DEFA-Stif­tung prä­sen­tiert | Beson­de­re Kenn­zei­chen: keine

DDR 1955, 85 min, deut­sche Originalfassung

Regie: Joa­chim Kunert

Ger­da Krau­se hat kei­ne beson­de­ren Kenn­zei­chen. Damit steht sie stell­ver­tre­tend für das Schick­sal von Mil­lio­nen Frau­en, die sich nach dem Zwei­ten Welt­krieg als allein­er­zie­hen­de Müt­ter in einer Welt im Umbruch behaup­ten muss­ten. Ihr All­tag war ein schwie­ri­ger Spa­gat zwi­schen har­tem Über­le­bens­kampf und lei­ser Hoff­nung auf Selbst­ver­wirk­li­chung. Der Film BESON­DE­RE KENN­ZEI­CHEN: KEI­NE (1955) ist eine tie­fe Ver­beu­gung vor der Lebens­leis­tung die­ser Generation.

Basie­rend auf einem Hör­spiel von Ber­ta Waterstradt ver­zich­tet Regis­seur Joa­chim Kun­ert in sei­nem Spiel­film­de­büt auf künst­li­che Dra­ma­tik. Statt­des­sen fängt er die Atmo­sphä­re der frü­hen Nach­kriegs­jah­re in natu­ra­lis­tisch anmu­ten­den Bil­dern ein. Die Haupt­rol­le wur­de mit der damals nahe­zu unbe­kann­ten Schau­spie­le­rin Eri­ka Mül­ler-Fürs­ten­au besetzt, die kurz zuvor mit ihrem Mann aus dem Wes­ten in die DDR über­ge­sie­delt war.

Prä­sen­tiert wird BESON­DE­RE KENN­ZEI­CHEN: KEI­NE in der mit Mit­teln aus dem „För­der­pro­gramm Fil­mer­be“ digi­tal-restau­rier­ten Fas­sung. Die­se bringt das his­to­ri­sche Stadt­bild Ber­lins – vom Alex­an­der­platz bis zur Komi­schen Oper – in her­vor­ra­gen­der Qua­li­tät zurück auf die Kinoleinwand.