Fr 22.11.

Was gewesen wäre

Florian Koerner
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Was gewesen wäre

Deutschland 2019, 90 min

Regie: Florian Koerner

Die erste gemeinsame Reise ist in der Paarbeziehung so etwas wie die Nagelprobe. Für Astrid und Paul gilt das noch mehr als für andere, denn die beiden sind schon Ende vierzig und erst seit zwei Monaten zusammen. Ihr Ziel ist Budapest – man wohnt standesgemäß im „Gellert“, dem traditionsreichen Luxushotel. Und dort trifft die Ärztin Astrid ganz unerwartet auf ihre Jugendliebe Julius, mit dem sie zu DDR-Zeiten ebenfalls in Budapest war. Julius ist mit seinem Halbbruder Sascha in Budapest – beide betreiben eine Galerie in Hamburg. Auf einer Künstlerparty bei Berlin, die sie mit ihrer Freundin Jana besuchte, verknallten sich Astrid und Julius. Er war so etwas wie ein Exot, weil Sascha im Westen lebte. Später flüchtete Jana nach West-Berlin, dann holte Sascha Julian über Jugoslawien nach Hamburg. Astrid blieb in der DDR zurück. Das Wiedersehen mit Julius weckt alte Erinnerungen und stellt schließlich auch die Beziehung zu Paul infrage. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Was gewesen wäre
Fr 22.11.

Land des Honigs – Медена земја, OmdU

Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Медена земја (Land des Honigs)

Makedonien 2019, 85 min, OmdU

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Hatidze Muratova lebt im nordmazedonischen Gebirge, wo sie als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Ab und an bricht Muratova in die vergleichsweise hektische mazedonische Hauptstadt Skopje auf, um den geernteten Honig auf dem Markt zu verkaufen, die meiste Zeit verbringt sie aber in der ursprünglichen Natur, in der sie aufgewachsen ist. Das harte, doch idyllische Leben ändert sich, als Muratova und ihre Mutter neue Nachbarn bekommen. Die nomadische Großfamilie von Hussein Sam bringt einige Nutztiere und reichlich Lärm mit. Anders als Muratova sehen die Neuen den Honig vor allem als profitables Verkaufsgut. (programmkino.de)

„Poetisch verdichtet das Regieduo Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska das rund 400 Stunden umfassende Filmmaterial zu einem intensiven Drama, das viel mehr ist als nur Porträt einer Bienenzüchterin. Zwischen Beobachtung und Metaphorik begleiten sie Hatidze durch Höhen und Tiefen. In ihrer Welt entscheiden die Bienen, wer am Ende bleiben darf.“ (Julia Weigl, DOK Leipzig 2019)

Land des Honigs – Медена земја, OmdU
Fr 22.11.

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU

Teona Strugar Mitevska
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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија

MK/ B/ SLO/ HR/ F 2019, 100 min, OmdU

Regie: Teona Strugar Mitevska

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 31 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser.

Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem Heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Die Hölle bricht los, und ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.

GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2019 und gewann dort den Preis der Ökumenischen Jury sowie den Gilde Filmpreis. Auf dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2019 wurde der Film mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

„Petrunija ist 32 Jahre alt, ledig, arbeitslos. (…) Als der Tag, an dem dieser Film spielt, beginnt, hätte sie einen Job als Näherin bekommen können. Der Polizeichef von Štip fragt Petrunija, ob sie gläubig sei. Sie kommt mit einer Gegenfrage: ‚Sind Sie schwul?‘ Private Fragen werde sie nicht beantworten. … die junge Frau hat eher zufällig das Kreuz ergattert, das der Priester traditionell am Dreikönigstag in den kalten Fluss wirft. (…) Der Pope will es zurück, Männer ziehen lärmend vor die Polizeistation, weil es ihnen zustünde, eine Reporterin entdeckt ihre Chance, sich mit dem Thema aus der Provinz zu profilieren. Der Clou der Inszenierung besteht darin, dass Petrunija ruhig bleibt, während die Aufregung um sie wächst. (…) Was entscheidend für den Film spricht, ist der Humor, mit dem er das aktuelle Thema behandelt. (…) Er handelt von Männern, die Tradition mit Gesetz verwechseln. Die Heldin ist eine ganz normale Frau mit Kummerspeck, die selbst über ihr Leben bestimmen will. Sie erkennt, dass sie es kann.“ (Cornelia Geißler, BLZ 11.02.19)

„Doch so leicht macht es Petrunya den Männern nicht… Ruhig verteidigt sie ihre Position, ihr Recht auf das Kreuz, das ihr gar nicht aus religiösen Gründen wichtig ist. Vor allem ist es ein Symbol für das Versprechen auf Glück; Glück das Petrunya als Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft bislang kaum vergönnt war. Einfach macht es sich auch Regisseurin Mitevska nicht. Statt einem grotesken, sarkastischen Ton zu folgen, der kein gutes Haar an der Kirche und dem Patriarchat lässt, beschreibt sie differenziert und ambivalent eine Gesellschaft, die noch keinen rechten Weg gefunden hat, ihre langen Tradition mit der Moderne zu versöhnen und deren Status quo nun von einer ebenso mutigen wie willensstarken Frau auf die Probe gestellt wird.“ (Michael Meyns, TAZ 12.02.19)

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU
Sa 23.11.

Smuggling Hendrix, OmdU

Marios Piperides
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Smuggling Hendrix

D/ Zypern/ GR 2019, 90 min, OmdU

Regie: Marios Piperides

Yiannis, ein vom Erfolg verschonter Musiker, steht auf der Suche nach einem besseren Leben kurz vor der Ausreise aus Zypern. Seine Pläne werden jedoch auf den Kopf gestellt, als sein Hund Jimi davonläuft und die UN-Pufferzone zu der von der Türkei kontrollierten Seite der Insel überquert. Als er ihn endlich wiederfindet, sieht er sich mit einem Gesetz konfrontiert, welches die Überquerung von Tieren zur griechischen Seite strikt verbietet. Zum Glück lernt er Hassan von der anderen Seite der Grenze kennen, der ihm helfen will, das geliebte Tier wieder zurückzuschmuggeln – der Beginn einer absurden Reise.

Dass Marios Piperides, selbst im griechischen Teil Zyperns aufgewachsen, den todernsten Hintergrund der Handlung mit solch bestechender Einfachheit, Entspanntheit und einem durchweg menschenfreundlichen Humor angeht, ist ihm hoch anzurechnen. Und obwohl diese kleine Grenzkomödie alles andere als ein perfekter Film ist, ist ihr jeder Erfolg zu gönnen.“ (epd-film.de)

 

Smuggling Hendrix, OmdU
Sa 23.11.

Land des Honigs – Медена земја, OmdU

Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Медена земја (Land des Honigs)

Makedonien 2019, 85 min, OmdU

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Hatidze Muratova lebt im nordmazedonischen Gebirge, wo sie als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Ab und an bricht Muratova in die vergleichsweise hektische mazedonische Hauptstadt Skopje auf, um den geernteten Honig auf dem Markt zu verkaufen, die meiste Zeit verbringt sie aber in der ursprünglichen Natur, in der sie aufgewachsen ist. Das harte, doch idyllische Leben ändert sich, als Muratova und ihre Mutter neue Nachbarn bekommen. Die nomadische Großfamilie von Hussein Sam bringt einige Nutztiere und reichlich Lärm mit. Anders als Muratova sehen die Neuen den Honig vor allem als profitables Verkaufsgut. (programmkino.de)

„Poetisch verdichtet das Regieduo Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska das rund 400 Stunden umfassende Filmmaterial zu einem intensiven Drama, das viel mehr ist als nur Porträt einer Bienenzüchterin. Zwischen Beobachtung und Metaphorik begleiten sie Hatidze durch Höhen und Tiefen. In ihrer Welt entscheiden die Bienen, wer am Ende bleiben darf.“ (Julia Weigl, DOK Leipzig 2019)

Land des Honigs – Медена земја, OmdU
Sa 23.11.

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU

Teona Strugar Mitevska
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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија

MK/ B/ SLO/ HR/ F 2019, 100 min, OmdU

Regie: Teona Strugar Mitevska

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 31 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser.

Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem Heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Die Hölle bricht los, und ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.

GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2019 und gewann dort den Preis der Ökumenischen Jury sowie den Gilde Filmpreis. Auf dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2019 wurde der Film mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

„Petrunija ist 32 Jahre alt, ledig, arbeitslos. (…) Als der Tag, an dem dieser Film spielt, beginnt, hätte sie einen Job als Näherin bekommen können. Der Polizeichef von Štip fragt Petrunija, ob sie gläubig sei. Sie kommt mit einer Gegenfrage: ‚Sind Sie schwul?‘ Private Fragen werde sie nicht beantworten. … die junge Frau hat eher zufällig das Kreuz ergattert, das der Priester traditionell am Dreikönigstag in den kalten Fluss wirft. (…) Der Pope will es zurück, Männer ziehen lärmend vor die Polizeistation, weil es ihnen zustünde, eine Reporterin entdeckt ihre Chance, sich mit dem Thema aus der Provinz zu profilieren. Der Clou der Inszenierung besteht darin, dass Petrunija ruhig bleibt, während die Aufregung um sie wächst. (…) Was entscheidend für den Film spricht, ist der Humor, mit dem er das aktuelle Thema behandelt. (…) Er handelt von Männern, die Tradition mit Gesetz verwechseln. Die Heldin ist eine ganz normale Frau mit Kummerspeck, die selbst über ihr Leben bestimmen will. Sie erkennt, dass sie es kann.“ (Cornelia Geißler, BLZ 11.02.19)

„Doch so leicht macht es Petrunya den Männern nicht… Ruhig verteidigt sie ihre Position, ihr Recht auf das Kreuz, das ihr gar nicht aus religiösen Gründen wichtig ist. Vor allem ist es ein Symbol für das Versprechen auf Glück; Glück das Petrunya als Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft bislang kaum vergönnt war. Einfach macht es sich auch Regisseurin Mitevska nicht. Statt einem grotesken, sarkastischen Ton zu folgen, der kein gutes Haar an der Kirche und dem Patriarchat lässt, beschreibt sie differenziert und ambivalent eine Gesellschaft, die noch keinen rechten Weg gefunden hat, ihre langen Tradition mit der Moderne zu versöhnen und deren Status quo nun von einer ebenso mutigen wie willensstarken Frau auf die Probe gestellt wird.“ (Michael Meyns, TAZ 12.02.19)

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU
Sa 23.11.

Was gewesen wäre

Florian Koerner
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Was gewesen wäre

Deutschland 2019, 90 min

Regie: Florian Koerner

Die erste gemeinsame Reise ist in der Paarbeziehung so etwas wie die Nagelprobe. Für Astrid und Paul gilt das noch mehr als für andere, denn die beiden sind schon Ende vierzig und erst seit zwei Monaten zusammen. Ihr Ziel ist Budapest – man wohnt standesgemäß im „Gellert“, dem traditionsreichen Luxushotel. Und dort trifft die Ärztin Astrid ganz unerwartet auf ihre Jugendliebe Julius, mit dem sie zu DDR-Zeiten ebenfalls in Budapest war. Julius ist mit seinem Halbbruder Sascha in Budapest – beide betreiben eine Galerie in Hamburg. Auf einer Künstlerparty bei Berlin, die sie mit ihrer Freundin Jana besuchte, verknallten sich Astrid und Julius. Er war so etwas wie ein Exot, weil Sascha im Westen lebte. Später flüchtete Jana nach West-Berlin, dann holte Sascha Julian über Jugoslawien nach Hamburg. Astrid blieb in der DDR zurück. Das Wiedersehen mit Julius weckt alte Erinnerungen und stellt schließlich auch die Beziehung zu Paul infrage. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Was gewesen wäre
So 24.11.

Smuggling Hendrix, OmdU

Marios Piperides
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Smuggling Hendrix

D/ Zypern/ GR 2019, 90 min, OmdU

Regie: Marios Piperides

Yiannis, ein vom Erfolg verschonter Musiker, steht auf der Suche nach einem besseren Leben kurz vor der Ausreise aus Zypern. Seine Pläne werden jedoch auf den Kopf gestellt, als sein Hund Jimi davonläuft und die UN-Pufferzone zu der von der Türkei kontrollierten Seite der Insel überquert. Als er ihn endlich wiederfindet, sieht er sich mit einem Gesetz konfrontiert, welches die Überquerung von Tieren zur griechischen Seite strikt verbietet. Zum Glück lernt er Hassan von der anderen Seite der Grenze kennen, der ihm helfen will, das geliebte Tier wieder zurückzuschmuggeln – der Beginn einer absurden Reise.

Dass Marios Piperides, selbst im griechischen Teil Zyperns aufgewachsen, den todernsten Hintergrund der Handlung mit solch bestechender Einfachheit, Entspanntheit und einem durchweg menschenfreundlichen Humor angeht, ist ihm hoch anzurechnen. Und obwohl diese kleine Grenzkomödie alles andere als ein perfekter Film ist, ist ihr jeder Erfolg zu gönnen.“ (epd-film.de)

 

Smuggling Hendrix, OmdU
So 24.11.

Land des Honigs – Медена земја, OmdU

Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Медена земја (Land des Honigs)

Makedonien 2019, 85 min, OmdU

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Hatidze Muratova lebt im nordmazedonischen Gebirge, wo sie als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Ab und an bricht Muratova in die vergleichsweise hektische mazedonische Hauptstadt Skopje auf, um den geernteten Honig auf dem Markt zu verkaufen, die meiste Zeit verbringt sie aber in der ursprünglichen Natur, in der sie aufgewachsen ist. Das harte, doch idyllische Leben ändert sich, als Muratova und ihre Mutter neue Nachbarn bekommen. Die nomadische Großfamilie von Hussein Sam bringt einige Nutztiere und reichlich Lärm mit. Anders als Muratova sehen die Neuen den Honig vor allem als profitables Verkaufsgut. (programmkino.de)

„Poetisch verdichtet das Regieduo Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska das rund 400 Stunden umfassende Filmmaterial zu einem intensiven Drama, das viel mehr ist als nur Porträt einer Bienenzüchterin. Zwischen Beobachtung und Metaphorik begleiten sie Hatidze durch Höhen und Tiefen. In ihrer Welt entscheiden die Bienen, wer am Ende bleiben darf.“ (Julia Weigl, DOK Leipzig 2019)

Land des Honigs – Медена земја, OmdU
So 24.11.

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU

Teona Strugar Mitevska
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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија

MK/ B/ SLO/ HR/ F 2019, 100 min, OmdU

Regie: Teona Strugar Mitevska

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 31 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser.

Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem Heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Die Hölle bricht los, und ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.

GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2019 und gewann dort den Preis der Ökumenischen Jury sowie den Gilde Filmpreis. Auf dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2019 wurde der Film mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

„Petrunija ist 32 Jahre alt, ledig, arbeitslos. (…) Als der Tag, an dem dieser Film spielt, beginnt, hätte sie einen Job als Näherin bekommen können. Der Polizeichef von Štip fragt Petrunija, ob sie gläubig sei. Sie kommt mit einer Gegenfrage: ‚Sind Sie schwul?‘ Private Fragen werde sie nicht beantworten. … die junge Frau hat eher zufällig das Kreuz ergattert, das der Priester traditionell am Dreikönigstag in den kalten Fluss wirft. (…) Der Pope will es zurück, Männer ziehen lärmend vor die Polizeistation, weil es ihnen zustünde, eine Reporterin entdeckt ihre Chance, sich mit dem Thema aus der Provinz zu profilieren. Der Clou der Inszenierung besteht darin, dass Petrunija ruhig bleibt, während die Aufregung um sie wächst. (…) Was entscheidend für den Film spricht, ist der Humor, mit dem er das aktuelle Thema behandelt. (…) Er handelt von Männern, die Tradition mit Gesetz verwechseln. Die Heldin ist eine ganz normale Frau mit Kummerspeck, die selbst über ihr Leben bestimmen will. Sie erkennt, dass sie es kann.“ (Cornelia Geißler, BLZ 11.02.19)

„Doch so leicht macht es Petrunya den Männern nicht… Ruhig verteidigt sie ihre Position, ihr Recht auf das Kreuz, das ihr gar nicht aus religiösen Gründen wichtig ist. Vor allem ist es ein Symbol für das Versprechen auf Glück; Glück das Petrunya als Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft bislang kaum vergönnt war. Einfach macht es sich auch Regisseurin Mitevska nicht. Statt einem grotesken, sarkastischen Ton zu folgen, der kein gutes Haar an der Kirche und dem Patriarchat lässt, beschreibt sie differenziert und ambivalent eine Gesellschaft, die noch keinen rechten Weg gefunden hat, ihre langen Tradition mit der Moderne zu versöhnen und deren Status quo nun von einer ebenso mutigen wie willensstarken Frau auf die Probe gestellt wird.“ (Michael Meyns, TAZ 12.02.19)

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU
So 24.11.

Was gewesen wäre

Florian Koerner
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Was gewesen wäre

Deutschland 2019, 90 min

Regie: Florian Koerner

Die erste gemeinsame Reise ist in der Paarbeziehung so etwas wie die Nagelprobe. Für Astrid und Paul gilt das noch mehr als für andere, denn die beiden sind schon Ende vierzig und erst seit zwei Monaten zusammen. Ihr Ziel ist Budapest – man wohnt standesgemäß im „Gellert“, dem traditionsreichen Luxushotel. Und dort trifft die Ärztin Astrid ganz unerwartet auf ihre Jugendliebe Julius, mit dem sie zu DDR-Zeiten ebenfalls in Budapest war. Julius ist mit seinem Halbbruder Sascha in Budapest – beide betreiben eine Galerie in Hamburg. Auf einer Künstlerparty bei Berlin, die sie mit ihrer Freundin Jana besuchte, verknallten sich Astrid und Julius. Er war so etwas wie ein Exot, weil Sascha im Westen lebte. Später flüchtete Jana nach West-Berlin, dann holte Sascha Julian über Jugoslawien nach Hamburg. Astrid blieb in der DDR zurück. Das Wiedersehen mit Julius weckt alte Erinnerungen und stellt schließlich auch die Beziehung zu Paul infrage. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Was gewesen wäre
Mo 25.11.

Was gewesen wäre

Florian Koerner
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Was gewesen wäre

Deutschland 2019, 90 min

Regie: Florian Koerner

Die erste gemeinsame Reise ist in der Paarbeziehung so etwas wie die Nagelprobe. Für Astrid und Paul gilt das noch mehr als für andere, denn die beiden sind schon Ende vierzig und erst seit zwei Monaten zusammen. Ihr Ziel ist Budapest – man wohnt standesgemäß im „Gellert“, dem traditionsreichen Luxushotel. Und dort trifft die Ärztin Astrid ganz unerwartet auf ihre Jugendliebe Julius, mit dem sie zu DDR-Zeiten ebenfalls in Budapest war. Julius ist mit seinem Halbbruder Sascha in Budapest – beide betreiben eine Galerie in Hamburg. Auf einer Künstlerparty bei Berlin, die sie mit ihrer Freundin Jana besuchte, verknallten sich Astrid und Julius. Er war so etwas wie ein Exot, weil Sascha im Westen lebte. Später flüchtete Jana nach West-Berlin, dann holte Sascha Julian über Jugoslawien nach Hamburg. Astrid blieb in der DDR zurück. Das Wiedersehen mit Julius weckt alte Erinnerungen und stellt schließlich auch die Beziehung zu Paul infrage. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Was gewesen wäre
Mo 25.11.

Land des Honigs – Медена земја, OmdU

Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Медена земја (Land des Honigs)

Makedonien 2019, 85 min, OmdU

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Hatidze Muratova lebt im nordmazedonischen Gebirge, wo sie als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Ab und an bricht Muratova in die vergleichsweise hektische mazedonische Hauptstadt Skopje auf, um den geernteten Honig auf dem Markt zu verkaufen, die meiste Zeit verbringt sie aber in der ursprünglichen Natur, in der sie aufgewachsen ist. Das harte, doch idyllische Leben ändert sich, als Muratova und ihre Mutter neue Nachbarn bekommen. Die nomadische Großfamilie von Hussein Sam bringt einige Nutztiere und reichlich Lärm mit. Anders als Muratova sehen die Neuen den Honig vor allem als profitables Verkaufsgut. (programmkino.de)

„Poetisch verdichtet das Regieduo Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska das rund 400 Stunden umfassende Filmmaterial zu einem intensiven Drama, das viel mehr ist als nur Porträt einer Bienenzüchterin. Zwischen Beobachtung und Metaphorik begleiten sie Hatidze durch Höhen und Tiefen. In ihrer Welt entscheiden die Bienen, wer am Ende bleiben darf.“ (Julia Weigl, DOK Leipzig 2019)

Land des Honigs – Медена земја, OmdU
Mo 25.11.

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU

Teona Strugar Mitevska
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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија

MK/ B/ SLO/ HR/ F 2019, 100 min, OmdU

Regie: Teona Strugar Mitevska

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 31 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser.

Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem Heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Die Hölle bricht los, und ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.

GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2019 und gewann dort den Preis der Ökumenischen Jury sowie den Gilde Filmpreis. Auf dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2019 wurde der Film mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

„Petrunija ist 32 Jahre alt, ledig, arbeitslos. (…) Als der Tag, an dem dieser Film spielt, beginnt, hätte sie einen Job als Näherin bekommen können. Der Polizeichef von Štip fragt Petrunija, ob sie gläubig sei. Sie kommt mit einer Gegenfrage: ‚Sind Sie schwul?‘ Private Fragen werde sie nicht beantworten. … die junge Frau hat eher zufällig das Kreuz ergattert, das der Priester traditionell am Dreikönigstag in den kalten Fluss wirft. (…) Der Pope will es zurück, Männer ziehen lärmend vor die Polizeistation, weil es ihnen zustünde, eine Reporterin entdeckt ihre Chance, sich mit dem Thema aus der Provinz zu profilieren. Der Clou der Inszenierung besteht darin, dass Petrunija ruhig bleibt, während die Aufregung um sie wächst. (…) Was entscheidend für den Film spricht, ist der Humor, mit dem er das aktuelle Thema behandelt. (…) Er handelt von Männern, die Tradition mit Gesetz verwechseln. Die Heldin ist eine ganz normale Frau mit Kummerspeck, die selbst über ihr Leben bestimmen will. Sie erkennt, dass sie es kann.“ (Cornelia Geißler, BLZ 11.02.19)

„Doch so leicht macht es Petrunya den Männern nicht… Ruhig verteidigt sie ihre Position, ihr Recht auf das Kreuz, das ihr gar nicht aus religiösen Gründen wichtig ist. Vor allem ist es ein Symbol für das Versprechen auf Glück; Glück das Petrunya als Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft bislang kaum vergönnt war. Einfach macht es sich auch Regisseurin Mitevska nicht. Statt einem grotesken, sarkastischen Ton zu folgen, der kein gutes Haar an der Kirche und dem Patriarchat lässt, beschreibt sie differenziert und ambivalent eine Gesellschaft, die noch keinen rechten Weg gefunden hat, ihre langen Tradition mit der Moderne zu versöhnen und deren Status quo nun von einer ebenso mutigen wie willensstarken Frau auf die Probe gestellt wird.“ (Michael Meyns, TAZ 12.02.19)

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU
Di 26.11.

Was gewesen wäre

Florian Koerner
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Was gewesen wäre

Deutschland 2019, 90 min

Regie: Florian Koerner

Die erste gemeinsame Reise ist in der Paarbeziehung so etwas wie die Nagelprobe. Für Astrid und Paul gilt das noch mehr als für andere, denn die beiden sind schon Ende vierzig und erst seit zwei Monaten zusammen. Ihr Ziel ist Budapest – man wohnt standesgemäß im „Gellert“, dem traditionsreichen Luxushotel. Und dort trifft die Ärztin Astrid ganz unerwartet auf ihre Jugendliebe Julius, mit dem sie zu DDR-Zeiten ebenfalls in Budapest war. Julius ist mit seinem Halbbruder Sascha in Budapest – beide betreiben eine Galerie in Hamburg. Auf einer Künstlerparty bei Berlin, die sie mit ihrer Freundin Jana besuchte, verknallten sich Astrid und Julius. Er war so etwas wie ein Exot, weil Sascha im Westen lebte. Später flüchtete Jana nach West-Berlin, dann holte Sascha Julian über Jugoslawien nach Hamburg. Astrid blieb in der DDR zurück. Das Wiedersehen mit Julius weckt alte Erinnerungen und stellt schließlich auch die Beziehung zu Paul infrage. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Was gewesen wäre
Di 26.11.

Land des Honigs – Медена земја, OmdU

Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Медена земја (Land des Honigs)

Makedonien 2019, 85 min, OmdU

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Hatidze Muratova lebt im nordmazedonischen Gebirge, wo sie als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Ab und an bricht Muratova in die vergleichsweise hektische mazedonische Hauptstadt Skopje auf, um den geernteten Honig auf dem Markt zu verkaufen, die meiste Zeit verbringt sie aber in der ursprünglichen Natur, in der sie aufgewachsen ist. Das harte, doch idyllische Leben ändert sich, als Muratova und ihre Mutter neue Nachbarn bekommen. Die nomadische Großfamilie von Hussein Sam bringt einige Nutztiere und reichlich Lärm mit. Anders als Muratova sehen die Neuen den Honig vor allem als profitables Verkaufsgut. (programmkino.de)

„Poetisch verdichtet das Regieduo Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska das rund 400 Stunden umfassende Filmmaterial zu einem intensiven Drama, das viel mehr ist als nur Porträt einer Bienenzüchterin. Zwischen Beobachtung und Metaphorik begleiten sie Hatidze durch Höhen und Tiefen. In ihrer Welt entscheiden die Bienen, wer am Ende bleiben darf.“ (Julia Weigl, DOK Leipzig 2019)

Land des Honigs – Медена земја, OmdU
Di 26.11.

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU

Teona Strugar Mitevska
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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија

MK/ B/ SLO/ HR/ F 2019, 100 min, OmdU

Regie: Teona Strugar Mitevska

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 31 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser.

Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem Heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Die Hölle bricht los, und ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.

GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2019 und gewann dort den Preis der Ökumenischen Jury sowie den Gilde Filmpreis. Auf dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2019 wurde der Film mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

„Petrunija ist 32 Jahre alt, ledig, arbeitslos. (…) Als der Tag, an dem dieser Film spielt, beginnt, hätte sie einen Job als Näherin bekommen können. Der Polizeichef von Štip fragt Petrunija, ob sie gläubig sei. Sie kommt mit einer Gegenfrage: ‚Sind Sie schwul?‘ Private Fragen werde sie nicht beantworten. … die junge Frau hat eher zufällig das Kreuz ergattert, das der Priester traditionell am Dreikönigstag in den kalten Fluss wirft. (…) Der Pope will es zurück, Männer ziehen lärmend vor die Polizeistation, weil es ihnen zustünde, eine Reporterin entdeckt ihre Chance, sich mit dem Thema aus der Provinz zu profilieren. Der Clou der Inszenierung besteht darin, dass Petrunija ruhig bleibt, während die Aufregung um sie wächst. (…) Was entscheidend für den Film spricht, ist der Humor, mit dem er das aktuelle Thema behandelt. (…) Er handelt von Männern, die Tradition mit Gesetz verwechseln. Die Heldin ist eine ganz normale Frau mit Kummerspeck, die selbst über ihr Leben bestimmen will. Sie erkennt, dass sie es kann.“ (Cornelia Geißler, BLZ 11.02.19)

„Doch so leicht macht es Petrunya den Männern nicht… Ruhig verteidigt sie ihre Position, ihr Recht auf das Kreuz, das ihr gar nicht aus religiösen Gründen wichtig ist. Vor allem ist es ein Symbol für das Versprechen auf Glück; Glück das Petrunya als Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft bislang kaum vergönnt war. Einfach macht es sich auch Regisseurin Mitevska nicht. Statt einem grotesken, sarkastischen Ton zu folgen, der kein gutes Haar an der Kirche und dem Patriarchat lässt, beschreibt sie differenziert und ambivalent eine Gesellschaft, die noch keinen rechten Weg gefunden hat, ihre langen Tradition mit der Moderne zu versöhnen und deren Status quo nun von einer ebenso mutigen wie willensstarken Frau auf die Probe gestellt wird.“ (Michael Meyns, TAZ 12.02.19)

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU
Mi 27.11.

Land des Honigs – Медена земја, OmdU

Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Медена земја (Land des Honigs)

Makedonien 2019, 85 min, OmdU

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Hatidze Muratova lebt im nordmazedonischen Gebirge, wo sie als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Ab und an bricht Muratova in die vergleichsweise hektische mazedonische Hauptstadt Skopje auf, um den geernteten Honig auf dem Markt zu verkaufen, die meiste Zeit verbringt sie aber in der ursprünglichen Natur, in der sie aufgewachsen ist. Das harte, doch idyllische Leben ändert sich, als Muratova und ihre Mutter neue Nachbarn bekommen. Die nomadische Großfamilie von Hussein Sam bringt einige Nutztiere und reichlich Lärm mit. Anders als Muratova sehen die Neuen den Honig vor allem als profitables Verkaufsgut. (programmkino.de)

„Poetisch verdichtet das Regieduo Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska das rund 400 Stunden umfassende Filmmaterial zu einem intensiven Drama, das viel mehr ist als nur Porträt einer Bienenzüchterin. Zwischen Beobachtung und Metaphorik begleiten sie Hatidze durch Höhen und Tiefen. In ihrer Welt entscheiden die Bienen, wer am Ende bleiben darf.“ (Julia Weigl, DOK Leipzig 2019)

Land des Honigs – Медена земја, OmdU
Mi 27.11.

Neues Kino aus Zentralasien: Айка (Ayka), OmdU mit Gast und Filmgespräch – EINTRITT FREI

Sergej Dworzewoj
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Umbrüche / Aufbrüche

Neues Kino aus Zentralasien

eine Reihe der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Kino Krokodil (30.10.-27.11.2019)

Es war eine unfreiwillige Unabhängigkeit, in die die ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan mit dem Ende der UdSSR hineinschlidderten. Anders als in Osteuropa gab es in den zentralasiatischen Republiken keine Unabhängigkeitsbewegungen, die eine Emanzipation von Moskau gefordert hätten. Und so lässt ist der Weg der zentralasiatischen Staaten – bei aller individueller Unterschiedlichkeit – heute noch immer ein unentschiedener, schwankend zwischen der Fokussierung auf die alten Verbindungen nach Russland und dem Erkunden neuer politischer Pfade, allein oder mit neuen Partnern. Und auch die Gesellschaften befinden sich in einer Phase der Auseinandersetzung über die Bewahrung, Modernisierung oder Zerschlagung von Werten und Normen, die die Region lange Zeit geprägt haben.

Diese Gesellschaften im Umbruch, an der Schwelle zu Aufbrüchen mit unklaren Zielen, zeigen auch die Filme, die die Rosa-Luxemburg-Stiftung in der Reihe Umbrüche / Aufbrüche – Neues Kino aus Zentralasien präsentiert. Egal ob in den Bergen zwischen Tadschikistan und Usbekistan, in der Metropole Almaty oder in den Weiten der kirgisischen Steppe: Überall gibt es Veränderungen– nur unterscheidet sich der Umgang der Protagonist*innen mit diesen.

Im Anschluss an jede Filmvorführung findet ein Gespräch mit Filmemacher*innen, Aktivist*innen oder Wissenschaftler*innen über den Film und die Situation vor Ort statt. Der Eintritt ist frei.

27.11.2019, 19.00 Uhr

Айка (Ayka)

Russland / Kasachstan 2018, 100 Min., OmdU

Gast: Ali Feruz (Usbekischer Journalist und Aktivist, Berlin)

Ayka, eine junge Kirgisin, arbeitet in Moskau. Ayka lebt ein Leben im Abgrund, stets verfolgt von der Notwendigkeit, sich das Überleben zu sichern. Weil sie ihr gerade geborenes Kind nicht ernähren kann, lässt sie ihren Sohn im Krankenhaus zurück und flieht – zurück in eine rohe Welt, in der sie niemals mehr als die Gejagte ihrer bloßen Existenz sein kann. Unter dem gnadenlosen Druck, Geld aufzutreiben, um ihre Schulden zu begleichen, will Ayka auch noch die letzte Grenze überschreiten. Sie muss sich einer existentiellen Entscheidung stellen. AYKA ist ein kraftvolles Stück Kino voller Ehrlichkeit und das faszinierende Porträt einer unglaublich starken Frauenfigur.

Regie: Sergey Dvortsevoy (*1962) ist ein kasachischer Filmemacher mit russischen Wurzeln. Bevor er zum Film kam, arbeitete er als Luftfahrtingenieur. Bereits seine ersten Filme sorgten für Aufsehen, mit TULPAN war er 2008 der offizielle Oscar-Beitrag Kasachstans. AYKA ist sein sechster Film.

Neues Kino aus Zentralasien: Айка (Ayka), OmdU mit Gast und Filmgespräch – EINTRITT FREI
Mi 27.11.

Was gewesen wäre

Florian Koerner
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Was gewesen wäre

Deutschland 2019, 90 min

Regie: Florian Koerner

Die erste gemeinsame Reise ist in der Paarbeziehung so etwas wie die Nagelprobe. Für Astrid und Paul gilt das noch mehr als für andere, denn die beiden sind schon Ende vierzig und erst seit zwei Monaten zusammen. Ihr Ziel ist Budapest – man wohnt standesgemäß im „Gellert“, dem traditionsreichen Luxushotel. Und dort trifft die Ärztin Astrid ganz unerwartet auf ihre Jugendliebe Julius, mit dem sie zu DDR-Zeiten ebenfalls in Budapest war. Julius ist mit seinem Halbbruder Sascha in Budapest – beide betreiben eine Galerie in Hamburg. Auf einer Künstlerparty bei Berlin, die sie mit ihrer Freundin Jana besuchte, verknallten sich Astrid und Julius. Er war so etwas wie ein Exot, weil Sascha im Westen lebte. Später flüchtete Jana nach West-Berlin, dann holte Sascha Julian über Jugoslawien nach Hamburg. Astrid blieb in der DDR zurück. Das Wiedersehen mit Julius weckt alte Erinnerungen und stellt schließlich auch die Beziehung zu Paul infrage. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Was gewesen wäre
Do 28.11.

День победы (Tag des Sieges), OmdU

Sergej Losniza
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День победы (Tag des Sieges)

D 2018, 94 min, OmdU

Regie: Sergej Losniza

Jedes Jahr am 9. Mai füllt sich das Gelände des Sowjetischen Ehrenmals im Berliner Treptower Park mit feiernden Menschen. Sie sind festlich gekleidet, nicht wenige tragen die Uniform der sowjetischen Armee. Viele halten Fahnen, Transparente, Poster. Kränze und Blumen werden niedergelegt, man singt und tanzt, isst und trinkt – ein ausgelassenes Volksfest. Man feiert den Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Der Film dokumentiert die Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ im Berliner Treptower Park im 72. Jahr nach dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg.

„DEN POBEDY– mit für Sergej Loznitsa typisch langen, präzis kadrierten Einstellungen, ohne Off-Kommentar, dafür mit filigraner Tonmontage – beobachtet das Treiben am 9. Mai 2017 im Treptower Park. (…) Dass das aktuelle Ritual einen ungehemmteren Umgang mit dem Heldentum pflegt, ist nur ein Aspekt der Feierlichkeiten, der leichtes Unbehagen bereitet. Dazu kommt eine brisante Mischung von Besucher*innen, die die eigentlichen Akteure des Geschehens sind. Stalin als dem obersten Helden wird auf einem kleinen Wägelchen gedankt, das von zwei niedlichen Hunden gezogen wird – was zunächst schlicht skurril ist. Doch die geschmückten Haustiere oder die in Soldatenuniform gesteckten kleinen Kinder sind es nicht, die irritieren. (…) Bedenklich wird das Ganze, wenn der Hügel vor dem Soldatendenkmal und damit das Festbild von Männern mit schwarzen Lederjacken (zwischen neomilitant ausrasiert und ultraorthodox langbärtig) dominiert wird und das etablierte Sowjetfahnenmeer von Flaggen ganz anderer Couleur überladen wird – jenen der Russischen Föderation, der ‚Donezker Republik‘ oder direkt der ‚Nachtwölfe‘. Das Auftreten des berüchtigten Bikerklubs und seiner Fans hat so hohen Krimeroberer-Patriotismus-Faktor, dass die vorgebliche Antifaschismus-Message des Festtages endgültig ad absurdum geführt wird. (…)

Immer wieder sucht die Kamera Erholung von diesem ideologischen Kauderwelsch und findet sie in der Detailbetrachtung des Ehrendenkmals. Doch auch hier kreiert Loznitsa Textpassagen und Bilder mit historischer Ambivalenz und einem Selbstaussagewert, der erst bei längerem Hinsehen erkenntlich wird – und bis zuletzt Sache des Betrachters bleibt. Wir müssen hinsehen, wir sollen nachdenken, wir dürfen streiten. In diesem Sinne ist VICTORY DAY eine bewusst streitbare Einladung, das Gestern im Heute zu reflektieren. Ein Film auf hoch intellektuellem wie auch formal hohem Niveau.“ (Barbara Wurm, taz.de)

День победы (Tag des Sieges), OmdU
Do 28.11.

Land des Honigs – Медена земја, OmdU

Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Медена земја (Land des Honigs)

Makedonien 2019, 85 min, OmdU

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Hatidze Muratova lebt im nordmazedonischen Gebirge, wo sie als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Ab und an bricht Muratova in die vergleichsweise hektische mazedonische Hauptstadt Skopje auf, um den geernteten Honig auf dem Markt zu verkaufen, die meiste Zeit verbringt sie aber in der ursprünglichen Natur, in der sie aufgewachsen ist. Das harte, doch idyllische Leben ändert sich, als Muratova und ihre Mutter neue Nachbarn bekommen. Die nomadische Großfamilie von Hussein Sam bringt einige Nutztiere und reichlich Lärm mit. Anders als Muratova sehen die Neuen den Honig vor allem als profitables Verkaufsgut. (programmkino.de)

„Poetisch verdichtet das Regieduo Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska das rund 400 Stunden umfassende Filmmaterial zu einem intensiven Drama, das viel mehr ist als nur Porträt einer Bienenzüchterin. Zwischen Beobachtung und Metaphorik begleiten sie Hatidze durch Höhen und Tiefen. In ihrer Welt entscheiden die Bienen, wer am Ende bleiben darf.“ (Julia Weigl, DOK Leipzig 2019)

Land des Honigs – Медена земја, OmdU
Do 28.11.

Was gewesen wäre

Florian Koerner
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Was gewesen wäre

Deutschland 2019, 90 min

Regie: Florian Koerner

Die erste gemeinsame Reise ist in der Paarbeziehung so etwas wie die Nagelprobe. Für Astrid und Paul gilt das noch mehr als für andere, denn die beiden sind schon Ende vierzig und erst seit zwei Monaten zusammen. Ihr Ziel ist Budapest – man wohnt standesgemäß im „Gellert“, dem traditionsreichen Luxushotel. Und dort trifft die Ärztin Astrid ganz unerwartet auf ihre Jugendliebe Julius, mit dem sie zu DDR-Zeiten ebenfalls in Budapest war. Julius ist mit seinem Halbbruder Sascha in Budapest – beide betreiben eine Galerie in Hamburg. Auf einer Künstlerparty bei Berlin, die sie mit ihrer Freundin Jana besuchte, verknallten sich Astrid und Julius. Er war so etwas wie ein Exot, weil Sascha im Westen lebte. Später flüchtete Jana nach West-Berlin, dann holte Sascha Julian über Jugoslawien nach Hamburg. Astrid blieb in der DDR zurück. Das Wiedersehen mit Julius weckt alte Erinnerungen und stellt schließlich auch die Beziehung zu Paul infrage. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Was gewesen wäre
Fr 29.11.

День победы (Tag des Sieges), OmdU

Sergej Losniza
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День победы (Tag des Sieges)

D 2018, 94 min, OmdU

Regie: Sergej Losniza

Jedes Jahr am 9. Mai füllt sich das Gelände des Sowjetischen Ehrenmals im Berliner Treptower Park mit feiernden Menschen. Sie sind festlich gekleidet, nicht wenige tragen die Uniform der sowjetischen Armee. Viele halten Fahnen, Transparente, Poster. Kränze und Blumen werden niedergelegt, man singt und tanzt, isst und trinkt – ein ausgelassenes Volksfest. Man feiert den Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Der Film dokumentiert die Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ im Berliner Treptower Park im 72. Jahr nach dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg.

„DEN POBEDY– mit für Sergej Loznitsa typisch langen, präzis kadrierten Einstellungen, ohne Off-Kommentar, dafür mit filigraner Tonmontage – beobachtet das Treiben am 9. Mai 2017 im Treptower Park. (…) Dass das aktuelle Ritual einen ungehemmteren Umgang mit dem Heldentum pflegt, ist nur ein Aspekt der Feierlichkeiten, der leichtes Unbehagen bereitet. Dazu kommt eine brisante Mischung von Besucher*innen, die die eigentlichen Akteure des Geschehens sind. Stalin als dem obersten Helden wird auf einem kleinen Wägelchen gedankt, das von zwei niedlichen Hunden gezogen wird – was zunächst schlicht skurril ist. Doch die geschmückten Haustiere oder die in Soldatenuniform gesteckten kleinen Kinder sind es nicht, die irritieren. (…) Bedenklich wird das Ganze, wenn der Hügel vor dem Soldatendenkmal und damit das Festbild von Männern mit schwarzen Lederjacken (zwischen neomilitant ausrasiert und ultraorthodox langbärtig) dominiert wird und das etablierte Sowjetfahnenmeer von Flaggen ganz anderer Couleur überladen wird – jenen der Russischen Föderation, der ‚Donezker Republik‘ oder direkt der ‚Nachtwölfe‘. Das Auftreten des berüchtigten Bikerklubs und seiner Fans hat so hohen Krimeroberer-Patriotismus-Faktor, dass die vorgebliche Antifaschismus-Message des Festtages endgültig ad absurdum geführt wird. (…)

Immer wieder sucht die Kamera Erholung von diesem ideologischen Kauderwelsch und findet sie in der Detailbetrachtung des Ehrendenkmals. Doch auch hier kreiert Loznitsa Textpassagen und Bilder mit historischer Ambivalenz und einem Selbstaussagewert, der erst bei längerem Hinsehen erkenntlich wird – und bis zuletzt Sache des Betrachters bleibt. Wir müssen hinsehen, wir sollen nachdenken, wir dürfen streiten. In diesem Sinne ist VICTORY DAY eine bewusst streitbare Einladung, das Gestern im Heute zu reflektieren. Ein Film auf hoch intellektuellem wie auch formal hohem Niveau.“ (Barbara Wurm, taz.de)

День победы (Tag des Sieges), OmdU
Fr 29.11.

Land des Honigs – Медена земја, OmdU

Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Медена земја (Land des Honigs)

Makedonien 2019, 85 min, OmdU

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Hatidze Muratova lebt im nordmazedonischen Gebirge, wo sie als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Ab und an bricht Muratova in die vergleichsweise hektische mazedonische Hauptstadt Skopje auf, um den geernteten Honig auf dem Markt zu verkaufen, die meiste Zeit verbringt sie aber in der ursprünglichen Natur, in der sie aufgewachsen ist. Das harte, doch idyllische Leben ändert sich, als Muratova und ihre Mutter neue Nachbarn bekommen. Die nomadische Großfamilie von Hussein Sam bringt einige Nutztiere und reichlich Lärm mit. Anders als Muratova sehen die Neuen den Honig vor allem als profitables Verkaufsgut. (programmkino.de)

„Poetisch verdichtet das Regieduo Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska das rund 400 Stunden umfassende Filmmaterial zu einem intensiven Drama, das viel mehr ist als nur Porträt einer Bienenzüchterin. Zwischen Beobachtung und Metaphorik begleiten sie Hatidze durch Höhen und Tiefen. In ihrer Welt entscheiden die Bienen, wer am Ende bleiben darf.“ (Julia Weigl, DOK Leipzig 2019)

Land des Honigs – Медена земја, OmdU
Fr 29.11.

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU

Teona Strugar Mitevska
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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија

MK/ B/ SLO/ HR/ F 2019, 100 min, OmdU

Regie: Teona Strugar Mitevska

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 31 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser.

Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem Heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Die Hölle bricht los, und ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.

GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2019 und gewann dort den Preis der Ökumenischen Jury sowie den Gilde Filmpreis. Auf dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2019 wurde der Film mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

„Petrunija ist 32 Jahre alt, ledig, arbeitslos. (…) Als der Tag, an dem dieser Film spielt, beginnt, hätte sie einen Job als Näherin bekommen können. Der Polizeichef von Štip fragt Petrunija, ob sie gläubig sei. Sie kommt mit einer Gegenfrage: ‚Sind Sie schwul?‘ Private Fragen werde sie nicht beantworten. … die junge Frau hat eher zufällig das Kreuz ergattert, das der Priester traditionell am Dreikönigstag in den kalten Fluss wirft. (…) Der Pope will es zurück, Männer ziehen lärmend vor die Polizeistation, weil es ihnen zustünde, eine Reporterin entdeckt ihre Chance, sich mit dem Thema aus der Provinz zu profilieren. Der Clou der Inszenierung besteht darin, dass Petrunija ruhig bleibt, während die Aufregung um sie wächst. (…) Was entscheidend für den Film spricht, ist der Humor, mit dem er das aktuelle Thema behandelt. (…) Er handelt von Männern, die Tradition mit Gesetz verwechseln. Die Heldin ist eine ganz normale Frau mit Kummerspeck, die selbst über ihr Leben bestimmen will. Sie erkennt, dass sie es kann.“ (Cornelia Geißler, BLZ 11.02.19)

„Doch so leicht macht es Petrunya den Männern nicht… Ruhig verteidigt sie ihre Position, ihr Recht auf das Kreuz, das ihr gar nicht aus religiösen Gründen wichtig ist. Vor allem ist es ein Symbol für das Versprechen auf Glück; Glück das Petrunya als Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft bislang kaum vergönnt war. Einfach macht es sich auch Regisseurin Mitevska nicht. Statt einem grotesken, sarkastischen Ton zu folgen, der kein gutes Haar an der Kirche und dem Patriarchat lässt, beschreibt sie differenziert und ambivalent eine Gesellschaft, die noch keinen rechten Weg gefunden hat, ihre langen Tradition mit der Moderne zu versöhnen und deren Status quo nun von einer ebenso mutigen wie willensstarken Frau auf die Probe gestellt wird.“ (Michael Meyns, TAZ 12.02.19)

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU
Sa 30.11.

Was gewesen wäre

Florian Koerner
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Was gewesen wäre

Deutschland 2019, 90 min

Regie: Florian Koerner

Die erste gemeinsame Reise ist in der Paarbeziehung so etwas wie die Nagelprobe. Für Astrid und Paul gilt das noch mehr als für andere, denn die beiden sind schon Ende vierzig und erst seit zwei Monaten zusammen. Ihr Ziel ist Budapest – man wohnt standesgemäß im „Gellert“, dem traditionsreichen Luxushotel. Und dort trifft die Ärztin Astrid ganz unerwartet auf ihre Jugendliebe Julius, mit dem sie zu DDR-Zeiten ebenfalls in Budapest war. Julius ist mit seinem Halbbruder Sascha in Budapest – beide betreiben eine Galerie in Hamburg. Auf einer Künstlerparty bei Berlin, die sie mit ihrer Freundin Jana besuchte, verknallten sich Astrid und Julius. Er war so etwas wie ein Exot, weil Sascha im Westen lebte. Später flüchtete Jana nach West-Berlin, dann holte Sascha Julian über Jugoslawien nach Hamburg. Astrid blieb in der DDR zurück. Das Wiedersehen mit Julius weckt alte Erinnerungen und stellt schließlich auch die Beziehung zu Paul infrage. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Was gewesen wäre
Sa 30.11.

Land des Honigs – Медена земја, OmdU

Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Медена земја (Land des Honigs)

Makedonien 2019, 85 min, OmdU

Regie: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov

Hatidze Muratova lebt im nordmazedonischen Gebirge, wo sie als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Ab und an bricht Muratova in die vergleichsweise hektische mazedonische Hauptstadt Skopje auf, um den geernteten Honig auf dem Markt zu verkaufen, die meiste Zeit verbringt sie aber in der ursprünglichen Natur, in der sie aufgewachsen ist. Das harte, doch idyllische Leben ändert sich, als Muratova und ihre Mutter neue Nachbarn bekommen. Die nomadische Großfamilie von Hussein Sam bringt einige Nutztiere und reichlich Lärm mit. Anders als Muratova sehen die Neuen den Honig vor allem als profitables Verkaufsgut. (programmkino.de)

„Poetisch verdichtet das Regieduo Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska das rund 400 Stunden umfassende Filmmaterial zu einem intensiven Drama, das viel mehr ist als nur Porträt einer Bienenzüchterin. Zwischen Beobachtung und Metaphorik begleiten sie Hatidze durch Höhen und Tiefen. In ihrer Welt entscheiden die Bienen, wer am Ende bleiben darf.“ (Julia Weigl, DOK Leipzig 2019)

Land des Honigs – Медена земја, OmdU
Sa 30.11.

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU

Teona Strugar Mitevska
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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија

MK/ B/ SLO/ HR/ F 2019, 100 min, OmdU

Regie: Teona Strugar Mitevska

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 31 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser.

Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem Heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Die Hölle bricht los, und ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.

GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2019 und gewann dort den Preis der Ökumenischen Jury sowie den Gilde Filmpreis. Auf dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2019 wurde der Film mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

„Petrunija ist 32 Jahre alt, ledig, arbeitslos. (…) Als der Tag, an dem dieser Film spielt, beginnt, hätte sie einen Job als Näherin bekommen können. Der Polizeichef von Štip fragt Petrunija, ob sie gläubig sei. Sie kommt mit einer Gegenfrage: ‚Sind Sie schwul?‘ Private Fragen werde sie nicht beantworten. … die junge Frau hat eher zufällig das Kreuz ergattert, das der Priester traditionell am Dreikönigstag in den kalten Fluss wirft. (…) Der Pope will es zurück, Männer ziehen lärmend vor die Polizeistation, weil es ihnen zustünde, eine Reporterin entdeckt ihre Chance, sich mit dem Thema aus der Provinz zu profilieren. Der Clou der Inszenierung besteht darin, dass Petrunija ruhig bleibt, während die Aufregung um sie wächst. (…) Was entscheidend für den Film spricht, ist der Humor, mit dem er das aktuelle Thema behandelt. (…) Er handelt von Männern, die Tradition mit Gesetz verwechseln. Die Heldin ist eine ganz normale Frau mit Kummerspeck, die selbst über ihr Leben bestimmen will. Sie erkennt, dass sie es kann.“ (Cornelia Geißler, BLZ 11.02.19)

„Doch so leicht macht es Petrunya den Männern nicht… Ruhig verteidigt sie ihre Position, ihr Recht auf das Kreuz, das ihr gar nicht aus religiösen Gründen wichtig ist. Vor allem ist es ein Symbol für das Versprechen auf Glück; Glück das Petrunya als Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft bislang kaum vergönnt war. Einfach macht es sich auch Regisseurin Mitevska nicht. Statt einem grotesken, sarkastischen Ton zu folgen, der kein gutes Haar an der Kirche und dem Patriarchat lässt, beschreibt sie differenziert und ambivalent eine Gesellschaft, die noch keinen rechten Weg gefunden hat, ihre langen Tradition mit der Moderne zu versöhnen und deren Status quo nun von einer ebenso mutigen wie willensstarken Frau auf die Probe gestellt wird.“ (Michael Meyns, TAZ 12.02.19)

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya – Господ постои, името и е Петрунија, OmdU
Sa 30.11.

NEISSE FilmFestival zu Gast: Fuga – Flucht, OmdU

Agnieszka Smoczyńska
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  1. NEISSE FILMFESTIVAL_NISA FILM FESTIVAL_NYSKI FESTIWAL FILMOWY

Fuga (Flucht)                              Bestes Drehbuch, bestes Szenenbild

PL/ CZ/ SE 2018, 102 min, polnische Originalfassung mit deutschen UT

zu Gast: Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Gabriela Muskała (angefragt)

Regie: Agnieszka Smoczyńska           

Nach einem Gedächtnisverlust hat sich Alicja (Gabriela Muskała) ein vollkommen neues Leben aufgebaut. Die Vergangenheit interessiert sie nicht. Nachdem sie jedoch in einer TV-Talkshow erkannt wird, kehrt sie wieder in ihr Dasein als Ehefrau, Mutter und Tochter zurück. Doch das funktioniert nicht. Ihr Ehemann und ihr Sohn erkennen die Frau nicht mehr, die sich wie eine Fremde verhält. Und in ihr selber wächst die Rebellion gegen eine Rolle, in die sie vielleicht noch nie gepasst hat. Das vielfach preisgekürte Drama wirft viele universelle Fragen nach Identität und Erwartungen auf. (NFF 2019)

Jury-Begründungen – NFF 2019:

„Fuga“ – Bestes Szenenbild

Für die Erschaffung des Mikrokosmos, der außergewöhnlich treffend den verlorenen inneren Zustand der Protagonistin wiedergibt und gleichzeitig den einzigartigen und kompromisslosen Charakter dieser Figur näher definiert. Das Szenenbild in FUGA verstärkt die düstere und manchmal auch fantastische Atmosphäre im Film von Agnieszka Smoczyńska. Ihre Szenenbildnerin Jagna Dobesz spielt mit dem konventionellen Blick auf die filmischen Dekorationen und schränkt auf diese Art und Weise auf keinen Fall ihre eigene schöpferische Vorstellung ein.

„Fuga“ – Bestes Drehbuch

Das Drehbuch von FUGA ist eine intime und gleichzeitig eine raubgierige Reise entlang der Mäander weiblichen Psyche. Diese unkonventionelle Geschichte beschreibt nicht nur die Flucht der Protagonistin zu steifen gesellschaftlichen Schemata, sondern ist auch allein an sich eine Flucht vor gängigen, herkömmlichen, Drehbuch bezogenen Lösungen. Die Vorlage von Gabriela Muskała überrascht durch seine Reife und Frische. Fertige Antworten sind in ihm fehl am Platz. Er bietet dafür Raum für das Verständnis eigener Bedürfnisse und die Suche nach eigenem Weg.

 

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit:

http://www.neissefilmfestival.de

 

 

NEISSE FilmFestival zu Gast: Fuga – Flucht, OmdU
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