Unter einem guten Stern | Fil­me von Peter Kere­kes (16.–29.04.26)

Nicht ein­mal wir hät­ten gedacht, dass unser Kino ein­mal Zwei­und­zwan­zig wer­den wür­de. Die Schnaps­zahl neh­men wir am 12. April als gutes Omen und schen­ken Schnäp­se aus. Das kann mit so einem Pro­gramm nicht gut gehen, hat­ten uns damals man­che Kol­le­gen pro­phe­zeit. Ost­eu­ro­päi­sche Fil­me gel­ten als Kas­sen­gift und ver­mut­lich des­halb fand Radu Judes, auf der Ber­li­na­le mit einem Sil­ber­nen Bären aus­ge­zeich­ne­ter KON­TI­NEN­TAL ‘25 in Ham­burg zum Start im letz­ten Okto­ber nicht ein­mal ein ein­zi­ges Kino. (zitiert nach epd Film 10.12.25) Und was sol­len wir spie­len, wenn auch Ver­lei­her ost­eu­ro­päi­sche Pro­duk­tio­nen scheu­en? In den Start­lis­ten fin­det sich im April nicht ein ein­zi­ger Titel. „Ein ein­fa­cher, aber effi­zi­en­ter Weg sein Schick­sal zu ändern ist es, an sei­nem Geburts­tag eine Rei­se anzu­tre­ten“ sagt der slo­wa­ki­sche Regis­seur Peter Kere­kes zu sei­nem jüngs­ten Film WIS­HING ON A STAR. Wir neh­men ihn beim Wort und zei­gen anläss­lich unse­res Geburts­tags eine klei­ne Aus­wahl sei­ner hier­zu­lan­de über­se­he­nen Wer­ke. WIS­HING ON A STAR lief letz­tens im Publi­kums­wett­be­werb bei DOK Leip­zig, 107 MOTHERS gewann den Haupt­preis beim Film­fes­ti­val Cott­bus 2021, VEL­VET TER­RO­RISTS wur­de zum Tages­spie­gel-Publi­kums­lieb­ling beim Ber­li­na­le Forum 2014 gekürt und 66 SEA­SONS zum Bes­ten mit­tel­eu­ro­päi­schen Doku­men­tar­film beim Jihla­va Inter­na­tio­nal Docu­men­ta­ry Film Fes­ti­val 2003. Kere­kes hat­te in den frü­hen 1990er Jah­ren ursprüng­lich Spiel­film­re­gie stu­diert und lan­de­te wegen der knap­pen Pro­duk­ti­ons­bud­gets jener Zeit schließ­lich beim eben­so unter­fi­nan­zier­ten Doku­men­tar­film. Er ließ sich sei­nen spie­le­ri­schen Ansatz nicht neh­men und for­der­te, ent­täuscht von der kor­rup­ten poli­ti­schen Eli­te, für sei­nen Kurz­film ZWEI­TE CHAN­CE, die fin­ni­sche Regie­rung zur Beset­zung sei­nes Lan­des auf. Die Ereig­nis­se des Som­mers 1968 und die tsche­cho­slo­wa­ki­sche Neue Wel­le las­sen grü­ßen. Und immer wie­der lud er auch die Prot­ago­nis­ten sei­ner Doku­men­tar­fil­me zum Spie­len ein. Kein Wun­der, wenn sich Humor und Leich­tig­keit begeg­nen. Schau­en sie rein, unse­re Geburts­tags­rei­se steht ganz bestimmt unter einem guten Stern.