DEFA-Stif­tung prä­sen­tiert: Blick in das Mor­gen von Ges­tern: Zukunfts­vi­sio­nen der DDR in den 1970ern | Kurzfilmprogramm

Wie sah 1972 die Zukunfts­vi­si­on für das Jahr 2002 aus? Die DEFA-Stif­tung prä­sen­tiert mit „Blick in das Mor­gen von Ges­tern“ eine Aus­wahl von DEFA-Doku­men­tar­fil­men der 1970er-Jah­re, die ein Pan­ora­ma aus tech­ni­schen Hoff­nun­gen, ideo­lo­gi­schen Leit­bil­dern und einem ganz spe­zi­el­len Zukunfts­op­ti­mis­mus zeichnen.

Eine fil­mi­sche Zeit­rei­se: Den Auf­takt macht LER­NE ZU LER­NEN (1970), der tech­nisch inter­es­sier­te Jugend­li­che nach ihren Visio­nen befragt und eine wis­sen­schaft­li­che Auf­bruch­stim­mung ein­fängt. Im Kon­trast dazu steht DIE WELT DER GESPENS­TER (1972) – eine scharf­zün­gi­ge War­nung vor dem „Ame­ri­can Way of Life“, in der west­li­che Sci­ence-Fic­tion-Moti­ve als Angst­ma­che­rei demas­kiert wer­den. In LIE­BE 2002 (1972) wird im Dis­ko-Stil der 1970er-Jah­re die Fra­ge gestellt, ob die Lie­be im nächs­ten Jahr­tau­send vom Com­pu­ter gesteu­ert wird. Den Abschluss des Kurz­film­pro­gramms bil­det WERK­STATT ZUKUNFT I (1975), in dem Men­schen ihre per­sön­li­chen Wün­sche für die Arbeit und den Haus­halt von mor­gen formulieren.

Die Fil­me sind Zeit­kap­seln einer Gesell­schaft, die fest an den Fort­schritt glaub­te und die­sen in ein sozia­lis­ti­sches Gewand zu klei­den ver­such­te. Zwi­schen Loch­kar­ten-Roman­tik und dem Kampf gegen „gespens­ti­sche“ Cyborgs offen­ba­ren sich Fra­gen, die ange­sichts heu­ti­ger KI und digi­ta­ler Ver­net­zung erstaun­lich aktu­ell wir­ken, aber auch zum Schmun­zeln und Nach­den­ken anregen.

Zu den Filmen:

Ler­ne zu lernen

DDR 1970, 35mm, 15 min, R: Tho­mas Kuschel

Die Welt der Gespenster

DDR 1972, 35mm, 6 min, R: Joa­chim Hellwig

Lie­be 2002

DDR 1972, 35mm, 25 min, R: Joa­chim Hellwig

Werk­statt Zukunft I

DDR 1975, 35mm, 30 min, R: Joa­chim Hellwig