film­POL­S­KA 2026: Minis­tran­ci / The Altar Boys

PL 2025, 105 min, OmdU & eU

R/B: Pio­tr Doma­lew­ski / K: Pio­tr Sobociń­ski jr / S: Agnieszka Glińs­ka / M: Dys­pen­sa, Wojciech Urbański

D: Tobi­asz Waj­da, Bru­no Błach-Baar, Mikołaj Juszc­zyk, Filip Juszc­zyk, Daria Kalin­chuk, Sła­wo­mir Orzechow­ski, Tomasz Schu­chardt, Kami­la Urzę­dow­s­ka, Artur Pac­zes­ny u. a.

In dem unspek­ta­ku­lä­ren Pro­vinz­ort ist nicht viel los, des­halb ist die Kir­che das kul­tu­rel­le Zen­trum der Stadt. Vier Jungs aus unter­schied­li­chen sozia­len Schich­ten sind hier Mess­die­ner und mer­ken schon früh, dass sie in die­ser Welt kei­ne Gerech­tig­keit zu erwar­ten brau­chen – auch nicht in dem hei­li­gen Haus, das eigent­lich im Namen Got­tes Wer­te ver­mit­teln sollte.

Wenn selbst die Die­ner Got­tes vor allem durch Gier, Dop­pel­mo­ral und kri­mi­nel­le Machen­schaf­ten auf­fal­len, wer küm­mert sich dann noch um Anstand und Moral? Das Tee­nie-Quar­tett nimmt die Sache selbst in die Hand, zieht sich als Gras­wur­zel-Bewe­gung Tarn­kap­pen über, rappt anonym sei­ne Welt­sicht in die Han­dy­ka­me­ra und macht sich dann in die Spur, um das zu tun, was die Erwach­se­nen ver­säu­men – Schwa­chen hel­fen, Opfern Bei­stand leis­ten, Arme unter­stüt­zen, Mit­tel gerecht verteilen.

Pio­tr Doma­lew­ski wen­det sich ein Stück vom schnör­kel­lo­sen Stil sei­ner Sozi­al­dra­men („Stil­le Nacht”, „I Never Cry”) ab und erzählt uns ein moder­nes Mär­ty­rer-Mär­chen. Sei­ne Super­hel­den sind Kin­der, sou­ve­rän gespielt von Teen­agern ohne Lein­wan­der­fah­rung, die uns mit unver­brauch­tem Idea­lis­mus vor­ma­chen, dass die Welt nicht so blei­ben muss, wie sie ist. Dabei umschifft er gekonnt Pathos, Schön­fär­be­rei und Schwarz­ma­le­rei, erlaubt sich eine Dosis Magie und berührt sozi­al­po­li­ti­sche eben­so wie reli­giö­se und ethi­sche Fra­gen. (Rai­ner Mende)