The Lights, They Fall

Deutsch­land 2026, 86 min, deut­sche Originalfassung

Regie: Saša Vajda 

In der Hit­ze des Ber­li­ner Som­mers liegt Maria im Ster­ben. Ihr 16-jäh­ri­ger Sohn Ilay drif­tet mit sei­nen Freun­den durch die Peri­phe­rie der Stadt, wäh­rend zu Hau­se die mexi­ka­ni­sche Pal­lia­tiv-Pfle­ge­rin Ana die Schwer­kran­ke umsorgt. Zuneh­mend gerät Ilay in einen Zustand von Schlaf­lo­sig­keit und Tag­traum, flieht vor dem nahen­den Tod sei­ner Mut­ter und droht, die Ver­bin­dung zur Rea­li­tät zu ver­lie­ren. Ana hat zugleich mit ihrem for­dern­den Berufs­all­tag und mit einer Bür­de aus ihrer schwie­ri­gen Ver­gan­gen­heit zu kämp­fen… In stil­len, inten­si­ven Bil­dern zeigt Saša Vaj­das ers­ter Lang­spiel­film den All­tag von Ilay und Ana. Zart sind die Ban­de zwi­schen den Figu­ren und sanft ver­webt sich All­täg­li­ches mit Traumhaftem.

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„THE LIGHTS, THEY FALL nimmt sich als Stim­mungs­bild die letz­ten Tage im Leben einer Mut­ter zum Aus­gangs­punkt und spinnt lei­se die Fäden zu den Men­schen, die sie umge­ben. Ihr Sohn Ilay bestrei­tet schlaf­los sei­nen pre­kä­ren All­tag und mäan­dert, wie aus der Zeit gefal­len, durch die Stra­ßen. Zugleich zeich­net der Film die Arbeit der mexi­ka­ni­schen Pfle­ge­kraft Ana nach, die sich dem kran­ken Kör­per der Mut­ter annimmt, ihn rou­ti­niert wäscht, umbet­tet. Bei­de Figu­ren leben zunächst in ihrem eige­nen Orbit.

Mir ging es in der Umset­zung vor allem um ein ver­än­der­tes Zeit­ge­fühl, wel­ches sich ein­stellt, wenn ein Mensch von einem geht. Das ver­band ich mit einer ein­fach gehal­te­nen Erzäh­lung, die sich stark an Cesa­re Zava­t­ti­nis neo­rea­lis­ti­schen Dreh­bü­chern ori­en­tiert, wie bei­spiels­wei­se UMBER­TO D., der um einen ein­zi­gen Moment in dem Leben sei­ner Figur kreist, der in sei­ner gan­zen Kom­ple­xi­tät beleuch­tet wird. (…)

Das Street-Cas­ting für THE LIGHTS, THEY FALL erstreck­te sich über einen Zeit­raum von zwei Jah­ren, in denen wir die­sen Film besetzt und die fik­ti­ve Geschich­te zum Teil mit den Beru­fen oder dem Wesens­kern die­ser Men­schen lose ver­ban­den. Ana, die Pal­lia­tiv­pfle­ge­rin im Film wird von Flor Cate­ma­x­ca, einer tat­säch­li­chen Inten­siv­pfle­ge­rin gespielt. Die Jugend­li­chen sind eben­falls mit Lai­en besetzt und brin­gen ihren eige­nen Habi­tus in den Film ein. 16-mm-Film und der Ein­satz von ana­mor­pho­ti­schen Lin­sen beto­nen in ruhi­gen, ten­den­zi­ell lang­sa­men Ein­stel­lun­gen die Ver­or­tung der Cha­rak­te­re in Raum und Zeit. Die Ele­men­te und die Figu­ren sol­len in ihrer Prä­senz spür­bar wer­den – ein Gewit­ter, die Ver­las­sen­heit Ilays, die Pfle­ge von Mari­as kran­kem Kör­per, die offe­nen Wun­den einer Groß­stadt und ihrer gesell­schaft­li­chen Rän­der. Sich eigent­lich fremd, füh­ren die Wege des Jun­gen und der Pfle­ge­rin in dem Tod der Mut­ter zusam­men. Ilay ist einem nicht ein­fa­chen Schick­sal aus­ge­setzt, aber er hält stur an sei­nem tief ver­wur­zel­ten Glau­ben an einer Tran­szen­denz fest, wor­in am Ende sei­ne Frei­heit liegt.“ (Regie­no­tiz)