Di 11.12.

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU

Martin Šulík
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Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník)

CZ/ AT/ SK 2018, 113 min, deutsch | slowakisch | dt. UT

Regie: Martin Šulík     mit Peter Simonischek und Jiří Menzel

Der 80-jährige Übersetzer Ali Ungár erkennt in einem Buch eines SS Offiziers, dass in einem der Kapitel von der Hinrichtung seiner Eltern die Rede ist. Kurz entschlossen macht er sich mit einer Pistole auf den Weg nach Wien, um den SS-Mann zu suchen und Rache zu nehmen. Doch er trifft nur dessen 70-jährigen Sohn Georg an, einen ehemaligen Lehrer, der seinem Vater ein Leben lang aus dem Weg gegangen ist. Der Besuch des Übersetzers weckt Georgs Neugier. Er lädt Ali zu einer Reise durch die Slowakei ein. Während Georg sich dort vor allem amüsieren will, hofft Ali zu erfahren, wie seine Eltern tatsächlich starben. Nach und nach kommen sich die höchst ungleichen Männer näher und entdecken gemeinsam ein Land, das seine Vergangenheit am liebsten vergessen möchte.

„Jiří Menzel und Peter Simonischek sind jeder für sich und gemeinsam einfach wunderbar. Der Oscar-Preisträger Jiří Menzel bietet mit seinem pfiffigen Witz Peter Simonischenk und seinem rustikalen Altmännercharme gekonnt Paroli. Zusammen sind sie ein Paar wie Nitro und Glyzerin – und nur nach außen zwei alte Zausel. (…) Martin Sulik lässt sie einfach spielen – die beiden erfahrenen Stars wissen, was sie tun. Ihre Dialoge sind bissig bis biestig, manchmal voll von sanfter Melancholie, so wie die herbstliche Landschaft der Slowakei, die sie bereisen und die offenbar ebenfalls viele Geheimnisse in sich trägt, die es zu entdecken lohnt. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU
Di 11.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Di 11.12.

November, OmdU

Rainer Sarnet
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November

Estland/ Deutschland 2017, 115 min, estnisch | dt. UT

Regie: Rainer Sarnet

„ein Kultfilm von morgen“ (goEast)

Herbst in einem Dorf in Estland. Werwölfe, Geister und die Pest treiben ihr Unwesen, während die Bauern versuchen, den Winter zu überleben. Und dafür ist jedes Mittel recht! Es wird gestohlen, betrogen, die Menschen verkaufen ihre Seelen. In dieser sonderbaren Welt treffen sich zwei junge Menschen und erleben einen November voll seltsamer Ereignisse.

November, OmdU
Mi 12.12.

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU

Martin Šulík
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Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník)

CZ/ AT/ SK 2018, 113 min, deutsch | slowakisch | dt. UT

Regie: Martin Šulík     mit Peter Simonischek und Jiří Menzel

Der 80-jährige Übersetzer Ali Ungár erkennt in einem Buch eines SS Offiziers, dass in einem der Kapitel von der Hinrichtung seiner Eltern die Rede ist. Kurz entschlossen macht er sich mit einer Pistole auf den Weg nach Wien, um den SS-Mann zu suchen und Rache zu nehmen. Doch er trifft nur dessen 70-jährigen Sohn Georg an, einen ehemaligen Lehrer, der seinem Vater ein Leben lang aus dem Weg gegangen ist. Der Besuch des Übersetzers weckt Georgs Neugier. Er lädt Ali zu einer Reise durch die Slowakei ein. Während Georg sich dort vor allem amüsieren will, hofft Ali zu erfahren, wie seine Eltern tatsächlich starben. Nach und nach kommen sich die höchst ungleichen Männer näher und entdecken gemeinsam ein Land, das seine Vergangenheit am liebsten vergessen möchte.

„Jiří Menzel und Peter Simonischek sind jeder für sich und gemeinsam einfach wunderbar. Der Oscar-Preisträger Jiří Menzel bietet mit seinem pfiffigen Witz Peter Simonischenk und seinem rustikalen Altmännercharme gekonnt Paroli. Zusammen sind sie ein Paar wie Nitro und Glyzerin – und nur nach außen zwei alte Zausel. (…) Martin Sulik lässt sie einfach spielen – die beiden erfahrenen Stars wissen, was sie tun. Ihre Dialoge sind bissig bis biestig, manchmal voll von sanfter Melancholie, so wie die herbstliche Landschaft der Slowakei, die sie bereisen und die offenbar ebenfalls viele Geheimnisse in sich trägt, die es zu entdecken lohnt. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU
Mi 12.12.

Arkona – Rethra – Vineta. Eine Reise zu versunkenen Orten

Volker Koepp
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Arkona – Rethra – Vineta. Eine Reise zu versunkenen Orten

DDR / BRD / F 1990, 122 min

Regie: Volker Koepp

1989 fuhr Volker Koepp an die Ostsee, um zu erfahren, was von den legendären versunkenen Städten des Baltikums noch zu finden ist. Während der Dreharbeiten brach die DDR zusammen, so dass sein Film unfreiwillig auch deren Untergang dokumentierte.

Arkona – Rethra – Vineta. Eine Reise zu versunkenen Orten
Mi 12.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Do 13.12.

Die andere Seite von allem, OmdU

Mila Turajlić
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Друга страна свега

(Die andere Seite von allem – Eine politische Geistergeschichte)

Serbien/ Frankreich / Qatar 2017, 100 min, OmdU

Regie: Mila Turajlić

„Wenn ich tatsächlich eine Freiheitskämpferin bin, ist die Freiheit, die ich gewonnen habe, gleichzeitig das größte Scheitern meines Lebens.“ (Srbijanka Turajlić)

Eine Familie wird nach dem 2.Weltkrieg enteignet, ihre Wohnung in Belgrad aufgeteilt. Die Tür, die 70 Jahre verschlossen blieb, bildet den Ausgangspunkt einer familiären, politischen und historischen Chronik. Es handelt sich um die Familie der Regisseurin, verkörpert von ihrer charismatischen Mutter Srbijanka Turajlić, einer ehemaligen Mathematik-Professorin und wichtigen Figur des Widerstands gegen das Regime in den 1990er Jahren.

„Die verschlossene Tür steht als Symbol für die Spaltung der Gesellschaft, unter Tito und nach der Unabhängigkeit Serbiens 1989 unter dem neuen Diktator Slobodan Milošević. Elegant wechselt Turajilić so von der persönlichen Ebene der Familienwohnung zum historischen Zeitgeschehen und zeigt, wie der Totalitarismus die Grenzen zwischen Politischem und Privaten versetzt.“ (Yorick Berta, indiekino 53/2018)

„Wenn Kinder Filme, wenn auch dokumentarische, über ihre Eltern drehen, dann ist man zu Beginn ein bisschen skeptisch. Aber in DIE ANDERE SEITE VON ALLEM erweist sich die persönliche Perspektive als ein ganz großer Glücksfall. Denn dieser Film argumentiert immer politisch, gerade auch in der persönlichen Auseinandersetzung. Weil sich an der Person von Srbijanka Turajlić die Kämpfe und Befindlichkeiten in Jugoslawien und Serbien festmachen lassen: In ihr spiegelt sich die Geschichte des Landes, wie der Film, der auch ein Porträt dieser kämpferischen Frau ist, immer wieder deutlich macht.“ (Rudolf Worschech, epd-film.de)

Die andere Seite von allem, OmdU
Do 13.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Do 13.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Fr 14.12.

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU

Martin Šulík
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Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník)

CZ/ AT/ SK 2018, 113 min, deutsch | slowakisch | dt. UT

Regie: Martin Šulík     mit Peter Simonischek und Jiří Menzel

Der 80-jährige Übersetzer Ali Ungár erkennt in einem Buch eines SS Offiziers, dass in einem der Kapitel von der Hinrichtung seiner Eltern die Rede ist. Kurz entschlossen macht er sich mit einer Pistole auf den Weg nach Wien, um den SS-Mann zu suchen und Rache zu nehmen. Doch er trifft nur dessen 70-jährigen Sohn Georg an, einen ehemaligen Lehrer, der seinem Vater ein Leben lang aus dem Weg gegangen ist. Der Besuch des Übersetzers weckt Georgs Neugier. Er lädt Ali zu einer Reise durch die Slowakei ein. Während Georg sich dort vor allem amüsieren will, hofft Ali zu erfahren, wie seine Eltern tatsächlich starben. Nach und nach kommen sich die höchst ungleichen Männer näher und entdecken gemeinsam ein Land, das seine Vergangenheit am liebsten vergessen möchte.

„Jiří Menzel und Peter Simonischek sind jeder für sich und gemeinsam einfach wunderbar. Der Oscar-Preisträger Jiří Menzel bietet mit seinem pfiffigen Witz Peter Simonischenk und seinem rustikalen Altmännercharme gekonnt Paroli. Zusammen sind sie ein Paar wie Nitro und Glyzerin – und nur nach außen zwei alte Zausel. (…) Martin Sulik lässt sie einfach spielen – die beiden erfahrenen Stars wissen, was sie tun. Ihre Dialoge sind bissig bis biestig, manchmal voll von sanfter Melancholie, so wie die herbstliche Landschaft der Slowakei, die sie bereisen und die offenbar ebenfalls viele Geheimnisse in sich trägt, die es zu entdecken lohnt. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU
Fr 14.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Fr 14.12.

Игла – Die Nadel, OmdU mit Wiktor Zoj in der Hauptrolle!

Raschid Nugmanow
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Игла (Die Nadel)

SU 1988, 35mm, 82 min, russ. | dt. UT

Regie: Raschid Nugmanow         Musik: Wiktor Zoi, Kino

Darst.: mit Wiktor Zoi in der Hauptrolle, Marina Smirnowa, Pjotr Mamonow

Ein junger Kasache kehrt nach Almaty zurück. Er entdeckt, dass seine frühere Geliebte zum Junkie geworden ist und beschließt, einen Rachefeldzug gegen die lokale Drogen-Mafia zu starten.

Igla ist eines der kraftvollsten und originellsten filmischen Zeugnisse der unter Michail Gorbatschow eingeleiteten Umwälzungen in der Sowjetunion. Wobei das Filmprojekt nicht so geplant war: Eigentlich für einen anderen Regisseur vorgesehen, wurde der Film kurzfristig Raschid Nugmanow übertragen. Er stand an der Moskauer Filmhochschule gerade kurz vor dem Abschluss. Nugmanow hatte schon mit seinem Kurzfilm Ja-chcha! (1986) – einem Gruppenporträt über den aufstrebenden künstlerischen „Underground“ in Russland – für Aufmerksamkeit gesorgt. Nun rekrutierte er aus dieser Szene die wichtigsten Mitwirkenden für Igla. Für die Hauptrolle des Moro konnte er den Leningrader Musiker Wiktor Zoi gewinnen. Seine Band Kino entwickelte sich damals eben vom Geheimtipp zur angesagten Rockformation und füllte immer größere Konzerthallen. Moros Gegenspieler, die Rolle des dämonischen Arztes, wurde mit Pjotr Mamonow, einem weiteren Rockmusiker, besetzt (der Name seiner Band: Zwuki mu). Mit ihnen und weiteren Freunden aus der Subkultur flog Nugmanow nach Alma-Ata. Sie bürsteten das ursprünglich für einen eher konventionellen Kriminalfilm im Drogenmilieu konzipierte Drehbuch kräftig gegen den Strich. Für umständliche Überlegungen blieb keine Zeit, Improvisation stand im Vordergrund. […] Igla wurde zu einem der erfolgreichsten sowjetischen Filme aller Zeiten: Über 20 Millionen Menschen sahen in wenigen Wochen diesen formal wie inhaltlich ungewöhnlichen Film, seine Mitwirkenden wurden zu nationalen Superstars. (Deutsche Kinemathek)

Игла – Die Nadel, OmdU mit Wiktor Zoj in der Hauptrolle!
Fr 14.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Sa 15.12.

November, OmdU

Rainer Sarnet
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November

Estland/ Deutschland 2017, 115 min, estnisch | dt. UT

Regie: Rainer Sarnet

„ein Kultfilm von morgen“ (goEast)

Herbst in einem Dorf in Estland. Werwölfe, Geister und die Pest treiben ihr Unwesen, während die Bauern versuchen, den Winter zu überleben. Und dafür ist jedes Mittel recht! Es wird gestohlen, betrogen, die Menschen verkaufen ihre Seelen. In dieser sonderbaren Welt treffen sich zwei junge Menschen und erleben einen November voll seltsamer Ereignisse.

November, OmdU
Sa 15.12.

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU

Martin Šulík
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Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník)

CZ/ AT/ SK 2018, 113 min, deutsch | slowakisch | dt. UT

Regie: Martin Šulík     mit Peter Simonischek und Jiří Menzel

Der 80-jährige Übersetzer Ali Ungár erkennt in einem Buch eines SS Offiziers, dass in einem der Kapitel von der Hinrichtung seiner Eltern die Rede ist. Kurz entschlossen macht er sich mit einer Pistole auf den Weg nach Wien, um den SS-Mann zu suchen und Rache zu nehmen. Doch er trifft nur dessen 70-jährigen Sohn Georg an, einen ehemaligen Lehrer, der seinem Vater ein Leben lang aus dem Weg gegangen ist. Der Besuch des Übersetzers weckt Georgs Neugier. Er lädt Ali zu einer Reise durch die Slowakei ein. Während Georg sich dort vor allem amüsieren will, hofft Ali zu erfahren, wie seine Eltern tatsächlich starben. Nach und nach kommen sich die höchst ungleichen Männer näher und entdecken gemeinsam ein Land, das seine Vergangenheit am liebsten vergessen möchte.

„Jiří Menzel und Peter Simonischek sind jeder für sich und gemeinsam einfach wunderbar. Der Oscar-Preisträger Jiří Menzel bietet mit seinem pfiffigen Witz Peter Simonischenk und seinem rustikalen Altmännercharme gekonnt Paroli. Zusammen sind sie ein Paar wie Nitro und Glyzerin – und nur nach außen zwei alte Zausel. (…) Martin Sulik lässt sie einfach spielen – die beiden erfahrenen Stars wissen, was sie tun. Ihre Dialoge sind bissig bis biestig, manchmal voll von sanfter Melancholie, so wie die herbstliche Landschaft der Slowakei, die sie bereisen und die offenbar ebenfalls viele Geheimnisse in sich trägt, die es zu entdecken lohnt. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU
Sa 15.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Sa 15.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
So 16.12.

Seestück

Volker Koepp
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Seestück

D 2018, 135 min, deutsche Originalfassung, zum Teil mit dt. UT

Regie: Volker Koepp

Die Ostsee in ihren jahreszeitlichen Stimmungen, das helle Licht und die Luftspiegelungen, die Wolken am hohen Himmel, die Vögel im Sturm über den Wellen. Vor der magischen Naturkulisse begegnen wir Menschen, die an den Rändern der Ostseeländer leben: auf der Insel Usedom und an den polnischen Stränden, an den baltischen Küsten und den nördlichen Schären in Schweden. Fischer und Wissenschaftler, Seeleute und junge Menschen erzählen von ihrem Leben im Einklang mit der alle verbindenden Meereslandschaft, von ihrer Arbeit, ihren Erinnerungen und Hoffnungen. Sie entwerfen aber auch das Bild eines Alltags, in dem ökologische Probleme, politische Ost-West-Konflikte und nationale Egoismen allgegenwärtig sind.

Mit SEESTÜCK schließt Volker Koepp einen filmischen Zyklus ab, den er mit BERLIN-STETTIN (2010) begann. In diesem Film mischte der Regisseur in seine Beschreibung ostdeutscher Film- und Lebensräume erstmals auch autobiografische Bezüge. IN SARMATIEN (2013) erweiterte den Blick auf die Region östlich der Weichsel und zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee. Mit LANDSTÜCK (2016) kehrte Koepp in die Uckermark nördlich Berlins zurück. SEESTÜCK – ein Film über die Ostsee, über das Leben am Meer und mit dem Meer – schließt den Reigen nun ab. Wie in den Filmen zuvor spiegeln sich hier die Bögen der Historie in den privaten Lebensläufen der Gegenwart. Auch für die kleine Ostsee gilt: Landschaftsbild ist Weltbild.

Seestück
So 16.12.

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU

Martin Šulík
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Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník)

CZ/ AT/ SK 2018, 113 min, deutsch | slowakisch | dt. UT

Regie: Martin Šulík     mit Peter Simonischek und Jiří Menzel

Der 80-jährige Übersetzer Ali Ungár erkennt in einem Buch eines SS Offiziers, dass in einem der Kapitel von der Hinrichtung seiner Eltern die Rede ist. Kurz entschlossen macht er sich mit einer Pistole auf den Weg nach Wien, um den SS-Mann zu suchen und Rache zu nehmen. Doch er trifft nur dessen 70-jährigen Sohn Georg an, einen ehemaligen Lehrer, der seinem Vater ein Leben lang aus dem Weg gegangen ist. Der Besuch des Übersetzers weckt Georgs Neugier. Er lädt Ali zu einer Reise durch die Slowakei ein. Während Georg sich dort vor allem amüsieren will, hofft Ali zu erfahren, wie seine Eltern tatsächlich starben. Nach und nach kommen sich die höchst ungleichen Männer näher und entdecken gemeinsam ein Land, das seine Vergangenheit am liebsten vergessen möchte.

„Jiří Menzel und Peter Simonischek sind jeder für sich und gemeinsam einfach wunderbar. Der Oscar-Preisträger Jiří Menzel bietet mit seinem pfiffigen Witz Peter Simonischenk und seinem rustikalen Altmännercharme gekonnt Paroli. Zusammen sind sie ein Paar wie Nitro und Glyzerin – und nur nach außen zwei alte Zausel. (…) Martin Sulik lässt sie einfach spielen – die beiden erfahrenen Stars wissen, was sie tun. Ihre Dialoge sind bissig bis biestig, manchmal voll von sanfter Melancholie, so wie die herbstliche Landschaft der Slowakei, die sie bereisen und die offenbar ebenfalls viele Geheimnisse in sich trägt, die es zu entdecken lohnt. (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Dolmetscher (Tlmočník / Tlumočník), OmdU
So 16.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
So 16.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Mo 17.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Mo 17.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Mo 17.12.

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU

Sergej Losniza
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Donbass (Донбас / Донбасc)

D/ F/ UA/ RO/ NL 2018, 121 min, russ. | ukr. mit dt. UT

Regie: Sergej Losniza             Kamera: Oleg Mutu

Der Donbass. Ostukraine. Ein Land zerfällt. Eine Welt kollabiert. Weltbilder zerbrechen. Aus der Vogelperspektive der Geschichte sehen wir den namenlosen Kampf der Global Player. Aber wie sieht es da unten aus, am Boden, bei den Menschen, die jeden Tag in diesem Inferno überstehen müssen? Wie überleben die Menschen? Wie überlebt die Menschlichkeit?

„Gleich die erste Szene zeigt eine Maskenbildnerin, die eine Laiendarstellerin für eine Filmszene schminkt, in der ein Angriff auf einen Bus nachgestellt wird. Immer wieder wird Loznitsa im Folgenden mit kleinen, selbstreflexiven Momenten den Filmapparat andeuten, lässt mal einen Kameramann im Bild erscheinen, mal Figuren sich selbst mit Handys filmen. Sehen wir einen Krieg? Oder einen Film? Einen Film über Krieg? Oder einen Krieg nach Drehbuch? Scheint Loznitsa zu fragen und damit anzudeuten, dass dieser meist so verwirrend und undurchschaubar wirkende Konflikt vielleicht gar nicht so konfus abläuft, dass vielleicht vielmehr nach einem zumindest losen Drehbuch geplant wird, Unruhe und Chaos in der Region zu stiften. Welche Ziele damit verbunden sein mögen, lässt Loznitsa offen, er beschreibt in DONBASS eine Welt des Chaos, die durch den Krieg in Korruption und Anarchie abzudriften droht.“ (Micheal Meyns, programmkino.de)

„Propaganda ist, wenn man etwas erfindet. Ich habe aber in meinem Film nichts erfunden. Es gibt echte Amateuraufnahmen von den Szenen im Film. Er zeigt also die Wahrheit. Außerdem ist es mir wichtig, dass ich keinen Film aus Sichtweise der ukrainischen oder der russischen Regierung gemacht habe. Ich präsentiere lediglich meine Sichtweise auf diesen Krieg. (…) Dieser Film ist ungemütlich und unakzeptabel für beide Seiten dieses Kriegs. Schon komisch, wenn ich dafür als Propagandist bezeichnet werde. Denn wenn mein Film Propaganda ist, dann ist die Realität Propaganda.“ (Sergej Losniza im Interview mit Steffen Dobbert, zeit.de)

„(…) Auch in DONBASS wirkt die Kamera scheinbar unbeteiligt, aber eigentlich ist die strenge Formsprache, die IM NEBEL (2012) noch so offensichtlich prägte, hier nur subtiler ausgeformt. Sergei Loznitsa hat sie transformiert in virtuose Plansequenzen ohne Schnitt, die ein hohes Maß an gestalterischer Disziplin verlangen. Trotz der chaotischen Verhältnisse, die DONBASS zeigt, strahlt der Film dadurch eine eiskalte Energie aus, die das Geschehen wegen der scheinbaren Ungerührtheit des Beobachtenden zeitweise noch schwerer erträglich machen. In Wahrheit aber schaut Sergei Loznitsa wieder nur ganz genau hin, ohne sentimentale dramaturgische Elemente, die seinen Film leichter verdaulich machen würden. Der Krieg ist in DONBASS kaum direkt zu sehen, und doch starrt man ihm hier laufend unmittelbar in die hässliche Fratze. Das ist anstrengend. Und absolut brillant.“ (Oliver Kaever, zeit.de)

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU
Di 18.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Di 18.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Di 18.12.

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU

Sergej Losniza
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Donbass (Донбас / Донбасc)

D/ F/ UA/ RO/ NL 2018, 121 min, russ. | ukr. mit dt. UT

Regie: Sergej Losniza             Kamera: Oleg Mutu

Der Donbass. Ostukraine. Ein Land zerfällt. Eine Welt kollabiert. Weltbilder zerbrechen. Aus der Vogelperspektive der Geschichte sehen wir den namenlosen Kampf der Global Player. Aber wie sieht es da unten aus, am Boden, bei den Menschen, die jeden Tag in diesem Inferno überstehen müssen? Wie überleben die Menschen? Wie überlebt die Menschlichkeit?

„Gleich die erste Szene zeigt eine Maskenbildnerin, die eine Laiendarstellerin für eine Filmszene schminkt, in der ein Angriff auf einen Bus nachgestellt wird. Immer wieder wird Loznitsa im Folgenden mit kleinen, selbstreflexiven Momenten den Filmapparat andeuten, lässt mal einen Kameramann im Bild erscheinen, mal Figuren sich selbst mit Handys filmen. Sehen wir einen Krieg? Oder einen Film? Einen Film über Krieg? Oder einen Krieg nach Drehbuch? Scheint Loznitsa zu fragen und damit anzudeuten, dass dieser meist so verwirrend und undurchschaubar wirkende Konflikt vielleicht gar nicht so konfus abläuft, dass vielleicht vielmehr nach einem zumindest losen Drehbuch geplant wird, Unruhe und Chaos in der Region zu stiften. Welche Ziele damit verbunden sein mögen, lässt Loznitsa offen, er beschreibt in DONBASS eine Welt des Chaos, die durch den Krieg in Korruption und Anarchie abzudriften droht.“ (Micheal Meyns, programmkino.de)

„Propaganda ist, wenn man etwas erfindet. Ich habe aber in meinem Film nichts erfunden. Es gibt echte Amateuraufnahmen von den Szenen im Film. Er zeigt also die Wahrheit. Außerdem ist es mir wichtig, dass ich keinen Film aus Sichtweise der ukrainischen oder der russischen Regierung gemacht habe. Ich präsentiere lediglich meine Sichtweise auf diesen Krieg. (…) Dieser Film ist ungemütlich und unakzeptabel für beide Seiten dieses Kriegs. Schon komisch, wenn ich dafür als Propagandist bezeichnet werde. Denn wenn mein Film Propaganda ist, dann ist die Realität Propaganda.“ (Sergej Losniza im Interview mit Steffen Dobbert, zeit.de)

„(…) Auch in DONBASS wirkt die Kamera scheinbar unbeteiligt, aber eigentlich ist die strenge Formsprache, die IM NEBEL (2012) noch so offensichtlich prägte, hier nur subtiler ausgeformt. Sergei Loznitsa hat sie transformiert in virtuose Plansequenzen ohne Schnitt, die ein hohes Maß an gestalterischer Disziplin verlangen. Trotz der chaotischen Verhältnisse, die DONBASS zeigt, strahlt der Film dadurch eine eiskalte Energie aus, die das Geschehen wegen der scheinbaren Ungerührtheit des Beobachtenden zeitweise noch schwerer erträglich machen. In Wahrheit aber schaut Sergei Loznitsa wieder nur ganz genau hin, ohne sentimentale dramaturgische Elemente, die seinen Film leichter verdaulich machen würden. Der Krieg ist in DONBASS kaum direkt zu sehen, und doch starrt man ihm hier laufend unmittelbar in die hässliche Fratze. Das ist anstrengend. Und absolut brillant.“ (Oliver Kaever, zeit.de)

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU
Mi 19.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Mi 19.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Mi 19.12.

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU

Sergej Losniza
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Donbass (Донбас / Донбасc)

D/ F/ UA/ RO/ NL 2018, 121 min, russ. | ukr. mit dt. UT

Regie: Sergej Losniza             Kamera: Oleg Mutu

Der Donbass. Ostukraine. Ein Land zerfällt. Eine Welt kollabiert. Weltbilder zerbrechen. Aus der Vogelperspektive der Geschichte sehen wir den namenlosen Kampf der Global Player. Aber wie sieht es da unten aus, am Boden, bei den Menschen, die jeden Tag in diesem Inferno überstehen müssen? Wie überleben die Menschen? Wie überlebt die Menschlichkeit?

„Gleich die erste Szene zeigt eine Maskenbildnerin, die eine Laiendarstellerin für eine Filmszene schminkt, in der ein Angriff auf einen Bus nachgestellt wird. Immer wieder wird Loznitsa im Folgenden mit kleinen, selbstreflexiven Momenten den Filmapparat andeuten, lässt mal einen Kameramann im Bild erscheinen, mal Figuren sich selbst mit Handys filmen. Sehen wir einen Krieg? Oder einen Film? Einen Film über Krieg? Oder einen Krieg nach Drehbuch? Scheint Loznitsa zu fragen und damit anzudeuten, dass dieser meist so verwirrend und undurchschaubar wirkende Konflikt vielleicht gar nicht so konfus abläuft, dass vielleicht vielmehr nach einem zumindest losen Drehbuch geplant wird, Unruhe und Chaos in der Region zu stiften. Welche Ziele damit verbunden sein mögen, lässt Loznitsa offen, er beschreibt in DONBASS eine Welt des Chaos, die durch den Krieg in Korruption und Anarchie abzudriften droht.“ (Micheal Meyns, programmkino.de)

„Propaganda ist, wenn man etwas erfindet. Ich habe aber in meinem Film nichts erfunden. Es gibt echte Amateuraufnahmen von den Szenen im Film. Er zeigt also die Wahrheit. Außerdem ist es mir wichtig, dass ich keinen Film aus Sichtweise der ukrainischen oder der russischen Regierung gemacht habe. Ich präsentiere lediglich meine Sichtweise auf diesen Krieg. (…) Dieser Film ist ungemütlich und unakzeptabel für beide Seiten dieses Kriegs. Schon komisch, wenn ich dafür als Propagandist bezeichnet werde. Denn wenn mein Film Propaganda ist, dann ist die Realität Propaganda.“ (Sergej Losniza im Interview mit Steffen Dobbert, zeit.de)

„(…) Auch in DONBASS wirkt die Kamera scheinbar unbeteiligt, aber eigentlich ist die strenge Formsprache, die IM NEBEL (2012) noch so offensichtlich prägte, hier nur subtiler ausgeformt. Sergei Loznitsa hat sie transformiert in virtuose Plansequenzen ohne Schnitt, die ein hohes Maß an gestalterischer Disziplin verlangen. Trotz der chaotischen Verhältnisse, die DONBASS zeigt, strahlt der Film dadurch eine eiskalte Energie aus, die das Geschehen wegen der scheinbaren Ungerührtheit des Beobachtenden zeitweise noch schwerer erträglich machen. In Wahrheit aber schaut Sergei Loznitsa wieder nur ganz genau hin, ohne sentimentale dramaturgische Elemente, die seinen Film leichter verdaulich machen würden. Der Krieg ist in DONBASS kaum direkt zu sehen, und doch starrt man ihm hier laufend unmittelbar in die hässliche Fratze. Das ist anstrengend. Und absolut brillant.“ (Oliver Kaever, zeit.de)

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU
Do 20.12.

TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST: Das Ufer, OmdU

Aivars Freimanis
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TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST

SU 1963-1986, Kurzfilmprogramm, ca 45 min

Wir zeigen:

KRASTS / DAS UFER ◄

Lettische SSR 1963, 20 min, Lettisch mit deutschen UT

R: Aivars Freimanis K: Ivar Seleckis                

„So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt wie es war.“ H.W.

Alltag in einem lettischen Fischerdorf vor mehr als 50 Jahren: Der Regisseur stammt von dort, nimmt sich Zeit, registriert kleinste Veränderungen im seit Jahrhunderten ewig gleichen Leben und ahnt nichts von den radikalen Umbrüchen der Zukunft. Eine poetische Liebeserklärung oder angesichts ländlicher Entvölkerung und vergleichsweise totem Meer heute eher ein Requiem! Wenige Jahre später drehte der Kameramann Ivar Seleckis mit Aivar Freimanis wieder bei Fischern am Rigaer Meerbusen. In unserer Mappe mit Erinnerungen an den Sommer 1968 bezieht er sich genau auf diese Arbeiten am Film LOMI / DER FANG.

 

MUMS NEBAISŪS JOKIE PRIEŠAI / WIR FÜRCHTEN UNS VOR KEINEM FEIND ◄

Litauische SSR 1978, 10 min, ohne Dialog

R: Edmundas Zubavičius        Zivilverteidigungsübung (westlich ausgedrückt Zivilschutzübung) in einem litauischen Dorf, dokumentarischer Vorgriff auf Lopuschanskijs BRIEFE EINES TOTEN MANNES: Gasmaskentraining, Marschieren, alles in allem ein Totentanz. Doch Pathos und Lebendigkeit vertragen sich nicht: Hier, beim großen Laienspiel, spielt jeder immer noch sich selbst. So bitter ernst und wenig professionell läuft die Sache. Schwejk, samt Schwager, Cousinen und Tanten grüßen aus Litauen …

Ein verstörendes historisches Dokument angesichts der in Volker Koepps SEESTÜCK sichtbaren Remilitarisierung des Ostseeraums.

UHEPUULOTSIK / DER EINBAUM ◄

Estnische SSR 1986, 15 min, estnisch mit engl. UT

R: Mark Soosaar                  „Nulla dies sine linea!“ (Kein Tag sei ohne Linie) Der angeblich von Apelles stammende und durch Plinius überlieferte Spruch ließe sich auch auf Soosaars Protagonisten im Film Einbaum übertragen. Oder anders ausgedrückt: „Ein Mann soll einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen!“ Wer keine Spuren hinterlässt, existierte nicht. Vielleicht, und danach sieht es sehr aus, zimmert der Alte im Film den Einbaum sogar nur um der Sache willen. Porträt eines Handwerkers, Nachbarn und Menschen, der mehr als eine Sache beherrscht, die einfach aussieht und so schwer zu machen ist.

 

 

 

TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST: Das Ufer, OmdU
Do 20.12.

TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST: Wir fürchten uns vor keinem Feind

Edmundas Zubavičius
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TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST

SU 1963-1986, Kurzfilmprogramm, ca 45 min

Wir zeigen:

MUMS NEBAISŪS JOKIE PRIEŠAI / WIR FÜRCHTEN UNS VOR KEINEM FEIND ◄

Litauische SSR 1978, 10 min, ohne Dialog

R: Edmundas Zubavičius        Zivilverteidigungsübung (westlich ausgedrückt Zivilschutzübung) in einem litauischen Dorf, dokumentarischer Vorgriff auf Lopuschanskijs BRIEFE EINES TOTEN MANNES: Gasmaskentraining, Marschieren, alles in allem ein Totentanz. Doch Pathos und Lebendigkeit vertragen sich nicht: Hier, beim großen Laienspiel, spielt jeder immer noch sich selbst. So bitter ernst und wenig professionell läuft die Sache. Schwejk, samt Schwager, Cousinen und Tanten grüßen aus Litauen …

Ein verstörendes historisches Dokument angesichts der in Volker Koepps SEESTÜCK sichtbaren Remilitarisierung des Ostseeraums.

KRASTS / DAS UFER ◄

Lettische SSR 1963, 20 min, Lettisch mit deutschen UT

R: Aivars Freimanis K: Ivar Seleckis                

„So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt wie es war.“ H.W.

Alltag in einem lettischen Fischerdorf vor mehr als 50 Jahren: Der Regisseur stammt von dort, nimmt sich Zeit, registriert kleinste Veränderungen im seit Jahrhunderten ewig gleichen Leben und ahnt nichts von den radikalen Umbrüchen der Zukunft. Eine poetische Liebeserklärung oder angesichts ländlicher Entvölkerung und vergleichsweise totem Meer heute eher ein Requiem! Wenige Jahre später drehte der Kameramann Ivar Seleckis mit Aivar Freimanis wieder bei Fischern am Rigaer Meerbusen. In unserer Mappe mit Erinnerungen an den Sommer 1968 bezieht er sich genau auf diese Arbeiten am Film LOMI / DER FANG.

UHEPUULOTSIK / DER EINBAUM ◄

Estnische SSR 1986, 15 min, estnisch mit engl. UT

R: Mark Soosaar                  „Nulla dies sine linea!“ (Kein Tag sei ohne Linie) Der angeblich von Apelles stammende und durch Plinius überlieferte Spruch ließe sich auch auf Soosaars Protagonisten im Film Einbaum übertragen. Oder anders ausgedrückt: „Ein Mann soll einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen!“ Wer keine Spuren hinterlässt, existierte nicht. Vielleicht, und danach sieht es sehr aus, zimmert der Alte im Film den Einbaum sogar nur um der Sache willen. Porträt eines Handwerkers, Nachbarn und Menschen, der mehr als eine Sache beherrscht, die einfach aussieht und so schwer zu machen ist.

TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST: Wir fürchten uns vor keinem Feind
Do 20.12.

TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST: Der Einbaum, OmeU

Mark Soosaar
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TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST

SU 1963-1986, Kurzfilmprogramm, ca 45 min

Wir zeigen:

UHEPUULOTSIK / DER EINBAUM ◄

Estnische SSR 1986, 15 min, estnisch mit engl. UT

R: Mark Soosaar                  „Nulla dies sine linea!“ (Kein Tag sei ohne Linie) Der angeblich von Apelles stammende und durch Plinius überlieferte Spruch ließe sich auch auf Soosaars Protagonisten im Film Einbaum übertragen. Oder anders ausgedrückt: „Ein Mann soll einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen!“ Wer keine Spuren hinterlässt, existierte nicht. Vielleicht, und danach sieht es sehr aus, zimmert der Alte im Film den Einbaum sogar nur um der Sache willen. Porträt eines Handwerkers, Nachbarn und Menschen, der mehr als eine Sache beherrscht, die einfach aussieht und so schwer zu machen ist.

KRASTS / DAS UFER ◄

Lettische SSR 1963, 20 min, Lettisch mit deutschen UT

R: Aivars Freimanis K: Ivar Seleckis                

„So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt wie es war.“ H.W.

Alltag in einem lettischen Fischerdorf vor mehr als 50 Jahren: Der Regisseur stammt von dort, nimmt sich Zeit, registriert kleinste Veränderungen im seit Jahrhunderten ewig gleichen Leben und ahnt nichts von den radikalen Umbrüchen der Zukunft. Eine poetische Liebeserklärung oder angesichts ländlicher Entvölkerung und vergleichsweise totem Meer heute eher ein Requiem! Wenige Jahre später drehte der Kameramann Ivar Seleckis mit Aivar Freimanis wieder bei Fischern am Rigaer Meerbusen. In unserer Mappe mit Erinnerungen an den Sommer 1968 bezieht er sich genau auf diese Arbeiten am Film LOMI / DER FANG.

 

MUMS NEBAISŪS JOKIE PRIEŠAI / WIR FÜRCHTEN UNS VOR KEINEM FEIND ◄

Litauische SSR 1978, 10 min, ohne Dialog

R: Edmundas Zubavičius        Zivilverteidigungsübung (westlich ausgedrückt Zivilschutzübung) in einem litauischen Dorf, dokumentarischer Vorgriff auf Lopuschanskijs BRIEFE EINES TOTEN MANNES: Gasmaskentraining, Marschieren, alles in allem ein Totentanz. Doch Pathos und Lebendigkeit vertragen sich nicht: Hier, beim großen Laienspiel, spielt jeder immer noch sich selbst. So bitter ernst und wenig professionell läuft die Sache. Schwejk, samt Schwager, Cousinen und Tanten grüßen aus Litauen …

Ein verstörendes historisches Dokument angesichts der in Volker Koepps SEESTÜCK sichtbaren Remilitarisierung des Ostseeraums.

 

TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST: Der Einbaum, OmeU
Do 20.12.

TOOMAPÄEV: Wellen der Leidenschaft (Kire lained / Вольны страстей), stumm mit Livemusikbegleitung!

Wladimir Gaidarow
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Wellen der Leidenschaft (Kire lained / Вольны страстей)

EST/ D 1930, 88 min, stumm, estn./ dt./ russ. Zwischentitel

am präparierten Flügel live begleitet von Jürgen Kurz

Regie: Wladimir Gaidarow                     Alkoholschmuggel auf der Ostsee!

Der brasilianische Journalist Rex Ronney will Material für sein Buch über nordischen Alkoholschmuggel sammeln und unternimmt dazu eine Schiffsreise nach Estland und Finnland, wo Prohibition herrscht. Auf dem Schiff macht er die Bekanntschaft des Sprit-Königs Kölgis und gewinnt dessen Vertrauen. Mit einer Empfehlung schickt Kölgis ihn nach Tallinn zu dem Schmuggler Bratt, der dort in den Diensten des bei Kölgis hoch verschuldeten Mart Martens steht. Um die Schulden ihres Vaters zu begleichen, leitet dessen Tochter Betty die Alkoholtransporte selbst. Als nun Rex Ronney auftaucht, bleibt das nicht ohne Folgen. Wellen der Leidenschaft, auch bekannt unter dem Titel Kurs auf die Ehe, ist ein spannendes Ostsee-Abenteuer. Gedreht wurde es unter anderem an der estnischen Küste bei Loksa, Võsu und Käsmu, im Park des Schlosses von Tallinn-Maarjamäe sowie in einem Berliner Filmatelier. (60. Nordische Filmtage Lübeck)

Der Film wurde zur Verfügung gestellt von:

Film Archives of the National Archives of Estonia

TOOMAPÄEV: Wellen der Leidenschaft (Kire lained / Вольны страстей), stumm mit Livemusikbegleitung!
Do 20.12.

TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST: Johannistag, OmeU

Andres Sööt
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TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST:

JAANIPÄEV / JOHANNISTAG ◄

Estnische SSR 1978, 20 min , estnisch | russisch mit engl. UT

R: Andres Sööt                           Ein Kultfilm des estnischen Dok-Regisseurs: Vom Versuch bäuerlich folkloristische Gesangstradition im Großstadt-Treiben aufrecht zu erhalten. Rasend, präzise, voll (widersprüchlicher) Ein- & Ansichten. (Barbara Wurm, GoEast 2018)

TOOMAPÄEV – Historische Kurzfilme aus LT, LV, EST: Johannistag, OmeU
Fr 21.12.

Gundermann

Andreas Dresen
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Gundermann

Deutschland 2018, 127 min

Regie: Andreas Dresen

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit. (Pandora)

Gundermann
Fr 21.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Fr 21.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Sa 22.12.

Gundermann

Andreas Dresen
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Gundermann

Deutschland 2018, 127 min

Regie: Andreas Dresen

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit. (Pandora)

Gundermann
Sa 22.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Sa 22.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
So 23.12.

Gundermann

Andreas Dresen
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Gundermann

Deutschland 2018, 127 min

Regie: Andreas Dresen

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit. (Pandora)

Gundermann
So 23.12.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
So 23.12.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
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