So 16.06.

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)

Wladimir Toroptschik & Fedor Dmitriew & Darina Schmidt
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Urfin, der Zauberer von Oz    (Урфин Джюс и его деревянные солдаты)

RUS 2017, 90 min, Deutsche Sprachfassung

Regie: Wladimir Toroptschik, Fedor Dmitriew, Darina Schmidt

nach der international bekannten Vorlage des russischen Kinderbuchautors Aleksandr Wolkows

Dem gerissenen und bösen Urfin gelingt es, Herrscher über die wunderbare Welt von Oz zu werden. Mit Hilfe seiner Holzsoldaten unterwirft er die Smaragdstadt und benennt sie in “Urfingen” um. Die Bewohner sind entsetzt! Kann ihnen das normale Mädchen Dorothy, das mit den silbernen Zauberschuhen nach Oz gekommen ist, helfen? Um Urfin zu bezwingen, müssen Dorothy und ihre Freunde, die Vogelscheuche, der Zinnmann und der mutige Löwe so manches Abenteuer bestehen und herausfinden, wer Urfin wirklich ist …

 

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)
So 16.06.

Kurische Nehrung, OmdU (Volker Koepp – Werkschau zum 75.)

Volker Koepp
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Nördliches Ostpreußen – Programm 3:

Kurische Nehrung

D 2001, 91 min, russ.| deutsch mit deutschen UT

Regie: Volker Koepp

Wolkentreiben über die Dünen hinaus aufs Meer. Ihre Schatten wandern über den Sand. Der Wind faucht ins Mikrophon. Die Menschen suchen nach ihrem kleinen Glück. Die Orte des Films liegen beiderseits der Grenze, zwischen den Dünen. Nidden, das litauische Nida und Rossitten, russisch: Рыбачий. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Kurische Nehrung und das Fischerdorf Nidden von Reisenden, Malern und Schriftstellern entdeckt. Wilhelm von Humboldt, dem ohne die Kurische Nehrung ein wunderbares Bild in der Seele fehlen würde. Lovis Corinth und Max Pechstein. Thomas Mann, der sich in Nidden ein Sommerhaus baut. Nach dem Krieg muss Litauen Sowjetrepublik werden. Doch anders als im russischen Teil der Nehrung bleiben hier einige Deutsche in ihren Heimatorten. Menschen wie die Rentnerin Renate, die 1961 einen russischen Matrosen geheiratet hat und in eigensinnig schönem Deutsch aus ihrem Leben erzählt. In Rossitten werden wie überall im nördlichen Ostpreußen nach 1945 die übriggebliebenen Deutschen abtransportiert und verschiedene Nationalitäten aus der Sowjetunion angesiedelt, wie der russische Filmvorführer, dem gerade seine Arbeit abhandengekommen ist oder der Fischer mit seiner Frau, die verliebt im Gartenlokal sitzen und sich ein zweites Kind wünschen. Allen gemein ist der trotzige Optimismus mit dem sie dem Leben entgegentreten. Keine Maske, sondern der Ausdruck einer Ganzheit von Mensch und Landschaft.

Kurische Nehrung, OmdU (Volker Koepp – Werkschau zum 75.)
So 16.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
Mo 17.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
Mo 17.06.

Айка – Ayka, OmdU

Sergej Dworzewoj
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Айка (Ayka)                             Hauptpreis Filmfestival Cottbus 18

RUS/ D/ PL/ KZ/ CHN 2018, 100 min, russische Originalfassung mit dt. UT

Regie: Sergej Dworzewoj

Ayka, eine junge Kirgisin, arbeitet in Moskau. Ayka lebt ein Leben im Abgrund, stets verfolgt von der Notwendigkeit, sich das Überleben zu sichern. Weil sie ihr gerade geborenes Kind nicht ernähren kann, lässt sie ihren Sohn im Krankenhaus zurück und flieht – zurück in eine rohe Welt, in der sie niemals mehr als die Gejagte ihrer bloßen Existenz sein kann. Unter dem gnadenlosen Druck, Geld aufzutreiben, um ihre Schulden zu begleichen, will Ayka auch noch die letzte Grenze überschreiten. Sie muss sich einer existentiellen Entscheidung stellen. Für ihr herausragendes Spiel wurde die Schauspielerin Samal Jesljamowa in Cannes mit dem Preis als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Es gelingt ein kraftvolles Stück Kino voller Ehrlichkeit und das faszinierende Porträt einer unglaublich starken Frauenfigur.

„Es begann mit einer trockenen Zeitungsstatistik: ‚Im Jahr 2010 wurden in Moskauer Geburtskliniken 248 Babys von Müttern aus Kirgisistan aufgegeben.‘ Ich stand lange Zeit unter Schock, nachdem ich das gelesen hatte: Wie kann das sein? Was könnte der Grund dafür sein, dass kirgisische Mütter ihre Babys freiwillig massenhaft aufgeben und in einem fremden Land zurücklassen? Was könnte sie zu einer solchen Tat zwingen, die für jede Frau, aber erst recht für Frauen aus den so sehr familienorientierten Kulturen Zentralasiens, unnatürlich ist? Mir wurde klar, dass ich einen Film darüber machen musste: einen Film über ein kirgisisches Mädchen, das sein neugeborenes Kind auf einer Moskauer Entbindungsstation verlässt, und die Umstände, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Tatsache ist jedoch, dass es in diesem Film um uns alle geht: um das, was passiert, wenn die Beziehungen zwischen einem Menschen und seiner Umwelt so extrem werden, dass er oder sie moralisch zu verfallen beginnt.“ (Regiekommentar)

Айка – Ayka, OmdU
Di 18.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
Di 18.06.

Айка – Ayka, OmdU

Sergej Dworzewoj
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Айка (Ayka)                             Hauptpreis Filmfestival Cottbus 18

RUS/ D/ PL/ KZ/ CHN 2018, 100 min, russische Originalfassung mit dt. UT

Regie: Sergej Dworzewoj

Ayka, eine junge Kirgisin, arbeitet in Moskau. Ayka lebt ein Leben im Abgrund, stets verfolgt von der Notwendigkeit, sich das Überleben zu sichern. Weil sie ihr gerade geborenes Kind nicht ernähren kann, lässt sie ihren Sohn im Krankenhaus zurück und flieht – zurück in eine rohe Welt, in der sie niemals mehr als die Gejagte ihrer bloßen Existenz sein kann. Unter dem gnadenlosen Druck, Geld aufzutreiben, um ihre Schulden zu begleichen, will Ayka auch noch die letzte Grenze überschreiten. Sie muss sich einer existentiellen Entscheidung stellen. Für ihr herausragendes Spiel wurde die Schauspielerin Samal Jesljamowa in Cannes mit dem Preis als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Es gelingt ein kraftvolles Stück Kino voller Ehrlichkeit und das faszinierende Porträt einer unglaublich starken Frauenfigur.

„Es begann mit einer trockenen Zeitungsstatistik: ‚Im Jahr 2010 wurden in Moskauer Geburtskliniken 248 Babys von Müttern aus Kirgisistan aufgegeben.‘ Ich stand lange Zeit unter Schock, nachdem ich das gelesen hatte: Wie kann das sein? Was könnte der Grund dafür sein, dass kirgisische Mütter ihre Babys freiwillig massenhaft aufgeben und in einem fremden Land zurücklassen? Was könnte sie zu einer solchen Tat zwingen, die für jede Frau, aber erst recht für Frauen aus den so sehr familienorientierten Kulturen Zentralasiens, unnatürlich ist? Mir wurde klar, dass ich einen Film darüber machen musste: einen Film über ein kirgisisches Mädchen, das sein neugeborenes Kind auf einer Moskauer Entbindungsstation verlässt, und die Umstände, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Tatsache ist jedoch, dass es in diesem Film um uns alle geht: um das, was passiert, wenn die Beziehungen zwischen einem Menschen und seiner Umwelt so extrem werden, dass er oder sie moralisch zu verfallen beginnt.“ (Regiekommentar)

Айка – Ayka, OmdU
Mi 19.06.

Der Funktionär

Andreas Goldstein
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Der Funktionär (AT: Bilder meines Vaters)

Deutschland 2018, 72 min

Regie: Andreas Goldstein

„Als mein Vater zwei Jahre alt war, überfiel das deutsche Heer Belgien, der 1. Weltkrieg begann. Als er sechs war, brach das Kaiserreich zusammen. Mit siebzehn sah er vor dem Fenster der elterlichen Wohnung einen erschossenen Arbeiter auf der Straße liegen. Er trat in den kommunistischen Jugendverband und später in die kommunistische Partei ein. Nach 1933 illegale Arbeit, bis ´45 in Berlin. Dann machte er im sozialistischen Deutschland Karriere, Abstürze inbegriffen. Schließlich verschwand das Land. Seitdem er tot ist, erscheint mein Vater in meinen Träumen.
Die Not diese Geschichten zu erzählen erwächst nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart. Heute werde die Konflikte der DDR dramatisiert und durchweg auf den Gegensatz von Freiheitswillen und Repression reduziert.  Sie bilden dabei weniger die DDR ab, als vielmehr eine Gegenwart, die sich selbst legitimieren muss und nun in diesen Erzählungen als Erlösung erscheinen kann.
Von einem Kommunisten erwartet man, im Gegensatz zu einem Bankdirektor, Ideale. Und dass er an ihnen scheitert, besser noch zugrunde geht. Schicksale die man einem Bankdirektor nicht verzeihen würde. Der gute Kommunist ist eine tragische Figur, der beste eine Leiche.“ (Andreas Goldstein)

Der Funktionär
Mi 19.06.

WITTSTOCK ZYKLUS – PROGRAMM 3 (1997): Wittstock Wittstock (Volker Koepp – Werkschau zum 75.)

Volker Koepp
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Alle Wittstock-Filme sind in Schwarzweiß gedreht. Zu Beginn ergab sich das ganz natürlich, denn das Farbmaterial, das wir zur Verfügung hatten, ORWO, war sehr unempfindlich. (…) Es war also keine Frage einer ‚elitären Ästhetik‘, sondern ein praktischer Grund. Später wollte ich auch nicht mehr auf Farbe umsteigen. In einer Fabrikhalle, wo Pullover in oft merkwürdigen Farben produziert werden, wäre das störend gewesen. Es hätte von den Menschen abgelenkt. Das Schwarzweiß war ein Glücksumstand. – Volker Koepp

Wittstock-Zyklus – Programm 3:

Wittstock Wittstock

D 1997, 35mm, 117 min

Regie: Volker Koepp

Im letzten Teil, der sieben Jahre nach der Wende entstand, sind die drei Frauen Edith, Elsbeth und Renate ohne feste Anstellung und schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch. Obwohl die Wende ihnen nicht viel Glück gebracht hat, lassen sich die Frauen nicht unterkriegen.

„1993 wurde der Betrieb dichtgemacht, der letzte Geschäftsführer, der uns nicht mehr hereingelassen hatte, versteigerte die Maschinen. Das übliche Ende. Als dann die Hallen leer waren, habe ich mit Christian Lehmann diesen Zustand festgehalten und auch, was die drei Frauen machten. Für einen neuen Film war das vielleicht der Ansatzpunkt: die Frauen ohne den Textilbetrieb, der lange Zeit im Zentrum ihres Lebens gestanden hatte, und eine neue Normalität des Lebens. Elsbeth versucht wieder mal, durch Umschulung etc. zu Arbeit zu kommen, Renate arbeitet schon wieder fast fünf Jahre als Zimmerfrau im Hotel, und Edith macht in der Nähe von Heilbronn ihre Arbeit.“ (Volker Koepp im Gespräch mit Erika Richter, Forum 1997)

WITTSTOCK ZYKLUS – PROGRAMM 3 (1997): Wittstock Wittstock (Volker Koepp – Werkschau zum 75.)
Mi 19.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
Do 20.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
Do 20.06.

Macht das alles einen Sinn? – Und wenn Ja – warum dauert es so lange?

Andreas Wilcke
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Macht das alles einen Sinn? – Und wenn Ja – warum dauert es so lange?

Deutschland 2019, 102 min

Regie: Andreas Wilcke

Zwischen schick sanierten Alt- und futuristisch anmutenden Neubauten, die mit Klamottenläden, Youth Hostels, Sushiläden und Galerien bestückt sind, reckt sich ein graues kolossartiges Ungetüm in betörender Hässlichkeit wie eine Festung ´gen Himmel. – Die Volksbühne. Dieses Haus, dessen Bau im Jahr 1915 von den Spendengroschen der SPD-Mitglieder finanziert wurde, um ein Theater zu schaffen, in dem Arbeiter ihre eigenen Stücke realisieren konnten, entwickelte im Verlauf der darauffolgenden Jahre eine ganz eigene Dynamik und erfand unter Regisseuren wie Piscator, Marquard, Besson das Theater immer wieder neu. Diese Tradition aufnehmend haben Frank Castorf und sein Kostüm- und Bühnenbildner Bert Neumann in der Volksbühne ein Vierteljahrhundert lang einen Mikrokosmos erschaffen, der vielen als identitätsstiftende Trutzburg, als renitente Insel im immer schicker und monotoner werdenden Zentrum der Hauptstadt galt. Die von ihnen verantworteten Marathoninszenierungen waren wahre Assoziationsorgien, die dem oft ohnehin epischen Charakter des Stückes bzw. der Romanvorlage anderes historisches Material einverleibten (getreu dem von Heiner Müller geprägten Motto: „Theater heißt – mit den Toten reden“) und dem Zuschauer alles abverlangten. Getragen wurden diese Abende von den 230 Mitarbeitern des Theaters aus den verschiedensten Gewerken: u.a. der Technik, der Maske, der eigenen Schneiderei und der eigenen Holz- und Metallwerkstätten, der Requisite sowie dem Ensemble. Als diese sich in einem offenen Brief an die Medien wandten, da sie ihre Arbeitsplätze unter dem von der Politik neu installierten Intendanten bedroht sahen, war das der Startschuss für meinen Film. Ich wollte anhand der letzten Spielzeit untersuchen, was es auf sich hat mit dem Mythos Volksbühne, und wollte mit der Kamera dabei sein, wenn sich diese Theatermenschen noch einmal zusammenraufen, um ein letztes Feuerwerk im Angesicht einer ungewissen Zukunft zu entzünden. (Andreas Wilcke)

http://www.machtdasallessinn.com

 

Macht das alles einen Sinn? – Und wenn Ja – warum dauert es so lange?
Fr 21.06.

Der Funktionär

Andreas Goldstein
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Der Funktionär (AT: Bilder meines Vaters)

Deutschland 2018, 72 min

Regie: Andreas Goldstein

„Als mein Vater zwei Jahre alt war, überfiel das deutsche Heer Belgien, der 1. Weltkrieg begann. Als er sechs war, brach das Kaiserreich zusammen. Mit siebzehn sah er vor dem Fenster der elterlichen Wohnung einen erschossenen Arbeiter auf der Straße liegen. Er trat in den kommunistischen Jugendverband und später in die kommunistische Partei ein. Nach 1933 illegale Arbeit, bis ´45 in Berlin. Dann machte er im sozialistischen Deutschland Karriere, Abstürze inbegriffen. Schließlich verschwand das Land. Seitdem er tot ist, erscheint mein Vater in meinen Träumen.
Die Not diese Geschichten zu erzählen erwächst nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart. Heute werde die Konflikte der DDR dramatisiert und durchweg auf den Gegensatz von Freiheitswillen und Repression reduziert.  Sie bilden dabei weniger die DDR ab, als vielmehr eine Gegenwart, die sich selbst legitimieren muss und nun in diesen Erzählungen als Erlösung erscheinen kann.
Von einem Kommunisten erwartet man, im Gegensatz zu einem Bankdirektor, Ideale. Und dass er an ihnen scheitert, besser noch zugrunde geht. Schicksale die man einem Bankdirektor nicht verzeihen würde. Der gute Kommunist ist eine tragische Figur, der beste eine Leiche.“ (Andreas Goldstein)

Der Funktionär
Fr 21.06.

Märkische Trilogie Teil 1+2: Märkische Ziegel, Märkische Heide, Märkischer Sand (Volker Koepp – Werkschau zum 75.)

Volker Koepp
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Märkische Trilogie Teil 1+2:

Märkische Ziegel / Märkische Gesellschaft, Märkischer Sand

DDR/ D 1989-1990, 35mm, 93 min

Regie: Volker Koepp

In der märkischen Kleinstadt Zehdenick an der Havel bestimmen seit 1888 Ziegeleien den Lebensrhythmus der Bewohner. Im Frühjahr 1988 besucht Volker Koepp mit seinem Kameramann Thomas Plenert die Zehdenicker. Die kommende politische Veränderung ist noch fern.

Der Dokumentarfilm MÄRKISCHE ZIEGEL (1989, 35‘) entsteht, wird aber wegen seiner Einblicke in die unwürdigen Arbeitsbedingungen von der DDR-Zensur zunächst zurückgehalten.

Als die Filmemacher im Herbst 1989 für den Film MÄRKISCHE HEIDE, MÄRKISCHER SAND (1990, 58‘) nach Zehdenick zurückkehren, ahnen sie nicht, dass sie den Zusammenbruch der DDR aus dem märkischen Blickwinkel heraus filmen werden.

Märkische Trilogie Teil 1+2: Märkische Ziegel, Märkische Heide, Märkischer Sand (Volker Koepp – Werkschau zum 75.)
Fr 21.06.

Märkische Trilogie Teil 3: Märkische Gesellschaft mbH (Volker Koepp – Werkschau zum 75.)

Volker Koepp
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Märkische Trilogie Teil 3:

Märkische Gesellschaft mbH

D 1991, 35mm, 74 min

Regie: Volker Koepp

Die politischen Veränderungen der Nachwendezeit erreichen die Provinz: Währungsunion, Wiedervereinigung. Volker Koepp beobachtet die Menschen und Verhältnisse im märkischen Zehdenick. Die Russen ziehen ab, die D-Mark kommt. Ein Ende mit unsicherem Neuanfang.

Märkische Trilogie Teil 3: Märkische Gesellschaft mbH (Volker Koepp – Werkschau zum 75.)
Sa 22.06.

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)

Wladimir Toroptschik & Fedor Dmitriew & Darina Schmidt
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Urfin, der Zauberer von Oz    (Урфин Джюс и его деревянные солдаты)

RUS 2017, 90 min, Deutsche Sprachfassung

Regie: Wladimir Toroptschik, Fedor Dmitriew, Darina Schmidt

nach der international bekannten Vorlage des russischen Kinderbuchautors Aleksandr Wolkows

Dem gerissenen und bösen Urfin gelingt es, Herrscher über die wunderbare Welt von Oz zu werden. Mit Hilfe seiner Holzsoldaten unterwirft er die Smaragdstadt und benennt sie in “Urfingen” um. Die Bewohner sind entsetzt! Kann ihnen das normale Mädchen Dorothy, das mit den silbernen Zauberschuhen nach Oz gekommen ist, helfen? Um Urfin zu bezwingen, müssen Dorothy und ihre Freunde, die Vogelscheuche, der Zinnmann und der mutige Löwe so manches Abenteuer bestehen und herausfinden, wer Urfin wirklich ist …

 

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)
Sa 22.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
Sa 22.06.

Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen, OmdU

Radu Jude
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Îmi este indiferent dacă în istorie vom intra ca barbari

(Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen)

RO/ BG/ D/ F/ CZ 2018, 138 min, rumänische Originalfassung mit dt. UT

Regie: Radu Jude           Karlovy Vary IFF 2018 – Grand Prix Crystal Globe

Die junge Regisseurin Mariana Marin plant eine groß angelegte, radikale Theateraufführung zu Rumäniens Beteiligung am Holocaust. Unter General Antonescu wurde der massive Antisemitismus in der rumänischen Gesellschaft zur offiziellen Vernichtungspolitik erklärt, seine Rolle und die seiner Regierung im Zweiten Weltkrieg wird aber bis heute glorifiziert. Vom damaligen Massenmord will niemand mehr etwas wissen. Mit einem Reenactment der damaligen Ereignisse soll das Theaterstück das Publikum aufrütteln, doch bereits vor der Premiere zeigen sich zahlreiche Probleme: es gibt Unmut unter den Komparsen, ein Abgesandter der Stadtregierung möchte das Stück zensieren und auch in Marianas Privatleben läuft nicht alles glatt. Die als Weckruf konzipierte Performance gerät Schritt für Schritt zur Farce… Radu Judes neuer Spielfilm findet einen ganz eigenen Ton für ein schwieriges Thema: die selektive Erinnerungspolitik im heutigen Europa. Zwischen Realität und Fiktion, zwischen dem Blick in moralische Abgründe und einer ironischen Leichtigkeit gelingt ihm eine facettenreiche Reflexion über Geschichtsvergessenheit. Ein Film, der auch das Scheitern von politischer Kunst thematisiert – und dabei als politisches Kunstwerk brilliert.

Die rumänische Schauspielerin Ioana Iacob stellt sich in der ersten Szene des Films als Schauspielerin Ioana Iacob vor, die im Film die Regisseurin Mariana Marin darstellen wird. Sie schaut dabei offen in die Handkamera und wünscht viel Spaß beim Filmschauen. Willkommen im epischen Theater! (…) Detailreich entwickelt der (reale) Regisseur Radu Jude die Geschichte von Marianas Theaterprojekt und verwebt sie originell mit Vergangenheit und Gegenwart. (…) Einige der Laienschauspieler sehen Antonescu noch heute als Held. Von dem Diktator stammt auch das Zitat, das hier zum Filmtitel wurde. Immer wieder gibt es im Film Diskussionen über Wahrheit und Schuld. So überzeugt das Reenactment. Die Gespräche zwischen Schauspielern, Produzenten, Schaulustigen und Regisseurin zeigen die aktuelle Spannung, die die Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel rumänischer Geschichte beinhaltet. Manchmal löst sie sich im Lachen. Am Ende entlädt sie sich in einem fulminanten Finale, das Fragen aufwirft. Vergangenheitsbewältigung kommt an kein Ende. Sie muss stetig aktualisiert werden, weil das Vergangene eben nicht vergangen ist. (epd-film)

„Beinahe jedes Land bringt zumindest eine Kinostimme hervor, die sich zum Chronisten der verdrängten Geschichte emporhebt. Mal aus eigenem Antrieb, mal von der Kritik in diese Rolle gesteckt, erzählen diese Filmemacher andere Geschichten; jene von Außenseitern, von Grausamkeiten hinter Staatslügen, vom beschämten Schweigen über den Verbrechen der Geschichte. Für Rumänien, ein Land dessen turbulente Geschichte nicht mal im Ansatz zur Ruhe gekommen ist, hat sich in seinen letzten fünf Arbeiten Radu Jude als solch ein Chronist etabliert.“ (Patrick Holzapfel)

Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen, OmdU
So 23.06.

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)

Wladimir Toroptschik & Fedor Dmitriew & Darina Schmidt
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Urfin, der Zauberer von Oz    (Урфин Джюс и его деревянные солдаты)

RUS 2017, 90 min, Deutsche Sprachfassung

Regie: Wladimir Toroptschik, Fedor Dmitriew, Darina Schmidt

nach der international bekannten Vorlage des russischen Kinderbuchautors Aleksandr Wolkows

Dem gerissenen und bösen Urfin gelingt es, Herrscher über die wunderbare Welt von Oz zu werden. Mit Hilfe seiner Holzsoldaten unterwirft er die Smaragdstadt und benennt sie in “Urfingen” um. Die Bewohner sind entsetzt! Kann ihnen das normale Mädchen Dorothy, das mit den silbernen Zauberschuhen nach Oz gekommen ist, helfen? Um Urfin zu bezwingen, müssen Dorothy und ihre Freunde, die Vogelscheuche, der Zinnmann und der mutige Löwe so manches Abenteuer bestehen und herausfinden, wer Urfin wirklich ist …

 

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)
So 23.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
So 23.06.

Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen, OmdU

Radu Jude
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Îmi este indiferent dacă în istorie vom intra ca barbari

(Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen)

RO/ BG/ D/ F/ CZ 2018, 138 min, rumänische Originalfassung mit dt. UT

Regie: Radu Jude           Karlovy Vary IFF 2018 – Grand Prix Crystal Globe

Die junge Regisseurin Mariana Marin plant eine groß angelegte, radikale Theateraufführung zu Rumäniens Beteiligung am Holocaust. Unter General Antonescu wurde der massive Antisemitismus in der rumänischen Gesellschaft zur offiziellen Vernichtungspolitik erklärt, seine Rolle und die seiner Regierung im Zweiten Weltkrieg wird aber bis heute glorifiziert. Vom damaligen Massenmord will niemand mehr etwas wissen. Mit einem Reenactment der damaligen Ereignisse soll das Theaterstück das Publikum aufrütteln, doch bereits vor der Premiere zeigen sich zahlreiche Probleme: es gibt Unmut unter den Komparsen, ein Abgesandter der Stadtregierung möchte das Stück zensieren und auch in Marianas Privatleben läuft nicht alles glatt. Die als Weckruf konzipierte Performance gerät Schritt für Schritt zur Farce… Radu Judes neuer Spielfilm findet einen ganz eigenen Ton für ein schwieriges Thema: die selektive Erinnerungspolitik im heutigen Europa. Zwischen Realität und Fiktion, zwischen dem Blick in moralische Abgründe und einer ironischen Leichtigkeit gelingt ihm eine facettenreiche Reflexion über Geschichtsvergessenheit. Ein Film, der auch das Scheitern von politischer Kunst thematisiert – und dabei als politisches Kunstwerk brilliert.

Die rumänische Schauspielerin Ioana Iacob stellt sich in der ersten Szene des Films als Schauspielerin Ioana Iacob vor, die im Film die Regisseurin Mariana Marin darstellen wird. Sie schaut dabei offen in die Handkamera und wünscht viel Spaß beim Filmschauen. Willkommen im epischen Theater! (…) Detailreich entwickelt der (reale) Regisseur Radu Jude die Geschichte von Marianas Theaterprojekt und verwebt sie originell mit Vergangenheit und Gegenwart. (…) Einige der Laienschauspieler sehen Antonescu noch heute als Held. Von dem Diktator stammt auch das Zitat, das hier zum Filmtitel wurde. Immer wieder gibt es im Film Diskussionen über Wahrheit und Schuld. So überzeugt das Reenactment. Die Gespräche zwischen Schauspielern, Produzenten, Schaulustigen und Regisseurin zeigen die aktuelle Spannung, die die Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel rumänischer Geschichte beinhaltet. Manchmal löst sie sich im Lachen. Am Ende entlädt sie sich in einem fulminanten Finale, das Fragen aufwirft. Vergangenheitsbewältigung kommt an kein Ende. Sie muss stetig aktualisiert werden, weil das Vergangene eben nicht vergangen ist. (epd-film)

„Beinahe jedes Land bringt zumindest eine Kinostimme hervor, die sich zum Chronisten der verdrängten Geschichte emporhebt. Mal aus eigenem Antrieb, mal von der Kritik in diese Rolle gesteckt, erzählen diese Filmemacher andere Geschichten; jene von Außenseitern, von Grausamkeiten hinter Staatslügen, vom beschämten Schweigen über den Verbrechen der Geschichte. Für Rumänien, ein Land dessen turbulente Geschichte nicht mal im Ansatz zur Ruhe gekommen ist, hat sich in seinen letzten fünf Arbeiten Radu Jude als solch ein Chronist etabliert.“ (Patrick Holzapfel)

Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen, OmdU
Mo 24.06.

keine Vorstellung

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Di 25.06.

Der Funktionär

Andreas Goldstein
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Der Funktionär (AT: Bilder meines Vaters)

Deutschland 2018, 72 min

Regie: Andreas Goldstein

„Als mein Vater zwei Jahre alt war, überfiel das deutsche Heer Belgien, der 1. Weltkrieg begann. Als er sechs war, brach das Kaiserreich zusammen. Mit siebzehn sah er vor dem Fenster der elterlichen Wohnung einen erschossenen Arbeiter auf der Straße liegen. Er trat in den kommunistischen Jugendverband und später in die kommunistische Partei ein. Nach 1933 illegale Arbeit, bis ´45 in Berlin. Dann machte er im sozialistischen Deutschland Karriere, Abstürze inbegriffen. Schließlich verschwand das Land. Seitdem er tot ist, erscheint mein Vater in meinen Träumen.
Die Not diese Geschichten zu erzählen erwächst nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart. Heute werde die Konflikte der DDR dramatisiert und durchweg auf den Gegensatz von Freiheitswillen und Repression reduziert.  Sie bilden dabei weniger die DDR ab, als vielmehr eine Gegenwart, die sich selbst legitimieren muss und nun in diesen Erzählungen als Erlösung erscheinen kann.
Von einem Kommunisten erwartet man, im Gegensatz zu einem Bankdirektor, Ideale. Und dass er an ihnen scheitert, besser noch zugrunde geht. Schicksale die man einem Bankdirektor nicht verzeihen würde. Der gute Kommunist ist eine tragische Figur, der beste eine Leiche.“ (Andreas Goldstein)

Der Funktionär
Di 25.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
Mi 26.06.

Der Funktionär

Andreas Goldstein
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Der Funktionär (AT: Bilder meines Vaters)

Deutschland 2018, 72 min

Regie: Andreas Goldstein

„Als mein Vater zwei Jahre alt war, überfiel das deutsche Heer Belgien, der 1. Weltkrieg begann. Als er sechs war, brach das Kaiserreich zusammen. Mit siebzehn sah er vor dem Fenster der elterlichen Wohnung einen erschossenen Arbeiter auf der Straße liegen. Er trat in den kommunistischen Jugendverband und später in die kommunistische Partei ein. Nach 1933 illegale Arbeit, bis ´45 in Berlin. Dann machte er im sozialistischen Deutschland Karriere, Abstürze inbegriffen. Schließlich verschwand das Land. Seitdem er tot ist, erscheint mein Vater in meinen Träumen.
Die Not diese Geschichten zu erzählen erwächst nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart. Heute werde die Konflikte der DDR dramatisiert und durchweg auf den Gegensatz von Freiheitswillen und Repression reduziert.  Sie bilden dabei weniger die DDR ab, als vielmehr eine Gegenwart, die sich selbst legitimieren muss und nun in diesen Erzählungen als Erlösung erscheinen kann.
Von einem Kommunisten erwartet man, im Gegensatz zu einem Bankdirektor, Ideale. Und dass er an ihnen scheitert, besser noch zugrunde geht. Schicksale die man einem Bankdirektor nicht verzeihen würde. Der gute Kommunist ist eine tragische Figur, der beste eine Leiche.“ (Andreas Goldstein)

Der Funktionär
Mi 26.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
Do 27.06.

keine Vorstellung

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Fr 28.06.

keine Vorstellung

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Sa 29.06.

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)

Wladimir Toroptschik & Fedor Dmitriew & Darina Schmidt
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Urfin, der Zauberer von Oz    (Урфин Джюс и его деревянные солдаты)

RUS 2017, 90 min, Deutsche Sprachfassung

Regie: Wladimir Toroptschik, Fedor Dmitriew, Darina Schmidt

nach der international bekannten Vorlage des russischen Kinderbuchautors Aleksandr Wolkows

Dem gerissenen und bösen Urfin gelingt es, Herrscher über die wunderbare Welt von Oz zu werden. Mit Hilfe seiner Holzsoldaten unterwirft er die Smaragdstadt und benennt sie in “Urfingen” um. Die Bewohner sind entsetzt! Kann ihnen das normale Mädchen Dorothy, das mit den silbernen Zauberschuhen nach Oz gekommen ist, helfen? Um Urfin zu bezwingen, müssen Dorothy und ihre Freunde, die Vogelscheuche, der Zinnmann und der mutige Löwe so manches Abenteuer bestehen und herausfinden, wer Urfin wirklich ist …

 

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)
Sa 29.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

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Sa 29.06.

Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen, OmdU

Radu Jude
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Îmi este indiferent dacă în istorie vom intra ca barbari

(Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen)

RO/ BG/ D/ F/ CZ 2018, 138 min, rumänische Originalfassung mit dt. UT

Regie: Radu Jude           Karlovy Vary IFF 2018 – Grand Prix Crystal Globe

Die junge Regisseurin Mariana Marin plant eine groß angelegte, radikale Theateraufführung zu Rumäniens Beteiligung am Holocaust. Unter General Antonescu wurde der massive Antisemitismus in der rumänischen Gesellschaft zur offiziellen Vernichtungspolitik erklärt, seine Rolle und die seiner Regierung im Zweiten Weltkrieg wird aber bis heute glorifiziert. Vom damaligen Massenmord will niemand mehr etwas wissen. Mit einem Reenactment der damaligen Ereignisse soll das Theaterstück das Publikum aufrütteln, doch bereits vor der Premiere zeigen sich zahlreiche Probleme: es gibt Unmut unter den Komparsen, ein Abgesandter der Stadtregierung möchte das Stück zensieren und auch in Marianas Privatleben läuft nicht alles glatt. Die als Weckruf konzipierte Performance gerät Schritt für Schritt zur Farce… Radu Judes neuer Spielfilm findet einen ganz eigenen Ton für ein schwieriges Thema: die selektive Erinnerungspolitik im heutigen Europa. Zwischen Realität und Fiktion, zwischen dem Blick in moralische Abgründe und einer ironischen Leichtigkeit gelingt ihm eine facettenreiche Reflexion über Geschichtsvergessenheit. Ein Film, der auch das Scheitern von politischer Kunst thematisiert – und dabei als politisches Kunstwerk brilliert.

Die rumänische Schauspielerin Ioana Iacob stellt sich in der ersten Szene des Films als Schauspielerin Ioana Iacob vor, die im Film die Regisseurin Mariana Marin darstellen wird. Sie schaut dabei offen in die Handkamera und wünscht viel Spaß beim Filmschauen. Willkommen im epischen Theater! (…) Detailreich entwickelt der (reale) Regisseur Radu Jude die Geschichte von Marianas Theaterprojekt und verwebt sie originell mit Vergangenheit und Gegenwart. (…) Einige der Laienschauspieler sehen Antonescu noch heute als Held. Von dem Diktator stammt auch das Zitat, das hier zum Filmtitel wurde. Immer wieder gibt es im Film Diskussionen über Wahrheit und Schuld. So überzeugt das Reenactment. Die Gespräche zwischen Schauspielern, Produzenten, Schaulustigen und Regisseurin zeigen die aktuelle Spannung, die die Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel rumänischer Geschichte beinhaltet. Manchmal löst sie sich im Lachen. Am Ende entlädt sie sich in einem fulminanten Finale, das Fragen aufwirft. Vergangenheitsbewältigung kommt an kein Ende. Sie muss stetig aktualisiert werden, weil das Vergangene eben nicht vergangen ist. (epd-film)

„Beinahe jedes Land bringt zumindest eine Kinostimme hervor, die sich zum Chronisten der verdrängten Geschichte emporhebt. Mal aus eigenem Antrieb, mal von der Kritik in diese Rolle gesteckt, erzählen diese Filmemacher andere Geschichten; jene von Außenseitern, von Grausamkeiten hinter Staatslügen, vom beschämten Schweigen über den Verbrechen der Geschichte. Für Rumänien, ein Land dessen turbulente Geschichte nicht mal im Ansatz zur Ruhe gekommen ist, hat sich in seinen letzten fünf Arbeiten Radu Jude als solch ein Chronist etabliert.“ (Patrick Holzapfel)

Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen, OmdU
So 30.06.

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)

Wladimir Toroptschik & Fedor Dmitriew & Darina Schmidt
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Urfin, der Zauberer von Oz    (Урфин Джюс и его деревянные солдаты)

RUS 2017, 90 min, Deutsche Sprachfassung

Regie: Wladimir Toroptschik, Fedor Dmitriew, Darina Schmidt

nach der international bekannten Vorlage des russischen Kinderbuchautors Aleksandr Wolkows

Dem gerissenen und bösen Urfin gelingt es, Herrscher über die wunderbare Welt von Oz zu werden. Mit Hilfe seiner Holzsoldaten unterwirft er die Smaragdstadt und benennt sie in “Urfingen” um. Die Bewohner sind entsetzt! Kann ihnen das normale Mädchen Dorothy, das mit den silbernen Zauberschuhen nach Oz gekommen ist, helfen? Um Urfin zu bezwingen, müssen Dorothy und ihre Freunde, die Vogelscheuche, der Zinnmann und der mutige Löwe so manches Abenteuer bestehen und herausfinden, wer Urfin wirklich ist …

 

Urfin, der Zauberer von Oz (Урфин Джюс), DF (Kinder & Familienfilm)
So 30.06.

Sunset – Napszállta, OmdU

László Nemes
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Napszállta (Sunset)

Ungarn / F 2018, 142 min, OmdU

Regie: László Nemes                            Venedig IFF 2018 – FIPRESCI-Preis

Das Hutmachergeschäft Leiter ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnlichen Kreationen, sondern auch ein Ort großer Träume. Zumindest für die junge Iris Leiter, die 1913 nach Budapest kommt, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist jedoch die junge Frau ab. Aber Iris hat nicht vor, Budapest zu verlassen.

„Ein warmes, doch zugleich fahles, sepiafarbenes Licht beherrscht die Bilder von Sunset, meist stammt es von der tief stehenden Sonne. Die sichtbare Schwüle des Sommers und die schweren Kleider der Damen, die schweißglänzende Haut und die Staubwolken, von Kutschen aufgewirbelt, und immer längere und dunklere Schatten evozieren eine Welt, die an der Kippe von der Blüte zur Fäulnis steht. Der Blick der Kamera ist eingeschränkt, höchst ungewöhnlich für einen Kostümfilm: Wenn die Protagonistin Írisz durch die Straßen Budapests geht, dann bleibt die Kamera stets ganz nah bei ihr, immer wieder auch in ausgedehnten Plansequenzen. Im Hintergrund lässt sich die Pracht der ungarischen Metropole nur erahnen, Fassaden, Plätze und Passanten verschwimmen meist in Unschärfe.

Mit diesem radikalen, klaustrophobischen Kamerastil, den Nemes und sein Kameramann Mátyás Erdély über fast zweieinhalb Stunden konsequent durchhalten, bleiben sie dem erschütternden Vorgänger SON OF SAUL treu, der sich auf diese Weise dem Grauen der Vernichtungslager näherte. In SUNSET aber entfaltet der Stil eine gänzlich andere Wirkung: Die Endzeit der alten Monarchie erscheint seltsam schlafwandlerisch – und für den Betrachter entwickeln die schwebenden, auf analogem Material gedrehten Bilder eine eigentümlich hypnotische Schönheit, die auch und gerade mit dem Desinteresse der Kamera an der Opulenz von Dekor und Kostüm zu tun hat. (…)

Es fällt nicht schwer (und ist nicht neu), in diesem Europa vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – an der Oberfläche noch reich und glanzvoll, doch darunter längst zerrissen von destruktiven Kräften – eine Warnung für unsere Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies nahe. Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in einer historischen Analyse, sondern in der kunstvollen, vieldeutigen Beschwörung einer Atmosphäre.“ (Patrick Seyboth, epd Film)

https://www.mfa-film.de/kino/id/sunset/

Sunset – Napszállta, OmdU
So 30.06.

Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen, OmdU

Radu Jude
Mehr infos Schliessen

Îmi este indiferent dacă în istorie vom intra ca barbari

(Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen)

RO/ BG/ D/ F/ CZ 2018, 138 min, rumänische Originalfassung mit dt. UT

Regie: Radu Jude           Karlovy Vary IFF 2018 – Grand Prix Crystal Globe

Die junge Regisseurin Mariana Marin plant eine groß angelegte, radikale Theateraufführung zu Rumäniens Beteiligung am Holocaust. Unter General Antonescu wurde der massive Antisemitismus in der rumänischen Gesellschaft zur offiziellen Vernichtungspolitik erklärt, seine Rolle und die seiner Regierung im Zweiten Weltkrieg wird aber bis heute glorifiziert. Vom damaligen Massenmord will niemand mehr etwas wissen. Mit einem Reenactment der damaligen Ereignisse soll das Theaterstück das Publikum aufrütteln, doch bereits vor der Premiere zeigen sich zahlreiche Probleme: es gibt Unmut unter den Komparsen, ein Abgesandter der Stadtregierung möchte das Stück zensieren und auch in Marianas Privatleben läuft nicht alles glatt. Die als Weckruf konzipierte Performance gerät Schritt für Schritt zur Farce… Radu Judes neuer Spielfilm findet einen ganz eigenen Ton für ein schwieriges Thema: die selektive Erinnerungspolitik im heutigen Europa. Zwischen Realität und Fiktion, zwischen dem Blick in moralische Abgründe und einer ironischen Leichtigkeit gelingt ihm eine facettenreiche Reflexion über Geschichtsvergessenheit. Ein Film, der auch das Scheitern von politischer Kunst thematisiert – und dabei als politisches Kunstwerk brilliert.

Die rumänische Schauspielerin Ioana Iacob stellt sich in der ersten Szene des Films als Schauspielerin Ioana Iacob vor, die im Film die Regisseurin Mariana Marin darstellen wird. Sie schaut dabei offen in die Handkamera und wünscht viel Spaß beim Filmschauen. Willkommen im epischen Theater! (…) Detailreich entwickelt der (reale) Regisseur Radu Jude die Geschichte von Marianas Theaterprojekt und verwebt sie originell mit Vergangenheit und Gegenwart. (…) Einige der Laienschauspieler sehen Antonescu noch heute als Held. Von dem Diktator stammt auch das Zitat, das hier zum Filmtitel wurde. Immer wieder gibt es im Film Diskussionen über Wahrheit und Schuld. So überzeugt das Reenactment. Die Gespräche zwischen Schauspielern, Produzenten, Schaulustigen und Regisseurin zeigen die aktuelle Spannung, die die Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel rumänischer Geschichte beinhaltet. Manchmal löst sie sich im Lachen. Am Ende entlädt sie sich in einem fulminanten Finale, das Fragen aufwirft. Vergangenheitsbewältigung kommt an kein Ende. Sie muss stetig aktualisiert werden, weil das Vergangene eben nicht vergangen ist. (epd-film)

„Beinahe jedes Land bringt zumindest eine Kinostimme hervor, die sich zum Chronisten der verdrängten Geschichte emporhebt. Mal aus eigenem Antrieb, mal von der Kritik in diese Rolle gesteckt, erzählen diese Filmemacher andere Geschichten; jene von Außenseitern, von Grausamkeiten hinter Staatslügen, vom beschämten Schweigen über den Verbrechen der Geschichte. Für Rumänien, ein Land dessen turbulente Geschichte nicht mal im Ansatz zur Ruhe gekommen ist, hat sich in seinen letzten fünf Arbeiten Radu Jude als solch ein Chronist etabliert.“ (Patrick Holzapfel)

Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen, OmdU
Mo 01.07.

keine Vorstellung

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Di 02.07.

Der Funktionär

Andreas Goldstein
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Der Funktionär (AT: Bilder meines Vaters)

Deutschland 2018, 72 min

Regie: Andreas Goldstein

„Als mein Vater zwei Jahre alt war, überfiel das deutsche Heer Belgien, der 1. Weltkrieg begann. Als er sechs war, brach das Kaiserreich zusammen. Mit siebzehn sah er vor dem Fenster der elterlichen Wohnung einen erschossenen Arbeiter auf der Straße liegen. Er trat in den kommunistischen Jugendverband und später in die kommunistische Partei ein. Nach 1933 illegale Arbeit, bis ´45 in Berlin. Dann machte er im sozialistischen Deutschland Karriere, Abstürze inbegriffen. Schließlich verschwand das Land. Seitdem er tot ist, erscheint mein Vater in meinen Träumen.
Die Not diese Geschichten zu erzählen erwächst nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart. Heute werde die Konflikte der DDR dramatisiert und durchweg auf den Gegensatz von Freiheitswillen und Repression reduziert.  Sie bilden dabei weniger die DDR ab, als vielmehr eine Gegenwart, die sich selbst legitimieren muss und nun in diesen Erzählungen als Erlösung erscheinen kann.
Von einem Kommunisten erwartet man, im Gegensatz zu einem Bankdirektor, Ideale. Und dass er an ihnen scheitert, besser noch zugrunde geht. Schicksale die man einem Bankdirektor nicht verzeihen würde. Der gute Kommunist ist eine tragische Figur, der beste eine Leiche.“ (Andreas Goldstein)

Der Funktionär
Di 02.07.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Di 02.07.

Айка – Ayka, OmdU

Sergej Dworzewoj
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Айка (Ayka)                             Hauptpreis Filmfestival Cottbus 18

RUS/ D/ PL/ KZ/ CHN 2018, 100 min, russische Originalfassung mit dt. UT

Regie: Sergej Dworzewoj

Ayka, eine junge Kirgisin, arbeitet in Moskau. Ayka lebt ein Leben im Abgrund, stets verfolgt von der Notwendigkeit, sich das Überleben zu sichern. Weil sie ihr gerade geborenes Kind nicht ernähren kann, lässt sie ihren Sohn im Krankenhaus zurück und flieht – zurück in eine rohe Welt, in der sie niemals mehr als die Gejagte ihrer bloßen Existenz sein kann. Unter dem gnadenlosen Druck, Geld aufzutreiben, um ihre Schulden zu begleichen, will Ayka auch noch die letzte Grenze überschreiten. Sie muss sich einer existentiellen Entscheidung stellen. Für ihr herausragendes Spiel wurde die Schauspielerin Samal Jesljamowa in Cannes mit dem Preis als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Es gelingt ein kraftvolles Stück Kino voller Ehrlichkeit und das faszinierende Porträt einer unglaublich starken Frauenfigur.

„Es begann mit einer trockenen Zeitungsstatistik: ‚Im Jahr 2010 wurden in Moskauer Geburtskliniken 248 Babys von Müttern aus Kirgisistan aufgegeben.‘ Ich stand lange Zeit unter Schock, nachdem ich das gelesen hatte: Wie kann das sein? Was könnte der Grund dafür sein, dass kirgisische Mütter ihre Babys freiwillig massenhaft aufgeben und in einem fremden Land zurücklassen? Was könnte sie zu einer solchen Tat zwingen, die für jede Frau, aber erst recht für Frauen aus den so sehr familienorientierten Kulturen Zentralasiens, unnatürlich ist? Mir wurde klar, dass ich einen Film darüber machen musste: einen Film über ein kirgisisches Mädchen, das sein neugeborenes Kind auf einer Moskauer Entbindungsstation verlässt, und die Umstände, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Tatsache ist jedoch, dass es in diesem Film um uns alle geht: um das, was passiert, wenn die Beziehungen zwischen einem Menschen und seiner Umwelt so extrem werden, dass er oder sie moralisch zu verfallen beginnt.“ (Regiekommentar)

Айка – Ayka, OmdU
Mi 03.07.

Der Funktionär

Andreas Goldstein
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Der Funktionär (AT: Bilder meines Vaters)

Deutschland 2018, 72 min

Regie: Andreas Goldstein

„Als mein Vater zwei Jahre alt war, überfiel das deutsche Heer Belgien, der 1. Weltkrieg begann. Als er sechs war, brach das Kaiserreich zusammen. Mit siebzehn sah er vor dem Fenster der elterlichen Wohnung einen erschossenen Arbeiter auf der Straße liegen. Er trat in den kommunistischen Jugendverband und später in die kommunistische Partei ein. Nach 1933 illegale Arbeit, bis ´45 in Berlin. Dann machte er im sozialistischen Deutschland Karriere, Abstürze inbegriffen. Schließlich verschwand das Land. Seitdem er tot ist, erscheint mein Vater in meinen Träumen.
Die Not diese Geschichten zu erzählen erwächst nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart. Heute werde die Konflikte der DDR dramatisiert und durchweg auf den Gegensatz von Freiheitswillen und Repression reduziert.  Sie bilden dabei weniger die DDR ab, als vielmehr eine Gegenwart, die sich selbst legitimieren muss und nun in diesen Erzählungen als Erlösung erscheinen kann.
Von einem Kommunisten erwartet man, im Gegensatz zu einem Bankdirektor, Ideale. Und dass er an ihnen scheitert, besser noch zugrunde geht. Schicksale die man einem Bankdirektor nicht verzeihen würde. Der gute Kommunist ist eine tragische Figur, der beste eine Leiche.“ (Andreas Goldstein)

Der Funktionär
Mi 03.07.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Mi 03.07.

Айка – Ayka, OmdU

Sergej Dworzewoj
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Айка (Ayka)                             Hauptpreis Filmfestival Cottbus 18

RUS/ D/ PL/ KZ/ CHN 2018, 100 min, russische Originalfassung mit dt. UT

Regie: Sergej Dworzewoj

Ayka, eine junge Kirgisin, arbeitet in Moskau. Ayka lebt ein Leben im Abgrund, stets verfolgt von der Notwendigkeit, sich das Überleben zu sichern. Weil sie ihr gerade geborenes Kind nicht ernähren kann, lässt sie ihren Sohn im Krankenhaus zurück und flieht – zurück in eine rohe Welt, in der sie niemals mehr als die Gejagte ihrer bloßen Existenz sein kann. Unter dem gnadenlosen Druck, Geld aufzutreiben, um ihre Schulden zu begleichen, will Ayka auch noch die letzte Grenze überschreiten. Sie muss sich einer existentiellen Entscheidung stellen. Für ihr herausragendes Spiel wurde die Schauspielerin Samal Jesljamowa in Cannes mit dem Preis als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Es gelingt ein kraftvolles Stück Kino voller Ehrlichkeit und das faszinierende Porträt einer unglaublich starken Frauenfigur.

„Es begann mit einer trockenen Zeitungsstatistik: ‚Im Jahr 2010 wurden in Moskauer Geburtskliniken 248 Babys von Müttern aus Kirgisistan aufgegeben.‘ Ich stand lange Zeit unter Schock, nachdem ich das gelesen hatte: Wie kann das sein? Was könnte der Grund dafür sein, dass kirgisische Mütter ihre Babys freiwillig massenhaft aufgeben und in einem fremden Land zurücklassen? Was könnte sie zu einer solchen Tat zwingen, die für jede Frau, aber erst recht für Frauen aus den so sehr familienorientierten Kulturen Zentralasiens, unnatürlich ist? Mir wurde klar, dass ich einen Film darüber machen musste: einen Film über ein kirgisisches Mädchen, das sein neugeborenes Kind auf einer Moskauer Entbindungsstation verlässt, und die Umstände, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Tatsache ist jedoch, dass es in diesem Film um uns alle geht: um das, was passiert, wenn die Beziehungen zwischen einem Menschen und seiner Umwelt so extrem werden, dass er oder sie moralisch zu verfallen beginnt.“ (Regiekommentar)

Айка – Ayka, OmdU
Mi 07.08.

Свидетели Путина (Putins Zeugen / Putin’s Witnesses), OmdU vorerst letztmalig!

Witalij Manskij
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Свидетели Путина (Putins Zeugen / Putin’s Witnesses)

Lettland / Schweiz / Tschechische Republik 2018, 102 min, russ. Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Witalij Manskij

Die Filmereignisse beginnen am 31. Dezember 1999, als Russland mit dem Interimspräsidenten bekannt wurde. Der Film gründet auf einmaligen und rein dokumentarischen Aussagen über die wahren Ursachen und Folgen der „Operation Nachfolger“, wodurch Russland den Präsidenten erhielt, der heute noch das Land regiert. Die Protagonisten des Films sind Michail Gorbatschow, Boris Jelzin, Wladimir Putin, Witalij Manskij und die russische Nation, die – wie immer – stille Zeugin ihres eigenen Schicksals ist.

„Eine schwerwiegende und weit fortgeschrittene Erkrankung erfordert eine Diagnose und eine Untersuchung der Krankheitsgeschichte. Dies war meine Überlegung bei den Vorbereitungsarbeiten für einen Film über die Ereignisse, die der unerwarteten Resignation des russischen Präsidenten Boris Jelzin und dem Beginn der ‹Operation Nachfolger› vorausgingen. Ich war Zeuge von und Mitbeteiligter an dieser Operation, die Wladimir Putin auf den Moskauer Thron setzte. Mein Erlebnisbericht ist äußerst wichtig. Nicht nur für die russische Gesellschaft – mit dem Ziel, sie von einer weit fortgeschrittenen Krankheit zu heilen –, sondern auch für andere Länder, damit diese ihre Freiheit nicht verlieren.“ (Witalij Manskij)

“In Putin’s Witnesses wird deutlich, dass der Dauerherrscher von Anfang an ein Meister der psychologischen Manipulation der Massen war. Eine seiner schärfsten Waffen dabei: eine auf einem Auge blinde Vergangenheitspolitik.” («Der Standard»)

„Regisseur Witalij Manskij, der zurzeit im selbst auferlegten Exil in Lettland lebt, zeigt ein sehr persönliches und mutiges Werk. Er zeichnet das Bild einer manipulierten Nation, ohne sich selbst als kritischen Denker auszuschließen. (…) Was bleibt, ist ein einsichtiger Manskij. Dessen krasses Eingeständnis macht den Film herausragend: ‚Der Film spiegelt den Preis wider, den ich zahlen muss, weil ich völlig naiv annahm, dass ich nur ein Zeuge war‘, sagt er im Off. ‚Doch die stillschweigende Einwilligung macht aus Zeugen Komplizen.‘“ (Ana Matijssevic, srf Kultur, 4.10.2018)

Свидетели Путина (Putins Zeugen / Putin’s Witnesses), OmdU vorerst letztmalig!
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