Do 09.12.

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU

Salomé Jashi
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Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება

CH/ D / Georgien 2021, 91 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Salomé Jashi

In Georgien war das surreale Bild von Bäumen, die auf Plattformen oder Barken durch das Land transportiert wurden allgegenwärtiges Thema. Die Filmemacherin Salomé Jashi nahm es zum Anlass für ihren Film DIE ZÄHMUNG DER BÄUME. Ohne Kommentar, ohne direkte Interviews, ohne auch die Position des Milliardärs zu erklären oder zu hinterfragen, beobachtet sie das Geschehen, mit distanziertem, fast kühl anmutendem Blick. Erstaunlich viele Bewohner der Dörfer, aus denen die Bäume geholt werden, äußern sich vor der Kamera, manche kritisieren und bedauern den Verkauf, der auch wie ein Verkauf der eigenen Geschichte scheint. Andere freuen sich über das bisschen Geld, das sie durch den Verkauf verdienen, über die Straßen, die ihren abgelegenen Dörfern ein bisschen an die Gegenwart des Landes anschließen sollen. Welche Zerstörung mit dem Umsetzen der Bäume verbunden ist, bleibt da kaum mehr als Nebensache, für Geld ist eben so gut wie alles zu bekommen. (…) Unterlegt mit georgischen Chorälen lässt Jashi auch hier die Bilder für sich sprechen. Bilder, die von einer seltsamen Episode der georgischen Gegenwart erzählen, in der sich die politische, soziale Realität des Landes spiegelt. (Michael Meyns, programmkino.de)

Do 09.12.

VIEL NEUES IM OSTEN: Heat Singers (Співає Іванофранківськтеплокомуненерго), OmdU

Nadia Parfan
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Das FilmFestival Cottbus (FFC) gastiert am 09.+14.12. im Krokodil und präsentiert vier Filme aus der Sektion „Viel Neues im Osten“. Im Fokus der Sektion stehen die Transformationsprozesse nach dem Zerfall der Sowjetunion. Die Protagonisten der insgesamt zehn Filme stehen für Epochen historischer Veränderungen und bleiben dabei immer persönlich und nahbar. Durch ihre Augen blickt man auf die Umbrüche in jenen Ländern.

VIEL NEUES IM OSTEN wird unterstützt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

zum Film:

Heat Singers (Співає Іванофранківськтеплокомуненерго)

Ukraine 2019, 64 min, OmdU

Regie: Nadia Parfan           

Beim letzten Tauziehen waren nicht ausreichend Mitstreiter da, die für das lokale Heizkraftwerk bei der Unabhängigkeitsfeier an einem Strang ziehen sollten. Das sei peinlich, eröffnet der altgediente Gewerkschaftsführer Ivan die Tagesordnung beim Gewerkschaftstreffen. Es gehe nicht ums Gewinnen, sondern um die Ehre des Kollektivs. In einem kaputten System müssten sich die, die zu wenig verdienen, um ihre Heizkosten bezahlen zu können, wenigstens aufeinander verlassen können. Diese Heizungen, die fallen überall in der Stadt und ständig aus, Leitungen lecken und Rohre platzen. In den überschwemmten Kellern wurzeln erste Pflanzen. Die Telefone der Beschwerde-Hotline klingeln unentwegt, es wird oft geschrien und wüst beschimpft. Doch im Chor des Heizwerkes beschwören sie die Erinnerungen an das Gute. Die Proben müssen organisiert, neue Stücke einstudiert werden – um diese Dinge kümmert sich der Gewerkschaftsmann vornehmlich. Den Kampf gegen das System hat er in seinen 15 Dienstjahren verloren, nun geht es um das, was bleibt, wenn er geht. Wenn die Heldinnen und Helden der Arbeiterklasse keiner mehr besingt, müssen sie es selbst tun. (Denis Demmerle, FFC 21)

„Regisseurin Nadia Parfan pirscht sich mit einem effizienten, präzisen und bissigen Direct-Cinema-Ansatz an das Eigenleben von TeploKomunEnergo heran. Über den Umweg der Geschichte eines unter Druck stehenden, schwer zähmbaren Heizungssystems beobachtet sie die moderne Ukraine, deren veraltete soziale Strukturen, die mit dem heutigen Wirtschaftssystem unvereinbar sind, paradoxerweise weiterhin funktionieren.“ (Madeline Robert)

VIEL NEUES IM OSTEN: Heat Singers (Співає Іванофранківськтеплокомуненерго), OmdU
Do 09.12.

VIEL NEUES IM OSTEN: L’Amiral Tschoumakov (Адмирал Чумаков), OmdU MIT VORFILM

Laurier Fourniau & Arnaud Alberola
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Das FilmFestival Cottbus (FFC) gastiert am 09.+14.12. im Krokodil und präsentiert vier Filme aus der Sektion „Viel Neues im Osten“. Im Fokus der Sektion stehen die Transformationsprozesse nach dem Zerfall der Sowjetunion. Die Protagonisten der insgesamt zehn Filme stehen für Epochen historischer Veränderungen und bleiben dabei immer persönlich und nahbar. Durch ihre Augen blickt man auf die Umbrüche in jenen Ländern.

VIEL NEUES IM OSTEN wird unterstützt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

zu den Filmen:

L’Amiral Tschoumakov (Адмирал Чумаков)

Belgien / Frankreich 2021, 64 min, OmdU

Regie: Laurier Fourniau, Arnaud Alberola

Das Portrait Tchumakovs ist im besten Sinn nostalgisch. Der Admiral zeigt sich immer gut ausstaffiert in Uniform und mit Admiralsmütze, was in einem Land, das sich neu erfinden will, befremdlich wirkt. Blicken er und die anderen ehemaligen Militärs zurück in die Vergangenheit, ist die Erinnerung verklärt. Der Admiral wird genauso wie die Geschichte des eigenen Landes zum Fremdkörper – wie Gebrauchtes zum Schrott einer modernen Gesellschaft verkommt. Referiert Tchumakov über früher, klebt die Enkel-Generation an seinen Lippen. Sein Stolz auf die eigene Vergangenheit kommt im Film ohne große ostalgische Wehmut aus. Die Zuschauer erleben einen Menschen, dessen innerer Kompass immer noch funktioniert, auch wenn sein Heimatland ein anderes geworden ist. (Denis Demmerle, FFC 21)

VORFILM:

Östliche Landschaft

D 1991, 13 min, R: Eduard Schreiber

Eine Nebenwirkung der Wiedervereinigung, des Beitritts der DDR zur BRD, war eine Menge an Müll. Nicht weiter benötigte Insignien eines abgewickelten Staates. En passant erzählen diese Abfälle von Vergänglichkeit und entsorgten Erinnerungen. (Denis Demmerle, FFC 21)

 

VIEL NEUES IM OSTEN: L’Amiral Tschoumakov (Адмирал Чумаков), OmdU MIT VORFILM
Do 09.12.

VIEL NEUES IM OSTEN: Östliche Landschaft (Vorfilm)

Eduard Schreiber
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Das FilmFestival Cottbus (FFC) gastiert am 09.+14.12. im Krokodil und präsentiert vier Filme aus der Sektion „Viel Neues im Osten“. Im Fokus der Sektion stehen die Transformationsprozesse nach dem Zerfall der Sowjetunion. Die Protagonisten der insgesamt zehn Filme stehen für Epochen historischer Veränderungen und bleiben dabei immer persönlich und nahbar. Durch ihre Augen blickt man auf die Umbrüche in jenen Ländern.

VIEL NEUES IM OSTEN wird unterstützt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

VORFILM:

Östliche Landschaft

D 1991, 13 min, R: Eduard Schreiber

Die Müllkippe im Berliner Norden ist übersät mit dem verblassenden Schwarzrotgold weggeworfener DDR-Flaggen. Überall blitzen Hammer und Sichel zwischen den in die Jahre gekommenen Dingen eines Alltags hervor, die durch andere, oft neue und glänzende, ersetzt wurden. Dazwischen quetscht ein alter Mann Töne aus einem Akkordeon, während ein jüngerer scheinbar alle Habseligkeiten vergangener Tage loswerden will. Über beiden kreisen die Raben. Das Szenario taugt als Metapher über die Verfasstheit der Staaten, der beiden alten und des neuen. (Denis Demmerle, FFC 21)

 

VIEL NEUES IM OSTEN: Östliche Landschaft (Vorfilm)
Fr 10.12.

Kinder malen Kino (geschlossene Veranstaltung)

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Fr 10.12.

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU

Salomé Jashi
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Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება

CH/ D / Georgien 2021, 91 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Salomé Jashi

In Georgien war das surreale Bild von Bäumen, die auf Plattformen oder Barken durch das Land transportiert wurden allgegenwärtiges Thema. Die Filmemacherin Salomé Jashi nahm es zum Anlass für ihren Film DIE ZÄHMUNG DER BÄUME. Ohne Kommentar, ohne direkte Interviews, ohne auch die Position des Milliardärs zu erklären oder zu hinterfragen, beobachtet sie das Geschehen, mit distanziertem, fast kühl anmutendem Blick. Erstaunlich viele Bewohner der Dörfer, aus denen die Bäume geholt werden, äußern sich vor der Kamera, manche kritisieren und bedauern den Verkauf, der auch wie ein Verkauf der eigenen Geschichte scheint. Andere freuen sich über das bisschen Geld, das sie durch den Verkauf verdienen, über die Straßen, die ihren abgelegenen Dörfern ein bisschen an die Gegenwart des Landes anschließen sollen. Welche Zerstörung mit dem Umsetzen der Bäume verbunden ist, bleibt da kaum mehr als Nebensache, für Geld ist eben so gut wie alles zu bekommen. (…) Unterlegt mit georgischen Chorälen lässt Jashi auch hier die Bilder für sich sprechen. Bilder, die von einer seltsamen Episode der georgischen Gegenwart erzählen, in der sich die politische, soziale Realität des Landes spiegelt. (Michael Meyns, programmkino.de)

Fr 10.12.

Prenzlauer Berg Walzer – in Anwesenheit des Regisseurs Jörg Foth MIT VORFILM

Jörg Foth
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Prenzlauer Berg Walzer

Deutschland 1990-94, 100 min

VORFILM: Freund und Helfer auf dem Lande (D 1992, 10 min, R: Jörg Foth)

am Fr, 10. Dezember um 19 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs

Regie: Jörg Foth                        Eine filmische Langzeitbeobachtung im Kiez.

In den ersten drei Jahre nach der Wende drehte ich einen Dokumentarfilm über Leute, die zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße wohnen. … Wir fingen an mit der Ausrufung der Republik Utopia in der Nacht vom 3. Oktober 1990 auf dem Kollwitzplatz und hörten Ende 1993 mit den Dreharbeiten auf. Je länger wir gedreht hatten und je mehr Gespräche ich geführt hatte, desto mehr war mir klar geworden, es geht nicht um diese drei Jahre nach dem Mauerfall. … Alles was dem Wort Prenzlauer Berg angeheftet, angedichtet, in die Schuhe geschoben wird und womit der Bezirk in Stadtmagazinen von München bis Hamburg vermarktet wird als touristische Sensation, war mir egal. Ich wollte zeigen, dass das ein ganz normales Stück Stadt ist, wo Menschen leben mit ganz individuellen Lebenswegen. (Jörg Foth, in: Durchgangzimmer Prenzlauer Berg, 2012)

„Der Prenzlauer Berg liegt aufgebrochen, wie ein Dauerpatient zur Langzeitoperation. Absperrungen, Umleitungen, Kettengerassel, Manövergebrüll. Armeen modernster Minimaschinen greifen seine Straßen an. Unter allem Pflaster überraschend heller Meeresstrand, eine Wanderdüne durch alle Zeiten und Melodien. Unablässig stehen Immobilienhändler auf den Straßen, zeigen mit dem Finger auf Fenster und Fassaden und fotografieren was sie begehren oder verschachern. Fremde graben bis in die Nacht und ziehen nie gesehenen Kabel ein.“ (O-Ton, Juni 1991)

Prenzlauer Berg Walzer – in Anwesenheit des Regisseurs Jörg Foth MIT VORFILM
Fr 10.12.

Freund und Helfer auf dem Lande (Vorfilm)

Jörg Foth
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Freund und Helfer auf dem Lande

Polizeipostendoppelporträt

D 1992, 10 min, R: Jörg Foth

Plattes Land unweit der Stadt Brandenburg, „ein Winter ohne Schnee, in grünen Feldern sitzen Schwäne.“ Im Stahlwerk werden schon wieder viele Menschen arbeitslos. Während die einen nicht wissen wie es weitergeht, wechseln zwei ehemalige Volkspolizisten einfach die Uniform. Und „die ist leicht“ sagt einer von beiden stolz, „formschön und dem Körper angepasst“. Schicker als die alte ist sie auch und „der rote Adler vor an der Mütze, der reißt alles raus“. So einfach ist das!

Freund und Helfer auf dem Lande (Vorfilm)
Fr 10.12.

Garagenvolk (Гаражане), OmdU

Natalija Yefimkina
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Garagenvolk (Гаражане)

D 2020, 95 min, russische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Natalija Yefimkina

Im post-sowjetischen Russland gibt es ein Phänomen abseits von Eisfischen, Matrojschkas und Wodka: Die Garagensiedlung. Von außen unwirtliche Blechhütten bieten sie einer Vielzahl von Russen – vorwiegend Männern ein Refugium. Nach eigenem Gusto und abseits aller Regeln, mit Erfindungskraft und Zähigkeit entstehen auf wenigen Quadratmeter alternative Lebensräume. Schrottsammler Ilja nutzt die Garage als Produktionsstätte, Roman für seine Wachtelzucht, Pavel schnitzt kunstfertig Heiligenfiguren und Viktor hat die seine in jahrzehntelanger Arbeit um vier unterirdische Stockwerke ergänzt. Hier gibt es alles, und alles scheint möglich. Die Garagen sind Ausdruck eines Rückzugs ins Private, eine Flucht vor dem Alltag. Hinter dem Polarkreis, in einer rauen Gegend, in der ein Bergbaukonzern der einzige Arbeitgeber ist, bleibt die Garage die letzte Möglichkeit zur Selbstverwirklichung – und kommt so viel fältig daher, wie die Träume ihrer Besitzer.

„Viele der Persönlichkeiten hier werden im Gedächtnis bleiben: der wackere Viktor, der nicht mehr lange zu leben hat, die Mitglieder der Rockband, die sich trennt, weil eigentlich alle hier wegwollen, oder der Wachtelzüchter Roman, der von einer Partnerin träumt. Manchmal wirkt die ganze Szenerie wie eine Theaterkulisse mit inszenierten Tableaus. Dann sehen die Garagen von Weitem aus wie merkwürdig dekorierte Puppenstuben. Jede stellt eine eigene kleine Welt dar, eine wahr gewordene Zukunftsvision. Zusammen bilden sie lauter kleine, isolierte Waben eines großen Ganzen, jede steht für einen einzelnen Menschen. Zusammen, aber nicht gemeinsam, haben sie all das gestaltet, und zwar aus einem unstillbaren Drang zur Betätigung, um etwas zu schaffen, was zu ihnen gehört. Aus all ihren Geschichten, Gesprächen und Erlebnissen ergibt sich ein kaleidoskopartiges, sehr interessantes Bild von Russland und den Menschen, die jenseits des Polarkreises leben und nicht viel mehr als ihre Träume haben.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

„Die Garagen erscheinen als Zufluchtsorte. Sie sind die Orte derjenigen, die, allen Widrigkeiten zum Trotz, bleiben wollen: die Garage als Heimat. Was für eine schnoddrig-schöne Metapher.” (Jens Balkenborg, epd-film.de)

Garagenvolk (Гаражане), OmdU
Sa 11.12.

Lieber Thomas

Andreas Kleinert
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Lieber Thomas

Deutschland 2021, 150 min, deutsche Originalfassung

Regie: Andreas Kleinert

Das Leben von Thomas Brasch ist eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft. In der DDR konnte der Künstler nicht bleiben und im Westen wollte er nicht sein. Inspiriert von Braschs Werk erzählt LIEBER THOMAS von den umkämpften Welten im Leben eines radikal Unangepassten: von Braschs Hassliebe zu seinem Vater, von der tiefen Zuneigung zu seinen Geschwistern und seinem ruhelosen Begehren zu den Frauen seines Lebens.

„Als zweieinhalbstündiger Bilderrausch in Schwarzweiß, der zwischen historischer Realität und (alp-) traumhaften Phantasiesequenzen oszilliert; zusammengehalten vom fabelhaften Albrecht Schuch, der sich mit unfassbarer Energie in seine Hauptrolle wirft – buchstäblich in jeder Szene, als gäbe es kein Morgen. Wobei er Brasch nicht nur als Kraftkerl und Poète maudit verkörpert, sondern als einen in jeder Hinsicht maßlosen Menschen, der sich oft selbst im Weg steht.“ (Ingrid Beerbaum, kunstundfilm.de)

Sa 11.12.

Otac – Vater, OmdU

Srđan Golubović
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Otac – Vater

Serbien / Kroatien 2020, 120 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Golubović

Nachdem Nikolas Frau einen Selbstmordversuch unternommen hat, werden dem Gelegenheitsarbeiter seine beiden Kinder weggenommen und bei Pflegeeltern untergebracht, zunächst angeblich vorübergehend. Doch nach einer Begutachtung der Wohnverhältnisse befindet der Leiter des Sozialamts des kleinen serbischen Dorfes, Nikola sei zu arm, um ein angemessenes Lebensumfeld für die Kinder zu gewährleisten. Der zurückhaltende Mann beschließt, eine Beschwerde beim Ministerium für Soziales in Belgrad einzulegen. Die 300 Kilometer dorthin will er zu Fuß zurückzulegen. Er will den Behörden zeigen, wie weit er für seine Kinder zu gehen bereit ist – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Golubović gelingt ein in jeder Hinsicht vielschichtiger Film: eine empathische Studie über eine Gesellschaft der Abgehängten, die unter den Folgen eines korrupten Systems und postsozialistischer Willkür leiden; ein düstererer Roadtrip, der mit jedem Schritt des Helden ein Land zwischen wunderschöner Natur und betonierter Verwahrlosung kartografiert. Und vor allem ein Film über einen liebenden Vater, der mit stillem Protest um seine Kinder kämpft.

Schauspieler Goran Bogdan braucht keine Worte, keine emotionalen Ausbrüche, ja nicht einmal eine extrovertierte mimische Gesichtsakrobatik, um uns verstehen zu lassen. Wir können lesen, von der Wut, der Verzweiflung und der Entschlossenheit in seinem kantigen, blassen Gesicht und der sperrigen, bestimmten Physis. Was der kroatische Schauspieler, der dem internationalen Publikum wohl am ehesten durch seine Rolle in der dritten Staffel der US-Serie »Fargo« bekannt sein dürfte, auf die Leinwand zaubert, ist große Kunst.“ (Jens Balkenborg, epd-film.de)

Sa 11.12.

Doppelprogramm: Ich komme aus dem Tal (in Memoriam Tamara Trampe)

Hans-Eberhard Leupold
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Ich komme aus dem Tal. Begegnungen mit einem georgischen Jungen

DDR 1973, 35mm, 29 min

Regie: Hans-Eberhard Leupold          Buch: Tamara Trampe

Vor zwei Jahren lernten wir in einem kaukasischen Bergdorf den Jungen Gaios kennen. Mit seinen Augen wurde uns das ferne Land vertrauter. Wir schrieben uns Briefe. Später kehrten wir dorthin zurück, um von ihm und seinem Land zu erzählen. (T. Trampe, H-E Leupold)

Die Leitung des Defa-Dokumentarfilmstudios sah in der kleinen, impressionistischen Arbeit ihr widerspruchsfreies und rosiges Sowjetunion-Bild beschädigt. Die Archaik mancher Motive, die alltäglichen Wahrheiten schienen ihnen nicht zu einem Land zu passen, das von sich behauptete, den Kommunismus aufzubauen. Um überhaupt ins Kino zu gelangen, brauchte ICH KOMME AUS DEM TAL erst die Fürsprache des einflussreichen Dokumentaristen Andrew Thorndike, der seit seinen Dreharbeiten für DAS RUSSISCHE WUNDER (1963) sehr genau wusste, wie es in der Sowjetunion aussah.“ (Ralf Schenk, BLZ 24.01.2008)

Sa 11.12.

Doppelprogramm: Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU

Salomé Jashi
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im Vorprogramm ICH KOMME AUS DEM TAL (DDR 1973, Dok, 29 min, R: H.-E. Leupold)

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება

CH/ D / Georgien 2021, 91 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Salomé Jashi

In Georgien war das surreale Bild von Bäumen, die auf Plattformen oder Barken durch das Land transportiert wurden allgegenwärtiges Thema. Die Filmemacherin Salomé Jashi nahm es zum Anlass für ihren Film DIE ZÄHMUNG DER BÄUME. Ohne Kommentar, ohne direkte Interviews, ohne auch die Position des Milliardärs zu erklären oder zu hinterfragen, beobachtet sie das Geschehen, mit distanziertem, fast kühl anmutendem Blick. Erstaunlich viele Bewohner der Dörfer, aus denen die Bäume geholt werden, äußern sich vor der Kamera, manche kritisieren und bedauern den Verkauf, der auch wie ein Verkauf der eigenen Geschichte scheint. Andere freuen sich über das bisschen Geld, das sie durch den Verkauf verdienen, über die Straßen, die ihren abgelegenen Dörfern ein bisschen an die Gegenwart des Landes anschließen sollen. Welche Zerstörung mit dem Umsetzen der Bäume verbunden ist, bleibt da kaum mehr als Nebensache, für Geld ist eben so gut wie alles zu bekommen. (…) Unterlegt mit georgischen Chorälen lässt Jashi auch hier die Bilder für sich sprechen. Bilder, die von einer seltsamen Episode der georgischen Gegenwart erzählen, in der sich die politische, soziale Realität des Landes spiegelt. (Michael Meyns, programmkino.de)

Doppelprogramm: Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU
So 12.12.

Sammelsurium. Ein ostelbischer Kulturfilm

Volker Koepp
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Sammelsurium. Ein ostelbischer Kulturfilm

Deutschland 1992, 35mm, 107 min

Regie: Volker Koepp

Der Titel SAMMELSURIUM bezieht sich auf den Umstand, dass die seit Oktober 1990 nicht mehr existierende DDR auch als abgeschlossenes Sammelgebiet für Münz- und Briefmarkenfreunde betrachtet werden kann. Was wie ewig erschien, verging doch mit großer Geschwindigkeit. Die „ewigen“ Betongrenzen und die „ewigen“ Standbilder wurden geschleift, die „ewige“ Freundschaft zur Sowjetunion scheint schnell aus den Köpfen – abgebrochene Ewigkeiten. Die versunkenen Orte sind lokalisierbar. Es existiert auch genügend Filmmaterial. Und obwohl vieles schnell vergessen sein wird, gibt es noch genügend Menschen, die berichten können. SAMMELSURIUM ist Spurensuche und Archäologie, sammelt Erinnerungsstücke und schaut dem Verschwinden zu. (Ö-Filmproduktion)

 

Sammelsurium. Ein ostelbischer Kulturfilm
So 12.12.

Otac – Vater, OmdU

Srđan Golubović
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Otac – Vater

Serbien / Kroatien 2020, 120 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Golubović

Nachdem Nikolas Frau einen Selbstmordversuch unternommen hat, werden dem Gelegenheitsarbeiter seine beiden Kinder weggenommen und bei Pflegeeltern untergebracht, zunächst angeblich vorübergehend. Doch nach einer Begutachtung der Wohnverhältnisse befindet der Leiter des Sozialamts des kleinen serbischen Dorfes, Nikola sei zu arm, um ein angemessenes Lebensumfeld für die Kinder zu gewährleisten. Der zurückhaltende Mann beschließt, eine Beschwerde beim Ministerium für Soziales in Belgrad einzulegen. Die 300 Kilometer dorthin will er zu Fuß zurückzulegen. Er will den Behörden zeigen, wie weit er für seine Kinder zu gehen bereit ist – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Golubović gelingt ein in jeder Hinsicht vielschichtiger Film: eine empathische Studie über eine Gesellschaft der Abgehängten, die unter den Folgen eines korrupten Systems und postsozialistischer Willkür leiden; ein düstererer Roadtrip, der mit jedem Schritt des Helden ein Land zwischen wunderschöner Natur und betonierter Verwahrlosung kartografiert. Und vor allem ein Film über einen liebenden Vater, der mit stillem Protest um seine Kinder kämpft.

Schauspieler Goran Bogdan braucht keine Worte, keine emotionalen Ausbrüche, ja nicht einmal eine extrovertierte mimische Gesichtsakrobatik, um uns verstehen zu lassen. Wir können lesen, von der Wut, der Verzweiflung und der Entschlossenheit in seinem kantigen, blassen Gesicht und der sperrigen, bestimmten Physis. Was der kroatische Schauspieler, der dem internationalen Publikum wohl am ehesten durch seine Rolle in der dritten Staffel der US-Serie »Fargo« bekannt sein dürfte, auf die Leinwand zaubert, ist große Kunst.“ (Jens Balkenborg, epd-film.de)

So 12.12.

Lieber Thomas

Andreas Kleinert
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Lieber Thomas

Deutschland 2021, 150 min, deutsche Originalfassung

Regie: Andreas Kleinert

Das Leben von Thomas Brasch ist eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft. In der DDR konnte der Künstler nicht bleiben und im Westen wollte er nicht sein. Inspiriert von Braschs Werk erzählt LIEBER THOMAS von den umkämpften Welten im Leben eines radikal Unangepassten: von Braschs Hassliebe zu seinem Vater, von der tiefen Zuneigung zu seinen Geschwistern und seinem ruhelosen Begehren zu den Frauen seines Lebens.

„Als zweieinhalbstündiger Bilderrausch in Schwarzweiß, der zwischen historischer Realität und (alp-) traumhaften Phantasiesequenzen oszilliert; zusammengehalten vom fabelhaften Albrecht Schuch, der sich mit unfassbarer Energie in seine Hauptrolle wirft – buchstäblich in jeder Szene, als gäbe es kein Morgen. Wobei er Brasch nicht nur als Kraftkerl und Poète maudit verkörpert, sondern als einen in jeder Hinsicht maßlosen Menschen, der sich oft selbst im Weg steht.“ (Ingrid Beerbaum, kunstundfilm.de)

Mo 13.12.

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU

Salomé Jashi
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Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება

CH/ D / Georgien 2021, 91 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Salomé Jashi

In Georgien war das surreale Bild von Bäumen, die auf Plattformen oder Barken durch das Land transportiert wurden allgegenwärtiges Thema. Die Filmemacherin Salomé Jashi nahm es zum Anlass für ihren Film DIE ZÄHMUNG DER BÄUME. Ohne Kommentar, ohne direkte Interviews, ohne auch die Position des Milliardärs zu erklären oder zu hinterfragen, beobachtet sie das Geschehen, mit distanziertem, fast kühl anmutendem Blick. Erstaunlich viele Bewohner der Dörfer, aus denen die Bäume geholt werden, äußern sich vor der Kamera, manche kritisieren und bedauern den Verkauf, der auch wie ein Verkauf der eigenen Geschichte scheint. Andere freuen sich über das bisschen Geld, das sie durch den Verkauf verdienen, über die Straßen, die ihren abgelegenen Dörfern ein bisschen an die Gegenwart des Landes anschließen sollen. Welche Zerstörung mit dem Umsetzen der Bäume verbunden ist, bleibt da kaum mehr als Nebensache, für Geld ist eben so gut wie alles zu bekommen. (…) Unterlegt mit georgischen Chorälen lässt Jashi auch hier die Bilder für sich sprechen. Bilder, die von einer seltsamen Episode der georgischen Gegenwart erzählen, in der sich die politische, soziale Realität des Landes spiegelt. (Michael Meyns, programmkino.de)

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU
Mo 13.12.

Lieber Thomas

Andreas Kleinert
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Lieber Thomas

Deutschland 2021, 150 min, deutsche Originalfassung

Regie: Andreas Kleinert

Das Leben von Thomas Brasch ist eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft. In der DDR konnte der Künstler nicht bleiben und im Westen wollte er nicht sein. Inspiriert von Braschs Werk erzählt LIEBER THOMAS von den umkämpften Welten im Leben eines radikal Unangepassten: von Braschs Hassliebe zu seinem Vater, von der tiefen Zuneigung zu seinen Geschwistern und seinem ruhelosen Begehren zu den Frauen seines Lebens.

„Als zweieinhalbstündiger Bilderrausch in Schwarzweiß, der zwischen historischer Realität und (alp-) traumhaften Phantasiesequenzen oszilliert; zusammengehalten vom fabelhaften Albrecht Schuch, der sich mit unfassbarer Energie in seine Hauptrolle wirft – buchstäblich in jeder Szene, als gäbe es kein Morgen. Wobei er Brasch nicht nur als Kraftkerl und Poète maudit verkörpert, sondern als einen in jeder Hinsicht maßlosen Menschen, der sich oft selbst im Weg steht.“ (Ingrid Beerbaum, kunstundfilm.de)

Di 14.12.

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU

Salomé Jashi
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Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება

CH/ D / Georgien 2021, 91 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Salomé Jashi

In Georgien war das surreale Bild von Bäumen, die auf Plattformen oder Barken durch das Land transportiert wurden allgegenwärtiges Thema. Die Filmemacherin Salomé Jashi nahm es zum Anlass für ihren Film DIE ZÄHMUNG DER BÄUME. Ohne Kommentar, ohne direkte Interviews, ohne auch die Position des Milliardärs zu erklären oder zu hinterfragen, beobachtet sie das Geschehen, mit distanziertem, fast kühl anmutendem Blick. Erstaunlich viele Bewohner der Dörfer, aus denen die Bäume geholt werden, äußern sich vor der Kamera, manche kritisieren und bedauern den Verkauf, der auch wie ein Verkauf der eigenen Geschichte scheint. Andere freuen sich über das bisschen Geld, das sie durch den Verkauf verdienen, über die Straßen, die ihren abgelegenen Dörfern ein bisschen an die Gegenwart des Landes anschließen sollen. Welche Zerstörung mit dem Umsetzen der Bäume verbunden ist, bleibt da kaum mehr als Nebensache, für Geld ist eben so gut wie alles zu bekommen. (…) Unterlegt mit georgischen Chorälen lässt Jashi auch hier die Bilder für sich sprechen. Bilder, die von einer seltsamen Episode der georgischen Gegenwart erzählen, in der sich die politische, soziale Realität des Landes spiegelt. (Michael Meyns, programmkino.de)

Di 14.12.

VIEL NEUES IM OSTEN: Taxi Blues (Такси-блюз), OmdU

Pavel Lungin
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Das FilmFestival Cottbus (FFC) gastiert am 09.+14.12. im Krokodil und präsentiert vier Filme aus der Sektion „Viel Neues im Osten“. Im Fokus der Sektion stehen die Transformationsprozesse nach dem Zerfall der Sowjetunion. Die Protagonisten der insgesamt zehn Filme stehen für Epochen historischer Veränderungen und bleiben dabei immer persönlich und nahbar. Durch ihre Augen blickt man auf die Umbrüche in jenen Ländern.

VIEL NEUES IM OSTEN wird unterstützt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

zum Film:

Taxi Blues (Такси-блюз)

SU 1990, 110 min, OmdU

Regie: Pavel Lungin

Der Zufall bringt Taxifahrer Shlykov mit Saxophonist Lyosha zusammen und lässt eine komplizierte Freundschaft zweier unterschiedlicher wie einsamer Männer entstehen. Die Reformen der Perestroika bedeuten für beide einen Verlust an Ordnung, Grundfesten werden erschüttert und Lebensphilosophien auf die Probe stellt. Regisseur Pavel Lungin arbeitete vor seinem Regiedebüt TAXI BLUES schon länger als Drehbuchautor. Er gewann Pëtr Mamonov, den mittlerweile verstorbenen sowjetischen Rockstar und Frontmann der Moskauer Band „Swuki Mu“, für die Rolle des exzentrischen Saxophonisten. (Denis Demmerle, FFC 21)

VIEL NEUES IM OSTEN: Taxi Blues (Такси-блюз), OmdU
Mi 15.12.

Spatzenkino – Es weihnachtet sehr / nur mit Voranmeldung unter 44 94 750

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Mi 15.12.

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU

Salomé Jashi
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Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება

CH/ D / Georgien 2021, 91 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Salomé Jashi

In Georgien war das surreale Bild von Bäumen, die auf Plattformen oder Barken durch das Land transportiert wurden allgegenwärtiges Thema. Die Filmemacherin Salomé Jashi nahm es zum Anlass für ihren Film DIE ZÄHMUNG DER BÄUME. Ohne Kommentar, ohne direkte Interviews, ohne auch die Position des Milliardärs zu erklären oder zu hinterfragen, beobachtet sie das Geschehen, mit distanziertem, fast kühl anmutendem Blick. Erstaunlich viele Bewohner der Dörfer, aus denen die Bäume geholt werden, äußern sich vor der Kamera, manche kritisieren und bedauern den Verkauf, der auch wie ein Verkauf der eigenen Geschichte scheint. Andere freuen sich über das bisschen Geld, das sie durch den Verkauf verdienen, über die Straßen, die ihren abgelegenen Dörfern ein bisschen an die Gegenwart des Landes anschließen sollen. Welche Zerstörung mit dem Umsetzen der Bäume verbunden ist, bleibt da kaum mehr als Nebensache, für Geld ist eben so gut wie alles zu bekommen. (…) Unterlegt mit georgischen Chorälen lässt Jashi auch hier die Bilder für sich sprechen. Bilder, die von einer seltsamen Episode der georgischen Gegenwart erzählen, in der sich die politische, soziale Realität des Landes spiegelt. (Michael Meyns, programmkino.de)

Mi 15.12.

Путешествие из Петербурга в Москву (Die Reise von Petersburg nach Moskau), OmdU

Viola Stephan
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Путешествие из Петербурга в Москву

(Die Reise von Petersburg nach Moskau)

D 1991/92, 35mm, 115 min, russische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Viola Stephan

Zwei Hauptstädte – zwei Seelen in einer Brust – verbindet die Reise von Petersburg nach Moskau. Vor 200 Jahren nahm Alexander Radischtschew diese Reise als Anlass, um die Rechtlosigkeit und die Grausamkeit zu beschreiben, unter der das russische Volk litt.

März 1991. Viola Stephan reist von Petersburg nach Moskau. Auf Bahnhöfen, in Kneipen, auf der Straße, in Kulturhäusern und anderen öffentlichen Plätzen filmt sie spontane Lebensäußerungen. Sie begegnet Menschen, die von ihrem Alltag mitten im Prozess der schleppenden Demokratisierung der Perestroika erzählen. (SREDA-Film)

„Hatten Sie als Deutsche keine Schwierigkeiten, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen?“ „Die Russen sind Fremden gegenüber generell sehr schweigsam. […] Natürlich erschwert das die Arbeit. Es war besser, sich beim Drehen russisch zu unterhalten, damit die Fremdheit nicht noch größer wurde. Wir filmten ja vor dem Putsch, das war wichtig. Jetzt haben die Leute erneut Angst, weil sie gesehen haben, dass sich alles auch wieder umkehren kann.“ (Auszug aus einem Interview mit der Regisseurin, 1991)

Путешествие из Петербурга в Москву (Die Reise von Petersburg nach Moskau), OmdU
Mi 15.12.

Otac – Vater, OmdU

Srđan Golubović
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Otac – Vater

Serbien / Kroatien 2020, 120 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Golubović

Nachdem Nikolas Frau einen Selbstmordversuch unternommen hat, werden dem Gelegenheitsarbeiter seine beiden Kinder weggenommen und bei Pflegeeltern untergebracht, zunächst angeblich vorübergehend. Doch nach einer Begutachtung der Wohnverhältnisse befindet der Leiter des Sozialamts des kleinen serbischen Dorfes, Nikola sei zu arm, um ein angemessenes Lebensumfeld für die Kinder zu gewährleisten. Der zurückhaltende Mann beschließt, eine Beschwerde beim Ministerium für Soziales in Belgrad einzulegen. Die 300 Kilometer dorthin will er zu Fuß zurückzulegen. Er will den Behörden zeigen, wie weit er für seine Kinder zu gehen bereit ist – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Golubović gelingt ein in jeder Hinsicht vielschichtiger Film: eine empathische Studie über eine Gesellschaft der Abgehängten, die unter den Folgen eines korrupten Systems und postsozialistischer Willkür leiden; ein düstererer Roadtrip, der mit jedem Schritt des Helden ein Land zwischen wunderschöner Natur und betonierter Verwahrlosung kartografiert. Und vor allem ein Film über einen liebenden Vater, der mit stillem Protest um seine Kinder kämpft.

Schauspieler Goran Bogdan braucht keine Worte, keine emotionalen Ausbrüche, ja nicht einmal eine extrovertierte mimische Gesichtsakrobatik, um uns verstehen zu lassen. Wir können lesen, von der Wut, der Verzweiflung und der Entschlossenheit in seinem kantigen, blassen Gesicht und der sperrigen, bestimmten Physis. Was der kroatische Schauspieler, der dem internationalen Publikum wohl am ehesten durch seine Rolle in der dritten Staffel der US-Serie »Fargo« bekannt sein dürfte, auf die Leinwand zaubert, ist große Kunst.“ (Jens Balkenborg, epd-film.de)

Otac – Vater, OmdU
Do 16.12.

Garagenvolk (Гаражане), OmdU

Natalija Yefimkina
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Garagenvolk (Гаражане)

D 2020, 95 min, russische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Natalija Yefimkina

Im post-sowjetischen Russland gibt es ein Phänomen abseits von Eisfischen, Matrojschkas und Wodka: Die Garagensiedlung. Von außen unwirtliche Blechhütten bieten sie einer Vielzahl von Russen – vorwiegend Männern ein Refugium. Nach eigenem Gusto und abseits aller Regeln, mit Erfindungskraft und Zähigkeit entstehen auf wenigen Quadratmeter alternative Lebensräume. Schrottsammler Ilja nutzt die Garage als Produktionsstätte, Roman für seine Wachtelzucht, Pavel schnitzt kunstfertig Heiligenfiguren und Viktor hat die seine in jahrzehntelanger Arbeit um vier unterirdische Stockwerke ergänzt. Hier gibt es alles, und alles scheint möglich. Die Garagen sind Ausdruck eines Rückzugs ins Private, eine Flucht vor dem Alltag. Hinter dem Polarkreis, in einer rauen Gegend, in der ein Bergbaukonzern der einzige Arbeitgeber ist, bleibt die Garage die letzte Möglichkeit zur Selbstverwirklichung – und kommt so viel fältig daher, wie die Träume ihrer Besitzer.

„Viele der Persönlichkeiten hier werden im Gedächtnis bleiben: der wackere Viktor, der nicht mehr lange zu leben hat, die Mitglieder der Rockband, die sich trennt, weil eigentlich alle hier wegwollen, oder der Wachtelzüchter Roman, der von einer Partnerin träumt. Manchmal wirkt die ganze Szenerie wie eine Theaterkulisse mit inszenierten Tableaus. Dann sehen die Garagen von Weitem aus wie merkwürdig dekorierte Puppenstuben. Jede stellt eine eigene kleine Welt dar, eine wahr gewordene Zukunftsvision. Zusammen bilden sie lauter kleine, isolierte Waben eines großen Ganzen, jede steht für einen einzelnen Menschen. Zusammen, aber nicht gemeinsam, haben sie all das gestaltet, und zwar aus einem unstillbaren Drang zur Betätigung, um etwas zu schaffen, was zu ihnen gehört. Aus all ihren Geschichten, Gesprächen und Erlebnissen ergibt sich ein kaleidoskopartiges, sehr interessantes Bild von Russland und den Menschen, die jenseits des Polarkreises leben und nicht viel mehr als ihre Träume haben.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

„Die Garagen erscheinen als Zufluchtsorte. Sie sind die Orte derjenigen, die, allen Widrigkeiten zum Trotz, bleiben wollen: die Garage als Heimat. Was für eine schnoddrig-schöne Metapher.” (Jens Balkenborg, epd-film.de)

Garagenvolk (Гаражане), OmdU
Do 16.12.

Grenzland – eine Reise (Pogranicze. Podróz), OmdU in Anwesenheit des Regisseurs Andreas Voigt

Andreas Voigt
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Grenzland – eine Reise (Pogranicze. Podróz)

D 1992, 88 min, OmdU

in Anwesenheit des Regisseurs Andreas Voigt

Regie: Andreas Voigt

Knapp zwei Jahre nach der Wende unternimmt Andreas Voigt eine Reise entlang der deutsch polnischen Grenze. Er begegnet unter anderem einem Rentnerpärchen, dass im Urlaub vom Wohnwagen aus täglich über die Oder in die alte Heimat starrt, polnischen Flussfischern und Kneipengästen, einem jungen Neonazi mit Ängsten vor Ausländern, die bis abends um eins auf einer Trommel rumhauen, im Mercedes vorfahrenden Fabrikalteigentümern aus Westdeutschland und einem ehemaligen Funktionär der mit einem Imbisswagen eine neue Existenzgrundlage gefunden hat.

„Herbst und Winter 1991, das Frühjahr, der Sommer im Jahr darauf; wir fahren entlang der Oder und der Neiße, entlang der deutsch-polnischen Grenze. Die geteilten Städte und Dörfer am Fluss; das flache Land diesseits und jenseits; dazwischen die Grenze. Die Geschichte der Leute hier, gestern, heute, Deutsche und Polen. Eine Reise im Grenzland.“ (A. Voigt)

Grenzland – eine Reise (Pogranicze. Podróz), OmdU in Anwesenheit des Regisseurs Andreas Voigt
Do 16.12.

Der Schein trügt (Небеса), OmdU

Srđan Dragojević
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Der Schein trügt (Небеса)

Serbien 2021, 122 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Dragojević

Stojan lebt in den 90er Jahren mit Frau und Kind in einem halb zerstörten Dorf. Sie sind Bürgerkriegsflüchtlinge und haben alles verloren. (…) Eines Tages geschieht ein Wunder: Über Stojans Kopf steht plötzlich ein Heiligenschein. Sowohl Stojan als auch seine sehr, sehr energische Frau Nada möchten dieses unveränderliche neue Kennzeichen, das sich nur durch eine Mütze verdecken lässt, wieder loswerden. Aber was tun?

„Eine wilde Satire mit anarchischem und teils ziemlich rabiatem Humor, die in zahllosen unerwarteten Wendungen von Gewinnern und Verlierern im neokapitalistischen, postsozialistischen Europa erzählt – als skurriler Beitrag zur Zeitgeschichte oder, je nach Betrachtungsweise, auch als episodenhafte Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Farce. Letztlich ist der Film schwer einzuordnen, im Großen und Ganzen ist er eine durchaus anspruchsvolle und nicht immer leicht durchschaubare Aufarbeitung von mehr als 30 Jahren Balkan-Historie.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Schein trügt (Небеса), OmdU
Fr 17.12.

Lieber Thomas

Andreas Kleinert
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Lieber Thomas

Deutschland 2021, 150 min, deutsche Originalfassung

Regie: Andreas Kleinert

Das Leben von Thomas Brasch ist eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft. In der DDR konnte der Künstler nicht bleiben und im Westen wollte er nicht sein. Inspiriert von Braschs Werk erzählt LIEBER THOMAS von den umkämpften Welten im Leben eines radikal Unangepassten: von Braschs Hassliebe zu seinem Vater, von der tiefen Zuneigung zu seinen Geschwistern und seinem ruhelosen Begehren zu den Frauen seines Lebens.

„Als zweieinhalbstündiger Bilderrausch in Schwarzweiß, der zwischen historischer Realität und (alp-) traumhaften Phantasiesequenzen oszilliert; zusammengehalten vom fabelhaften Albrecht Schuch, der sich mit unfassbarer Energie in seine Hauptrolle wirft – buchstäblich in jeder Szene, als gäbe es kein Morgen. Wobei er Brasch nicht nur als Kraftkerl und Poète maudit verkörpert, sondern als einen in jeder Hinsicht maßlosen Menschen, der sich oft selbst im Weg steht.“ (Ingrid Beerbaum, kunstundfilm.de)

Fr 17.12.

Garagenvolk (Гаражане), OmdU

Natalija Yefimkina
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Garagenvolk (Гаражане)

D 2020, 95 min, russische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Natalija Yefimkina

Im post-sowjetischen Russland gibt es ein Phänomen abseits von Eisfischen, Matrojschkas und Wodka: Die Garagensiedlung. Von außen unwirtliche Blechhütten bieten sie einer Vielzahl von Russen – vorwiegend Männern ein Refugium. Nach eigenem Gusto und abseits aller Regeln, mit Erfindungskraft und Zähigkeit entstehen auf wenigen Quadratmeter alternative Lebensräume. Schrottsammler Ilja nutzt die Garage als Produktionsstätte, Roman für seine Wachtelzucht, Pavel schnitzt kunstfertig Heiligenfiguren und Viktor hat die seine in jahrzehntelanger Arbeit um vier unterirdische Stockwerke ergänzt. Hier gibt es alles, und alles scheint möglich. Die Garagen sind Ausdruck eines Rückzugs ins Private, eine Flucht vor dem Alltag. Hinter dem Polarkreis, in einer rauen Gegend, in der ein Bergbaukonzern der einzige Arbeitgeber ist, bleibt die Garage die letzte Möglichkeit zur Selbstverwirklichung – und kommt so viel fältig daher, wie die Träume ihrer Besitzer.

„Viele der Persönlichkeiten hier werden im Gedächtnis bleiben: der wackere Viktor, der nicht mehr lange zu leben hat, die Mitglieder der Rockband, die sich trennt, weil eigentlich alle hier wegwollen, oder der Wachtelzüchter Roman, der von einer Partnerin träumt. Manchmal wirkt die ganze Szenerie wie eine Theaterkulisse mit inszenierten Tableaus. Dann sehen die Garagen von Weitem aus wie merkwürdig dekorierte Puppenstuben. Jede stellt eine eigene kleine Welt dar, eine wahr gewordene Zukunftsvision. Zusammen bilden sie lauter kleine, isolierte Waben eines großen Ganzen, jede steht für einen einzelnen Menschen. Zusammen, aber nicht gemeinsam, haben sie all das gestaltet, und zwar aus einem unstillbaren Drang zur Betätigung, um etwas zu schaffen, was zu ihnen gehört. Aus all ihren Geschichten, Gesprächen und Erlebnissen ergibt sich ein kaleidoskopartiges, sehr interessantes Bild von Russland und den Menschen, die jenseits des Polarkreises leben und nicht viel mehr als ihre Träume haben.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

„Die Garagen erscheinen als Zufluchtsorte. Sie sind die Orte derjenigen, die, allen Widrigkeiten zum Trotz, bleiben wollen: die Garage als Heimat. Was für eine schnoddrig-schöne Metapher.” (Jens Balkenborg, epd-film.de)

Garagenvolk (Гаражане), OmdU
Fr 17.12.

Der Schein trügt (Небеса), OmdU

Srđan Dragojević
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Der Schein trügt (Небеса)

Serbien 2021, 122 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Dragojević

Stojan lebt in den 90er Jahren mit Frau und Kind in einem halb zerstörten Dorf. Sie sind Bürgerkriegsflüchtlinge und haben alles verloren. (…) Eines Tages geschieht ein Wunder: Über Stojans Kopf steht plötzlich ein Heiligenschein. Sowohl Stojan als auch seine sehr, sehr energische Frau Nada möchten dieses unveränderliche neue Kennzeichen, das sich nur durch eine Mütze verdecken lässt, wieder loswerden. Aber was tun?

„Eine wilde Satire mit anarchischem und teils ziemlich rabiatem Humor, die in zahllosen unerwarteten Wendungen von Gewinnern und Verlierern im neokapitalistischen, postsozialistischen Europa erzählt – als skurriler Beitrag zur Zeitgeschichte oder, je nach Betrachtungsweise, auch als episodenhafte Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Farce. Letztlich ist der Film schwer einzuordnen, im Großen und Ganzen ist er eine durchaus anspruchsvolle und nicht immer leicht durchschaubare Aufarbeitung von mehr als 30 Jahren Balkan-Historie.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Sa 18.12.

Lieber Thomas

Andreas Kleinert
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Lieber Thomas

Deutschland 2021, 150 min, deutsche Originalfassung

Regie: Andreas Kleinert

Das Leben von Thomas Brasch ist eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft. In der DDR konnte der Künstler nicht bleiben und im Westen wollte er nicht sein. Inspiriert von Braschs Werk erzählt LIEBER THOMAS von den umkämpften Welten im Leben eines radikal Unangepassten: von Braschs Hassliebe zu seinem Vater, von der tiefen Zuneigung zu seinen Geschwistern und seinem ruhelosen Begehren zu den Frauen seines Lebens.

„Als zweieinhalbstündiger Bilderrausch in Schwarzweiß, der zwischen historischer Realität und (alp-) traumhaften Phantasiesequenzen oszilliert; zusammengehalten vom fabelhaften Albrecht Schuch, der sich mit unfassbarer Energie in seine Hauptrolle wirft – buchstäblich in jeder Szene, als gäbe es kein Morgen. Wobei er Brasch nicht nur als Kraftkerl und Poète maudit verkörpert, sondern als einen in jeder Hinsicht maßlosen Menschen, der sich oft selbst im Weg steht.“ (Ingrid Beerbaum, kunstundfilm.de)

Sa 18.12.

Garagenvolk (Гаражане), OmdU

Natalija Yefimkina
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Garagenvolk (Гаражане)

D 2020, 95 min, russische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Natalija Yefimkina

Im post-sowjetischen Russland gibt es ein Phänomen abseits von Eisfischen, Matrojschkas und Wodka: Die Garagensiedlung. Von außen unwirtliche Blechhütten bieten sie einer Vielzahl von Russen – vorwiegend Männern ein Refugium. Nach eigenem Gusto und abseits aller Regeln, mit Erfindungskraft und Zähigkeit entstehen auf wenigen Quadratmeter alternative Lebensräume. Schrottsammler Ilja nutzt die Garage als Produktionsstätte, Roman für seine Wachtelzucht, Pavel schnitzt kunstfertig Heiligenfiguren und Viktor hat die seine in jahrzehntelanger Arbeit um vier unterirdische Stockwerke ergänzt. Hier gibt es alles, und alles scheint möglich. Die Garagen sind Ausdruck eines Rückzugs ins Private, eine Flucht vor dem Alltag. Hinter dem Polarkreis, in einer rauen Gegend, in der ein Bergbaukonzern der einzige Arbeitgeber ist, bleibt die Garage die letzte Möglichkeit zur Selbstverwirklichung – und kommt so viel fältig daher, wie die Träume ihrer Besitzer.

„Viele der Persönlichkeiten hier werden im Gedächtnis bleiben: der wackere Viktor, der nicht mehr lange zu leben hat, die Mitglieder der Rockband, die sich trennt, weil eigentlich alle hier wegwollen, oder der Wachtelzüchter Roman, der von einer Partnerin träumt. Manchmal wirkt die ganze Szenerie wie eine Theaterkulisse mit inszenierten Tableaus. Dann sehen die Garagen von Weitem aus wie merkwürdig dekorierte Puppenstuben. Jede stellt eine eigene kleine Welt dar, eine wahr gewordene Zukunftsvision. Zusammen bilden sie lauter kleine, isolierte Waben eines großen Ganzen, jede steht für einen einzelnen Menschen. Zusammen, aber nicht gemeinsam, haben sie all das gestaltet, und zwar aus einem unstillbaren Drang zur Betätigung, um etwas zu schaffen, was zu ihnen gehört. Aus all ihren Geschichten, Gesprächen und Erlebnissen ergibt sich ein kaleidoskopartiges, sehr interessantes Bild von Russland und den Menschen, die jenseits des Polarkreises leben und nicht viel mehr als ihre Träume haben.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

„Die Garagen erscheinen als Zufluchtsorte. Sie sind die Orte derjenigen, die, allen Widrigkeiten zum Trotz, bleiben wollen: die Garage als Heimat. Was für eine schnoddrig-schöne Metapher.” (Jens Balkenborg, epd-film.de)

Sa 18.12.

Der Schein trügt (Небеса), OmdU

Srđan Dragojević
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Der Schein trügt (Небеса)

Serbien 2021, 122 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Dragojević

Stojan lebt in den 90er Jahren mit Frau und Kind in einem halb zerstörten Dorf. Sie sind Bürgerkriegsflüchtlinge und haben alles verloren. (…) Eines Tages geschieht ein Wunder: Über Stojans Kopf steht plötzlich ein Heiligenschein. Sowohl Stojan als auch seine sehr, sehr energische Frau Nada möchten dieses unveränderliche neue Kennzeichen, das sich nur durch eine Mütze verdecken lässt, wieder loswerden. Aber was tun?

„Eine wilde Satire mit anarchischem und teils ziemlich rabiatem Humor, die in zahllosen unerwarteten Wendungen von Gewinnern und Verlierern im neokapitalistischen, postsozialistischen Europa erzählt – als skurriler Beitrag zur Zeitgeschichte oder, je nach Betrachtungsweise, auch als episodenhafte Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Farce. Letztlich ist der Film schwer einzuordnen, im Großen und Ganzen ist er eine durchaus anspruchsvolle und nicht immer leicht durchschaubare Aufarbeitung von mehr als 30 Jahren Balkan-Historie.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Schein trügt (Небеса), OmdU
So 19.12.

Prenzlauer Berg Walzer – mit Vorfilm

Jörg Foth
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Prenzlauer Berg Walzer

Deutschland 1990-94, 100 min

VORFILM: Freund und Helfer auf dem Lande (D 1992, 10 min, R: Jörg Foth)

Regie: Jörg Foth                        Eine filmische Langzeitbeobachtung im Kiez.

In den ersten drei Jahre nach der Wende drehte ich einen Dokumentarfilm über Leute, die zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße wohnen. … Wir fingen an mit der Ausrufung der Republik Utopia in der Nacht vom 3. Oktober 1990 auf dem Kollwitzplatz und hörten Ende 1993 mit den Dreharbeiten auf. Je länger wir gedreht hatten und je mehr Gespräche ich geführt hatte, desto mehr war mir klar geworden, es geht nicht um diese drei Jahre nach dem Mauerfall. … Alles was dem Wort Prenzlauer Berg angeheftet, angedichtet, in die Schuhe geschoben wird und womit der Bezirk in Stadtmagazinen von München bis Hamburg vermarktet wird als touristische Sensation, war mir egal. Ich wollte zeigen, dass das ein ganz normales Stück Stadt ist, wo Menschen leben mit ganz individuellen Lebenswegen. (Jörg Foth, in: Durchgangzimmer Prenzlauer Berg, 2012)

„Der Prenzlauer Berg liegt aufgebrochen, wie ein Dauerpatient zur Langzeitoperation. Absperrungen, Umleitungen, Kettengerassel, Manövergebrüll. Armeen modernster Minimaschinen greifen seine Straßen an. Unter allem Pflaster überraschend heller Meeresstrand, eine Wanderdüne durch alle Zeiten und Melodien. Unablässig stehen Immobilienhändler auf den Straßen, zeigen mit dem Finger auf Fenster und Fassaden und fotografieren was sie begehren oder verschachern. Fremde graben bis in die Nacht und ziehen nie gesehenen Kabel ein.“ (O-Ton, Juni 1991)

Prenzlauer Berg Walzer – mit Vorfilm
So 19.12.

Freund und Helfer auf dem Lande (Vorfilm)

Jörg Foth
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Freund und Helfer auf dem Lande

Polizeipostendoppelporträt

D 1992, 10 min, R: Jörg Foth

Plattes Land unweit der Stadt Brandenburg, „ein Winter ohne Schnee, in grünen Feldern sitzen Schwäne.“ Im Stahlwerk werden schon wieder viele Menschen arbeitslos. Während die einen nicht wissen wie es weitergeht, wechseln zwei ehemalige Volkspolizisten einfach die Uniform. Und „die ist leicht“ sagt einer von beiden stolz, „formschön und dem Körper angepasst“. Schicker als die alte ist sie auch und „der rote Adler vor an der Mütze, der reißt alles raus“. So einfach ist das!

So 19.12.

Abstecher (die Veranstaltung ist bestätigt!)

Ulrich Weiß
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Abstecher

Deutschland 1992, 16mm, 70 min

(Die Vorführgenehmigung ist erteilt!)

Regie: Ulrich Weiß

Eine Zugfahrt von Potsdam nach Jüterbog und Wittenberg und zurück im Herbst 1991. Der Sarkophag von Friedrich II. spielt eine Rolle, Friedrich Schorlemmer kommt zu Wort. Der optisch erzählte Film kombiniert Bruchstücke der Gegenwart in der ostdeutschen Provinz, ohne sie mit einem Kommentar zu versehen. Ulrich Weiß‘ letzter Film ist eine Metapher für eine Zeit, in der nicht klar ist, wo die Reise hingeht. (Filmmuseum Potsdam)

„Es geht um dieses Immer-mehr-haben-wollen. Das interessiert mich auch an dem Dokumentarfilm an dem ich gerade arbeite und der von einem Schorlemmer Wort ausgeht: Der Mensch ist ein Nimmersatt. Das lehrt die Erfahrung. Doch wenn er alles aufgefressen hat, dann gibt es auch keine Erfahrung mehr zu machen. Erleuchtet ihn der Blitz der ihn erschlägt, oder der Blitz der ihn erschlagen könnte? Erfahrung oder Fantasie? Bei dem Wort Fantasie wird der Kleinbürger unsicher. Er kann sie nicht anfassen und aufessen.“ (Ulrich Weiß in: Film und Fernsehen 2/1992)

„Weiß stellte den Hang der Deutschen zum Klagen fest, weil sie sich zukurzgekommen fühlten; dies sei die Basis für die Sentimentalität und Brutalität im Lande. Im Osten habe das Lamentieren noch eine eigene ‚Farbe‘“. (Protokoll Duisburger Filmwoche 1992)

So 19.12.

Der Schein trügt (Небеса), OmdU

Srđan Dragojević
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Der Schein trügt (Небеса)

Serbien 2021, 122 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Dragojević

Stojan lebt in den 90er Jahren mit Frau und Kind in einem halb zerstörten Dorf. Sie sind Bürgerkriegsflüchtlinge und haben alles verloren. (…) Eines Tages geschieht ein Wunder: Über Stojans Kopf steht plötzlich ein Heiligenschein. Sowohl Stojan als auch seine sehr, sehr energische Frau Nada möchten dieses unveränderliche neue Kennzeichen, das sich nur durch eine Mütze verdecken lässt, wieder loswerden. Aber was tun?

„Eine wilde Satire mit anarchischem und teils ziemlich rabiatem Humor, die in zahllosen unerwarteten Wendungen von Gewinnern und Verlierern im neokapitalistischen, postsozialistischen Europa erzählt – als skurriler Beitrag zur Zeitgeschichte oder, je nach Betrachtungsweise, auch als episodenhafte Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Farce. Letztlich ist der Film schwer einzuordnen, im Großen und Ganzen ist er eine durchaus anspruchsvolle und nicht immer leicht durchschaubare Aufarbeitung von mehr als 30 Jahren Balkan-Historie.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Schein trügt (Небеса), OmdU
Mo 20.12.

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU

Salomé Jashi
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Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება

CH/ D / Georgien 2021, 91 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Salomé Jashi

In Georgien war das surreale Bild von Bäumen, die auf Plattformen oder Barken durch das Land transportiert wurden allgegenwärtiges Thema. Die Filmemacherin Salomé Jashi nahm es zum Anlass für ihren Film DIE ZÄHMUNG DER BÄUME. Ohne Kommentar, ohne direkte Interviews, ohne auch die Position des Milliardärs zu erklären oder zu hinterfragen, beobachtet sie das Geschehen, mit distanziertem, fast kühl anmutendem Blick. Erstaunlich viele Bewohner der Dörfer, aus denen die Bäume geholt werden, äußern sich vor der Kamera, manche kritisieren und bedauern den Verkauf, der auch wie ein Verkauf der eigenen Geschichte scheint. Andere freuen sich über das bisschen Geld, das sie durch den Verkauf verdienen, über die Straßen, die ihren abgelegenen Dörfern ein bisschen an die Gegenwart des Landes anschließen sollen. Welche Zerstörung mit dem Umsetzen der Bäume verbunden ist, bleibt da kaum mehr als Nebensache, für Geld ist eben so gut wie alles zu bekommen. (…) Unterlegt mit georgischen Chorälen lässt Jashi auch hier die Bilder für sich sprechen. Bilder, die von einer seltsamen Episode der georgischen Gegenwart erzählen, in der sich die politische, soziale Realität des Landes spiegelt. (Michael Meyns, programmkino.de)

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU
Mo 20.12.

Der Schein trügt (Небеса), OmdU

Srđan Dragojević
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Der Schein trügt (Небеса)

Serbien 2021, 122 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Dragojević

Stojan lebt in den 90er Jahren mit Frau und Kind in einem halb zerstörten Dorf. Sie sind Bürgerkriegsflüchtlinge und haben alles verloren. (…) Eines Tages geschieht ein Wunder: Über Stojans Kopf steht plötzlich ein Heiligenschein. Sowohl Stojan als auch seine sehr, sehr energische Frau Nada möchten dieses unveränderliche neue Kennzeichen, das sich nur durch eine Mütze verdecken lässt, wieder loswerden. Aber was tun?

„Eine wilde Satire mit anarchischem und teils ziemlich rabiatem Humor, die in zahllosen unerwarteten Wendungen von Gewinnern und Verlierern im neokapitalistischen, postsozialistischen Europa erzählt – als skurriler Beitrag zur Zeitgeschichte oder, je nach Betrachtungsweise, auch als episodenhafte Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Farce. Letztlich ist der Film schwer einzuordnen, im Großen und Ganzen ist er eine durchaus anspruchsvolle und nicht immer leicht durchschaubare Aufarbeitung von mehr als 30 Jahren Balkan-Historie.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Schein trügt (Небеса), OmdU
Mo 20.12.

Otac – Vater, OmdU

Srđan Golubović
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Otac – Vater

Serbien / Kroatien 2020, 120 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Golubović

Nachdem Nikolas Frau einen Selbstmordversuch unternommen hat, werden dem Gelegenheitsarbeiter seine beiden Kinder weggenommen und bei Pflegeeltern untergebracht, zunächst angeblich vorübergehend. Doch nach einer Begutachtung der Wohnverhältnisse befindet der Leiter des Sozialamts des kleinen serbischen Dorfes, Nikola sei zu arm, um ein angemessenes Lebensumfeld für die Kinder zu gewährleisten. Der zurückhaltende Mann beschließt, eine Beschwerde beim Ministerium für Soziales in Belgrad einzulegen. Die 300 Kilometer dorthin will er zu Fuß zurückzulegen. Er will den Behörden zeigen, wie weit er für seine Kinder zu gehen bereit ist – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Golubović gelingt ein in jeder Hinsicht vielschichtiger Film: eine empathische Studie über eine Gesellschaft der Abgehängten, die unter den Folgen eines korrupten Systems und postsozialistischer Willkür leiden; ein düstererer Roadtrip, der mit jedem Schritt des Helden ein Land zwischen wunderschöner Natur und betonierter Verwahrlosung kartografiert. Und vor allem ein Film über einen liebenden Vater, der mit stillem Protest um seine Kinder kämpft.

Schauspieler Goran Bogdan braucht keine Worte, keine emotionalen Ausbrüche, ja nicht einmal eine extrovertierte mimische Gesichtsakrobatik, um uns verstehen zu lassen. Wir können lesen, von der Wut, der Verzweiflung und der Entschlossenheit in seinem kantigen, blassen Gesicht und der sperrigen, bestimmten Physis. Was der kroatische Schauspieler, der dem internationalen Publikum wohl am ehesten durch seine Rolle in der dritten Staffel der US-Serie »Fargo« bekannt sein dürfte, auf die Leinwand zaubert, ist große Kunst.“ (Jens Balkenborg, epd-film.de)

Di 21.12.

Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება, OmdU

Salomé Jashi
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Die Zähmung der Bäume / Timing The Garden მოთვინიერება

CH/ D / Georgien 2021, 91 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Salomé Jashi

In Georgien war das surreale Bild von Bäumen, die auf Plattformen oder Barken durch das Land transportiert wurden allgegenwärtiges Thema. Die Filmemacherin Salomé Jashi nahm es zum Anlass für ihren Film DIE ZÄHMUNG DER BÄUME. Ohne Kommentar, ohne direkte Interviews, ohne auch die Position des Milliardärs zu erklären oder zu hinterfragen, beobachtet sie das Geschehen, mit distanziertem, fast kühl anmutendem Blick. Erstaunlich viele Bewohner der Dörfer, aus denen die Bäume geholt werden, äußern sich vor der Kamera, manche kritisieren und bedauern den Verkauf, der auch wie ein Verkauf der eigenen Geschichte scheint. Andere freuen sich über das bisschen Geld, das sie durch den Verkauf verdienen, über die Straßen, die ihren abgelegenen Dörfern ein bisschen an die Gegenwart des Landes anschließen sollen. Welche Zerstörung mit dem Umsetzen der Bäume verbunden ist, bleibt da kaum mehr als Nebensache, für Geld ist eben so gut wie alles zu bekommen. (…) Unterlegt mit georgischen Chorälen lässt Jashi auch hier die Bilder für sich sprechen. Bilder, die von einer seltsamen Episode der georgischen Gegenwart erzählen, in der sich die politische, soziale Realität des Landes spiegelt. (Michael Meyns, programmkino.de)

Di 21.12.

Der Schein trügt (Небеса), OmdU

Srđan Dragojević
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Der Schein trügt (Небеса)

Serbien 2021, 122 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Dragojević

Stojan lebt in den 90er Jahren mit Frau und Kind in einem halb zerstörten Dorf. Sie sind Bürgerkriegsflüchtlinge und haben alles verloren. (…) Eines Tages geschieht ein Wunder: Über Stojans Kopf steht plötzlich ein Heiligenschein. Sowohl Stojan als auch seine sehr, sehr energische Frau Nada möchten dieses unveränderliche neue Kennzeichen, das sich nur durch eine Mütze verdecken lässt, wieder loswerden. Aber was tun?

„Eine wilde Satire mit anarchischem und teils ziemlich rabiatem Humor, die in zahllosen unerwarteten Wendungen von Gewinnern und Verlierern im neokapitalistischen, postsozialistischen Europa erzählt – als skurriler Beitrag zur Zeitgeschichte oder, je nach Betrachtungsweise, auch als episodenhafte Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Farce. Letztlich ist der Film schwer einzuordnen, im Großen und Ganzen ist er eine durchaus anspruchsvolle und nicht immer leicht durchschaubare Aufarbeitung von mehr als 30 Jahren Balkan-Historie.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Schein trügt (Небеса), OmdU
Di 21.12.

Otac – Vater, OmdU

Srđan Golubović
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Otac – Vater

Serbien / Kroatien 2020, 120 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Golubović

Nachdem Nikolas Frau einen Selbstmordversuch unternommen hat, werden dem Gelegenheitsarbeiter seine beiden Kinder weggenommen und bei Pflegeeltern untergebracht, zunächst angeblich vorübergehend. Doch nach einer Begutachtung der Wohnverhältnisse befindet der Leiter des Sozialamts des kleinen serbischen Dorfes, Nikola sei zu arm, um ein angemessenes Lebensumfeld für die Kinder zu gewährleisten. Der zurückhaltende Mann beschließt, eine Beschwerde beim Ministerium für Soziales in Belgrad einzulegen. Die 300 Kilometer dorthin will er zu Fuß zurückzulegen. Er will den Behörden zeigen, wie weit er für seine Kinder zu gehen bereit ist – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Golubović gelingt ein in jeder Hinsicht vielschichtiger Film: eine empathische Studie über eine Gesellschaft der Abgehängten, die unter den Folgen eines korrupten Systems und postsozialistischer Willkür leiden; ein düstererer Roadtrip, der mit jedem Schritt des Helden ein Land zwischen wunderschöner Natur und betonierter Verwahrlosung kartografiert. Und vor allem ein Film über einen liebenden Vater, der mit stillem Protest um seine Kinder kämpft.

Schauspieler Goran Bogdan braucht keine Worte, keine emotionalen Ausbrüche, ja nicht einmal eine extrovertierte mimische Gesichtsakrobatik, um uns verstehen zu lassen. Wir können lesen, von der Wut, der Verzweiflung und der Entschlossenheit in seinem kantigen, blassen Gesicht und der sperrigen, bestimmten Physis. Was der kroatische Schauspieler, der dem internationalen Publikum wohl am ehesten durch seine Rolle in der dritten Staffel der US-Serie »Fargo« bekannt sein dürfte, auf die Leinwand zaubert, ist große Kunst.“ (Jens Balkenborg, epd-film.de)

Mi 22.12.

Der Schein trügt (Небеса), OmdU

Srđan Dragojević
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Der Schein trügt (Небеса)

Serbien 2021, 122 min, serbische Originalfassung mit deutschen UT

Regie: Srđan Dragojević

Stojan lebt in den 90er Jahren mit Frau und Kind in einem halb zerstörten Dorf. Sie sind Bürgerkriegsflüchtlinge und haben alles verloren. (…) Eines Tages geschieht ein Wunder: Über Stojans Kopf steht plötzlich ein Heiligenschein. Sowohl Stojan als auch seine sehr, sehr energische Frau Nada möchten dieses unveränderliche neue Kennzeichen, das sich nur durch eine Mütze verdecken lässt, wieder loswerden. Aber was tun?

„Eine wilde Satire mit anarchischem und teils ziemlich rabiatem Humor, die in zahllosen unerwarteten Wendungen von Gewinnern und Verlierern im neokapitalistischen, postsozialistischen Europa erzählt – als skurriler Beitrag zur Zeitgeschichte oder, je nach Betrachtungsweise, auch als episodenhafte Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Farce. Letztlich ist der Film schwer einzuordnen, im Großen und Ganzen ist er eine durchaus anspruchsvolle und nicht immer leicht durchschaubare Aufarbeitung von mehr als 30 Jahren Balkan-Historie.“ (Gaby Sikorski, programmkino.de)

Der Schein trügt (Небеса), OmdU
Mi 22.12.

Новые сведения о конце света (Neue Nachrichten vom Weltuntergang) OmdU mit Vorfilm

Boris Kustow
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Новые сведения о конце света

(Neue Nachrichten vom Weltuntergang)

SU 1991, 35mm, 75 min, OmdU

Regie: Boris Kustow

Astrologen, Propheten, Hellseher, Hypnotiseure, Meister der weißen und schwarzen Magie meditieren, beraten und befragen Politiker, lebende und tote, über die ferne Zukunft und den nahen Zusammenbruch der Sowjetunion. Auch die Bevölkerung des Landes kommt mit ihren Prognosen zu Wort. Der Geist des toten Lenins wird bei einer spiritualistischen Séance aus der Hölle hochgeholt; ein weißer Magier bietet sich Jelzin als Berater und Beschützer an; eine Kontaktperson außerirdischer Wesen ist bereit, das Geheimnis der Zukunft zu lüften, allerdings unter einer Bedingung: für $ 100000, die in einer Schweizer Bank zu deponieren sind. Durch diesen sarkastischen Dokumentarfilm, gedreht im Sommer 1990, wird der Zuschauer von Liliputanern aus einer Zirkusshow in den Rollen von Marx, Lenin, Breschnew und Gorbatschow begleitet, hinzukommen lakonische Kommentare beliebter sowjetischer Filmhelden aus TSCHAPAJEW, ZIRKUS und DER MANN MIT DEM GEWEHR. Doch der hausgemachte, sich immer mehr behauptende Irrationalismus ist unbeirrbar. Und in dieser Atmosphäre okkultistischer Endzeitstimmungen keimt in seiner ganzen Bedrohlichkeit ein nationaler Faschismus auf. „Was ist in 74 Jahren Sowjetmacht mit den Menschen bloß geschehen, wenn sie begeistert Propheten zuhören, die ganz genau wissen, wer sie retten wird und wann“, so der Kommentar des Regisseurs. „Propheten und Politiker haben in der jetzigen Sowjetunion ideale Bedingungen vorgefunden, um Menschen an der Nase herumzuführen.“ (Katalog 22. Internationales Forum des jungen Films, 1992)

VORFILM:

FREIER MARKT

Ursprünglich fürs Fernsehen gedrehtes Rohmaterial aus dem Jahr 1991 neu kompiliert.                Wir danken Norbert Meissner, der DEFA Stiftung und PROGRESS Film für die freundliche Unterstützung.

Новые сведения о конце света (Neue Nachrichten vom Weltuntergang) OmdU mit Vorfilm
Do 23.12.

Betriebsferien – С НОВЫМ ГОДОМ!

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Fr 24.12.

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Sa 25.12.

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So 26.12.

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Mo 27.12.

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Di 28.12.

Betriebsferien – С НОВЫМ ГОДОМ!

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Mi 29.12.

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Do 30.12.

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Fr 31.12.

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Sa 01.01.

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So 02.01.

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Mi 12.01.

Spatzenkino – Unter der Schneedecke / nur mit Voranmeldung unter 449 47 50

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Mi 09.02.

Spatzenkino – Winterabenteuer / Nur mit Voranmeldung unter 44 94 750

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Mi 16.03.

Spatzenkino – Frühlingsfrisch / nur mit Voranmeldung unter 449 47 50

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