Zu Hau­se, Zu Gast – Sowje­tisch-Jüdi­sche Dia­spo­ra erzählt in Film und Text

Lesung, Scree­ning & Gespräch mit Anna Scha­pi­ro und Evge­nia Gostrer

ver­an­stal­tet von der Film­uni­ver­si­tät Babels­berg anläss­lich der Bil­dungs- und Akti­ons­wo­chen gegen Anti­se­mi­tis­mus 2026

Bis wann ist man Gast, ab wann ist man Zuhau­se? Wie las­sen sich Erin­ne­run­gen kon­ser­vie­ren, die nicht die eige­nen sind? An die­sem Nach­mit­tag tref­fen zwei künst­le­ri­sche Posi­tio­nen auf­ein­an­der, die sich auf unter­schied­li­che Wei­se mit sowje­tisch-jüdi­scher Fami­li­en­ge­schich­te, Migra­ti­on und Erin­ne­rung beschäf­ti­gen. Anna Scha­pi­ro liest aus ihrem gera­de erschie­ne­nen Debüt­ro­man “Füh­len Sie sich wie zu Hau­se, aber ver­ges­sen Sie dabei nicht, dass Sie zu Gast sind”. Aus­gangs­punkt ist die Beer­di­gung der Groß­mutter der Erzäh­le­rin. Sie reist zu den ver­streu­ten Mit­glie­dern ihrer Fami­lie, über die sie bis­her vor allem Geschich­ten hör­te. Nun erzäh­len sie sel­ber: von Borschtsch, vom Lager, von der Lie­be. Im Anschluss zei­gen wir KIRSCH­KNO­CHEN (2021), einen doku­men­ta­ri­schen Ani­ma­ti­ons­film von Evge­nia Gostrer. Gostrer war 14 Jah­re alt, als sie Mit­te der 1990er-Jah­re mit ihrer Fami­lie als „Kon­tin­gent­flücht­lin­ge“ aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on nach Deutsch­land kam. Aus heu­ti­ger Per­spek­ti­ve blickt sie auf die­se Zeit zurück und sucht das Gespräch mit ihren Eltern: Was hat sie dazu bewo­gen, ihre bis­he­ri­ge Hei­mat zu ver­las­sen? Was bedeu­te­te der Neu­an­fang in Deutschland?

Nach dem Kern­pro­gramm folgt ein mode­rier­tes Gespräch zwi­schen Anna Scha­pi­ro und Evge­nia Gostrer. 

Die Ver­an­stal­tung fin­det im Rah­men der Bil­dungs- und Akti­ons­wo­chen gegen Anti­se­mi­tis­mus statt, einem Pro­jekt der Ama­deu Anto­nio Stif­tung und des Anne Frank Zen­trums. Orga­ni­siert wird sie von einer stu­den­ti­schen Initia­ti­ve der Film­uni­ver­si­tät Babels­berg KON­RAD WOLF.