Gruß aus Sibi­ri­en (Svei­ci­ens no Sibīrijas)

Ein doku­men­ta­ri­sches Zeug­nis über die Schick­sa­le der Men­schen, die 1941 und 1949 aus Lett­land depor­tiert wurden. 

In Erin­ne­rung an die unter dem sowje­ti­schen Regime der UdSSR depor­tier­ten Men­schen lädt die Bot­schaft der Repu­blik Lett­land Sie ein, gemein­sam im Rah­men des dies­jäh­ri­gen Gedenk­tags an die Opfer des kom­mu­nis­ti­schen Geno­zids zu geden­ken. Vor dem Hin­ter­grund die­ses Anlas­ses wird der Doku­men­tar­film GRUSS AUS SIBI­RI­EN der Regis­seu­rin Dzin­tra Geka gezeigt, in dem sie durch Gesprä­che mit Zeit­zeu­gen und Orts­be­su­che ver­sucht, die Erleb­nis­se jener Zeit zu ver­ste­hen und auf­zu­ar­bei­ten. Hin­sicht­lich die­ses Anlas­ses wird es zu Beginn der Ver­an­stal­tung eine ein­füh­ren­de his­to­ri­sche Kon­tex­tua­li­sie­rung der dama­li­gen Mas­sen­de­por­ta­tio­nen aus Lett­land durch die Bot­schaf­te­rin der Repu­blik Lett­lands, Frau Alda Vana­ga, geben. Im Anschluss an den Film sind Sie herz­lich zu einem Imbiss mit let­ti­schen Köst­lich­kei­ten ein­ge­la­den, wobei Sie die Regis­seu­rin Frau Dzin­tra Geka per­sön­lich ken­nen­ler­nen und ihr Fra­gen stel­len können.

Es ist uns eine Ehre und gro­ße Freu­de zugleich, dass wir mit Frau Dzin­tra Geka nicht nur eine bekann­te und sehr geschätz­te Regis­seu­rin als Gast haben, die sich ins­be­son­de­re durch ihre Doku­men­ta­tio­nen über die Depor­ta­tio­nen der let­ti­schen Bevöl­ke­rung in sowje­ti­scher Zeit nach Sibi­ri­en einen Namen gemacht hat, son­dern sich dar­über hin­aus eben­falls als Lokal­po­li­ti­ke­rin und Akti­vis­tin enga­giert. Zusätz­lich lei­tet sie die let­ti­sche Stif­tung “Die Kin­der von Sibi­ri­en” (“Sibī­ri­jas bēr­ni”), die sich unter ande­rem mit dem Auf­fin­den der damals depor­tier­ten Let­ten in Sibi­ri­en aus­ein­an­der­setzt. (Ane­te Madžiņa, Bot­schaft der Repu­blik Lettland)

zum Film:

Svei­ci­ens no Sibī­ri­jas (Gruß aus Sibirien)

Lett­land 2004, 67 min, Let­tisch | Rus­sisch mit deut­schen Untertiteln

Regie: Dzin­tra Geka 

Im Jah­re 1941 wur­den 15.400 Ein­woh­ner Lett­lands in Ver­ban­nung und Lager nach Sibi­ri­en depor­tiert, dar­un­ter 4.000 Kin­der. In den Depor­ta­tio­nen 1949 wur­den erneut 42.000 Men­schen mit Kin­dern aus Lett­land ver­schleppt. Ihre ein­zi­ge Schuld war, dass sie in Lett­land leb­ten, das 1940 von der UdSSR besetzt wur­de. [..] Mehr als ein hal­bes Jahr­hun­dert ist ver­gan­gen, aber das [..] began­ge­ne Unrecht hält noch an. Es setzt sich fort in den Schick­sa­len der Depor­tier­ten und deren Kin­dern, in den ver­krüp­pel­ten Lebens­läu­fen, in den Erin­ne­run­gen der Ange­hö­ri­gen an die Opfer. Es setzt sich auch fort in der nicht wirk­lich erfolg­ten Beach­tung ihrer Lei­den. (Ēriks Lanss)