SALO­MEA

Miri­am Pfeif­fer, DE 2025, 60 min, Doku­men­tar­film, OmeU
Ori­gi­nal­spra­che: Deutsch

Sek­ti­on KINO FERMISHED

Salo­mea Genin kehr­te in den 1950er-Jah­ren aus dem aus­tra­li­schen Exil nach Ost­ber­lin zurück, um die DDR mit auf­zu­bau­en. Doch dort wur­de die begeis­ter­te Kom­mu­nis­tin als Jüdin mit Skep­sis auf­ge­nom­men. Ein Erfah­rungs­be­richt zwi­schen poli­ti­scher Lei­den­schaft und Ideo­lo­gie, Trau­ma­ta und Tabus, Arg­wohn und Ausgrenzung.

Salo­mea Genin wur­de 1932 als Kind pol­nisch-rus­si­scher Juden in Ber­lin gebo­ren. 1939 flüch­te­te die Fami­lie und leb­te ab da in Mel­bourne, Aus­tra­li­en. Als Jugend­li­che fand Salo­mea im kom­mu­nis­ti­schen Jugend­ver­band Aus­tra­li­ens ihr Zuhau­se und besuch­te 1951 als Mit­glied der aus­tra­li­schen Dele­ga­ti­on die “3. Welt­fest­spie­le der Jugend und Stu­den­ten” in Ost­ber­lin. Der Besuch begeis­ter­te sie so, dass sie von da an unbe­dingt in der DDR leben woll­te. So kehr­te Salo­mea 1954 nach Ber­lin zurück, um ein bes­se­res, anti­fa­schis­ti­sches Deutsch­land mit­auf­zu­bau­en, doch die DDR woll­te sie nicht. Der Weg, im Arbei­ter- und Bau­ern­staat leben und arbei­ten zu kön­nen war dann erst ab 1963 mög­lich – und blieb steinig.