Deutschland 1930, 74 min, stumm
am Flügel live begleitet von Jürgen Kurz
Regie: Robert Siodmak, Billy Wilder
Ein Sommertag im Berlin der 1920er-Jahre: Vier junge Menschen vertreiben sich gemeinsam die Zeit, gehen baden, hören Musik, flirten miteinander und gehen wieder ihrer Wege. Nicht die Story steht hier im Vordergrund, sondern aufmerksam beobachtete Nebensächlichkeiten. Schellackplatten werden aufgelegt und zaghaft Sympathien ausgelotet, Blicke erzeugen eine sommerluftgeschwängerte Leichtigkeit, die dem Film bis heute seinen avantgardistischen Charme verleiht. (Deutsche Kinemathek)
„Die Chronik eines Sonntags im Berlin der Weimarer Republik: Eine Verkäuferin, eine Filmstatistin, ein Vertreter und ein Chauffeur fahren zum Wannsee, wo sie ihre Freizeit verbringen. Eine halbdokumentarische Collage aus Spielszenen und Sozialreportage, durch Bildverismus, Darstellung und Vermittlung sozialer Realität eines der herausragenden Werke der deutschen Stummfilm-Avantgarde. Die präzisen und authentischen Beobachtungen aus dem Milieu der Angestelltenkultur, beispielhaft für die gesellschaftliche Entwicklung der späten 20er Jahre, haben den Charakter eines historischen Dokuments; der Inszenierungsstil des Films, der seine Episoden aus dem Flair der Originalschauplätze und der spontanen Selbstdarstellung seiner Laienschauspieler entwickelt, beeinflußte den poetischen Realismus im Frankreich der 30er Jahre und wirkte stilbildend für den italienischen Neorealismus. Die Mitglieder des Autorenkollektivs emigrierten später in die USA.“ (CineGraph, Hamburgisches Centrum für Filmforschung)