Coo­king Histo­ry (Ako sa varia dejiny)

Slo­wa­kei / Öster­reich / Tsche­chi­en 2009, OmdU

Regie: Peter Kerekes 

Mili­tär­kö­che – sie kom­men in kei­nem Geschichts­buch vor und haben den Lauf der Geschich­te mit­be­ein­flusst. COO­KING HISTO­RY blickt anhand der Erin­ne­run­gen und per­sön­li­chen Schick­sa­le die­ser Men­schen hin­ter die Kulis­sen der so genann­ten „gro­ßen Geschichts­schrei­bung“ und eröff­net einen neu­en Blick­win­kel auf die euro­päi­sche Geschich­te des 20. Jahrhunderts.

„In vie­len Spra­chen bedeu­tet das Wort ‚Zun­ge‘ nicht nur den Mus­kel, den wir zum Schme­cken benut­zen, son­dern auch die Spra­che, die wir spre­chen. Der Geschmack und die Spra­che. Bei­de stel­len die Grund­la­ge unse­rer Natio­nal­kul­tur dar. Sowohl die Spra­che als auch der Geschmack bil­den sich bereits in der Kind­heit her­aus. Es ist nicht über­ra­schend, dass wir von einer Mut­ter­spra­che und von Mut­ters Küche spre­chen. Bei­de sind das Resul­tat einer lan­gen kul­tu­rel­len Ent­wick­lung, beein­flusst durch geo­gra­phi­sche Bedin­gun­gen und his­to­ri­sche Gege­ben­hei­ten. (…) Gehäs­sig­keit zwi­schen den Natio­nen wird auch in Gehäs­sig­keit gegen­über Lan­des­kü­chen reflek­tiert. Es gibt etwas wie den Natio­na­lis­mus der Geschmä­cker, ein­ge­fleischt im Unter­be­wusst­sein unse­rer Geschmacks­zel­len. Wir mögen frem­des Essen nicht, ein­fach weil wir den Frem­den nicht ver­trau­en; wir scheu­en nicht davor ab, unse­re ‚Natio­nal­ge­rich­te‘ zu Lan­des­sym­bo­len zu erhe­ben und sind bereit, die­se jeder­zeit zu ver­tei­di­gen. Jedes Land ver­sucht, sein Sprach­ter­ri­to­ri­um auf­recht zu erhal­ten und manch­mal sogar aus­zu­wei­ten. Die Inva­sio­nen frem­der Län­der haben unse­ren Wort­schatz um neue Wör­ter und unse­re Spei­se­kar­te um neue Gerich­te berei­chert. In unse­rem Film wird in sie­ben Spra­chen gekocht. Ich hof­fe, der Film wird nach dem Geschmack der Betrach­ter sein.“ (Director’s State­ment)

„Kochen und Kriegs­hand­lun­gen, so Kere­kes, haben viel gemein­sam: Stra­te­gie, Timing, ein Gefühl für Men­gen­ver­hält­nis­se bei den ein­ge­setz­ten Basis­ma­te­ria­li­en und nicht zuletzt die Tak­tik des Wür­zens. Essens­zu­be­rei­tung für die Armee ist eine Meta­pher für die Schlacht.“ (Ralph Eue, DOK-Leip­zig 2009)

„Was für eine schrä­ge Idee. Und was für ein eben­so ver­rück­ter Film. (…) COO­KING HISTO­RY ist grau­sam und komisch zugleich, er zeigt gro­ße Geschich­te und klei­ne Anek­do­ten, ver­schmitzt insze­niert und mit einer gan­zen Rei­he außer­ge­wöhn­li­chen Zuta­ten abge­schmeckt. (…) Die Absur­di­tät des Krie­ges und sei­ne Grau­sam­keit, die erstaun­lich hei­te­ren Erin­ne­run­gen an Zei­ten der Not und des Tötens, iro­nisch ein­ge­streu­te Rezep­te für gan­ze Kom­pa­nien von Sol­da­ten, die stets mit der Anga­be ‚…und eine Pri­se Salz‘ enden und insze­nier­te Sze­nen, die manch­mal schon fast an Mon­ty-Python-Gags erin­nern, for­men ein unge­wöhn­li­ches Puz­zle, in dem Peter Kere­kes zusam­men­denkt, was man so bis­lang noch nir­gend­wo anders sah: Nicht nur Lie­be geht durch den Magen, son­dern auch der Krieg.“ (Joa­chim Kurz, kino​-zeit​.de)