If Pige­ons Tur­ned to Gold

Tsche­chen / Slo­wa­kei 2026, 110 min, Tsche­chisch | Eng­lisch mit deut­schen UT

Gewin­ner Cali­ga­ri-Film­preis & Ber­li­na­le Doku­men­tar­film­preis 2026

Regie: Pepa Lubojacki

Über fünf Jah­re doku­men­tiert Pepa Lub­o­ja­cki vier Fami­li­en­mit­glie­der, allen vor­an Bru­der David, der alko­hol­ab­hän­gig und ohne Obdach ist. In einer hoch­per­sön­li­chen, tage­buch­ar­ti­gen Col­la­ge unter­nimmt Lub­o­ja­cki den Ver­such, die Wur­zeln gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­den Unglücks frei­zu­le­gen, das sei­nen Aus­druck immer wie­der in schwe­ren Sucht­er­kran­kun­gen fin­det. Dabei ver­schmel­zen Text­skulp­tu­ren, Lang­zeit­be­ob­ach­tung, Syn­thie-Beats und mit KI ani­mier­te Foto­gra­fien aus der Kind­heit zu einer mar­kant-ver­spiel­ten, scho­nungs­lo­sen und doch lie­ben­den Offen­le­gung. IF PIGE­ONS TUR­NED TO GOLD ist Kapi­tu­la­ti­on und Hoff­nungs­schim­mer glei­cher­ma­ßen, Kraft­akt und Lösungs­pro­zess. Pepa Lub­o­ja­cki bringt die Ver­gan­gen­heit zum Spre­chen und schafft auf die­se Wei­se einen Kon­text, der David und die eben­falls sucht­kran­ken Cou­sins dem rich­ten­den Urteil der Außen­welt ent­zieht – und auch deren Igno­ranz. In der behut­sa­men Begeg­nung wer­den sie für einen Moment erneut zu ein­sa­men Kin­dern. Weni­ger auf der Suche nach Schuld als nach Hei­lung, steht am Ende die Mög­lich­keit einer Trans­for­ma­ti­on, ver­sinn­bild­licht im ver­fal­le­nen Haus des Vaters, das Pepa in einen geschütz­ten Ort ver­wan­delt: Home, I’m coming. (Caro­lin Weid­ner, Ber­li­na­le Forum 2026)

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Mehr Infor­ma­tio­nen

Ein Inter­view sowie den Kom­men­tar von Pepa Lub­o­ja­cki fin­det man auf der Sei­te des Ber­li­na­le Forum.

“Der mit dem Cali­ga­ri-Preis aus­ge­zeich­ne­te Film legt die Ambi­va­lenz einer medi­al über­form­ten Gegen­wart offen, in der Sicht­bar­keit Aner­ken­nung ver­spricht, aber kaum Schutz­räu­me kennt. Das ein­dring­li­che Por­trät einer Geschwis­ter­be­zie­hung ent­puppt sich zugleich als viel­schich­ti­ge Refle­xi­on über die Mög­lich­kei­ten und Gren­zen fil­mi­scher Ver­mitt­lung.” Film­dienst

“If Pige­ons Tur­ned to Gold ist kein Film über David und sein Alko­hol­pro­blem, son­dern über die Situa­ti­on, unbe­dingt hel­fen zu wol­len und es nicht zu kön­nen, und über all die Din­ge, die man tut, um das nicht wahr­ha­ben zu müs­sen: von quä­len­den Selbst­be­fra­gun­gen bis zur Idee, ein doku­men­ta­ri­sches Por­trät zu machen und dafür Kin­der­fo­to­gra­fien per KI zu ani­mie­ren.” cri​tic​.de

“Es ist der gro­ße Zau­ber die­ses col­la­ge­ar­ti­gen, sti­lis­tisch so zugäng­li­chen Fil­mes, nicht nur mit der Scham zu bre­chen, son­dern dem geäch­te­ten Bild von Obdach­lo­sen und Sucht­kran­ken einen Gegen­ent­wurf aus Anteil­nah­me, Mit­ge­fühl und Für­sor­ge ent­ge­gen­zu­stel­len. Lub­o­ja­ckis erklär­tes Ziel ist es, den Zuschau­er ein­zu­la­den, es ihr gleich­zu­tun, mit „bru­ta­ler Ehr­lich­keit“ hin­zu­schau­en, weil es Leben ret­ten kann. Denn ‘wären Tau­ben aus Gold, wür­den sie die Stra­ßen deko­rie­ren und wären den ande­ren Vögeln eben­bür­tig. Sie wür­den nicht die Bän­ke voll­schei­ßen, Müll fres­sen und vor der Rea­li­tät flüch­ten. Sie wür­den die Stra­ßen zum Glän­zen brin­gen.’ ” Ber­li­ner Filmfestivals