dessen letzte Nacht in der Todeszelle und wird zu Tonka „Šibenice“, der „Galgentoni“. Basierend auf einer Erzählung des „rasenden Reporters“ Egon Erwin Kisch inszeniert Karel Anton ein packendes Melodram, dessen Heldin als Prostituierte mit Herz verzweifelt gegen Scheinmoral und Vorurteile ankämpft. Doch Tonkas Schicksal liegt nicht mehr in ihren Händen. Lyrische Naturaufnahmen stehen neben expressionistischer Gefängnismalerei, während sich die über die vier Jahreszeiten erstreckende Geschichte verdunkelt, bis die verschneiten Gassen Prags sie endgültig zu einem finsteren Märchen werden lassen. TONKA ŠIBENICE wurde als tschechische, deutsche und französische Version nachsynchronisiert und gilt heute als erster tschechoslowakischer Tonfilm. Im Vorprogramm zeigen wir ein filmisches Feuilleton von Eduard Schreiber über den „rasenden Reporter“. (Michael Pekler)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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Tschechische Republik 2008, 83 min, Tschechisch mit engl. UT
Regie: Helena Treštíková
Als die Dokumentarfilmerin (und kurzzeitige Kulturministerin Tschechiens) Helena Třeštíková 1989 begann, den 17-jährigen René in einer Jugendstrafanstalt zu filmen, wusste sie nicht, dass das der Anfang einer zwanzigjährigen Begleitung sein würde. René gilt bis heute als eines der prägnantesten Beispiele für das Genre der filmischen Langzeitbeobachtung.
Die Regisseurin dokumentiert darin das Leben eines jungen Mannes, der zwischen kurzen Phasen der Freiheit und langen Haftstrafen pendelt, und spiegelt dabei die tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüche Tschechiens wider. Während Renés Körper zunehmend von Tätowierungen gezeichnet wird, die wie eine eigene Sprache von seinem Widerstand erzählen, zeugen Fernsehbilder, die in Renés Zelle dringen von bewegten Zeiten draußen: von der Wende 1989, von der Abspaltung der Slowakei und vom EU-Beitritt beider Länder am 1. Mai 2004.
Die historische Dynamik steht im krassen Gegensatz zur biografischen Stagnation des Protagonisten, der ein hochintelligenter und kreativer, oft aber auch destruktiver Partner für die Regisseurin ist. Die Art ihrer Beobachtung könnte man unbeirrbar nennen, denn sie lässt auch dann nicht ab von diesem Projekt, als René sie während einer seiner Freilassungen bestiehlt. Das Werk wurde 2008 mit dem Europäischen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. (Linda Söffker)
AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
„Regisseur György Pálfi inszeniert hier keine niedliche Tiergeschichte, auch wenn gerade die Szenen, in denen die Tiere vermenschlicht werden, durchaus komisch sind: der Auftritt des Hahns unter einem schmalzigen Liebeslied, das Huhn als clevere Ausbrecherkönigin. Das Huhn und sein Schicksal sind vielmehr die Träger einer Geschichte, die im Kern mehr über Menschlichkeit als vom Körnerpicken erzählt. Über Ausbeutung, Entfremdung und Gewalt im Umgang mit sogenannten Nutztieren und in unserer menschlichen Gesellschaft und die ungebrochene Hoffnung und den Drang nach einem besseren Leben. Das ist feinsinnig und auch filmisch beeindruckend umgesetzt. Acht Hühnerdarstellerinnen und zwei Hähne wurden eigens für den Film trainiert.“ (Clarissa Lempp, indiekino.de)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
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„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
In der Hitze des Berliner Sommers liegt Maria im Sterben. Ihr 16-jähriger Sohn Ilay driftet mit seinen Freunden durch die Peripherie der Stadt, während zu Hause die mexikanische Palliativ-Pflegerin Ana die Schwerkranke umsorgt. Zunehmend gerät Ilay in einen Zustand von Schlaflosigkeit und Tagtraum, flieht vor dem nahenden Tod seiner Mutter und droht, die Verbindung zur Realität zu verlieren. Ana hat zugleich mit ihrem fordernden Berufsalltag und mit einer Bürde aus ihrer schwierigen Vergangenheit zu kämpfen… In stillen, intensiven Bildern zeigt Saša Vajdas erster Langspielfilm den Alltag von Ilay und Ana. Zart sind die Bande zwischen den Figuren und sanft verwebt sich Alltägliches mit Traumhaftem.
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„THE LIGHTS, THEY FALL nimmt sich als Stimmungsbild die letzten Tage im Leben einer Mutter zum Ausgangspunkt und spinnt leise die Fäden zu den Menschen, die sie umgeben. Ihr Sohn Ilay bestreitet schlaflos seinen prekären Alltag und mäandert, wie aus der Zeit gefallen, durch die Straßen. Zugleich zeichnet der Film die Arbeit der mexikanischen Pflegekraft Ana nach, die sich dem kranken Körper der Mutter annimmt, ihn routiniert wäscht, umbettet. Beide Figuren leben zunächst in ihrem eigenen Orbit.
Mir ging es in der Umsetzung vor allem um ein verändertes Zeitgefühl, welches sich einstellt, wenn ein Mensch von einem geht. Das verband ich mit einer einfach gehaltenen Erzählung, die sich stark an Cesare Zavattinis neorealistischen Drehbüchern orientiert, wie beispielsweise UMBERTO D., der um einen einzigen Moment in dem Leben seiner Figur kreist, der in seiner ganzen Komplexität beleuchtet wird. (…)
Das Street-Casting für THE LIGHTS, THEY FALL erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren, in denen wir diesen Film besetzt und die fiktive Geschichte zum Teil mit den Berufen oder dem Wesenskern dieser Menschen lose verbanden. Ana, die Palliativpflegerin im Film wird von Flor Catemaxca, einer tatsächlichen Intensivpflegerin gespielt. Die Jugendlichen sind ebenfalls mit Laien besetzt und bringen ihren eigenen Habitus in den Film ein. 16-mm-Film und der Einsatz von anamorphotischen Linsen betonen in ruhigen, tendenziell langsamen Einstellungen die Verortung der Charaktere in Raum und Zeit. Die Elemente und die Figuren sollen in ihrer Präsenz spürbar werden – ein Gewitter, die Verlassenheit Ilays, die Pflege von Marias krankem Körper, die offenen Wunden einer Großstadt und ihrer gesellschaftlichen Ränder. Sich eigentlich fremd, führen die Wege des Jungen und der Pflegerin in dem Tod der Mutter zusammen. Ilay ist einem nicht einfachen Schicksal ausgesetzt, aber er hält stur an seinem tief verwurzelten Glauben an einer Transzendenz fest, worin am Ende seine Freiheit liegt.“ (Regienotiz)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
In der Hitze des Berliner Sommers liegt Maria im Sterben. Ihr 16-jähriger Sohn Ilay driftet mit seinen Freunden durch die Peripherie der Stadt, während zu Hause die mexikanische Palliativ-Pflegerin Ana die Schwerkranke umsorgt. Zunehmend gerät Ilay in einen Zustand von Schlaflosigkeit und Tagtraum, flieht vor dem nahenden Tod seiner Mutter und droht, die Verbindung zur Realität zu verlieren. Ana hat zugleich mit ihrem fordernden Berufsalltag und mit einer Bürde aus ihrer schwierigen Vergangenheit zu kämpfen… In stillen, intensiven Bildern zeigt Saša Vajdas erster Langspielfilm den Alltag von Ilay und Ana. Zart sind die Bande zwischen den Figuren und sanft verwebt sich Alltägliches mit Traumhaftem.
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„THE LIGHTS, THEY FALL nimmt sich als Stimmungsbild die letzten Tage im Leben einer Mutter zum Ausgangspunkt und spinnt leise die Fäden zu den Menschen, die sie umgeben. Ihr Sohn Ilay bestreitet schlaflos seinen prekären Alltag und mäandert, wie aus der Zeit gefallen, durch die Straßen. Zugleich zeichnet der Film die Arbeit der mexikanischen Pflegekraft Ana nach, die sich dem kranken Körper der Mutter annimmt, ihn routiniert wäscht, umbettet. Beide Figuren leben zunächst in ihrem eigenen Orbit.
Mir ging es in der Umsetzung vor allem um ein verändertes Zeitgefühl, welches sich einstellt, wenn ein Mensch von einem geht. Das verband ich mit einer einfach gehaltenen Erzählung, die sich stark an Cesare Zavattinis neorealistischen Drehbüchern orientiert, wie beispielsweise UMBERTO D., der um einen einzigen Moment in dem Leben seiner Figur kreist, der in seiner ganzen Komplexität beleuchtet wird. (…)
Das Street-Casting für THE LIGHTS, THEY FALL erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren, in denen wir diesen Film besetzt und die fiktive Geschichte zum Teil mit den Berufen oder dem Wesenskern dieser Menschen lose verbanden. Ana, die Palliativpflegerin im Film wird von Flor Catemaxca, einer tatsächlichen Intensivpflegerin gespielt. Die Jugendlichen sind ebenfalls mit Laien besetzt und bringen ihren eigenen Habitus in den Film ein. 16-mm-Film und der Einsatz von anamorphotischen Linsen betonen in ruhigen, tendenziell langsamen Einstellungen die Verortung der Charaktere in Raum und Zeit. Die Elemente und die Figuren sollen in ihrer Präsenz spürbar werden – ein Gewitter, die Verlassenheit Ilays, die Pflege von Marias krankem Körper, die offenen Wunden einer Großstadt und ihrer gesellschaftlichen Ränder. Sich eigentlich fremd, führen die Wege des Jungen und der Pflegerin in dem Tod der Mutter zusammen. Ilay ist einem nicht einfachen Schicksal ausgesetzt, aber er hält stur an seinem tief verwurzelten Glauben an einer Transzendenz fest, worin am Ende seine Freiheit liegt.“ (Regienotiz)
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart.
In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt und blickt wie durch ein Brennglas auf Bewegungen, die weit über die legendäre Ostseeinsel hinausreichen. HIDDENSEE ist ein gleichsam poetisches wie beunruhigendes Kinoerlebnis voller visueller und erzählerischer Kraft.
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Caspar und Emma bekommen Fahrräder! Jetzt müssen sie nur noch schnell radeln lernen und dann gehts los! Regie: Arne Lindtner Næss, NO 2015, Realfilm, 13 Min.
Der letzte Tag im Herbst
Bei diesem Fahrradrennen bleibt niemand zurück. Die Tiere des Waldes helfen mit, dass alle das Ziel erreichen. Regie: Marjolaine Perreten, CH/B/FR 2019, Zeichentrickfilm, 8 Min.
Tilda Apfelkern hebt ab
Die Maus Tilda möchte fliegen lernen. Ihre Freunde unterstützen sie tatkräftig und als ein Wind aufkommt, hebt sie ab! Regie: Konrad Weise, D 2017, Zeichentrickfilm, 7 Min.
Mi. 07.10.
10:00 Uhr
Spatzenkino – Zu Hause im Herbst
– nur mit Voranmeldung! | reservierung@spatzenkino.de | Service-Telefon 449 47 50
Eiche, Pappel oder Birke? Die Ziegenmutter und ihre Zicklein suchen den perfekten Baum für ein neues Zuhause. Regie: Maria Steinmetz, D 2017, Flachfigurenfilm, 7 Min.
Ein Bauernhof im Herbst
Auf dem Bauernhof gibt es im Herbst viel zu tun. Jetzt werden Kürbisse geerntet und die Kühe in den Stall getrieben. Sendung mit der Maus, D 2002, Dokumentarfilm, 12 Min.
Herbstmärchen
Der kleine Bär ist viel zu wach für den Winterschlaf. Doch das bunte Blattgestöber bringt ihn zur Ruhe. Regie: Alina Kotowska, PL 1983, Stopptrick-Animation, 7 Min.
Mi. 11.11.
10:00 Uhr
Spatzenkino – Klingende Geschichten
– nur mit Voranmeldung! | reservierung@spatzenkino.de | Service-Telefon 449 47 50
Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? – Das Lied des Windes
Das Schilfrohr pfeift im Wind und der kleine braune Hase möchte gerne mitpfeifen. Doch das ist nicht so leicht. Regie: Steve Moltzen, AUS/D 2014, Zeichentrickfilm, 10 Min.
Dornröschen war ein schönes Kind
Wer kennt das Dornröschenlied? Das Singspiel der Puppen auf der Leinwand lädt zum Mitsingen ein. Regie: Katja Georgie, DDR 1987, Puppentrickfilm, 5 Min.
Kleine Prinzessin – Ich will eine Trompete
Tröööööt! Laut trompetet die kleine Prinzessin mit dem Trichter durchs Schloss. Leider sind nicht alle von ihrer Musik begeistert. Regie: Edward Forster, GB 2007, Zeichentrickfilm, 7 Min.
Mi. 02.12.
10:00 Uhr
Spatzenkino – Tierisches Fest
– nur mit Voranmeldung! | reservierung@spatzenkino.de | Service-Telefon 449 47 50
Findus beschließt seinen Namenstag zu feiern. Pettersson und die Hühner sind natürlich auch dabei. Das Fest läuft allerdings anders als geplant. Regie: Dirk Hampel, Mirko Dreiling, Benjamin Lorenzo, S/D 2021, Zeichentrickfilm, 12 Min.
Die Weihnachtsgans Auguste
Der Vater bringt eine lebende Gans als Weihnachtsbraten nach Hause. Doch Auguste erobert die Herzen der Kinder und das Festessen ist in Gefahr! Regie: Günter Rätz, DDR 1985, Puppentrickfilm, 20 Min.