am Montag, 12. Oktober um 19 Uhr | Einführung: Stefanie Eckert (DEFA-Stiftung) |
Wie viel Wahrheit verträgt eine Diktatur? Die DEFA-Stiftung präsentiert mit „Verhinderte Bilder“ die Kluft zwischen staatlicher Selbstdarstellung, Umweltkatastrophen und Zensur in der DDR. Die ausgewählten Filme zeigen, wie die Staatsmacht versuchte, ökologische Themen propagandistisch zu kontrollieren, und wie Filmschaffende alles daransetzten, die Realität abzubilden oder in künstlerischen Parabeln vor einer ökologischen Katastrophe zu warnen.
Der Dokumentarfilm UMWELTPROBLEME (1987) wurde für das Ausland produziert und inszeniert die DDR als Musterstaat für Recycling und Gewässerschutz. Wie weit diese Propaganda von der Realität entfernt war, zeigen die weiteren Filme des Programms. Während die beiden Animationsfilme schwarze Flecken und kahle Welten abbilden, dokumentiert „WER HAT DICH, DU SCHÖNER WALD…“ … ODER WIE EIN FILM VERHINDERT WURDE (1990), dass eine unverfälschte Berichterstattung über das Waldsterben im Erzgebirge unmöglich war. Der Dokumentarfilm von Günter Lippmann wurde trotz mehrfacher Änderungen zwischen 1983 und 1989 nicht zugelassen und konnte erst während der politischen Veränderungen in der DDR 1990 fertiggestellt werden – erweitert um die Geschichte seiner eigenen Verhinderung. (Stefanie Eckert)