Deutschland 1928, 83 min, DCP, restaurierte Export-Fassung, Stumm mit deutschen + franz. Zwischentiteln
am Flügel live begleitet von Eunice Martins
Regie: Carl Lamač
Eine junge Frau träumt im Internat von einer Karriere als Jazz-Musikerin und gerät in London in ein turbulentes Verwechslungsspiel zwischen bürgerlicher Moral und der Freiheit der Jazz-Ära.
Regisseur Karel Lamač und Anny Ondra bringen den Prager Charme und unfehlbaren Slapstick in die Berliner Studios — ein funkelndes Dokument dafür, wie fließend die Grenzen zwischen Prag und Berlin in der Blütezeit des Stummfilms waren.
“In der Kinolandschaft der späten 1920er-Jahre gelingt mit SAXOPHON SUSI ein faszinierender Brückenschlag innerhalb der europäischen Filmmoderne. Dass diese Produktion der Berliner Aafa-Film den spezifischen Prager Charme und ein unfehlbares Gespür für Slapstick in die deutschen Ateliers brachte, verdankt sie dem kreativen Kern um Regisseur Karel Lamač und der Schauspielerin Anny Ondra. Das kreative Duo revolutionierte als Teil der „Starken Vier“ (gemeinsam mit Kameramann Otto Heller und Autor Václav Wasserman) das tschechische Kino. Lamač, der in Prag geboren wurde und dort seine Karriere begann, fand in der ebenfalls dort aufgewachsenen, gebürtig aus Tarnów stammenden Ondra seine ideale Partnerin.
Die Handlung des Films führt in die Welt der jungen Susi, die im strengen Internat von einer Karriere als Jazz-Musikerin träumt. Als sie nach London reist, um das Erbe ihres Onkels anzutreten, gerät sie in ein turbulentes Verwechslungsspiel zwischen bürgerlicher Moral und der Freiheit der Jazz-Ära.
Lamač inszeniert den Film als rasante Komödie, die den kulturellen Austausch jener Zeit atmet. Er nutzt die technischen Möglichkeiten der Berliner Studios, um das Lebensgefühl einer Generation einzufangen, die zu den Rhythmen des Saxophons die alten Konventionen wegblasen wollte. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie fließend die Grenzen zwischen Prag und Berlin in der Blütezeit des Stummfilms waren.” (Linda Söffker)