Di 24.05.

Bettina

Lutz Pehnert
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Bettina

Deutschland 2022, 107 min, deutsche Originalfassung

Regie: Lutz Pehnert

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

„(…) Mit völlig unsentimentalem Understatement erzählt Wegner von solchen Brüchen. Das macht es ausgesprochen angenehm, ihr zuzuhören. Pehnerts feine Montage setzt aussagekräftige Archivbilder dazu, die das fremde Land, das die Vergangenheit nun mal ist, in Ansätzen erschließen – und andeuten, wie viel mehr da noch zu entdecken wäre. Die Aufnahmen mit der jungen Bettina Wegner scheinen ein schüchternes, manchmal sogar verhuschtes Mädchen zu zeigen, aber die Stimme bewies schon damals das Gegenteil. Sie singe lauter, als sie sprechen könne, verkündet sie in den 70er Jahren einmal dem Westberliner Publikum. Tatsächlich besitzt ihre Stimme eine Intensität, die sich mühelos durchsetzt und die man nicht leicht vergisst.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)

„Wenn Lutz Pehnert Bettina Wegner immer wieder filmt, wie sie abseits von anderen Menschen in einer Ecke kauert und raucht, dann wirkt das wie ein Symbolbild für die Pionierrolle, die sie als Liedermacherin in einer Szene voller Männer einnahm.“ (Helen Thein-Peitsch, zeitgeschichte-online.de)

Bettina
Di 24.05.

Und die Sehnsucht bleibt…

Petra Tschörtner
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Und die Sehnsucht bleibt…

DDR 1987-88, 61 min, deutsche Originalfassung

Regie: Petra Tschörtner

Hier in einer Atmosphäre großstädtischer Anonymität leben Carola, Sabine und Heike. Jede von ihnen sucht eigenwillig nach Liebe. Der Film vermittelt ungewohnte Einblicke in den Alltag dreier selbstbewusster junger Mütter, die sich nicht scheuen ihre Wünsche, Ängste, Fehler und Sehnsüchte vor der Kamera zu formulieren. CAROLA, Aktmodell und Reinigungskraft, ledig, lebt mit ihrem Sohn Jakob. Die junge Frau hat ihre Kindheit zum Teil in einem Heim verbracht. Ihr Sohn war ein unerwartetes Kind…. SABINE, Sängerin, geschieden, eine Tochter. Die Geburt ihrer Kleinen war nicht geplant. Sabine ist stark beansprucht durch private Verantwortung und berufliche Leidenschaft… HEIKE, Sekretärin, geschieden, zwei Kinder. Nach 5jähriger Ehe bricht Heike aus ihrem Hausfrauendasein aus. Wenig später trifft sie auf Ralf…

Und die Sehnsucht bleibt…
Di 24.05.

Blutsauger

Julian Radlmaier 
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Blutsauger

Deutschland 2021, 125 min, deutsche Originalfassung

Regie: Julian Radlmaier

1928: Der sowjetische Arbeiter Ljowuschka wird als Trotzki-Darsteller für einenFilm von Eisenstein gecastet. Seine Träume vom Künstlerleben platzen, als Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und er aus dem Film herausgeschnitten wird. Jetzt will er sein Glück in Hollywood versuchen. Noch steckt er allerdings an einem mondänen deutschen Badeort fest, wo er bei einem Strandspaziergang die exzentrische Fabrikbesitzerin Octavia Flambow-Jansen und ihren tölpelhaften Diener Jakob kennenlernt. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an – dumm nur, dass in der Gegend Vampire ihr Unwesen treiben…

Blutsauger
Mi 25.05.

Bettina

Lutz Pehnert
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Bettina

Deutschland 2022, 107 min, deutsche Originalfassung

Regie: Lutz Pehnert

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

„(…) Mit völlig unsentimentalem Understatement erzählt Wegner von solchen Brüchen. Das macht es ausgesprochen angenehm, ihr zuzuhören. Pehnerts feine Montage setzt aussagekräftige Archivbilder dazu, die das fremde Land, das die Vergangenheit nun mal ist, in Ansätzen erschließen – und andeuten, wie viel mehr da noch zu entdecken wäre. Die Aufnahmen mit der jungen Bettina Wegner scheinen ein schüchternes, manchmal sogar verhuschtes Mädchen zu zeigen, aber die Stimme bewies schon damals das Gegenteil. Sie singe lauter, als sie sprechen könne, verkündet sie in den 70er Jahren einmal dem Westberliner Publikum. Tatsächlich besitzt ihre Stimme eine Intensität, die sich mühelos durchsetzt und die man nicht leicht vergisst.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)

„Wenn Lutz Pehnert Bettina Wegner immer wieder filmt, wie sie abseits von anderen Menschen in einer Ecke kauert und raucht, dann wirkt das wie ein Symbolbild für die Pionierrolle, die sie als Liedermacherin in einer Szene voller Männer einnahm.“ (Helen Thein-Peitsch, zeitgeschichte-online.de)

Mi 25.05.

Und die Sehnsucht bleibt…

Petra Tschörtner
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Und die Sehnsucht bleibt…

DDR 1987-88, 61 min, deutsche Originalfassung

Regie: Petra Tschörtner

Hier in einer Atmosphäre großstädtischer Anonymität leben Carola, Sabine und Heike. Jede von ihnen sucht eigenwillig nach Liebe. Der Film vermittelt ungewohnte Einblicke in den Alltag dreier selbstbewusster junger Mütter, die sich nicht scheuen ihre Wünsche, Ängste, Fehler und Sehnsüchte vor der Kamera zu formulieren. CAROLA, Aktmodell und Reinigungskraft, ledig, lebt mit ihrem Sohn Jakob. Die junge Frau hat ihre Kindheit zum Teil in einem Heim verbracht. Ihr Sohn war ein unerwartetes Kind…. SABINE, Sängerin, geschieden, eine Tochter. Die Geburt ihrer Kleinen war nicht geplant. Sabine ist stark beansprucht durch private Verantwortung und berufliche Leidenschaft… HEIKE, Sekretärin, geschieden, zwei Kinder. Nach 5jähriger Ehe bricht Heike aus ihrem Hausfrauendasein aus. Wenig später trifft sie auf Ralf…

Und die Sehnsucht bleibt…
Mi 25.05.

Blutsauger

Julian Radlmaier 
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Blutsauger

Deutschland 2021, 125 min, deutsche Originalfassung

Regie: Julian Radlmaier

1928: Der sowjetische Arbeiter Ljowuschka wird als Trotzki-Darsteller für einenFilm von Eisenstein gecastet. Seine Träume vom Künstlerleben platzen, als Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und er aus dem Film herausgeschnitten wird. Jetzt will er sein Glück in Hollywood versuchen. Noch steckt er allerdings an einem mondänen deutschen Badeort fest, wo er bei einem Strandspaziergang die exzentrische Fabrikbesitzerin Octavia Flambow-Jansen und ihren tölpelhaften Diener Jakob kennenlernt. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an – dumm nur, dass in der Gegend Vampire ihr Unwesen treiben…

Blutsauger
Do 26.05.

Garagenvolk (Гаражане), OmdU

Natalija Yefimkina
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Garagenvolk (Гаражане)

D 2020, 95 min, russische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Natalija Yefimkina

Im post-sowjetischen Russland gibt es ein Phänomen abseits von Eisfischen, Matrojschkas und Wodka: Die Garagensiedlung. Von außen unwirtliche Blechhütten bieten sie einer Vielzahl von Russen – vorwiegend Männern ein Refugium. Nach eigenem Gusto und abseits aller Regeln, mit Erfindungskraft und Zähigkeit entstehen auf wenigen Quadratmeter alternative Lebensräume. Schrottsammler Ilja nutzt die Garage als Produktionsstätte, Roman für seine Wachtelzucht, Pavel schnitzt kunstfertig Heiligenfiguren und Viktor hat die seine in jahrzehntelanger Arbeit um vier unterirdische Stockwerke ergänzt. Hier gibt es alles, und alles scheint möglich. Die Garagen sind Ausdruck eines Rückzugs ins Private, eine Flucht vor dem Alltag. Hinter dem Polarkreis, in einer rauen Gegend, in der ein Bergbaukonzern der einzige Arbeitgeber ist, bleibt die Garage die letzte Möglichkeit zur Selbstverwirklichung – und kommt so viel fältig daher, wie die Träume ihrer Besitzer.

„Viele der Persönlichkeiten hier werden im Gedächtnis bleiben: der wackere Viktor, der nicht mehr lange zu leben hat, die Mitglieder der Rockband, die sich trennt, weil eigentlich alle hier wegwollen, oder der Wachtelzüchter Roman, der von einer Partnerin träumt. Manchmal wirkt die ganze Szenerie wie eine Theaterkulisse mit inszenierten Tableaus. Dann sehen die Garagen von Weitem aus wie merkwürdig dekorierte Puppenstuben. Jede stellt eine eigene kleine Welt dar, eine wahr gewordene Zukunftsvision. Zusammen bilden sie lauter kleine, isolierte Waben eines großen Ganzen, jede steht für einen einzelnen Menschen. Zusammen, aber nicht gemeinsam, haben sie all das gestaltet, und zwar aus einem unstillbaren Drang zur Betätigung, um etwas zu schaffen, was zu ihnen gehört. Aus all ihren Geschichten, Gesprächen und Erlebnissen ergibt sich ein kaleidoskopartiges, sehr interessantes Bild von Russland und den Menschen, die jenseits des Polarkreises leben und nicht viel mehr als ihre Träume haben.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

„Die Garagen erscheinen als Zufluchtsorte. Sie sind die Orte derjenigen, die, allen Widrigkeiten zum Trotz, bleiben wollen: die Garage als Heimat. Was für eine schnoddrig-schöne Metapher.” (Jens Balkenborg, epd-film.de)

Garagenvolk (Гаражане), OmdU
Do 26.05.

Frauen in Berlin

Lars Barthel
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Frauen in Berlin

DDR 1982, 139 min, deutsche Originalfassung

Regie: Chetna Vora

In langen, kaum geschnittenen Einstellungen sprechen Frauen über ihr Leben. Alle Gespräche sind in Innenräumen gedreht und zeugen von Vertrauen und großer Offenheit. Es geht um die Arbeit, die Beziehung, was vom Tage bleibt, um das Familiäre, das selbstverständlich politisch ist. Zum roten Faden der Gespräche wird das Verhältnis von Wunsch und Wirklichkeit und womöglich die Ahnung, dass eine dauerhaft glückliche Beziehung mit einem Mann ebenso unwahrscheinlich ist, wie eine glückliche Zukunft des Arbeiter- und Bauernstaats.

Chetna Vora kam 1976 zum Regiestudium an die HFF in Babelsberg. Frauen in Berlin wäre ihr erster Langfilm geworden, die Produktion wurde jedoch vor Fertigstellung von der HFF abgebrochen und das Negativmaterial größtenteils vernichtet. Geblieben ist eine zuvor heimlich auf Video abgefilmte Rohfassung, die gerade in dieser Form zu einem unschätzbar aufrichtigen Dokument geworden ist. (Tobias Hering, Begleittext zur Filmreihe In deutscher Gesellschaft. Passagen-Werke ausländischer Filmemacher*innen 1962–1992, 2018)

Do 26.05.

Bettina

Lutz Pehnert
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Bettina

Deutschland 2022, 107 min, deutsche Originalfassung

Regie: Lutz Pehnert

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

„(…) Mit völlig unsentimentalem Understatement erzählt Wegner von solchen Brüchen. Das macht es ausgesprochen angenehm, ihr zuzuhören. Pehnerts feine Montage setzt aussagekräftige Archivbilder dazu, die das fremde Land, das die Vergangenheit nun mal ist, in Ansätzen erschließen – und andeuten, wie viel mehr da noch zu entdecken wäre. Die Aufnahmen mit der jungen Bettina Wegner scheinen ein schüchternes, manchmal sogar verhuschtes Mädchen zu zeigen, aber die Stimme bewies schon damals das Gegenteil. Sie singe lauter, als sie sprechen könne, verkündet sie in den 70er Jahren einmal dem Westberliner Publikum. Tatsächlich besitzt ihre Stimme eine Intensität, die sich mühelos durchsetzt und die man nicht leicht vergisst.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)

„Wenn Lutz Pehnert Bettina Wegner immer wieder filmt, wie sie abseits von anderen Menschen in einer Ecke kauert und raucht, dann wirkt das wie ein Symbolbild für die Pionierrolle, die sie als Liedermacherin in einer Szene voller Männer einnahm.“ (Helen Thein-Peitsch, zeitgeschichte-online.de)

Bettina
Fr 27.05.

Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6 / Compartment No. 6), OmdU

Juho Kuosmanen
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Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6)

Finnland / Russland / Estland / Deutschland 2021, 107 min, Russisch | Finnisch mit dt. UT

Regie: Juho Kuosmanen                                             Großer Preis der Jury, Cannes 21

Nur wenige Menschen zieht es im Winter ins eisige Murmansk am nördlichen Polarkreis. Die schüchterne finnische Archäologiestudentin Laura aber ist fest entschlossen, die berühmten Felsenmalereien der Stadt zu besichtigen – eine unglückliche Romanze, die sie in Moskau hinter sich lässt, motiviert ihren Entschluss umso mehr. Die Aussicht auf eine beschauliche Eisenbahnreise zerschlägt sich schnell als Laura ihren Mitreisenden im Abteil Nr. 6 kennenlernt: Ljoha ist Bergarbeiter, trinkfest und laut, ein Typ, der keine Grenzen zu kennen scheint und Lauras schlichtweg ignoriert. Doch während der nächsten Tage ihrer gemeinsamen Reise müssen die ungleichen Passagiere auf engstem Raum miteinander auskommen lernen. Der Beginn einer unerwarteten Annäherung.

„Unvorstellbar, diesem Kerl auch nur ein paar Minuten lang gegenüber zu sitzen! Auf dem Weg zu den Petroglyphen in Murmansk aber muss die finnische Studentin Laura sogar mehrere Tage mit Ljoha das Zugabteil teilen – diesem wodkatrunkenen, übergriffigen Russen und Inbegriff toxischer Männlichkeit. Und doch gelingt dann ganz glaubhaft das Kunststück: eine Annäherung! Mit Gespür für Kleinigkeiten und schönen Abschweifungsmomenten macht Kuosmanen aus dieser kontrastreichen Begegnung ein melancholisch-komisches Roadmovie auf Schienen durch das vom Verfall gezeichnete, winterliche Nachwende-Russland. (Sascha Rettig, Viennale 21)

„Als Vorlage diente der auch in Deutschland erschienene Bestseller von Rosa Liksom, den Kuosmanen jedoch auf bezeichnende Weise veränderte. Führte die Reise im Roman noch nach Mongolien, führt sie im Film von Sankt Petersburg nach Norden und damit in eine Region, um die es zwischen Russland und Finnland immer wieder Konflikte gab. Um das fragile Verhältnis der Nationen und damit auch das Verhältnis Lauras zu Ljohas zu verstehen hilft es, zu wissen, dass Finnland gut einhundert Jahre eine russische Republik war, die zwar mit weitreichender Autonomie ausgestattet, aber eben nicht unabhängig war. Erst mit Gründung der Sowjetunion wurde auch Finnland zum ersten Mal in seiner Geschichte vollständig unabhängig, entging dann in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs nur knapp dem Schicksal etwa der baltischen Staaten, die von der Sowjetunion besetzt wurden. Laura und Ljoha verkörpern in ABTEIL NR. 6 nun also Vertreter zweier Nachbarstaaten, die Jahrzehntelang in einem engen, aber auch sehr vorsichtigen und fragilen Verhältnis gelebt haben. Die kulturellen Unterschiede des Duos, ihre Vorurteile, aber auch die Ähnlichkeiten werden auf der langen Zugfahrt auf subtile Weise deutlich.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

Fr 27.05.

Bettina

Lutz Pehnert
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Bettina

Deutschland 2022, 107 min, deutsche Originalfassung

Regie: Lutz Pehnert

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

„(…) Mit völlig unsentimentalem Understatement erzählt Wegner von solchen Brüchen. Das macht es ausgesprochen angenehm, ihr zuzuhören. Pehnerts feine Montage setzt aussagekräftige Archivbilder dazu, die das fremde Land, das die Vergangenheit nun mal ist, in Ansätzen erschließen – und andeuten, wie viel mehr da noch zu entdecken wäre. Die Aufnahmen mit der jungen Bettina Wegner scheinen ein schüchternes, manchmal sogar verhuschtes Mädchen zu zeigen, aber die Stimme bewies schon damals das Gegenteil. Sie singe lauter, als sie sprechen könne, verkündet sie in den 70er Jahren einmal dem Westberliner Publikum. Tatsächlich besitzt ihre Stimme eine Intensität, die sich mühelos durchsetzt und die man nicht leicht vergisst.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)

„Wenn Lutz Pehnert Bettina Wegner immer wieder filmt, wie sie abseits von anderen Menschen in einer Ecke kauert und raucht, dann wirkt das wie ein Symbolbild für die Pionierrolle, die sie als Liedermacherin in einer Szene voller Männer einnahm.“ (Helen Thein-Peitsch, zeitgeschichte-online.de)

Bettina
Fr 27.05.

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt

Andreas Wilcke
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Volksvertreter (The Voice of the People)

Deutschland 2022, 94 min, deutsche Originalfassung mit engl. UT

Regie: Andreas Wilcke

Über den Zeitraum von 3 Jahren begleitet der Film vier Bundestagspolitiker der AFD im Bundestag und in ihren Wahlkreisen. Dabei gewähren diese dem Filmemacher einen ungewöhnlichen nahen Einblick in ihre Arbeitsprozesse. Wir sehen sie beim Strategien schmieden, Texte verfassen, beim Kontakt mit den Bürgern am Stammtisch oder über die sozialen Medien, für die sie permanent Content erstellen.

„Hannah Arendt sprach einst von der „Banaliät des Bösen“ und meinte damit, dass das Unheil nicht unbedingt in Form eines Monsters daherkommen muss, sondern in ganz durchschnittlicher Erscheinung. Dieser Film zeigt uns unkommentiert die Arbeit von einigen AFD-Abgeordneten über einen Zeitraum von drei Jahren. Es sind nicht die berühmten Namen, sondern

Wir erleben die „Volksvertreter“ im Bundestag, in den Ausschüssen und beim Nahkontakt mit den Wählern und werden uns dabei bewusst, wie die Herren sich eher unfreiwillig mit den Gepflogenheiten der Berliner Republik beschäftigen müssen. Das moralische Spektrum der Abgeordneten geht dabei von fehlgeleitet bis verblendet – es ist jedenfalls ein ungewöhnlicher Einblick in ein vorübergehendes Phänomen unserer Zeit.“ (br.de)

Filmseite: http://volksvertreter.co

Filmkritiken: https://www.filmdienst.de/film/details/618962/volksvertreter

https://amp.abendzeitung-muenchen.de/kultur/kino/doku-volksvertreter-hinter-der-wahrheit-art-812458

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/veranstaltungen-praesentationen/dokfest-muenchen-2022-drei-filmtipps-102.html

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt
Sa 28.05.

Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6 / Compartment No. 6), OmdU

Juho Kuosmanen
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Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6)

Finnland / Russland / Estland / Deutschland 2021, 107 min, Russisch | Finnisch mit dt. UT

Regie: Juho Kuosmanen                                             Großer Preis der Jury, Cannes 21

Nur wenige Menschen zieht es im Winter ins eisige Murmansk am nördlichen Polarkreis. Die schüchterne finnische Archäologiestudentin Laura aber ist fest entschlossen, die berühmten Felsenmalereien der Stadt zu besichtigen – eine unglückliche Romanze, die sie in Moskau hinter sich lässt, motiviert ihren Entschluss umso mehr. Die Aussicht auf eine beschauliche Eisenbahnreise zerschlägt sich schnell als Laura ihren Mitreisenden im Abteil Nr. 6 kennenlernt: Ljoha ist Bergarbeiter, trinkfest und laut, ein Typ, der keine Grenzen zu kennen scheint und Lauras schlichtweg ignoriert. Doch während der nächsten Tage ihrer gemeinsamen Reise müssen die ungleichen Passagiere auf engstem Raum miteinander auskommen lernen. Der Beginn einer unerwarteten Annäherung.

„Unvorstellbar, diesem Kerl auch nur ein paar Minuten lang gegenüber zu sitzen! Auf dem Weg zu den Petroglyphen in Murmansk aber muss die finnische Studentin Laura sogar mehrere Tage mit Ljoha das Zugabteil teilen – diesem wodkatrunkenen, übergriffigen Russen und Inbegriff toxischer Männlichkeit. Und doch gelingt dann ganz glaubhaft das Kunststück: eine Annäherung! Mit Gespür für Kleinigkeiten und schönen Abschweifungsmomenten macht Kuosmanen aus dieser kontrastreichen Begegnung ein melancholisch-komisches Roadmovie auf Schienen durch das vom Verfall gezeichnete, winterliche Nachwende-Russland. (Sascha Rettig, Viennale 21)

„Als Vorlage diente der auch in Deutschland erschienene Bestseller von Rosa Liksom, den Kuosmanen jedoch auf bezeichnende Weise veränderte. Führte die Reise im Roman noch nach Mongolien, führt sie im Film von Sankt Petersburg nach Norden und damit in eine Region, um die es zwischen Russland und Finnland immer wieder Konflikte gab. Um das fragile Verhältnis der Nationen und damit auch das Verhältnis Lauras zu Ljohas zu verstehen hilft es, zu wissen, dass Finnland gut einhundert Jahre eine russische Republik war, die zwar mit weitreichender Autonomie ausgestattet, aber eben nicht unabhängig war. Erst mit Gründung der Sowjetunion wurde auch Finnland zum ersten Mal in seiner Geschichte vollständig unabhängig, entging dann in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs nur knapp dem Schicksal etwa der baltischen Staaten, die von der Sowjetunion besetzt wurden. Laura und Ljoha verkörpern in ABTEIL NR. 6 nun also Vertreter zweier Nachbarstaaten, die Jahrzehntelang in einem engen, aber auch sehr vorsichtigen und fragilen Verhältnis gelebt haben. Die kulturellen Unterschiede des Duos, ihre Vorurteile, aber auch die Ähnlichkeiten werden auf der langen Zugfahrt auf subtile Weise deutlich.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6 / Compartment No. 6), OmdU
Sa 28.05.

Bettina

Lutz Pehnert
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Bettina

Deutschland 2022, 107 min, deutsche Originalfassung

Regie: Lutz Pehnert

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

„(…) Mit völlig unsentimentalem Understatement erzählt Wegner von solchen Brüchen. Das macht es ausgesprochen angenehm, ihr zuzuhören. Pehnerts feine Montage setzt aussagekräftige Archivbilder dazu, die das fremde Land, das die Vergangenheit nun mal ist, in Ansätzen erschließen – und andeuten, wie viel mehr da noch zu entdecken wäre. Die Aufnahmen mit der jungen Bettina Wegner scheinen ein schüchternes, manchmal sogar verhuschtes Mädchen zu zeigen, aber die Stimme bewies schon damals das Gegenteil. Sie singe lauter, als sie sprechen könne, verkündet sie in den 70er Jahren einmal dem Westberliner Publikum. Tatsächlich besitzt ihre Stimme eine Intensität, die sich mühelos durchsetzt und die man nicht leicht vergisst.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)

„Wenn Lutz Pehnert Bettina Wegner immer wieder filmt, wie sie abseits von anderen Menschen in einer Ecke kauert und raucht, dann wirkt das wie ein Symbolbild für die Pionierrolle, die sie als Liedermacherin in einer Szene voller Männer einnahm.“ (Helen Thein-Peitsch, zeitgeschichte-online.de)

Bettina
Sa 28.05.

Volksvertreter (The Voice of The People) – with engl. subt – in Anwesenheit des Regisseurs Andreas Wilcke

Andreas Wilcke
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Volksvertreter (The Voice of the People)

Deutschland 2022, 94 min, deutsche Originalfassung mit engl. UT

Regie: Andreas Wilcke

Über den Zeitraum von 3 Jahren begleitet der Film vier Bundestagspolitiker der AFD im Bundestag und in ihren Wahlkreisen. Dabei gewähren diese dem Filmemacher einen ungewöhnlichen nahen Einblick in ihre Arbeitsprozesse. Wir sehen sie beim Strategien schmieden, Texte verfassen, beim Kontakt mit den Bürgern am Stammtisch oder über die sozialen Medien, für die sie permanent Content erstellen.

„Hannah Arendt sprach einst von der „Banaliät des Bösen“ und meinte damit, dass das Unheil nicht unbedingt in Form eines Monsters daherkommen muss, sondern in ganz durchschnittlicher Erscheinung. Dieser Film zeigt uns unkommentiert die Arbeit von einigen AFD-Abgeordneten über einen Zeitraum von drei Jahren. Es sind nicht die berühmten Namen, sondern

Wir erleben die „Volksvertreter“ im Bundestag, in den Ausschüssen und beim Nahkontakt mit den Wählern und werden uns dabei bewusst, wie die Herren sich eher unfreiwillig mit den Gepflogenheiten der Berliner Republik beschäftigen müssen. Das moralische Spektrum der Abgeordneten geht dabei von fehlgeleitet bis verblendet – es ist jedenfalls ein ungewöhnlicher Einblick in ein vorübergehendes Phänomen unserer Zeit.“ (br.de)

Filmseite: http://volksvertreter.co

Filmkritiken: https://www.filmdienst.de/film/details/618962/volksvertreter

https://amp.abendzeitung-muenchen.de/kultur/kino/doku-volksvertreter-hinter-der-wahrheit-art-812458

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/veranstaltungen-praesentationen/dokfest-muenchen-2022-drei-filmtipps-102.html

Volksvertreter (The Voice of The People) – with engl. subt – in Anwesenheit des Regisseurs Andreas Wilcke
So 29.05.

Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen? რას ვხედავთ, როდესაც ცას ვუყურებთ?, OmdU

Alexandre Koberidze
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Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?

რას ვხედავთ, როდესაც ცას ვუყურებთ?

Deutschland / Georgien 2021, 150 min, georgische Originalfassung mit dt. UT

Regie: Alexandre Koberidze

Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich Lisa und Giorgi in der georgischen Stadt Kutaissi für einen kurzen Moment begegnen. Die Liebe erwischt sie so plötzlich, dass sie sogar vergessen, sich gegenseitig ihre Namen zu verraten. Bevor sie beide wieder ihrer Wege gehen, vereinbaren sie, sich am nächsten Tag zu treffen. Doch die beiden ahnen nicht, dass sie einem Fluch zum Opfer fallen. Gelingt es ihnen, sich wiederzusehen? Und falls es ihnen gelingt, werden sie sich wiedererkennen? Das Leben in der Stadt geht währenddessen weiter, die Straßenhunde streunen herum, die Fußballweltmeisterschaft beginnt und eine Filmcrew, die sich der Aufgabe verschrieben hat, die wahre Liebe zu finden, könnte Lisas und Giorgis Rettung sein …

“Koberidzes Film ist etwas ganz Besonderes, eine sehr seltene Kostbarkeit: Ein Märchen, das dennoch den Blick geschärft hält für die Absurditäten und auch die schlimmen Ereignisse seiner Gegenwart. Ein Liebesfilm, der nicht nur die Liebe eines Paares zueinander beschreibt, sondern auch eine generelle Liebeserklärung ist — an das Leben und an die Menschen, an Kutaisi, jenen magischen Ort, den der Kameramann Faraz Fesharaki in zauberhafte Bilder taucht, die aus einer Mischung aus digitalen und analogen 16mm-Aufnahmen bestehen, an Hunde und Kinder, Fußball und natürlich vor allem an das Kino. Und vielleicht liegt auch darin ein wenig von dieser gewaltigen Magie, die von diesem Film ausgeht: Dass er in einer Zeit, in der das Kino und die große Leinwand bedroht sind wie noch nie, zeigt, was es immer noch sein kann. Pure Magie, rauschhafte Glückseligkeit und ein Versprechen, dass vielleicht doch auf wundersame Weise am Ende alles gut wird. Es ist ein Versprechen, dass man gerade sehr gut gebrauchen kann. Und eines, das man unbedingt auf der großen Leinwand sehen muss, um hineinzufallen und sich auffangen und trösten zu lassen in merkwürdigen Zeiten wie diesen.” (Joachim Kurz, kino-zeit.de)

Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen? რას ვხედავთ, როდესაც ცას ვუყურებთ?, OmdU
So 29.05.

Bettina

Lutz Pehnert
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Bettina

Deutschland 2022, 107 min, deutsche Originalfassung

Regie: Lutz Pehnert

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

„(…) Mit völlig unsentimentalem Understatement erzählt Wegner von solchen Brüchen. Das macht es ausgesprochen angenehm, ihr zuzuhören. Pehnerts feine Montage setzt aussagekräftige Archivbilder dazu, die das fremde Land, das die Vergangenheit nun mal ist, in Ansätzen erschließen – und andeuten, wie viel mehr da noch zu entdecken wäre. Die Aufnahmen mit der jungen Bettina Wegner scheinen ein schüchternes, manchmal sogar verhuschtes Mädchen zu zeigen, aber die Stimme bewies schon damals das Gegenteil. Sie singe lauter, als sie sprechen könne, verkündet sie in den 70er Jahren einmal dem Westberliner Publikum. Tatsächlich besitzt ihre Stimme eine Intensität, die sich mühelos durchsetzt und die man nicht leicht vergisst.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)

„Wenn Lutz Pehnert Bettina Wegner immer wieder filmt, wie sie abseits von anderen Menschen in einer Ecke kauert und raucht, dann wirkt das wie ein Symbolbild für die Pionierrolle, die sie als Liedermacherin in einer Szene voller Männer einnahm.“ (Helen Thein-Peitsch, zeitgeschichte-online.de)

Bettina
So 29.05.

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt

Andreas Wilcke
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Volksvertreter (The Voice of the People)

Deutschland 2022, 94 min, deutsche Originalfassung mit engl. UT

Regie: Andreas Wilcke

Über den Zeitraum von 3 Jahren begleitet der Film vier Bundestagspolitiker der AFD im Bundestag und in ihren Wahlkreisen. Dabei gewähren diese dem Filmemacher einen ungewöhnlichen nahen Einblick in ihre Arbeitsprozesse. Wir sehen sie beim Strategien schmieden, Texte verfassen, beim Kontakt mit den Bürgern am Stammtisch oder über die sozialen Medien, für die sie permanent Content erstellen.

„Hannah Arendt sprach einst von der „Banaliät des Bösen“ und meinte damit, dass das Unheil nicht unbedingt in Form eines Monsters daherkommen muss, sondern in ganz durchschnittlicher Erscheinung. Dieser Film zeigt uns unkommentiert die Arbeit von einigen AFD-Abgeordneten über einen Zeitraum von drei Jahren. Es sind nicht die berühmten Namen, sondern

Wir erleben die „Volksvertreter“ im Bundestag, in den Ausschüssen und beim Nahkontakt mit den Wählern und werden uns dabei bewusst, wie die Herren sich eher unfreiwillig mit den Gepflogenheiten der Berliner Republik beschäftigen müssen. Das moralische Spektrum der Abgeordneten geht dabei von fehlgeleitet bis verblendet – es ist jedenfalls ein ungewöhnlicher Einblick in ein vorübergehendes Phänomen unserer Zeit.“ (br.de)

Filmseite: http://volksvertreter.co

Filmkritiken: https://www.filmdienst.de/film/details/618962/volksvertreter

https://amp.abendzeitung-muenchen.de/kultur/kino/doku-volksvertreter-hinter-der-wahrheit-art-812458

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/veranstaltungen-praesentationen/dokfest-muenchen-2022-drei-filmtipps-102.html

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt
Mo 30.05.

Bettina

Lutz Pehnert
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Bettina

Deutschland 2022, 107 min, deutsche Originalfassung

Regie: Lutz Pehnert

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

„(…) Mit völlig unsentimentalem Understatement erzählt Wegner von solchen Brüchen. Das macht es ausgesprochen angenehm, ihr zuzuhören. Pehnerts feine Montage setzt aussagekräftige Archivbilder dazu, die das fremde Land, das die Vergangenheit nun mal ist, in Ansätzen erschließen – und andeuten, wie viel mehr da noch zu entdecken wäre. Die Aufnahmen mit der jungen Bettina Wegner scheinen ein schüchternes, manchmal sogar verhuschtes Mädchen zu zeigen, aber die Stimme bewies schon damals das Gegenteil. Sie singe lauter, als sie sprechen könne, verkündet sie in den 70er Jahren einmal dem Westberliner Publikum. Tatsächlich besitzt ihre Stimme eine Intensität, die sich mühelos durchsetzt und die man nicht leicht vergisst.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)

„Wenn Lutz Pehnert Bettina Wegner immer wieder filmt, wie sie abseits von anderen Menschen in einer Ecke kauert und raucht, dann wirkt das wie ein Symbolbild für die Pionierrolle, die sie als Liedermacherin in einer Szene voller Männer einnahm.“ (Helen Thein-Peitsch, zeitgeschichte-online.de)

Bettina
Mo 30.05.

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt

Andreas Wilcke
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Volksvertreter (The Voice of the People)

Deutschland 2022, 94 min, deutsche Originalfassung mit engl. UT

Regie: Andreas Wilcke

Über den Zeitraum von 3 Jahren begleitet der Film vier Bundestagspolitiker der AFD im Bundestag und in ihren Wahlkreisen. Dabei gewähren diese dem Filmemacher einen ungewöhnlichen nahen Einblick in ihre Arbeitsprozesse. Wir sehen sie beim Strategien schmieden, Texte verfassen, beim Kontakt mit den Bürgern am Stammtisch oder über die sozialen Medien, für die sie permanent Content erstellen.

„Hannah Arendt sprach einst von der „Banaliät des Bösen“ und meinte damit, dass das Unheil nicht unbedingt in Form eines Monsters daherkommen muss, sondern in ganz durchschnittlicher Erscheinung. Dieser Film zeigt uns unkommentiert die Arbeit von einigen AFD-Abgeordneten über einen Zeitraum von drei Jahren. Es sind nicht die berühmten Namen, sondern

Wir erleben die „Volksvertreter“ im Bundestag, in den Ausschüssen und beim Nahkontakt mit den Wählern und werden uns dabei bewusst, wie die Herren sich eher unfreiwillig mit den Gepflogenheiten der Berliner Republik beschäftigen müssen. Das moralische Spektrum der Abgeordneten geht dabei von fehlgeleitet bis verblendet – es ist jedenfalls ein ungewöhnlicher Einblick in ein vorübergehendes Phänomen unserer Zeit.“ (br.de)

Filmseite: http://volksvertreter.co

Filmkritiken: https://www.filmdienst.de/film/details/618962/volksvertreter

https://amp.abendzeitung-muenchen.de/kultur/kino/doku-volksvertreter-hinter-der-wahrheit-art-812458

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/veranstaltungen-praesentationen/dokfest-muenchen-2022-drei-filmtipps-102.html

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt
Mo 30.05.

Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6 / Compartment No. 6), OmdU

Juho Kuosmanen
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Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6)

Finnland / Russland / Estland / Deutschland 2021, 107 min, Russisch | Finnisch mit dt. UT

Regie: Juho Kuosmanen                                             Großer Preis der Jury, Cannes 21

Nur wenige Menschen zieht es im Winter ins eisige Murmansk am nördlichen Polarkreis. Die schüchterne finnische Archäologiestudentin Laura aber ist fest entschlossen, die berühmten Felsenmalereien der Stadt zu besichtigen – eine unglückliche Romanze, die sie in Moskau hinter sich lässt, motiviert ihren Entschluss umso mehr. Die Aussicht auf eine beschauliche Eisenbahnreise zerschlägt sich schnell als Laura ihren Mitreisenden im Abteil Nr. 6 kennenlernt: Ljoha ist Bergarbeiter, trinkfest und laut, ein Typ, der keine Grenzen zu kennen scheint und Lauras schlichtweg ignoriert. Doch während der nächsten Tage ihrer gemeinsamen Reise müssen die ungleichen Passagiere auf engstem Raum miteinander auskommen lernen. Der Beginn einer unerwarteten Annäherung.

„Unvorstellbar, diesem Kerl auch nur ein paar Minuten lang gegenüber zu sitzen! Auf dem Weg zu den Petroglyphen in Murmansk aber muss die finnische Studentin Laura sogar mehrere Tage mit Ljoha das Zugabteil teilen – diesem wodkatrunkenen, übergriffigen Russen und Inbegriff toxischer Männlichkeit. Und doch gelingt dann ganz glaubhaft das Kunststück: eine Annäherung! Mit Gespür für Kleinigkeiten und schönen Abschweifungsmomenten macht Kuosmanen aus dieser kontrastreichen Begegnung ein melancholisch-komisches Roadmovie auf Schienen durch das vom Verfall gezeichnete, winterliche Nachwende-Russland. (Sascha Rettig, Viennale 21)

„Als Vorlage diente der auch in Deutschland erschienene Bestseller von Rosa Liksom, den Kuosmanen jedoch auf bezeichnende Weise veränderte. Führte die Reise im Roman noch nach Mongolien, führt sie im Film von Sankt Petersburg nach Norden und damit in eine Region, um die es zwischen Russland und Finnland immer wieder Konflikte gab. Um das fragile Verhältnis der Nationen und damit auch das Verhältnis Lauras zu Ljohas zu verstehen hilft es, zu wissen, dass Finnland gut einhundert Jahre eine russische Republik war, die zwar mit weitreichender Autonomie ausgestattet, aber eben nicht unabhängig war. Erst mit Gründung der Sowjetunion wurde auch Finnland zum ersten Mal in seiner Geschichte vollständig unabhängig, entging dann in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs nur knapp dem Schicksal etwa der baltischen Staaten, die von der Sowjetunion besetzt wurden. Laura und Ljoha verkörpern in ABTEIL NR. 6 nun also Vertreter zweier Nachbarstaaten, die Jahrzehntelang in einem engen, aber auch sehr vorsichtigen und fragilen Verhältnis gelebt haben. Die kulturellen Unterschiede des Duos, ihre Vorurteile, aber auch die Ähnlichkeiten werden auf der langen Zugfahrt auf subtile Weise deutlich.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6 / Compartment No. 6), OmdU
Di 31.05.

Bettina

Lutz Pehnert
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Bettina

Deutschland 2022, 107 min, deutsche Originalfassung

Regie: Lutz Pehnert

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

„(…) Mit völlig unsentimentalem Understatement erzählt Wegner von solchen Brüchen. Das macht es ausgesprochen angenehm, ihr zuzuhören. Pehnerts feine Montage setzt aussagekräftige Archivbilder dazu, die das fremde Land, das die Vergangenheit nun mal ist, in Ansätzen erschließen – und andeuten, wie viel mehr da noch zu entdecken wäre. Die Aufnahmen mit der jungen Bettina Wegner scheinen ein schüchternes, manchmal sogar verhuschtes Mädchen zu zeigen, aber die Stimme bewies schon damals das Gegenteil. Sie singe lauter, als sie sprechen könne, verkündet sie in den 70er Jahren einmal dem Westberliner Publikum. Tatsächlich besitzt ihre Stimme eine Intensität, die sich mühelos durchsetzt und die man nicht leicht vergisst.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)

„Wenn Lutz Pehnert Bettina Wegner immer wieder filmt, wie sie abseits von anderen Menschen in einer Ecke kauert und raucht, dann wirkt das wie ein Symbolbild für die Pionierrolle, die sie als Liedermacherin in einer Szene voller Männer einnahm.“ (Helen Thein-Peitsch, zeitgeschichte-online.de)

Bettina
Di 31.05.

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt

Andreas Wilcke
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Volksvertreter (The Voice of the People)

Deutschland 2022, 94 min, deutsche Originalfassung mit engl. UT

Regie: Andreas Wilcke

Über den Zeitraum von 3 Jahren begleitet der Film vier Bundestagspolitiker der AFD im Bundestag und in ihren Wahlkreisen. Dabei gewähren diese dem Filmemacher einen ungewöhnlichen nahen Einblick in ihre Arbeitsprozesse. Wir sehen sie beim Strategien schmieden, Texte verfassen, beim Kontakt mit den Bürgern am Stammtisch oder über die sozialen Medien, für die sie permanent Content erstellen.

„Hannah Arendt sprach einst von der „Banaliät des Bösen“ und meinte damit, dass das Unheil nicht unbedingt in Form eines Monsters daherkommen muss, sondern in ganz durchschnittlicher Erscheinung. Dieser Film zeigt uns unkommentiert die Arbeit von einigen AFD-Abgeordneten über einen Zeitraum von drei Jahren. Es sind nicht die berühmten Namen, sondern

Wir erleben die „Volksvertreter“ im Bundestag, in den Ausschüssen und beim Nahkontakt mit den Wählern und werden uns dabei bewusst, wie die Herren sich eher unfreiwillig mit den Gepflogenheiten der Berliner Republik beschäftigen müssen. Das moralische Spektrum der Abgeordneten geht dabei von fehlgeleitet bis verblendet – es ist jedenfalls ein ungewöhnlicher Einblick in ein vorübergehendes Phänomen unserer Zeit.“ (br.de)

Filmseite: http://volksvertreter.co

Filmkritiken: https://www.filmdienst.de/film/details/618962/volksvertreter

https://amp.abendzeitung-muenchen.de/kultur/kino/doku-volksvertreter-hinter-der-wahrheit-art-812458

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/veranstaltungen-praesentationen/dokfest-muenchen-2022-drei-filmtipps-102.html

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt
Di 31.05.

Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6 / Compartment No. 6), OmdU

Juho Kuosmanen
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Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6)

Finnland / Russland / Estland / Deutschland 2021, 107 min, Russisch | Finnisch mit dt. UT

Regie: Juho Kuosmanen                                             Großer Preis der Jury, Cannes 21

Nur wenige Menschen zieht es im Winter ins eisige Murmansk am nördlichen Polarkreis. Die schüchterne finnische Archäologiestudentin Laura aber ist fest entschlossen, die berühmten Felsenmalereien der Stadt zu besichtigen – eine unglückliche Romanze, die sie in Moskau hinter sich lässt, motiviert ihren Entschluss umso mehr. Die Aussicht auf eine beschauliche Eisenbahnreise zerschlägt sich schnell als Laura ihren Mitreisenden im Abteil Nr. 6 kennenlernt: Ljoha ist Bergarbeiter, trinkfest und laut, ein Typ, der keine Grenzen zu kennen scheint und Lauras schlichtweg ignoriert. Doch während der nächsten Tage ihrer gemeinsamen Reise müssen die ungleichen Passagiere auf engstem Raum miteinander auskommen lernen. Der Beginn einer unerwarteten Annäherung.

„Unvorstellbar, diesem Kerl auch nur ein paar Minuten lang gegenüber zu sitzen! Auf dem Weg zu den Petroglyphen in Murmansk aber muss die finnische Studentin Laura sogar mehrere Tage mit Ljoha das Zugabteil teilen – diesem wodkatrunkenen, übergriffigen Russen und Inbegriff toxischer Männlichkeit. Und doch gelingt dann ganz glaubhaft das Kunststück: eine Annäherung! Mit Gespür für Kleinigkeiten und schönen Abschweifungsmomenten macht Kuosmanen aus dieser kontrastreichen Begegnung ein melancholisch-komisches Roadmovie auf Schienen durch das vom Verfall gezeichnete, winterliche Nachwende-Russland. (Sascha Rettig, Viennale 21)

„Als Vorlage diente der auch in Deutschland erschienene Bestseller von Rosa Liksom, den Kuosmanen jedoch auf bezeichnende Weise veränderte. Führte die Reise im Roman noch nach Mongolien, führt sie im Film von Sankt Petersburg nach Norden und damit in eine Region, um die es zwischen Russland und Finnland immer wieder Konflikte gab. Um das fragile Verhältnis der Nationen und damit auch das Verhältnis Lauras zu Ljohas zu verstehen hilft es, zu wissen, dass Finnland gut einhundert Jahre eine russische Republik war, die zwar mit weitreichender Autonomie ausgestattet, aber eben nicht unabhängig war. Erst mit Gründung der Sowjetunion wurde auch Finnland zum ersten Mal in seiner Geschichte vollständig unabhängig, entging dann in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs nur knapp dem Schicksal etwa der baltischen Staaten, die von der Sowjetunion besetzt wurden. Laura und Ljoha verkörpern in ABTEIL NR. 6 nun also Vertreter zweier Nachbarstaaten, die Jahrzehntelang in einem engen, aber auch sehr vorsichtigen und fragilen Verhältnis gelebt haben. Die kulturellen Unterschiede des Duos, ihre Vorurteile, aber auch die Ähnlichkeiten werden auf der langen Zugfahrt auf subtile Weise deutlich.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

Mi 01.06.

Bettina

Lutz Pehnert
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Bettina

Deutschland 2022, 107 min, deutsche Originalfassung

Regie: Lutz Pehnert

Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film. Bettina Wegners Leben ist zugleich die Geschichte eines Jahrhunderts; es steckt in ihren Knochen, ihrer Seele, ihren Gedanken – und in ihren Liedern.

„(…) Mit völlig unsentimentalem Understatement erzählt Wegner von solchen Brüchen. Das macht es ausgesprochen angenehm, ihr zuzuhören. Pehnerts feine Montage setzt aussagekräftige Archivbilder dazu, die das fremde Land, das die Vergangenheit nun mal ist, in Ansätzen erschließen – und andeuten, wie viel mehr da noch zu entdecken wäre. Die Aufnahmen mit der jungen Bettina Wegner scheinen ein schüchternes, manchmal sogar verhuschtes Mädchen zu zeigen, aber die Stimme bewies schon damals das Gegenteil. Sie singe lauter, als sie sprechen könne, verkündet sie in den 70er Jahren einmal dem Westberliner Publikum. Tatsächlich besitzt ihre Stimme eine Intensität, die sich mühelos durchsetzt und die man nicht leicht vergisst.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)

„Wenn Lutz Pehnert Bettina Wegner immer wieder filmt, wie sie abseits von anderen Menschen in einer Ecke kauert und raucht, dann wirkt das wie ein Symbolbild für die Pionierrolle, die sie als Liedermacherin in einer Szene voller Männer einnahm.“ (Helen Thein-Peitsch, zeitgeschichte-online.de)

Bettina
Mi 01.06.

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt

Andreas Wilcke
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Volksvertreter (The Voice of the People)

Deutschland 2022, 94 min, deutsche Originalfassung mit engl. UT

Regie: Andreas Wilcke

Über den Zeitraum von 3 Jahren begleitet der Film vier Bundestagspolitiker der AFD im Bundestag und in ihren Wahlkreisen. Dabei gewähren diese dem Filmemacher einen ungewöhnlichen nahen Einblick in ihre Arbeitsprozesse. Wir sehen sie beim Strategien schmieden, Texte verfassen, beim Kontakt mit den Bürgern am Stammtisch oder über die sozialen Medien, für die sie permanent Content erstellen.

„Hannah Arendt sprach einst von der „Banaliät des Bösen“ und meinte damit, dass das Unheil nicht unbedingt in Form eines Monsters daherkommen muss, sondern in ganz durchschnittlicher Erscheinung. Dieser Film zeigt uns unkommentiert die Arbeit von einigen AFD-Abgeordneten über einen Zeitraum von drei Jahren. Es sind nicht die berühmten Namen, sondern

Wir erleben die „Volksvertreter“ im Bundestag, in den Ausschüssen und beim Nahkontakt mit den Wählern und werden uns dabei bewusst, wie die Herren sich eher unfreiwillig mit den Gepflogenheiten der Berliner Republik beschäftigen müssen. Das moralische Spektrum der Abgeordneten geht dabei von fehlgeleitet bis verblendet – es ist jedenfalls ein ungewöhnlicher Einblick in ein vorübergehendes Phänomen unserer Zeit.“ (br.de)

Filmseite: http://volksvertreter.co

Filmkritiken: https://www.filmdienst.de/film/details/618962/volksvertreter

https://amp.abendzeitung-muenchen.de/kultur/kino/doku-volksvertreter-hinter-der-wahrheit-art-812458

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/veranstaltungen-praesentationen/dokfest-muenchen-2022-drei-filmtipps-102.html

 

 

Volksvertreter (The Voice of the People) – with engl. subt
Mi 01.06.

Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6 / Compartment No. 6), OmdU

Juho Kuosmanen
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Abteil Nr. 6 (Hytti nro 6 / Купе № 6)

Finnland / Russland / Estland / Deutschland 2021, 107 min, Russisch | Finnisch mit dt. UT

Regie: Juho Kuosmanen                                             Großer Preis der Jury, Cannes 21

Nur wenige Menschen zieht es im Winter ins eisige Murmansk am nördlichen Polarkreis. Die schüchterne finnische Archäologiestudentin Laura aber ist fest entschlossen, die berühmten Felsenmalereien der Stadt zu besichtigen – eine unglückliche Romanze, die sie in Moskau hinter sich lässt, motiviert ihren Entschluss umso mehr. Die Aussicht auf eine beschauliche Eisenbahnreise zerschlägt sich schnell als Laura ihren Mitreisenden im Abteil Nr. 6 kennenlernt: Ljoha ist Bergarbeiter, trinkfest und laut, ein Typ, der keine Grenzen zu kennen scheint und Lauras schlichtweg ignoriert. Doch während der nächsten Tage ihrer gemeinsamen Reise müssen die ungleichen Passagiere auf engstem Raum miteinander auskommen lernen. Der Beginn einer unerwarteten Annäherung.

„Unvorstellbar, diesem Kerl auch nur ein paar Minuten lang gegenüber zu sitzen! Auf dem Weg zu den Petroglyphen in Murmansk aber muss die finnische Studentin Laura sogar mehrere Tage mit Ljoha das Zugabteil teilen – diesem wodkatrunkenen, übergriffigen Russen und Inbegriff toxischer Männlichkeit. Und doch gelingt dann ganz glaubhaft das Kunststück: eine Annäherung! Mit Gespür für Kleinigkeiten und schönen Abschweifungsmomenten macht Kuosmanen aus dieser kontrastreichen Begegnung ein melancholisch-komisches Roadmovie auf Schienen durch das vom Verfall gezeichnete, winterliche Nachwende-Russland. (Sascha Rettig, Viennale 21)

„Als Vorlage diente der auch in Deutschland erschienene Bestseller von Rosa Liksom, den Kuosmanen jedoch auf bezeichnende Weise veränderte. Führte die Reise im Roman noch nach Mongolien, führt sie im Film von Sankt Petersburg nach Norden und damit in eine Region, um die es zwischen Russland und Finnland immer wieder Konflikte gab. Um das fragile Verhältnis der Nationen und damit auch das Verhältnis Lauras zu Ljohas zu verstehen hilft es, zu wissen, dass Finnland gut einhundert Jahre eine russische Republik war, die zwar mit weitreichender Autonomie ausgestattet, aber eben nicht unabhängig war. Erst mit Gründung der Sowjetunion wurde auch Finnland zum ersten Mal in seiner Geschichte vollständig unabhängig, entging dann in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs nur knapp dem Schicksal etwa der baltischen Staaten, die von der Sowjetunion besetzt wurden. Laura und Ljoha verkörpern in ABTEIL NR. 6 nun also Vertreter zweier Nachbarstaaten, die Jahrzehntelang in einem engen, aber auch sehr vorsichtigen und fragilen Verhältnis gelebt haben. Die kulturellen Unterschiede des Duos, ihre Vorurteile, aber auch die Ähnlichkeiten werden auf der langen Zugfahrt auf subtile Weise deutlich.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

Mi 08.06.

Spatzenkino – Ahoi / nur mit Voranmeldung unter 449 47 50

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https://www.spatzenkino.de/php/programm/bl/?m=6&y=2022

Spatzenkinoprogramm-Berlin_April_Mai_Juni_2022

Ahoi!

Lolek und Bolek: Die Seefahrt

Die Brüder Lolek und Bolek landen als blinde Passagiere auf einem Dampfer. Getarnt als Matrosen helfen sie in der Kombüse, bis der Kapitän sie entdeckt.
Polen 1982, Regie: D. Dulz, Zeichentrick

Der kleine Eisbär: Zurück in den Dschungel

Um einen Schmetterling zu retten, reisen der kleine Eisbär Lars und sein Vater Mika vom Nordpol in die Tropen …
D 2003, Regie: Piet de Rycker und Thilo Graf Rothkirch, Zeichentrick

Krake

Zitronen- oder Schokokuchen? Das ist die Frage, die eine Krake beim Backen mit ihren vielen Armen klären muss. Denn die Geschmäcker sind verschieden.
D, Regie: Julia Ocker, Zeichentrick
Di 21.06.

ZOiS: Spółdzielnia/Cooperative, OmeU mit Gästen und Filmgespräch EINTRITT FREI

Piotr Goldstein
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Spółdzielnia/ Cooperative

Unsichtbarer Aktivismus der Migrant*innen in Manchester

Filmvorführung und Diskussion mit dem Filmemacher Piotr Goldstein

Moderation: Christos Varvantakis (ZOiS Berlin)

in Kooperation mit dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS)      

 

UK/ D 2021, 26 min, OmeU

Regie: Piotr Goldstein

Spółdzielnia / Cooperative zeigt den Arbeitsalltag einer sozial engagierten Café in Manchester, die hauptsächlich von polnischen Migrant*innen betrieben wird. Der Film beschäftigt sich mit dem Aktivismus von Migrant*innen und ethnischen Minderheiten außerhalb ihrer Gemeinschaftsorganisationen.

Spółdzielnia / Cooperative ist eine visuelle Ethnografie, die den Arbeitsalltag einer sozial engagierten Genossenschaft in Manchester zeigt, die hauptsächlich von polnischen Migranten betrieben wird. Der Film ist nach Active (Citizen) der zweite ethnografische Dokumentarfilm des Projekts Visualising the Invisible. Er nähert sich drei zentralen wissenschaftlichen Fragen. Erstens erforscht er das Feld des Alltagsaktivismus – die Art von Aktivismus, die nicht in NGOs oder Protestbewegungen stattfindet, sondern in alltäglichem Engagement, auch in Sozialunternehmen, wo das Gleichgewicht zwischen Aktivismus und Geldverdienen ständig verhandelt wird. Zweitens wird der Aktivismus von Migrant*innen für Zwecke betrachtet, die völlig losgelöst sind von ihren Interessenvertretungen. Schließlich wird eine polnische Gemeinschaft porträtiert, die parallel zur formellen „polnischen Community“ existiert, die durch die polnische Kirche oder die Samstagsschule verkörpert wird, und die sich in vielerlei Hinsicht von dieser Gemeinschaft unterscheidet. Der Film, der über fünf Jahre hinweg durch teilnehmende Beobachtung entstanden ist, ist auch eine Geschichte der Ortsbestimmung, der Zugehörigkeit und der Bejahung der sozialen Zugehörigkeit in einem neuen Land.

Piotr Goldstein ist Sozialwissenschaftler, der in seiner Arbeit die Disziplinen Sozialanthropologie, Soziologie und Politikwissenschaft verbindet. Am ZOiS arbeitet er am MOBILISE-Projekt, das untersucht, unter welchen Umständen Menschen sich in Krisenzeiten dafür entscheiden, zu protestieren oder zu migrieren.

ZOiS: Spółdzielnia/Cooperative, OmeU mit Gästen und Filmgespräch EINTRITT FREI
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