Do 15.11.

Kolyma – Колыма, OmdU

Stanisław Mucha
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Kolyma – Straße der Knochen (Колыма – дорога костей)

D 2017, 86 min, russ. mit dt. UT

Regie: Stanisław Mucha                    Achtung Berlin, Bester Dokumentarfilm

Wer in der Region entlang der Kolyma-Fernstraße, die sich im Nordosten Russlands 2000 Kilometer durch die karge Landschaft zieht, durch Schnee und Eis gräbt, fördert bald etwas zu Tage. Zum einen finden sich Bodenschätze wie Gold, Platin und Uran, die seit Jahrzehnten im Tage- und Untertagebau geschürft werden. Zum anderen war die Region bis 1987 das Zentrum des sowjetisch/russischen Straflagersystems. Von den fünf Millionen, die hier für den Bergbau oder für die Errichtung der Fernstraße eingesetzt wurden, verließ der Großteil die Region nie wieder, sondern wurde in riesigen Massengräbern verscharrt. Aus diesem Grund ist die Kolyma-Fernstraße auch als „Straße der Knochen“ bekannt. Autorenfilmer Stanisław Mucha, dessen Großvater im Gulag einsaß, bereist in seinem Film die komplette Länge der Fernstraße. Auf dem Weg interviewt er junge Imbissbetreiber, die das Wort „Gulag“ mit „Gulasch“ verwechseln, aber auch ehemalige Insassen, die zum Teil sehr offen über die Morde reden, wegen derer sie verurteilt wurden. Manchmal war der Inhaftierungsgrund aber auch einfach eine unüberlegte Äußerung über den Diktator. Es liegt eine Aura des Leids über der Region, die sich auch heute noch auf die Bewohner auswirkt, sagt einer von ihnen. Die ansässigen Schüler amüsieren sich jedenfalls noch mit patriotischen Schulaufführungen, machen aber auch sehr klar, dass sie ihre Zukunft nach dem Abitur woanders sehen. Und einige, die geblieben sind, werden einfach etwas wunderlich und gehen Experimenten nach, in denen sie angeblich die Alterung mit Starkstrom umkehren können. So bedrückend die Vergangenheit der Region, die man in Moskau wahrscheinlich fast vergessen hat, auch ist, so sehr hinterlässt KOLYMA den Eindruck, dass der üblen Erinnerung ein starker und enorm kreativer Lebenswille entgegengesetzt wird, der nicht so einfach totzukriegen ist. (Christian Klose, Indiekino Magazin Juni/Juli 18)

Kolyma – Колыма, OmdU
Do 15.11.

Polyland, OmdU – Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Dasa Raimanova

Dasa Raimanova & Zofia Brom
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Polyland

Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Dasa Raimanova

UK / PL 2017, 71 min, OmdU

Regie: Dasa Raimanova & Zofia Brom

POLYLAND untersucht, was es bedeutet, in dem Land mit der homogensten Bevölkerung Europas, in einem Europa, das sich immer weiter nach rechts bewegt, schwarz, muslimisch oder LGBTQ+ zu sein. Ania, Miriam und Elmelda sind in Polen geboren und engagieren sich dafür, als Teil der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Sie organisieren Selbsthilfegruppen und Demos und treten im Lokalfernsehen auf. Eine liberale Gesellschaft scheint in Reichweite – bis Polen 2015 dramatisch nach rechts driftet. (indiekino)

Polyland, OmdU – Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Dasa Raimanova
Do 15.11.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Fr 16.11.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Fr 16.11.

Touch Me Not, OmdU

Adina Pintilie
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Touch Me Not              Goldener Bär 2018

Rumänien / Deutschland / Tschechische Republik / Bulgarien / Frankreich 2018, 125 min, engl. OF mit dt. UT

Regie: Adina Pintilie

An der Grenze zwischen Realität und Fiktion folgt TOUCH ME NOT der emotionalen Reise von Laura, Tómas und Christian, die ihre Intimität und Sexualität erforschen wollen. Wie kann die Balance zwischen Begehren und der Angst vor Kontrollverlust gelingen? Mit abwechselnd klinisch kühlen, erotischen und zärtlichen Bildern nimmt uns Regisseurin Adina Pintilie mit auf eine intime Expedition, in der sich die Barrieren zwischen Mann und Frau, „normal“ und „anders“ auflösen: eine fundamentale filmische Erfahrung, die niemanden unberührt lässt.

Selten hat ein mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale ausgezeichnetes Werk derart emotionale und kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Radikal entblößt die rumänische Regisseurin Adina Pintilie die seelischen und körperlichen Tabus unserer vermeintlich sexuell befreiten Zeit und scheut sich auch nicht, Menschen mit Angststörungen und körperlicher Behinderung auf dem Weg zu einer erfüllten Intimität zu begleiten.

„Die 38-jährige Regisseurin aus Bukarest behandelt in ihrem Langfilmdebüt Fragen von Intimität, Körperlichkeit und Schamgefühl auf eine Weise, die extrem herausfordernd auf den Zuschauer wirkt. Ihr Film ist eine Zumutung in jeglicher Hinsicht. Man kann sich ihr stellen oder verweigern.“ (Frank Junghänel, BLZ 26.02.2018)

„TOUCH ME NOT entpuppt sich als Transgressionsprojekt, das im konkreten Sinn feministisch ist. Denn nie gerät die filmische Exploration von Disability und Sex, von Transsexualität oder auch von den vorgeblich einfacheren Befreiungsübungen einer Frau zur Exploitation. Nichts wird karikiert, persifliert. Pintilie verlässt mehrfach den geschützten Machtraum, aus dem heraus operiert wird beim Kino; ihn führt sie vor: Ein echtes Statement im dahinplätschernden Pseudo-Diversity-Getalke der Berlinale. Vertrauen geben ihr die Akteure, die um ihre Imperfektion wissen. Was ihr Begehren nicht ausschließt.“ (Barbara Wurm, TAZ 24./25.02.2018)

Touch Me Not, OmdU
Fr 16.11.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Fr 16.11.

Gundermann

Andreas Dresen
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Gundermann

Deutschland 2018, 127 min

Regie: Andreas Dresen

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit. (Pandora)

Gundermann
Sa 17.11.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Sa 17.11.

Touch Me Not, OmdU

Adina Pintilie
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Touch Me Not              Goldener Bär 2018

Rumänien / Deutschland / Tschechische Republik / Bulgarien / Frankreich 2018, 125 min, engl. OF mit dt. UT

Regie: Adina Pintilie

An der Grenze zwischen Realität und Fiktion folgt TOUCH ME NOT der emotionalen Reise von Laura, Tómas und Christian, die ihre Intimität und Sexualität erforschen wollen. Wie kann die Balance zwischen Begehren und der Angst vor Kontrollverlust gelingen? Mit abwechselnd klinisch kühlen, erotischen und zärtlichen Bildern nimmt uns Regisseurin Adina Pintilie mit auf eine intime Expedition, in der sich die Barrieren zwischen Mann und Frau, „normal“ und „anders“ auflösen: eine fundamentale filmische Erfahrung, die niemanden unberührt lässt.

Selten hat ein mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale ausgezeichnetes Werk derart emotionale und kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Radikal entblößt die rumänische Regisseurin Adina Pintilie die seelischen und körperlichen Tabus unserer vermeintlich sexuell befreiten Zeit und scheut sich auch nicht, Menschen mit Angststörungen und körperlicher Behinderung auf dem Weg zu einer erfüllten Intimität zu begleiten.

„Die 38-jährige Regisseurin aus Bukarest behandelt in ihrem Langfilmdebüt Fragen von Intimität, Körperlichkeit und Schamgefühl auf eine Weise, die extrem herausfordernd auf den Zuschauer wirkt. Ihr Film ist eine Zumutung in jeglicher Hinsicht. Man kann sich ihr stellen oder verweigern.“ (Frank Junghänel, BLZ 26.02.2018)

„TOUCH ME NOT entpuppt sich als Transgressionsprojekt, das im konkreten Sinn feministisch ist. Denn nie gerät die filmische Exploration von Disability und Sex, von Transsexualität oder auch von den vorgeblich einfacheren Befreiungsübungen einer Frau zur Exploitation. Nichts wird karikiert, persifliert. Pintilie verlässt mehrfach den geschützten Machtraum, aus dem heraus operiert wird beim Kino; ihn führt sie vor: Ein echtes Statement im dahinplätschernden Pseudo-Diversity-Getalke der Berlinale. Vertrauen geben ihr die Akteure, die um ihre Imperfektion wissen. Was ihr Begehren nicht ausschließt.“ (Barbara Wurm, TAZ 24./25.02.2018)

Touch Me Not, OmdU
Sa 17.11.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Sa 17.11.

Gundermann

Andreas Dresen
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Gundermann

Deutschland 2018, 127 min

Regie: Andreas Dresen

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit. (Pandora)

Gundermann
So 18.11.

Kolyma – Колыма, OmdU

Stanisław Mucha
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Kolyma – Straße der Knochen (Колыма – дорога костей)

D 2017, 86 min, russ. mit dt. UT

Regie: Stanisław Mucha                    Achtung Berlin, Bester Dokumentarfilm

Wer in der Region entlang der Kolyma-Fernstraße, die sich im Nordosten Russlands 2000 Kilometer durch die karge Landschaft zieht, durch Schnee und Eis gräbt, fördert bald etwas zu Tage. Zum einen finden sich Bodenschätze wie Gold, Platin und Uran, die seit Jahrzehnten im Tage- und Untertagebau geschürft werden. Zum anderen war die Region bis 1987 das Zentrum des sowjetisch/russischen Straflagersystems. Von den fünf Millionen, die hier für den Bergbau oder für die Errichtung der Fernstraße eingesetzt wurden, verließ der Großteil die Region nie wieder, sondern wurde in riesigen Massengräbern verscharrt. Aus diesem Grund ist die Kolyma-Fernstraße auch als „Straße der Knochen“ bekannt. Autorenfilmer Stanisław Mucha, dessen Großvater im Gulag einsaß, bereist in seinem Film die komplette Länge der Fernstraße. Auf dem Weg interviewt er junge Imbissbetreiber, die das Wort „Gulag“ mit „Gulasch“ verwechseln, aber auch ehemalige Insassen, die zum Teil sehr offen über die Morde reden, wegen derer sie verurteilt wurden. Manchmal war der Inhaftierungsgrund aber auch einfach eine unüberlegte Äußerung über den Diktator. Es liegt eine Aura des Leids über der Region, die sich auch heute noch auf die Bewohner auswirkt, sagt einer von ihnen. Die ansässigen Schüler amüsieren sich jedenfalls noch mit patriotischen Schulaufführungen, machen aber auch sehr klar, dass sie ihre Zukunft nach dem Abitur woanders sehen. Und einige, die geblieben sind, werden einfach etwas wunderlich und gehen Experimenten nach, in denen sie angeblich die Alterung mit Starkstrom umkehren können. So bedrückend die Vergangenheit der Region, die man in Moskau wahrscheinlich fast vergessen hat, auch ist, so sehr hinterlässt KOLYMA den Eindruck, dass der üblen Erinnerung ein starker und enorm kreativer Lebenswille entgegengesetzt wird, der nicht so einfach totzukriegen ist. (Christian Klose, Indiekino Magazin Juni/Juli 18)

Kolyma – Колыма, OmdU
So 18.11.

Touch Me Not, OmdU

Adina Pintilie
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Touch Me Not              Goldener Bär 2018

Rumänien / Deutschland / Tschechische Republik / Bulgarien / Frankreich 2018, 125 min, engl. OF mit dt. UT

Regie: Adina Pintilie

An der Grenze zwischen Realität und Fiktion folgt TOUCH ME NOT der emotionalen Reise von Laura, Tómas und Christian, die ihre Intimität und Sexualität erforschen wollen. Wie kann die Balance zwischen Begehren und der Angst vor Kontrollverlust gelingen? Mit abwechselnd klinisch kühlen, erotischen und zärtlichen Bildern nimmt uns Regisseurin Adina Pintilie mit auf eine intime Expedition, in der sich die Barrieren zwischen Mann und Frau, „normal“ und „anders“ auflösen: eine fundamentale filmische Erfahrung, die niemanden unberührt lässt.

Selten hat ein mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale ausgezeichnetes Werk derart emotionale und kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Radikal entblößt die rumänische Regisseurin Adina Pintilie die seelischen und körperlichen Tabus unserer vermeintlich sexuell befreiten Zeit und scheut sich auch nicht, Menschen mit Angststörungen und körperlicher Behinderung auf dem Weg zu einer erfüllten Intimität zu begleiten.

„Die 38-jährige Regisseurin aus Bukarest behandelt in ihrem Langfilmdebüt Fragen von Intimität, Körperlichkeit und Schamgefühl auf eine Weise, die extrem herausfordernd auf den Zuschauer wirkt. Ihr Film ist eine Zumutung in jeglicher Hinsicht. Man kann sich ihr stellen oder verweigern.“ (Frank Junghänel, BLZ 26.02.2018)

„TOUCH ME NOT entpuppt sich als Transgressionsprojekt, das im konkreten Sinn feministisch ist. Denn nie gerät die filmische Exploration von Disability und Sex, von Transsexualität oder auch von den vorgeblich einfacheren Befreiungsübungen einer Frau zur Exploitation. Nichts wird karikiert, persifliert. Pintilie verlässt mehrfach den geschützten Machtraum, aus dem heraus operiert wird beim Kino; ihn führt sie vor: Ein echtes Statement im dahinplätschernden Pseudo-Diversity-Getalke der Berlinale. Vertrauen geben ihr die Akteure, die um ihre Imperfektion wissen. Was ihr Begehren nicht ausschließt.“ (Barbara Wurm, TAZ 24./25.02.2018)

Touch Me Not, OmdU
So 18.11.

Familie Brasch

Annekatrin Hendel
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Familie Brasch

D 2018, 103 min

Regie: Annekatrin Hendel              

In den Jahren nach 1945 sind die Braschs eine perfekte Funktionärsfamilie, die in der sowjetisch besetzten Zone den deutschen Traum vom Sozialismus lebt: Horst Brasch, ein leidenschaftlicher Antifaschist und jüdischer Katholik, baut die DDR mit auf, obwohl seine Frau Gerda darin nie heimisch wird. Sohn Thomas wird zum Literaturstar, er träumt wie sein Vater von einer gerechteren Welt, steht aber wie seine jüngeren Brüder Peter und Klaus dem real existierenden Sozialismus kritisch gegenüber. 1968 bricht in der DDR wie überall der Generationenkonflikt auf. Vater Brasch liefert den rebellierenden Sohn Thomas an die Behörden aus – und leitet damit auch das Ende der eigenen Karriere ein.

Regisseurin Annekatrin Hendel porträtiert in ihrem neuen Film drei Generationen Brasch, die die Spannungen der Geschichte innerhalb der eigenen Familie austragen – zwischen Ost und West, Kunst und Politik, Kommunismus und Religion, Liebe und Verrat, Utopie und Selbstzerstörung. Sie trifft die einzige Überlebende des Clans, Marion Brasch, sowie zahlreiche Vertraute, Geliebte und Freunde, unter ihnen die Schauspielerin Katharina Thalbach, der Dichter Christoph Hein, die Liedermacherin Bettina Wegner und der Künstler Florian Havemann.

Familie Brasch
So 18.11.

Seestück

Volker Koepp
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Seestück

D 2018, 135 min, deutsche Originalfassung, zum Teil mit dt. UT

Regie: Volker Koepp

Die Ostsee in ihren jahreszeitlichen Stimmungen, das helle Licht und die Luftspiegelungen, die Wolken am hohen Himmel, die Vögel im Sturm über den Wellen. Vor der magischen Naturkulisse begegnen wir Menschen, die an den Rändern der Ostseeländer leben: auf der Insel Usedom und an den polnischen Stränden, an den baltischen Küsten und den nördlichen Schären in Schweden. Fischer und Wissenschaftler, Seeleute und junge Menschen erzählen von ihrem Leben im Einklang mit der alle verbindenden Meereslandschaft, von ihrer Arbeit, ihren Erinnerungen und Hoffnungen. Sie entwerfen aber auch das Bild eines Alltags, in dem ökologische Probleme, politische Ost-West-Konflikte und nationale Egoismen allgegenwärtig sind.

Mit SEESTÜCK schließt Volker Koepp einen filmischen Zyklus ab, den er mit BERLIN-STETTIN (2010) begann. In diesem Film mischte der Regisseur in seine Beschreibung ostdeutscher Film- und Lebensräume erstmals auch autobiografische Bezüge. IN SARMATIEN (2013) erweiterte den Blick auf die Region östlich der Weichsel und zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee. Mit LANDSTÜCK (2016) kehrte Koepp in die Uckermark nördlich Berlins zurück. SEESTÜCK – ein Film über die Ostsee, über das Leben am Meer und mit dem Meer – schließt den Reigen nun ab. Wie in den Filmen zuvor spiegeln sich hier die Bögen der Historie in den privaten Lebensläufen der Gegenwart. Auch für die kleine Ostsee gilt: Landschaftsbild ist Weltbild.

Seestück
So 18.11.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Mo 19.11.

Seestück

Volker Koepp
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Seestück

D 2018, 135 min, deutsche Originalfassung, zum Teil mit dt. UT

Regie: Volker Koepp

Die Ostsee in ihren jahreszeitlichen Stimmungen, das helle Licht und die Luftspiegelungen, die Wolken am hohen Himmel, die Vögel im Sturm über den Wellen. Vor der magischen Naturkulisse begegnen wir Menschen, die an den Rändern der Ostseeländer leben: auf der Insel Usedom und an den polnischen Stränden, an den baltischen Küsten und den nördlichen Schären in Schweden. Fischer und Wissenschaftler, Seeleute und junge Menschen erzählen von ihrem Leben im Einklang mit der alle verbindenden Meereslandschaft, von ihrer Arbeit, ihren Erinnerungen und Hoffnungen. Sie entwerfen aber auch das Bild eines Alltags, in dem ökologische Probleme, politische Ost-West-Konflikte und nationale Egoismen allgegenwärtig sind.

Mit SEESTÜCK schließt Volker Koepp einen filmischen Zyklus ab, den er mit BERLIN-STETTIN (2010) begann. In diesem Film mischte der Regisseur in seine Beschreibung ostdeutscher Film- und Lebensräume erstmals auch autobiografische Bezüge. IN SARMATIEN (2013) erweiterte den Blick auf die Region östlich der Weichsel und zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee. Mit LANDSTÜCK (2016) kehrte Koepp in die Uckermark nördlich Berlins zurück. SEESTÜCK – ein Film über die Ostsee, über das Leben am Meer und mit dem Meer – schließt den Reigen nun ab. Wie in den Filmen zuvor spiegeln sich hier die Bögen der Historie in den privaten Lebensläufen der Gegenwart. Auch für die kleine Ostsee gilt: Landschaftsbild ist Weltbild.

Seestück
Mo 19.11.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Di 20.11.

Back to the Fatherland, OmdU

Kat Rohrer & Gil Levanon
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Back to the Fatherland

Österreich / Israel / Deutschland / USA 2017, 75 min, OmdU

Regie: Kat Rohrer, Gil Levanon

Guy hat Israel verlassen um einer Frau nach Salzburg zu folgen. Die einzige Person in der Familie, die Guy bedingungslos in seiner Entscheidung unterstützte, war sein Großvater Uri. Uri war 15 Jahre alt als er und seine Familie aus dem Konzentrationslager Theresienstadt befreit wurden. Nach einer endlosen Reise durch verschiedene Auffanglager und nach der Trennung von seiner Mutter kam Uri in Israel an. Er liebt Österreich noch immer. Israel ist heute sein Zuhause, aber Österreich bleibt seine Heimat. Er konnte sich nie von ihr trennen, nicht von der Landschaft, nicht von der Kultur, nicht von der Sprache.Die israelischen Freunde von Gil, Dan und Guy können ihre Entscheidung nur schwer akzeptieren; ihre Eltern sind ablehnend; die Großeltern zwiespältig. Das hat die Generationen gespalten.Die jüngsten Entwicklungen in Europa, der Terror und die verstärkte Zuwanderung muslimischer Flüchtlinge entfacht eine intensive Diskussion: Kommt zu dem latent existierenden Antisemitismus nun auch ein „importierter“ Antisemitismus in Europa auf? Damit wächst der Druck auf die jungen Israelis. War es die richtige Entscheidung nach Europa zu gehen? Wie viel Risiko steckt darin? (schulkino.at)

Back to the Fatherland, OmdU
Di 20.11.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Di 20.11.

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU

Sergej Losniza
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Donbass (Донбас / Донбасc)

D/ F/ UA/ RO/ NL 2018, 121 min, russ. | ukr. mit dt. UT

Regie: Sergej Losniza             Kamera: Oleg Mutu

Der Donbass. Ostukraine. Ein Land zerfällt. Eine Welt kollabiert. Weltbilder zerbrechen. Aus der Vogelperspektive der Geschichte sehen wir den namenlosen Kampf der Global Player. Aber wie sieht es da unten aus, am Boden, bei den Menschen, die jeden Tag in diesem Inferno überstehen müssen? Wie überleben die Menschen? Wie überlebt die Menschlichkeit?

„Gleich die erste Szene zeigt eine Maskenbildnerin, die eine Laiendarstellerin für eine Filmszene schminkt, in der ein Angriff auf einen Bus nachgestellt wird. Immer wieder wird Loznitsa im Folgenden mit kleinen, selbstreflexiven Momenten den Filmapparat andeuten, lässt mal einen Kameramann im Bild erscheinen, mal Figuren sich selbst mit Handys filmen. Sehen wir einen Krieg? Oder einen Film? Einen Film über Krieg? Oder einen Krieg nach Drehbuch? Scheint Loznitsa zu fragen und damit anzudeuten, dass dieser meist so verwirrend und undurchschaubar wirkende Konflikt vielleicht gar nicht so konfus abläuft, dass vielleicht vielmehr nach einem zumindest losen Drehbuch geplant wird, Unruhe und Chaos in der Region zu stiften. Welche Ziele damit verbunden sein mögen, lässt Loznitsa offen, er beschreibt in DONBASS eine Welt des Chaos, die durch den Krieg in Korruption und Anarchie abzudriften droht.“ (Micheal Meyns, programmkino.de)

„Propaganda ist, wenn man etwas erfindet. Ich habe aber in meinem Film nichts erfunden. Es gibt echte Amateuraufnahmen von den Szenen im Film. Er zeigt also die Wahrheit. Außerdem ist es mir wichtig, dass ich keinen Film aus Sichtweise der ukrainischen oder der russischen Regierung gemacht habe. Ich präsentiere lediglich meine Sichtweise auf diesen Krieg. (…) Dieser Film ist ungemütlich und unakzeptabel für beide Seiten dieses Kriegs. Schon komisch, wenn ich dafür als Propagandist bezeichnet werde. Denn wenn mein Film Propaganda ist, dann ist die Realität Propaganda.“ (Sergej Losniza im Interview mit Steffen Dobbert, zeit.de)

„(…) Auch in DONBASS wirkt die Kamera scheinbar unbeteiligt, aber eigentlich ist die strenge Formsprache, die IM NEBEL (2012) noch so offensichtlich prägte, hier nur subtiler ausgeformt. Sergei Loznitsa hat sie transformiert in virtuose Plansequenzen ohne Schnitt, die ein hohes Maß an gestalterischer Disziplin verlangen. Trotz der chaotischen Verhältnisse, die DONBASS zeigt, strahlt der Film dadurch eine eiskalte Energie aus, die das Geschehen wegen der scheinbaren Ungerührtheit des Beobachtenden zeitweise noch schwerer erträglich machen. In Wahrheit aber schaut Sergei Loznitsa wieder nur ganz genau hin, ohne sentimentale dramaturgische Elemente, die seinen Film leichter verdaulich machen würden. Der Krieg ist in DONBASS kaum direkt zu sehen, und doch starrt man ihm hier laufend unmittelbar in die hässliche Fratze. Das ist anstrengend. Und absolut brillant.“ (Oliver Kaever, zeit.de)

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU
Mi 21.11.

Back to the Fatherland, OmdU

Kat Rohrer & Gil Levanon
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Back to the Fatherland

Österreich / Israel / Deutschland / USA 2017, 75 min, OmdU

Regie: Kat Rohrer, Gil Levanon

Guy hat Israel verlassen um einer Frau nach Salzburg zu folgen. Die einzige Person in der Familie, die Guy bedingungslos in seiner Entscheidung unterstützte, war sein Großvater Uri. Uri war 15 Jahre alt als er und seine Familie aus dem Konzentrationslager Theresienstadt befreit wurden. Nach einer endlosen Reise durch verschiedene Auffanglager und nach der Trennung von seiner Mutter kam Uri in Israel an. Er liebt Österreich noch immer. Israel ist heute sein Zuhause, aber Österreich bleibt seine Heimat. Er konnte sich nie von ihr trennen, nicht von der Landschaft, nicht von der Kultur, nicht von der Sprache.Die israelischen Freunde von Gil, Dan und Guy können ihre Entscheidung nur schwer akzeptieren; ihre Eltern sind ablehnend; die Großeltern zwiespältig. Das hat die Generationen gespalten.Die jüngsten Entwicklungen in Europa, der Terror und die verstärkte Zuwanderung muslimischer Flüchtlinge entfacht eine intensive Diskussion: Kommt zu dem latent existierenden Antisemitismus nun auch ein „importierter“ Antisemitismus in Europa auf? Damit wächst der Druck auf die jungen Israelis. War es die richtige Entscheidung nach Europa zu gehen? Wie viel Risiko steckt darin? (schulkino.at)

Back to the Fatherland, OmdU
Mi 21.11.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Mi 21.11.

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU

Sergej Losniza
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Donbass (Донбас / Донбасc)

D/ F/ UA/ RO/ NL 2018, 121 min, russ. | ukr. mit dt. UT

Regie: Sergej Losniza             Kamera: Oleg Mutu

Der Donbass. Ostukraine. Ein Land zerfällt. Eine Welt kollabiert. Weltbilder zerbrechen. Aus der Vogelperspektive der Geschichte sehen wir den namenlosen Kampf der Global Player. Aber wie sieht es da unten aus, am Boden, bei den Menschen, die jeden Tag in diesem Inferno überstehen müssen? Wie überleben die Menschen? Wie überlebt die Menschlichkeit?

„Gleich die erste Szene zeigt eine Maskenbildnerin, die eine Laiendarstellerin für eine Filmszene schminkt, in der ein Angriff auf einen Bus nachgestellt wird. Immer wieder wird Loznitsa im Folgenden mit kleinen, selbstreflexiven Momenten den Filmapparat andeuten, lässt mal einen Kameramann im Bild erscheinen, mal Figuren sich selbst mit Handys filmen. Sehen wir einen Krieg? Oder einen Film? Einen Film über Krieg? Oder einen Krieg nach Drehbuch? Scheint Loznitsa zu fragen und damit anzudeuten, dass dieser meist so verwirrend und undurchschaubar wirkende Konflikt vielleicht gar nicht so konfus abläuft, dass vielleicht vielmehr nach einem zumindest losen Drehbuch geplant wird, Unruhe und Chaos in der Region zu stiften. Welche Ziele damit verbunden sein mögen, lässt Loznitsa offen, er beschreibt in DONBASS eine Welt des Chaos, die durch den Krieg in Korruption und Anarchie abzudriften droht.“ (Micheal Meyns, programmkino.de)

„Propaganda ist, wenn man etwas erfindet. Ich habe aber in meinem Film nichts erfunden. Es gibt echte Amateuraufnahmen von den Szenen im Film. Er zeigt also die Wahrheit. Außerdem ist es mir wichtig, dass ich keinen Film aus Sichtweise der ukrainischen oder der russischen Regierung gemacht habe. Ich präsentiere lediglich meine Sichtweise auf diesen Krieg. (…) Dieser Film ist ungemütlich und unakzeptabel für beide Seiten dieses Kriegs. Schon komisch, wenn ich dafür als Propagandist bezeichnet werde. Denn wenn mein Film Propaganda ist, dann ist die Realität Propaganda.“ (Sergej Losniza im Interview mit Steffen Dobbert, zeit.de)

„(…) Auch in DONBASS wirkt die Kamera scheinbar unbeteiligt, aber eigentlich ist die strenge Formsprache, die IM NEBEL (2012) noch so offensichtlich prägte, hier nur subtiler ausgeformt. Sergei Loznitsa hat sie transformiert in virtuose Plansequenzen ohne Schnitt, die ein hohes Maß an gestalterischer Disziplin verlangen. Trotz der chaotischen Verhältnisse, die DONBASS zeigt, strahlt der Film dadurch eine eiskalte Energie aus, die das Geschehen wegen der scheinbaren Ungerührtheit des Beobachtenden zeitweise noch schwerer erträglich machen. In Wahrheit aber schaut Sergei Loznitsa wieder nur ganz genau hin, ohne sentimentale dramaturgische Elemente, die seinen Film leichter verdaulich machen würden. Der Krieg ist in DONBASS kaum direkt zu sehen, und doch starrt man ihm hier laufend unmittelbar in die hässliche Fratze. Das ist anstrengend. Und absolut brillant.“ (Oliver Kaever, zeit.de)

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU
Do 22.11.

Kolyma – Колыма, OmdU

Stanisław Mucha
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Kolyma – Straße der Knochen (Колыма – дорога костей)

D 2017, 86 min, russ. mit dt. UT

Regie: Stanisław Mucha                    Achtung Berlin, Bester Dokumentarfilm

Wer in der Region entlang der Kolyma-Fernstraße, die sich im Nordosten Russlands 2000 Kilometer durch die karge Landschaft zieht, durch Schnee und Eis gräbt, fördert bald etwas zu Tage. Zum einen finden sich Bodenschätze wie Gold, Platin und Uran, die seit Jahrzehnten im Tage- und Untertagebau geschürft werden. Zum anderen war die Region bis 1987 das Zentrum des sowjetisch/russischen Straflagersystems. Von den fünf Millionen, die hier für den Bergbau oder für die Errichtung der Fernstraße eingesetzt wurden, verließ der Großteil die Region nie wieder, sondern wurde in riesigen Massengräbern verscharrt. Aus diesem Grund ist die Kolyma-Fernstraße auch als „Straße der Knochen“ bekannt. Autorenfilmer Stanisław Mucha, dessen Großvater im Gulag einsaß, bereist in seinem Film die komplette Länge der Fernstraße. Auf dem Weg interviewt er junge Imbissbetreiber, die das Wort „Gulag“ mit „Gulasch“ verwechseln, aber auch ehemalige Insassen, die zum Teil sehr offen über die Morde reden, wegen derer sie verurteilt wurden. Manchmal war der Inhaftierungsgrund aber auch einfach eine unüberlegte Äußerung über den Diktator. Es liegt eine Aura des Leids über der Region, die sich auch heute noch auf die Bewohner auswirkt, sagt einer von ihnen. Die ansässigen Schüler amüsieren sich jedenfalls noch mit patriotischen Schulaufführungen, machen aber auch sehr klar, dass sie ihre Zukunft nach dem Abitur woanders sehen. Und einige, die geblieben sind, werden einfach etwas wunderlich und gehen Experimenten nach, in denen sie angeblich die Alterung mit Starkstrom umkehren können. So bedrückend die Vergangenheit der Region, die man in Moskau wahrscheinlich fast vergessen hat, auch ist, so sehr hinterlässt KOLYMA den Eindruck, dass der üblen Erinnerung ein starker und enorm kreativer Lebenswille entgegengesetzt wird, der nicht so einfach totzukriegen ist. (Christian Klose, Indiekino Magazin Juni/Juli 18)

Kolyma – Колыма, OmdU
Fr 23.11.

Neiße Filmfestival zu Gast: Das hässlichste Auto der Welt, OmeU mit Vorfilm

Grzegorz Szczepaniak
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15. Neiße Filmfestival zu Gast im Kino Krokodil:

Preisträger Neiße Fische 2018

VORFILM Publikumspreis Kurzfilm:

WOLKA / DIE HAFTENTLASSUNG

PL 2017, 19 min., DCP, OF en UT

Regie: Radosław Dąbrowski

Nach seiner Haftentlassung erhält ein Mann bei einer Zugreise Gelegenheit, mit Fremden zu sprechen und sich seiner Vergangenheit zu stellen: ein Gegenentwurf zum Klischee des entarteten Häftlings.

 

Spezialpreis des Filmverbandes Sachsen 2018

 NAJBRZYDSZY SAMOCHÓD ŚWIATA / DAS HÄSSLICHSTE AUTO DER WELT

PL 2017, 47 min. DCP OF en UT

 Regie: Grzegorz Szczepaniak

Deutsche Autos sind in Polen der Inbegriff von Zuverlässigkeit. So auch der 51-jährige Wartburg von Bogdan. Der alte Junggeselle und seine schwerhörige 94-jährige Mutter sind stolze Gewinner des „Ugliest Car Award“ und nehmen uns mit auf einen ungewöhnlichen Roadtrip durch ihre Familiengeschichte, von Warschau über Majdanek bis nach Magdeburg. Es ist eine tragisch-komische Reise mit drei umwerfenden Protagonisten, in der Zärtlichkeit auf Vorwürfe trifft, Vergangenheit auf Gegenwart und all das auf jede Menge Weisheit, denn – wie Bogdan sagt – „es gibt einen Charme in der Hässlichkeit“!

Neiße Filmfestival zu Gast: Das hässlichste Auto der Welt, OmeU mit Vorfilm
Fr 23.11.

15. Neiße Filmfestival zu Gast: Eine deutsche Jugend – mit Gästen und Filmgespräch

Jean-Gabriel Périot
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15. Neiße Filmfestival zu Gast im Kino Krokodil:

UNE JEUNESSE ALLEMANDE – EINE DEUTSCHE JUGEND

Dr. Grit Lemke und das ehemalige RAF-Mitglied Karl-Heinz Dellwo sprechen nach der Vorführung über den Film und die RAF.

FR, CH, DE, 2015, 93 min, tw. OmdU

Regie: Jean-Gabriel Périot
Der französische Regisseur J.-G. Périot wirft einen Außenblick auf die RAF-Ära, ohne einfache Antworten oder Erklärungen anzubieten. Aus Archivmaterial montiert er einen scharfen Kommentar über Gewalt und Geschichte und dokumentiert den Konflikt zwischen Staat und RAF, der zugleich ein Bilderkrieg war – hitzig diskutiert in Medien und Filmszene. Périot ergänzt das vielstimmige Kaleidoskop mit Filmzitaten, von Fassbinders „Deutschland im Herbst“ über Antonionis „Zabriskie Point“ bis zu Studentenfilmen von Holger Meins und Reportagen von Ulrike Meinhof, die seitdem nie wieder gezeigt wurden.

Filmgast: Karl-Heinz Dellwo

Moderation: Dr. Grit Lemke

15. Neiße Filmfestival zu Gast: Eine deutsche Jugend – mit Gästen und Filmgespräch
Sa 24.11.

Gundermann

Andreas Dresen
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Gundermann

Deutschland 2018, 127 min

Regie: Andreas Dresen

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit. (Pandora)

Gundermann
So 25.11.

Gundermann

Andreas Dresen
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Gundermann

Deutschland 2018, 127 min

Regie: Andreas Dresen

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit. (Pandora)

Gundermann
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