Als Russland am 24. Februar 2022 seinen Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine beginnt, werden die Grundschulen in Russland zunehmend zu Orten der Kriegsverherrlichung und des militärischen Drills. Die fortschreitende Militarisierung an seiner Schule hält ein Lehrer aus einer Kleinstadt im Südural in einem Videotagebuch fest, das er dann in den Westen schmuggelt. In Zusammenarbeit mit Regisseur David Borenstein wurde aus dem Filmmaterial mit seltenen Einblicken in den russischen Alltag „ein unvergesslicher Dokumentarfilm, den Sie sehen müssen“ (Guardian). In der Kategorie Bester Dokumentarfilm ist er nun für den Oscar nominiert.
Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit Jiří Čistecký, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland und Thomas Østrup Møller, Botschafter des Königreichs Dänemark in Deutschland. Es moderiert Mathias Irminger Sonne (Königlich Dänische Botschaft).
Eine gemeinsame Veranstaltung von Tschechischem Zentrum und Kino Krokodil, in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Tschechischen Republik und der Königlich Dänischen Botschaft.
zum Film:
MR. NOBODY AGAINST PUTIN
Dänemark / Tschechien 2025, 90 min, Russisch mit deutschen UT
Regie: David Borenstein, Pavel Talankin
Der Lehrer Pasha Talankin, der auch als Videochronist und Veranstaltungsorganisator an seiner Schule tätig ist, wird von den Schülern verehrt. Sein Büro ist ein Zufluchtsort für alle, die Unterstützung brauchen oder mal vertraulich reden wollen. Doch mit dem Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine verändert sich der Schulalltag: Die Kinder lernen wieder von den glorreichen Siegen der Sowjetunion, die „richtigen“ Antworten im Unterricht lesen sie ab, Söldner der Wagner-Gruppe geben „Patriotismusstunden“ und präsentieren ihre Waffen. Auch Pashas Rolle an der Schule verändert sich dramatisch. Gegen seinen Willen wird er in Putins Propagandamaschinerie hineingezogen und gezwungen, staatlich abgesegnete Botschaften zu verbreiten. Entsetzt über den Wandel an seiner Schule kämpft er mit Schuldgefühlen und Ohnmacht. Als er erfährt, dass sein eigenes Leben in Gefahr sein könnte, beschließt er, alles auf eine Karte zu setzen und die gefährliche Flucht aus Russland zu riskieren.