Ze sobo­ty na nedě­li / Von Sams­tag auf Sonn­tag aka Erleb­nis einer Nacht

Tsche­cho­slo­wa­kei 1931, 70 min, tsche­chi­sche Ori­gi­nal­fas­sung mit eng­li­schen UT

Regie: Gus­tav Machatý

Zwei jun­ge Ste­no­ty­pis­tin­nen, die nach einer Woche anstren­gen­der Arbeit dem Trott des Büro-All­tags ent­flie­hen wol­len, suchen am Sams­tag­abend Ent­span­nung in einem Pra­ger Nacht-Club. Die eine, eher schüch­tern, beglei­tet ihre auf­dring­li­che Kol­le­gin, die sich von Sugar-Dad­dies finan­zi­el­le Zuwen­dun­gen erhofft, nur wider­wil­lig. Als einer der älte­ren rei­chen Män­ner zudring­lich wird, rennt sie hin­aus in die reg­ne­ri­sche Nacht und fin­det Zuflucht in einer Arbei­ter­knei­pe. Dort bahnt sich durch eine uner­war­te­te Begeg­nung zum Sonn­tag­mor­gen hin eine zar­te Lie­bes­ge­schich­te an, die aber schwe­re Prü­fun­gen zu bestehen hat.

Mit die­sem bril­lan­ten „Milieu­ton­film“, der in der Zeit der gro­ßen wirt­schaft­li­chen Kri­se auch die klei­nen pri­va­ten spie­gelt, legt Regis­seur Macha­tý sein Meis­ter­stück vor – zwei Jah­re vor Eksta­se, der ziem­lich mau wirkt gegen den Dri­ve die­ses roman­tisch-poe­ti­schen und zugleich rea­lis­ti­schen Psy­cho­dra­mas. Der Ton wird nicht als Unter­ma­lung, son­dern kon­tra­punk­tisch zum Bild ein­ge­setzt, visu­el­le Mit­tel der Mon­ta­ge, Über­blen­dung, Kadrie­rung ver­stär­ken den film­sprach­li­chen Aus­druck, die scharf­sin­nig gezeich­ne­ten Figu­ren zei­gen ein fei­nes Gespür für sozia­le Kon­tex­te. Das Dreh­buch ver­fass­te Macha­tý mit dem füh­ren­den Avant­gar­dis­ten Vítězslav Nez­val, mit dem er, wie auch mit sei­nem Aus­stat­ter, dem Expe­ri­men­tal­fil­mer Alex­an­der Hacken­schmied, schon bei Ero­ti­kon zusam­men­ge­ar­bei­tet hat­te. Die her­vor­ra­gen­de Film­mu­sik stammt von Jaros­lav Ježek, einer weg­wei­sen­den Figur des tsche­chi­schen Jazz. (Bri­git­te Mayr)