SILA
Bissan Tibi, IL 2025, 25 min, Omd+eU
Originalsprache: Arabisch
Besetzung: Miriam Mora, Mohammed Gazawi
Sektion The Other Israel
Das einsame Leben eines jungen palästinensischen Mädchens, das auf den sengend heißen Straßen Süßigkeiten verkaufen muss, um für ihre Familie zu sorgen, gerät aus den Fugen, als ein gleichaltriger Konkurrent in ihr Revier eindringt. Jeder Gedanke daran, anderen zu vertrauen, wird zu einem gefährlichen Spiel mit den harten Gesetzen der Straße.
Eine Kooperation mit dem Tel Aviv International Student Film Festival.
ON THIN ICE
Udi Kalinsky, Irit Hod, IL 2026, 72 min, Dokumentarfilm, Omd+eU
Originalsprache: Hebräisch, Arabisch
Sektion The Other Israel
Aya, eine 19-jährige Eishockeyspielerin, träumt davon, für Israel anzutreten. Ihr Onkel Ayoub hält das für einen Verrat an den syrischen Wurzeln der Familie. Zwei Beispiele aus der drusischen Community in Israel, einer Gemeinschaft, die in der augenblicklichen Situation zunehmend zwischen die Fronten gerät. Eine Langzeitbeobachtung.
Majdal Shams, Heimatort der beiden Protagonistinnen, ist die größte der vier drusischen Ortschaften in Israel. Die Stadt auf den Golanhöhen wurde 1967 im Sechstagekrieg besetzt und 1981 annektiert. Viele hier fühlen sich noch immer als Syrerinnen – doch mit dem Krieg in Syrien und dem 7. Oktober hat sich die Situation grundlegend verändert, Fragen von nationaler und kultureller Zugehörigkeit stellen sich neu.
Udi Kalinsky und Irit Hod haben ihre Protagonistinnen über drei Jahre begleitet. Hier eine Teenagerin, die davon träumt, Profi-Eishockeyspielerin zu werden, aber auf internationalen Turnieren nur dabei sein darf, wenn sie den israelischen Pass hat. Dort ihr Onkel, Landwirt und Journalist, der sich in die Lokalpolitik einmischt. Vertreterinnen von zwei unterschiedlichen Generationen, die sich in demselben unsicheren Alltag zurechtfinden müssen, dafür aber unterschiedliche Rezepte haben. Während Aya sich als zukünftige Profi-Sportlerin sieht und bereit ist, dafür eine neue Staatsbürgerschaft anzunehmen, ist Ayoub tief in der Vergangenheit verwurzelt, fühlt sich weiterhin als Syrer. Ein Film nicht nur über Identitätsfragen zwischen Geschichte und Gegenwart, sondern auch darüber, wie man sein Leben und das seiner dramatisch zwischen die Stühle geratenen Gemeinschaft überhaupt noch planen kann, wenn drumherum die Konflikte eskalieren.
Text: Bernd Buder