AT/ D/ IL 2026, 96 min, Hebräisch | Englisch mit deutschen UT
Regie: Jono & Benji Bergmann
Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso DIE Musiksensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie End Of The Road und Viewsfüllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder vereinnahmen noch zum Schweigen bringen lässt.
„Der Film entstand aus einem instinktiven Impuls heraus – der Erkenntnis, dass es sich hier nicht nur um eine aufstrebende Musikerin handelte, sondern um eine lebhafte Persönlichkeit, die sich in Echtzeit durch Ruhm, Intimität und Katastrophen bewegte. Von Anfang an ging es uns nicht darum, Nogas gesamtes Leben bis zu diesem Zeitpunkt nachzuzeichnen. Wir wollten einen Ausschnitt aus ihrem Leben einfangen: einen konzentrierten Blick auf mehrere entscheidende Jahre, in denen eine kreative Partnerschaft und ihr Identitätsgefühl gleichzeitig auf die Probe gestellt wurden. (…) Die Dreharbeiten begannen 2019. Die folgenden fünf Jahre entwickelten sich zu den prägendsten und zugleich unvorhersehbarsten ihres Lebens. Alles geriet aus den Fugen. Es gab zahlreiche Abschiede und Neuanfänge, immer wieder glaubten wir, die Geschichte gefunden zu haben – nur damit das Leben sie kurz darauf erneut in eine andere Richtung lenkte. Im Zentrum blieb jedoch stets dieselbe Frage: Wie verarbeitet eine vielschichtige künstlerische Stimme eine ebenso vielschichtige Wirklichkeit – mit den Mitteln der Musik, der Sprache, der Kunst?
In vielerlei Hinsicht ist dieser Film deshalb auch ein persönlicher. Wir sind zwar Brüder und kein Paar, doch die Beobachtung von Noga und Ori hat uns dazu gebracht, auch unseren eigenen künstlerischen Prozess zu hinterfragen. Als Juden, die in Österreich aufgewachsen sind, verbindet uns zudem ein komplexes Verhältnis zur Geschichte: Was wird weitergegeben? Was bleibt Erinnerung? Was wird auf uns projiziert? Und was kehrt immer wieder in der Gegenwart zurück? Der Film wurde für uns zu einer Möglichkeit, diesen Fragen in der Unmittelbarkeit des Hier und Jetzt nachzugehen. Wir wollten keinen Film machen, der einfache Antworten liefert. In einer Welt, die so komplex und widersprüchlich ist wie die unsere, bergen Antworten allzu oft die Gefahr, neue Vereinfachungen zu schaffen. Unsere Aufgabe sehen wir vielmehr darin, bessere Fragen zu stellen – Fragen, die Verhärtungen lösen und vielleicht den Raum öffnen für etwas, das wahrhaftiger ist und Menschen wieder miteinander verbindet.“ (Regiekommentar)