Deutschland 1991/1992, 16mm, 72 min, deutsche Originalfassung
Regie: Niels C. Bolbrinke Produktion: Barbara Etz, Rebecca Harms
Eine essayistische Zeitreise über die historische wie soziale Bedeutung von Arbeit und ihrem Wandel in den modernen Gesellschaften. Der Film betrachtet die Transformation früher Industriestandorte in Deutschland, Polen und Frankreich.
Menschen arbeiten, seit es sie gibt. Wie aber haben sich Arbeitsbedingungen und Arbeitsethos seither verändert? Dieser Frage geht der Dokumentarfilm DAS ENDE DES BLAUEN MONTAG nach. Welche Hoffnungen, welche Identitäts- und Sinnstiftung hat die Fabrik den Arbeitenden gegeben. Und welche Enttäuschungen und Ängste wurden in den ‚Kathedralen der Arbeit’ geboren.
Den Rhythmus des Tages geben die Maschinen vor – die Arbeitenden müssen sich anpassen. Die Industrialisierung beschleunigt die Kapitalisierung von Human Resources und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen.
Der Film, gedreht in den Jahren 1990 und 1991, schaut auf die Geschichte und die Gegenwart der Industrialisierung in Europa, zu einem Zeitpunkt als die Verunsicherungen und Verwerfungen der Arbeitswelt durch die Wende ihren Höhepunkt fanden. Der Zusammenbruch der Wirtschaftsordnung in Osteuropa machte aus stolzen Werktätigen Tagelöhner und Wanderarbeiter und viele in Europa bangten um ihre Arbeitsplätze.
Es kommen Menschen zu Wort, die voller Stolz und mit Wehmut auf ihre geleisteten Arbeitsjahre zurückblicken und andere, die mit großer Verunsicherung und Erschöpfung ihrer Zukunft entgegen sehen.
Assoziativ montiert, wandert der Film zwischen den Orten und den Zeiten und vermittelt ein Bild einer Welt im Umbruch die mit dem Ende des Ostblocks begann. (Barbara Etz)
BEIPROGRAMM:
DIE DATENREISENDEN / ALLE WELT TUT ES
BRD 1987, 35mm, 4 min; R: Thomas Amann, Niels Bolbrinker
Satirischer Kurzfilm gegen die Volkszählung in der Bundesrepublik
DAS HAUS DER STATISTIK
D 2020, 10 min, R: Niels Bolbrinker