Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)