Le cit­tà di pia­nura (Eine letz­te Runde)

Ita­li­en / Deutsch­land 2025, 98 min, ita­lie­ni­sche Ori­gi­nal­fas­sung mit deut­schen UT

Regie: Fran­ces­co Sossai

Car­lo­bi­an­chi und Doria­no, zwei mit­tel­lo­se Fünf­zig­jäh­ri­ge, sind beses­sen von der Idee des letz­ten Gla­ses. Als sie auf einer Nacht­fahrt durch die vene­ti­sche Ebe­ne zufäl­lig dem schüch­ter­nen Archi­tek­tur­stu­den­ten Giu­lio begeg­nen, beginnt ein chao­ti­scher Road­trip vol­ler schlech­ter Rat­schlä­ge, Rausch­zu­stän­de und uner­war­te­ter Freundschaften.

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„So befreit und betrun­ken Car­lo­bi­an­chi und Doria­no durchs Leben mäan­dern, so unge­zwun­gen erzählt Sos­sai auch. Ansatz­los fügt er Erzäh­lun­gen oder Erin­ne­run­gen ein, lässt das Duo bald die Poli­zei, die eine Kon­trol­le durch­füh­ren will, abhän­gen, nach einem Restau­rant suchen, in dem sie einst die bes­ten Schne­cken genos­sen, oder sich gegen­über dem ade­li­gen Besit­zer eines reno­vie­rungs­be­dürf­ti­gen Land­schlos­ses als Archi­tek­ten aus­ge­ben. Ganz eige­nen Reiz ent­wi­ckelt LE CIT­TÀ DI PIA­NURA dabei auch durch den Dreh auf ana­lo­gem Super 16mm Film. Mit den ver­wa­sche­nen Far­ben und der leich­ten Kör­nung sind die Bil­der ungleich hap­ti­scher als gesto­chen schar­fe Digi­tal­bil­der. Gleich­zei­tig passt die­se Ästhe­tik eben­so wie die alko­hol­ge­schwän­ger­ten, sich an der ame­ri­ka­ni­schen Folk-Musik ori­en­tie­ren­den Songs des aus Tre­vi­so stam­men­den Sin­ger-Song­wri­ters Kra­no auch bes­tens zu den wenig gla­mou­rö­sen und sehr all­täg­li­chen Prot­ago­nis­ten. (…) Mögen Car­lo­bi­an­chi und Doria­no in ihrer Ziel­lo­sig­keit dabei auch an die Prot­ago­nis­ten von Feder­i­co Fellins VITEL­LO­NI / DIE MÜS­SIG­GÄN­GER (1953) erin­nern und Sos­sai auch mit einer Hub­schrau­ber­sze­ne Felli­nis LA DOL­CE VITA (1960) sei­ne Reve­renz erwei­sen, so steht LE CIT­TÀ DI PIA­NURA ins­ge­samt doch vor allem in der Tra­di­ti­on der frü­hen Fil­men Jim Jar­muschs und Aki Kau­ris­mä­kis. Nicht nur die Prot­ago­nis­ten und der melan­cho­li­sche Blick auf eine tris­te Welt ver­bin­det die­se Rei­se durch Nord­ita­li­en mit den Fil­men der US-Indie-Iko­ne und des Fin­nen, son­dern auch die Arbeit mit der Musik und die auf klas­si­sche Plot­points ver­zich­ten­de, undra­ma­ti­sche Erzähl­wei­se, durch die die­ses Road­mo­vie sei­ne bezau­bern­de und befrei­en­de Kraft ent­wi­ckelt.“ (Wal­ter Gas­pe­ri, film​-netz​.com)