Bit­te war­ten (Plea­se Hold The Line)

„Aștep­tați răs­pun­sul operatorului”

Öster­reich 2020, 86 min, Rumä­nisch | Ukrai­nisch | Bul­ga­risch | Rus­sisch | Fran­zö­sisch | Eng­lisch mit deut­schen Untertiteln

Welt­ver­trieb: Syn­di­ca­do Film Sales *

Regie: Pavel Cuzuioc

Der Film beglei­tet Kabel­tech­ni­ker in den anein­an­der gren­zen­den Län­dern Ukrai­ne, Mol­da­wi­en, Rumä­ni­en und Bul­ga­ri­en, bei ihrer Arbeit und deckt dabei nicht nur auf, wie stark das Leben gera­de in länd­li­chen Gegen­den von den kom­mu­ni­ka­ti­ven Infra­struk­tu­ren abhän­gig ist, son­dern fängt auch eben die­ses Leben in sei­ner rei­nen Authen­ti­zi­tät ein. Aus den Wohn­zim­mern und Hin­ter­gär­ten der Men­schen erzählt der Film unauf­ge­regt und ange­nehm intim von den viel­fäl­ti­gen Begeg­nun­gen, die die Engel in blau wäh­rend ihrer Arbeit erle­ben. Hier sind sie nicht nur Dienst­leis­ter, son­dern Ret­ter, Hoff­nungs­trä­ger und Seel­sor­ger. Sie ver­bin­den die Men­schen mit der Welt und mit sich selbst, denn „Kom­mu­ni­ka­ti­on ist alles“. (goE­ast 2021)

„Mit der Zeit nei­gen wir dazu, Kom­mu­ni­ka­ti­on wie ein Bin­de- und Nähe­rungs­mit­tel zwi­schen den Völ­kern zu betrach­ten. Mit so einer Viel­falt an Mit­teln der Kom­mu­ni­ka­ti­on bevöl­kern wir jedoch immer noch eine Welt der geord­ne­ten Dis­kor­danz von Per­sön­lich­kei­ten und Per­spek­ti­ven.“ (Pavel Cuzu­joc)

„Eine häu­fi­ge Situa­ti­on, und eigent­lich ganz banal: man hängt in der War­te­schlei­fe einer Telekom–Firma, hört die Wor­te „Bit­te war­ten!“ – und ist ver­stimmt. Doch wer hät­te gedacht, dass die­se ener­vie­ren­de Phra­se, in der immer auch eine Ahnung von Unend­lich­keit mit­schwingt, die erstaun­lichs­ten Räu­me erschließt?

In sei­nem Doku­men­tar­film BIT­TE WAR­TEN folgt Regis­seur Pavel Cuzuioc sechs Mit­ar­bei­tern von Telefon‑, TV- und Inter­net-Anbie­tern durch Bul­ga­ri­en, Rumä­ni­en, Mol­dau und die Ukrai­ne. Er beglei­tet sie vom streng struk­tu­rier­ten Ser­ver-Park bis zum Kabel­sa­lat im Hin­ter­hof, und in die Woh­nun­gen der Kun­den hin­ein, wo das Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ter auf post-sowje­ti­sche Rea­li­tä­ten trifft. Das Spek­trum ist breit: Ein Pope. Ein Samm­ler. Arbeits­lo­se. Eine Que­be­ce­rin in der Ukrai­ne und eine Äthio­pie­rin in Bul­ga­ri­en. Nicht zu ver­ges­sen Pen­sio­nis­ten; rei­zen­de alte Damen dar­un­ter, die in lila aus­ge­mal­ten Räu­men blut­rüns­ti­ge Geschich­ten erzäh­len. Cuzuiocs behut­sa­me, beob­ach­ten­de, aber nie voy­eu­ris­ti­sche Kame­ra­füh­rung lässt den Prot­ago­nis­ten Raum zur Ent­fal­tung; sie dan­ken es ihm mit inti­men Ein­bli­cken in ihr Leben und ihre Gedankenwelt.

Egal wer oder wie sie sind – mehr oder weni­ger arm, gebil­det oder ein­fach gestrickt, aus der Zeit gefal­len, oder nur ver­schro­ben: in ihrer Prä­senz und ihrer Ver­letz­lich­keit sind sie ein­an­der gleich. Genau­so, was ihren Wunsch nach Anschluss – sowohl im mensch­li­chen als auch im tech­ni­schen Sin­ne – betrifft. Letz­te­res ist die eigent­li­che Auf­ga­be der por­trä­tier­ten Tele­kom-Tech­ni­ker. In der Pra­xis sind sie jedoch viel mehr: Bera­ter, Zuhö­rer, Gesell­schaf­ter, die-rich­ti­gen-Fra­gen-Stel­ler, Psy­cho­lo­gen, Bericht­erstat­ter. Sogar Phi­lo­so­phen, mit kla­ren Vor­stel­lun­gen über den Fort­schritt, die Mensch­heit und das Leben an sich. (…)

Mit sei­nem neu­es­ten Film gelingt Pavel Cuzuioc ein zeit­ge­schicht­li­ches und zugleich zeit­lo­ses Doku­ment. Mit sei­ner kla­ren, ästhe­ti­schen Bild­spra­che beleuch­tet er die Schnitt­stel­len von Moder­ne und Tra­di­ti­on, und behält doch immer den Men­schen im Fokus, und zwar nicht nur mit sei­ner Ver­wir­rung und tech­ni­schen Unzu­läng­lich­keit, son­dern auch mit sei­nen Wün­schen und Hoff­nun­gen, sei­nen Vor­stel­lun­gen und Inter­pre­ta­tio­nen von der Wirk­lich­keit. Und vor allem mit sei­ner Suche nach Ant­wor­ten in der War­te­schlei­fe des Lebens.“ (Georg Thiel, „War­te­schlei­fe des Lebens“)

„BIT­TE WAR­TEN ist intim, ohne unge­niert zu sein. Man bekommt nichts zu sehen, womit die Kabel­tech­ni­ker nicht auch zu tun hät­ten. Und manch­mal sind es sogar die Dienst­leis­ter selbst, die auf­tau­en. Nach einem Gläs­chen Wod­ka erfährt man etwa von einem, dass er noch zu Sowjet­zei­ten Sol­dat in Afgha­ni­stan war. Ande­re sind ver­schwie­gen, gehen pro­fes­sio­nell und distan­ziert ihrer Arbeit nach. Es sind kur­ze Begeg­nun­gen, Lan­ge­wei­le wie in einer War­te­schlei­fe kommt kei­ne auf.“ (Dia­go­na­le 2021)

* Die Kino­aus­wer­tung wird freund­lich von Syn­di­ca­do Film Sales unter­stützt. Bei Ver­lei­h­an­fra­gen ver­mit­teln wir gern den Kon­takt weiter!

    

Vimeo

Mit dem Laden des Vide­os akzep­tie­ren Sie die Daten­schutz­er­klä­rung von Vimeo.
Mehr erfah­ren

Video laden