am Montag, 09. Februar um 19 Uhr | Einführung: Mirko Wiermann (DEFA-Stiftung) | Der DEFA-Dokumentarfilm widmete sich dem Thema Musik auf mannigfaltige Weise: Porträtiert wurden sowohl Hobby- als auch professionelle Musiker*innen in allen Bereichen, von Klassik über Jazz bis hin zu Rock; wiederholt stellten Filme aber auch Werktätige beim Rezipieren von Musik in ihr Zentrum und evozierten dadurch eine enge Verbindung zwischen Arbeitsleben und kultureller Betätigung.
DES–CE–ES–DE von Jochen Kraußer stellt den gelernten Autoschlosser und Orgelbauer Kristian Körting vor, der auf einer selbstgefertigten Keramikorgel Werke von Johann Sebastian Bach erklingen lässt. Kraußers Film verzichtet weitgehend auf erklärende Kommentare und wirkt vor allem durch die Bach’sche Orgelmusik. In ADAMSHOFFNUNG, einem kleinen Dorf im Mecklenburgischen, das „keine Kneipe, keine Kirche“ besitzt, beobachtet Harry Hornig das Aufeinandertreffen von Bäuer*innen und Studenten der Musikhochschule Berlin, die den Dorfbewohnern ihre Instrumente erklären und Mozarts Oboenkonzert vorstellen. Ulrich Weiß porträtiert in ZUM ACHTENMAL Arbeiter*innen beim Besuch eines Konzerts des Staatlichen Orchesters Leipzig, das in ihrem Betrieb gastiert. Unter Verzicht auf Dialog und Kommentar aus dem Off entwickelt der Film eine außergewöhnliche Synthese von Bild und Ton, indem die jeweiligen Arbeitsprozesse von Werktätigen und Musikern kontrapunktisch verknüpft werden. Peter Petersen feiert in DIXIELAND – DIXIELAND die gleichnamige Spielart des (weißen) Jazz als lebendigen Teil der DDR-Musikkultur. Der Film begleitet eine gemeinsame Probe von erfahrenen Hobby-Jazzern und musikalischem Nachwuchs im Berliner Haus der jungen Talente und folgt den Künstlern zum renommierten Dixieland Festival in Dresden. Sechs Auftritte in verschiedenen Berliner Klubs absolviert das Tanz-Duo Judy und Dean in der Silvesternacht 1986: In Jörg Foths ROCK’N’ROLL erzählen die beiden Protagonist*innen von ihrer Liebe zu Rock-Musik und Tanz sowie von ihren Lebensentwürfen. Dass auch Maus und Elefant gemeinsam musizieren können, wenn sie sich in die richtige (Knet-)Form bringen, zeigt augenzwinkernd der Animationsfilm MUSIK von Peter Pohler, der das Programm eröffnet. (Mirko Wiermann)
PROGRAMM:
MUSIK, DDR 1989, 35mm, 5 min, R: Peter Pohler
DES-CE-ES-DE, DDR 1985, 35mm, 11 min, R: Jochen Kraußer
ADAMSHOFFNUNG, DDR 1965, 35mm, 18 min, R: Harry Hornig
ZUM ACHTENMAL, DDR 1972, 35mm, 9 min, R: Ulrich Weiß
DIXIELAND – DIXIELAND, DDR 1981, 35mm, 18 min, R: Peter Petersen
ROCK’N’ROLL, DDR 1987, 35mm, 19 min, R: Jörg Foth