film­POL­S­KA 2026: Capo / Permit

PL 2025, 90 min, OmdU & eU

R: Robert Kwil­man / B: Robert Kwil­man, Mal­wi­na Góre­cka, Kirk Kjeld­sen / K: Kas­per Lorek / S: Ming-Wei Chiang

D: Dani­el Feli­pe Jime­nez Vaquez, Ivan Sharan, Josia­na Cos­ta­les, Jus­ta Bea­triz Blan­co Rojas, Ale­jan­dra Her­re­ra, Vic­tor Venecia Fuen­tes, Gerson Isai Lam Lopez, Sebas­ti­an Stan­kie­wicz, Mich­ał Bali­cki u. a.

Eine Grup­pe von Frau­en und Män­nern aus Latein­ame­ri­ka wird mit einem klei­nen Bus irgend­wo in die pol­ni­sche Pro­vinz gefah­ren. Dort hält man ihnen Ver­trä­ge unter die Nase, deren Spra­che sie nicht ver­ste­hen und in denen die zu Hau­se ver­spro­che­nen 3.500 Dol­lar plötz­lich zu 3.500 Zło­ty gewor­den sind. Schlim­mer noch: Sie müs­sen ihre Rei­se­päs­se abge­ben und statt in einem Hotel zu arbei­ten, ver­pflich­ten sie sich mit die­sen Ver­trä­gen zur mono­to­nen, auf­rei­ben­den Arbeit in einer Flei­sche­rei. Für das schä­bi­ge Wohn­heim wird ihnen zusätz­lich Geld abge­knöpft, Arbeits­schutz ist ein Fremd­wort. Was als Auf­ent­halt zum Geld­ver­die­nen geplant war, fühlt sich bald an wie ein Gefäng­nis mit Zwangsarbeit.

Robert Kwil­man erweckt das Sozi­al­ki­no à la Ken Loach wie­der zum Leben und setzt des­sen Mit­tel gekonnt ein. Im Stil eines Doku­men­tar­films, mit wacke­li­ger Hand­ka­me­ra, ohne Musik oder künst­li­ches Licht lässt er uns so nah wie mög­lich an die tra­gi­schen Hel­den des Films her­an­rü­cken, die sich bald die Fra­ge stel­len: Sol­len sie die him­mel­schrei­en­de Unge­rech­tig­keit still ertra­gen, rebel­lie­ren oder flie­hen? Ohne Beschö­ni­gun­gen zeigt Kwil­man ein Polen, das vom Aus­wan­de­rungs- zum Ein­wan­de­rungs­land gewor­den ist, mit all sei­nen Schat­ten­sei­ten. (Rai­ner Mende)