Vel­vet Ter­ro­rists (Zamato­ví teroristi)

Slo­wa­kei / Tsche­chi­en / Kroa­ti­en 2013, 87 min, OmeU

Regie: Pavol Pekarčík, Ivan Ost­ro­ch­ovs­ký, Peter Kerekes

Drei Män­ner sind die Hel­den die­ses außer­ge­wöhn­li­chen Films. Alle haben sie in den 80er Jah­ren ter­ro­ris­ti­sche Anschlä­ge gegen das Regime in der Tsche­cho­slo­wa­kei geplant oder durch­ge­führt und saßen dafür meh­re­re Jah­re im Gefäng­nis. Sta­no woll­te eine Tri­bü­ne der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei in die Luft spren­gen, Fero plan­te einen Anschlag auf den lang­jäh­ri­gen Staats­prä­si­den­ten Gustáv Husák. Vla­di­mír hat Pla­kat­wän­de gesprengt und Pro­test­fly­er vom Him­mel reg­nen las­sen. Im Film rekon­stru­ie­ren die Män­ner ihre Aktio­nen. Zugleich geben sie preis, was ihr Leben heu­te aus­macht. Sta­no sucht eine Frau, Fero lebt mit sei­ner Frau und zwei jugend­li­chen Söh­nen zusam­men, denen er bei­bringt, wie man Bom­ben baut und ein Flucht­au­to steu­ert. Vla­di­mír trai­niert eine jun­ge Frau, die er in Selbst­ver­tei­di­gung und Wider­stand schult. Ihr son­der­ba­res Ver­hält­nis ist sexu­ell auf­ge­la­den und ver­eint zwei wüten­de Außen­sei­ter, immer bereit, den Kampf auf­zu­neh­men. Auf dop­pel­bö­dig-humor­vol­le Wei­se lässt der Film die Gren­zen zwi­schen Rea­li­tät und Fik­ti­on ver­schwim­men, zwi­schen Hero­is­mus und Dumm­heit. Lako­nisch und mit lei­ser Iro­nie erzählt der Film eine Geschich­te von Men­schen zwi­schen Tota­li­ta­ris­mus und Rebel­li­on. (Gabrie­la Sei­del-Hol­la­en­der, Ber­li­na­le Forum 2014)

„ZAMATO­VÍ TER­ORIS­TI ist visu­ell beein­dru­ckend: Der Kame­ra­mann Mar­tin Kol­lar filmt hel­le Innen­räu­me und son­ni­ge Land­schaf­ten mit einem prä­zi­sen Sinn für Geo­me­trie. Dank der schel­mi­schen und unbe­schwer­ten Erzähl­wei­se gera­ten auch poten­zi­ell tro­cke­ne The­men des Films zu einem reiz­vol­len Tri­pty­chon von Cha­rak­ter­s­kiz­zen. In eini­gen Sze­nen ver­schwim­men die Gren­zen zwi­schen Repor­ta­ge und Insze­nie­rung, zum Bei­spiel wenn es um Bed­nars erfolg­lo­se Ver­su­che geht, Kon­takt zu einer frü­he­ren Gelieb­ten auf­zu­neh­men, oder um Hucin und sei­ner jun­gen Prak­ti­kan­tin, die sich bei einem Lügen­de­tek­tor­test unan­ge­nehm nahe­kom­men. Die­ser nicht ganz ernst­haf­te Umgang mit der Wahr­heit mag Doku­men­tar­film-Puris­ten irri­tie­ren, aber er ver­leiht die­sen tra­gi­ko­mi­schen Erzäh­lun­gen von Wider­stand, Unver­wüst­lich­keit und uner­schüt­ter­li­chem Mut Charme und Humor.“ (Ste­phen Dal­ton, Hol­ly­wood Repor­ter, 08.07.2013)