KNOW HOPE

Omer Shamir, US/IL 2025, 74 min, Doku­men­tar­film, Omd+eU
Ori­gi­nal­spra­che: Hebrä­isch, Ara­bisch, Englisch

Sek­ti­on Wett­be­werb Dokumentarfilm

Wäh­rend die Wirk­lich­keit in Isra­el und Paläs­ti­na zuneh­mend zer­split­tert, ver­wan­delt der Street-Art-Künst­ler Know Hope den öffent­li­chen Raum in einen Schau­platz des Wider­stands. Sei­ne poe­ti­schen, von Empa­thie getra­ge­nen Inter­ven­tio­nen spü­ren den Bruch­li­ni­en zwi­schen per­sön­li­chem Schmerz und kol­lek­ti­vem Trau­ma nach.

In Know Hope tritt Regis­seur Omer Shamir in einen viel­schich­ti­gen fil­mi­schen Dia­log mit dem Künst­ler, des­sen Arbeit sich seit Jah­ren im Span­nungs­feldn den Span­nungs­fel­dern des zuneh­mend beschä­dig­ten Lebens in Isra­el und Paläs­ti­na ent­wi­ckel­te.
Der Film beob­ach­tet sei­ne schein­bar schlich­ten Ges­ten im öffent­li­chen Raum – etwa eine gemal­te Linie an einer Mau­er mit Blick auf die Alt­stadt von Jeru­sa­lem, auf der einen Sei­te beschrie­ben mit „THE STO­RIES WE TELL“, auf der ande­ren mit „THE STO­RIES THEY TELL“. Sol­che lei­sen, poli­tisch auf­ge­la­de­nen Zei­chen ver­wan­deln umkämpf­te Orte in Räu­me gemein­sa­mer Refle­xi­on und zivi­len Wider­stands.
Zwi­schen Häu­ser­wän­den, offe­ner Hügel­land­schaft und inti­men Nah­auf­nah­men zeigt der Film dar­über hin­aus, wie eine chro­ni­sche Krank­heit den Kör­per des Künst­lers untrenn­bar mit den kol­lek­ti­ven Wun­den der Land­schaft ver­knüpft.
Shamirs Bild­spra­che folgt der Hal­tung des Künst­lers: Prä­sent, zuge­wandt und voll Sor­ge für die Welt. So ent­steht ein Film, der von empa­thi­schem Wider­stand zeugt und auch in der Spal­tung auf zwi­schen­mensch­li­cher Ver­bun­den­heit beharrt. Aus­ge­zeich­net mit dem Preis für den bes­ten Film beim Docaviv-Festival.

Text: Nao­mi Levari