D/ F/ BG/ AT 2026, 164 min, Bulgarisch mit deutschen UT
Regie: Valeska Grisebach
Die Archäologin Veska ist für ein Ausgrabungsprojekt in ihre Heimatstadt Svilengrad zurückgekehrt, in die Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei. Überraschend trifft sie auf Said, einen alten Bekannten aus den Rhodopen, den undurchsichtige Geschäfte nach Svilengrad geführt haben. Saids Auto ist gestohlen worden, und Veska lädt ihn ein, den Tag mit ihr auf der Ausgrabungsstätte zu verbringen. Es ist ein glücklicher Tag voller Vertrautheit, ein Tag wie ein Versprechen. Am nächsten Morgen ist Said verschwunden. Veska folgt den Spuren Saids und dringt dabei immer tiefer in die verborgenen Schichten und Verhältnisse der Stadt und ihrer Menschen vor – Geschichten aus der Zeit des großen Umbruchs in den 90er Jahren, von Freiheit und geplatzten Träumen, Gewalt und schnellem Geld. Was hat Said mit Iliya zu tun, dem mächtigen Mann im Hintergrund, bei dem alle Fäden zusammenzulaufen scheinen? Veska ist gezwungen, sich ihren eigenen Erinnerungen zu stellen. Unterstützt von ihren Freundinnen und Freunden aus Svilengrad, beginnt sie, ihre eigene Geschichte zu schreiben.
„‘Show, don’t tell‘ lautet ein viel zitierter Grundsatz des Filmemachens und irgendwie vollbringt Valeska Grisebach das Kunststück, das bei ihr Zeigen und Erzählen ein und dasselbe ist. In dieser Hinsicht ist DAS GETRÄUMTE ABENTEUER der perfekte Film. Keine Szene in den knapp unter drei Stunden Laufzeit ist überflüssig, es gibt keine Einstellung oder Dialogzeile, die nicht behutsam immer mehr Nuancen des Lebens bei Svilengrad und von Veskas eigener Vergangenheit freilegt, ohne dabei je gewollt oder überladen zu wirken. Manchmal geht das mit Veskas Angriffslust einher, manchmal mit hintergründigem Humor, aber immer mit ungebremster Neugier auf die Geschichten, die an diesem Ort nicht einmal vergraben, sondern für jeden, der hinsehen will, offen sichtbar auf der Erde liegen.“ (Katrin Doerksen, kino-zeit.de)