Von Scham und Geld (Shame and Money)

Deutsch­land / Koso­vo / Slo­we­ni­en / Alba­ni­en / Nord­ma­ke­do­ni­en / Bel­gi­en 2026, 129 min, Alba­nisch mit deut­schen UT

Regie: Visar Morina

Hatix­he und Shaban bewirt­schaf­ten einen klei­nen Hof im länd­li­chen Koso­vo. Sie haben drei Töch­ter und leben in einer Groß­fa­mi­lie. Durch den Ver­rat des Bru­ders ver­lie­ren sie über Nacht ihre Exis­tenz­grund­la­ge. Es bleibt nur der Weg in die Haupt­stadt. In Pris­ti­na nimmt Hatix­hes wohl­ha­ben­de Schwes­ter die Fami­lie auf. Was wie Hil­fe aus­sieht, ent­puppt sich als stil­le Demü­ti­gung. “Alles hat sei­nen Platz, auch jeder Mensch”, erklärt der rei­che Schwa­ger. Mag sein, aber um den zu fin­den, brau­chen Hatix­he und Shaban erst­mal einen Vor­schuss — für die drü­cken­den Schu­he der Toch­ter, für die Medi­ka­men­te der Mut­ter, die sie sonst hal­bie­ren muss. Erst dann beginnt die Suche nach die­sem Platz: im Nacht­club, den sie put­zen und dafür kaum bezahlt wer­den; auf dem Arbei­ter­strich, wo sich Shaban als Tage­löh­ner anbie­tet; in der Pfle­ge des Schwie­ger­va­ters, der lang­sam vor sich hin stirbt. Leicht zu fin­den ist die­ser Platz nicht. Viel­leicht als Sicher­heits­mann einer Gated Community?

„SHAME AND MONEY ist kein leich­ter Film, denn er bie­tet kaum emo­tio­na­le Erleich­te­rung, sein Ton bleibt streng und bedrü­ckend, und den­noch ent­fal­tet er eine inten­si­ve, fast hyp­no­ti­sche Wir­kung. Die fil­mi­sche Prä­zi­si­on, die sorg­fäl­ti­ge Beob­ach­tung mensch­li­cher Ver­hal­tens­wei­sen und die her­aus­ra­gen­den Leis­tun­gen von Kaba­shi und Kod­he­li machen den Film zu einem ein­drucks­vol­len Por­trät von Men­schen, die zwi­schen Wür­de und Ver­zweif­lung balan­cie­ren. In einer Zeit, in der Fil­me über Arbeits­welt und Fami­lie oft pla­ka­tiv oder sen­ti­men­tal wir­ken, über­zeugt Visar Mori­na durch Klar­heit, Stren­ge und emo­tio­na­le Authen­ti­zi­tät. Ein Film, der unter die Haut geht und lan­ge nach­wirkt.“ (Mia Pflü­ger, kino​-zeit​.de)