Datum Uhrzeit
Titel, Sprache
Regisseur*in
Slowenien / Italien / Kroatien / Serbien 2025, 89 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Urška Djukić
Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten, beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte, behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen…
„Perfekt fängt der Film eine Art jugendliche, schweifende Aufmerksamkeit ein. Abgelenkt, unkonzentriert und gleichzeitig hochaufmerksam. (…) Mit großer Selbstsicherheit und völligem Vertrauen zu ihren Zuschauer*innen erzählt Urška Djukićs von Momenten, in denen die erwachsene Lucia beginnt, Gestalt anzunehmen. LITTLE TROUBLE GIRLS ist reduziert und opulent zugleich und eine Freude.“ (Hendrike Bake, indiekino.de)
„Der Film wirkt sehr persönlich; man hat das Gefühl, dass er auf intimen Erfahrungen basiert. Gleichzeitig enthält er viele christliche Elemente: das Kloster, Nonnen und eine konservative Familiendynamik. Wie persönlich ist diese Geschichte und was waren Ausgangspunkte für deinen Ansatz?
– Ich fing damit an, mich mit der weiblichen Stimme auseinanderzusetzen, die im Laufe der Geschichte so oft zum Schweigen gebracht wurde. Das führte mich zu der schwierigen Beziehung zu Sexualität, Sünde und Schuldgefühlen. Anhand einer sensiblen jungen Frau, die von gesellschaftlichen Konventionen der Sündhaftigkeit geprägt ist, wollte ich mich damit beschäftigen, wie junge Menschen ihre innere Kraft finden. Diese Schuldgefühle, die mit natürlichen Instinkten einhergehen, habe ich persönlich während meiner Kindheit erlebt. Obwohl meine Familie nicht streng religiös war, erzog mich meine Mutter nach traditionellen katholischen Vorstellungen davon, wie ein ‚braves Mädchen‘ zu sein hat. Später wurde mir klar, dass diese Vorstellungen, die vielen Generationen von Mädchen, einschließlich meiner eigenen, aufgezwungen wurden – insbesondere die über Körperbild, Scham und Sexualität – starr und unbeholfen sind. Mit LITTLE TROUBLE GIRLS wollte ich die Geheimnisse der Sinne als Werkzeuge erforschen, die uns helfen uns selbst besser zu verstehen. Ich glaube, dass das lange bestehende Tabu rund um Sexualität dazu geführt hat, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, ihr Potenzial vollständig zu verstehen oder zu nutzen. (…)
Der Ton ist ein äußerst wichtiges Element des Films. Der Film beginnt mit einem Geräusch – genauer gesagt mit Atmen – und dann mit einem scheinbar abstrakten Bild.
– Ja, die Einleitung ist der Atem, der dich mit deinem Körper verbindet. Der Film beginnt mit einer alten Illustration der Wunde Christi, die einer Vulva ähnelt. Diese Illustrationen haben mich schon immer fasziniert. Das Bild stammt aus einem kleinen Gebetbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für die Herzogin Juta von Luxemburg angefertigt wurde. Um die Wunde herum sind die Folter und Bestrafungsinstrumente Christi dargestellt, die seinen Widerstand gegen das herrschende System symbolisieren. Gleichzeitig ähnelt dieses geheimnisvolle Bild metaphorisch einer Vulva, die, wie Gustave Courbet bekanntermaßen sagte, der Ursprung von allem ist. Dieses Bild führt dich nach innen – durch Schmerz führt es dich in den Körper, wo unser Wesen wohnt…
Was vor allem auffällt, ist die Zärtlichkeit. Vor allem die Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit deiner Hauptfigur, die diesen Ausdruck aufrichtiger Verwunderung hat; sie empfindet alles sehr intensiv, will wissen, ist offen für die Verbindung mit der Welt; und doch hat sie immer noch Angst davor.
– Zärtlichkeit war ein wichtiges Konzept bei der Entstehung dieses Films. An einem Punkt habe ich dieses Wort gesagt: ZÄRTLICHKEIT zu jedem Beteiligten – dass dies das Wort ist, das unsere Arbeit leitet. Es mag idealistisch klingen, aber ich glaube, dass Zärtlichkeit in dieser Welt Härte überwinden kann – sie ist stärker.“ (Interview mit Regisseurin Urška Djukić, geführt von Ana Šturm)
Polen / Israel / Deutschland 2023, 101 min, Polnisch | Englisch | Hebräisch mit deutschen UT
Regie: Asaf Saban
Das Ende der Schulzeit steht bevor. Gemeinsam mit ihrer Klasse und einem Überlebenden begeben sich Frisch, Nitzan und Ido auf eine Busfahrt durch Polen zu ehemaligen Konzentrationslagern und Gedenkstätten der Shoah. Die in Israel für Schüler*innen übliche Reise konfrontiert sie mit einem Teil ihrer Identität, mitunter auf sehr emotionale Weise. Zugleich entwickeln sich wie auf jeder Klassenfahrt Gruppendynamiken, Gefühlsverwirrungen und Konflikte des Begehrens.
Österreich / Deutschland 2025, 115 min, Russisch | Belarusisch | Englisch | Mandarin mit deutschen UT
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Masha, ein belarusisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.
“WHITE SNAIL lebt von seinem dokumentarischen Antlitz und der sinnhaften bildlichen Symbolik. Ebenso langsam wie sich Schnecken durch ihre Welt bewegen, so ruhig und gemächlich entwickelt sich die Verbindung der beiden Hauptcharaktere in diesem unkonventionellen, dringlichen Mix aus Drama und Romanze.“ (Björn Schneider, filmstarts.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren
„(…) Die erste Besonderheit dieses Films besteht darin, dass er zum größten Teil in Belarus gedreht wurde. Welche Umstände haben zum Dreh in diesem Land geführt? – EK: WHITE SNAIL hat eine lange Genese. Vor zehn Jahren war ich mit meinem Diplomfilm auf einem Festival in Minsk, wo mir der Maler Mikhail Senkov, unser Hauptdarsteller, vorgestellt wurde. Ich habe ihn in einer Pathologie kennengelernt, wo ich die erste Leiche in meinem Leben gesehen habe – ein Suizid-Opfer. Direkt danach sind wir zu seiner Wohnung, die bis obenhin mit Ölgemälden vollgestellt war. Auf einem Gemälde war eine junge Frau als Tote dargestellt, jedoch mit ganz wachen Augen. Er erklärte mir, dass diese Frau einen Selbstmordversuch überlebt hatte und er mit ihr in Kontakt stand. Das war der Ausgangspunkt und es hat uns nicht mehr losgelassen. (…)
Wie hat sich Belarus als Drehort erwiesen? – EK: Das Projekt ist in seiner Ur-Idee fast zehn Jahre alt. In Belarus hat sich in dieser Zeit viel verändert. Das hat unser Projekt immer wieder neu in Frage gestellt und den Film auf eine Art verändert. Wir haben an unserer Geschichte festhalten, weil aus dieser Region kaum noch Geschichten zu uns gelangen. Den Großteil haben wir in Belarus gedreht, einzelne Locations haben wir dann aber auch in Lettland gedreht.| – LP: Wir hatten eine unglaublich offene, motivierte Crew vor Ort. Leute, die das Kino lieben und mal auf ganz andere Art arbeiten konnten.
Wie sehr stellte eure unkonventionelle Arbeitsweise auch eine Herausforderung dar? – EK: Man muss sagen, dass die dortige Independent-Filmszene auf unkonventionelle Arbeitsweisen angewiesen ist. Ungewöhnlicher war es für die Teammitglieder aus der EU, weil sie einen gewissen „Arthouse-Standard“ gewohnt sind. Was wir dort entworfen haben, war für viele Beteiligte eine Erfahrung von Null an.|– LP: Herausfordernd war gewiss, dass wir so viel on location gedreht haben. Wir wollten viel auf der Straße drehen, haben Komparserie immer so verstanden, dass wir von einem Land, aus dem es so wenige Bilder gibt, etwas zeigen wollten. Es war uns wichtig, so viel wie möglich über das echte Leben dort mitzunehmen.
War WHITE SNAIL zunächst eine urbane Erzählung, in die die Natur erst später eingeflossen ist? – EK: Die Natur war schon sehr früh ein Teil der Erzählung, weil sie in Belarus sehr wichtig ist. Vieles im Film beruht auf den Biografien von Masha und Misha, der Rest auf unseren persönlichen Erlebnissen im Zuge unserer Entdeckungsreise über diese zehn Jahre hinweg. Am Land findet man alte Dörfer, wo es Seher:innen gibt, wo schamanische Rituale stattfinden, die wir auch am eigenen Körper ausgetestet haben. So sind wir zu diesen Orten und Geschichten gekommen. (…)
Im Spannungsfeld Stadt und Natur ist auch der Umgang mit dem Licht sehr interessant. Welche Rolle kommt dabei dem künstlichen, bunten Licht vom Handy, von den Stadt- und Discolichtern als wesentlichen ästhetischen Momenten zu? – LP: Für uns stand fest, dass wir gegen das Klischee arbeiten müssen, weil wir selbst überrascht waren, mit welcher Idee von Minsk wir unsere erste Reise angetreten hatten. Wir hatten uns Tristesse und Plattenbauten vorgestellt. Wir waren erstaunt, welche wilden Farben dort die Nächte bestimmten, auch die Architektur ist sehr abenteuerlich, weil alles nebeneinander existiert. Es gibt nach chinesischem Vorbild gebaute Trabantensiedlungen, die sehr futuristisch ausschauen, Malls, die extrem bunt beleuchtet sind.| – EK: Die Modernität der Stadt hat uns beeindruckt, Minsk ist klinisch sauber, modern durchgeplant. Das hat unsere Verwendung des Lichts bestimmt, aber auch der Umstand, dass Licht dort in jeden Winkel dringt und es keinen nicht ausgeleuchteten Raum gibt.”
(Karin Schiefer | AUSTRIAN FILMS im Gespräch mit Elsa Kremser und Levin Peter)
Slowenien / Italien / Kroatien / Serbien 2025, 89 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Urška Djukić
Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten, beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte, behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen…
„Perfekt fängt der Film eine Art jugendliche, schweifende Aufmerksamkeit ein. Abgelenkt, unkonzentriert und gleichzeitig hochaufmerksam. (…) Mit großer Selbstsicherheit und völligem Vertrauen zu ihren Zuschauer*innen erzählt Urška Djukićs von Momenten, in denen die erwachsene Lucia beginnt, Gestalt anzunehmen. LITTLE TROUBLE GIRLS ist reduziert und opulent zugleich und eine Freude.“ (Hendrike Bake, indiekino.de)
„Der Film wirkt sehr persönlich; man hat das Gefühl, dass er auf intimen Erfahrungen basiert. Gleichzeitig enthält er viele christliche Elemente: das Kloster, Nonnen und eine konservative Familiendynamik. Wie persönlich ist diese Geschichte und was waren Ausgangspunkte für deinen Ansatz?
– Ich fing damit an, mich mit der weiblichen Stimme auseinanderzusetzen, die im Laufe der Geschichte so oft zum Schweigen gebracht wurde. Das führte mich zu der schwierigen Beziehung zu Sexualität, Sünde und Schuldgefühlen. Anhand einer sensiblen jungen Frau, die von gesellschaftlichen Konventionen der Sündhaftigkeit geprägt ist, wollte ich mich damit beschäftigen, wie junge Menschen ihre innere Kraft finden. Diese Schuldgefühle, die mit natürlichen Instinkten einhergehen, habe ich persönlich während meiner Kindheit erlebt. Obwohl meine Familie nicht streng religiös war, erzog mich meine Mutter nach traditionellen katholischen Vorstellungen davon, wie ein ‚braves Mädchen‘ zu sein hat. Später wurde mir klar, dass diese Vorstellungen, die vielen Generationen von Mädchen, einschließlich meiner eigenen, aufgezwungen wurden – insbesondere die über Körperbild, Scham und Sexualität – starr und unbeholfen sind. Mit LITTLE TROUBLE GIRLS wollte ich die Geheimnisse der Sinne als Werkzeuge erforschen, die uns helfen uns selbst besser zu verstehen. Ich glaube, dass das lange bestehende Tabu rund um Sexualität dazu geführt hat, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, ihr Potenzial vollständig zu verstehen oder zu nutzen. (…)
Der Ton ist ein äußerst wichtiges Element des Films. Der Film beginnt mit einem Geräusch – genauer gesagt mit Atmen – und dann mit einem scheinbar abstrakten Bild.
– Ja, die Einleitung ist der Atem, der dich mit deinem Körper verbindet. Der Film beginnt mit einer alten Illustration der Wunde Christi, die einer Vulva ähnelt. Diese Illustrationen haben mich schon immer fasziniert. Das Bild stammt aus einem kleinen Gebetbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für die Herzogin Juta von Luxemburg angefertigt wurde. Um die Wunde herum sind die Folter und Bestrafungsinstrumente Christi dargestellt, die seinen Widerstand gegen das herrschende System symbolisieren. Gleichzeitig ähnelt dieses geheimnisvolle Bild metaphorisch einer Vulva, die, wie Gustave Courbet bekanntermaßen sagte, der Ursprung von allem ist. Dieses Bild führt dich nach innen – durch Schmerz führt es dich in den Körper, wo unser Wesen wohnt…
Was vor allem auffällt, ist die Zärtlichkeit. Vor allem die Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit deiner Hauptfigur, die diesen Ausdruck aufrichtiger Verwunderung hat; sie empfindet alles sehr intensiv, will wissen, ist offen für die Verbindung mit der Welt; und doch hat sie immer noch Angst davor.
– Zärtlichkeit war ein wichtiges Konzept bei der Entstehung dieses Films. An einem Punkt habe ich dieses Wort gesagt: ZÄRTLICHKEIT zu jedem Beteiligten – dass dies das Wort ist, das unsere Arbeit leitet. Es mag idealistisch klingen, aber ich glaube, dass Zärtlichkeit in dieser Welt Härte überwinden kann – sie ist stärker.“ (Interview mit Regisseurin Urška Djukić, geführt von Ana Šturm)
Polen / Israel / Deutschland 2023, 101 min, Polnisch | Englisch | Hebräisch mit deutschen UT
Regie: Asaf Saban
Das Ende der Schulzeit steht bevor. Gemeinsam mit ihrer Klasse und einem Überlebenden begeben sich Frisch, Nitzan und Ido auf eine Busfahrt durch Polen zu ehemaligen Konzentrationslagern und Gedenkstätten der Shoah. Die in Israel für Schüler*innen übliche Reise konfrontiert sie mit einem Teil ihrer Identität, mitunter auf sehr emotionale Weise. Zugleich entwickeln sich wie auf jeder Klassenfahrt Gruppendynamiken, Gefühlsverwirrungen und Konflikte des Begehrens.
Österreich / Deutschland 2025, 115 min, Russisch | Belarusisch | Englisch | Mandarin mit deutschen UT
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Masha, ein belarusisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.
“WHITE SNAIL lebt von seinem dokumentarischen Antlitz und der sinnhaften bildlichen Symbolik. Ebenso langsam wie sich Schnecken durch ihre Welt bewegen, so ruhig und gemächlich entwickelt sich die Verbindung der beiden Hauptcharaktere in diesem unkonventionellen, dringlichen Mix aus Drama und Romanze.“ (Björn Schneider, filmstarts.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren
„(…) Die erste Besonderheit dieses Films besteht darin, dass er zum größten Teil in Belarus gedreht wurde. Welche Umstände haben zum Dreh in diesem Land geführt? – EK: WHITE SNAIL hat eine lange Genese. Vor zehn Jahren war ich mit meinem Diplomfilm auf einem Festival in Minsk, wo mir der Maler Mikhail Senkov, unser Hauptdarsteller, vorgestellt wurde. Ich habe ihn in einer Pathologie kennengelernt, wo ich die erste Leiche in meinem Leben gesehen habe – ein Suizid-Opfer. Direkt danach sind wir zu seiner Wohnung, die bis obenhin mit Ölgemälden vollgestellt war. Auf einem Gemälde war eine junge Frau als Tote dargestellt, jedoch mit ganz wachen Augen. Er erklärte mir, dass diese Frau einen Selbstmordversuch überlebt hatte und er mit ihr in Kontakt stand. Das war der Ausgangspunkt und es hat uns nicht mehr losgelassen. (…)
Wie hat sich Belarus als Drehort erwiesen? – EK: Das Projekt ist in seiner Ur-Idee fast zehn Jahre alt. In Belarus hat sich in dieser Zeit viel verändert. Das hat unser Projekt immer wieder neu in Frage gestellt und den Film auf eine Art verändert. Wir haben an unserer Geschichte festhalten, weil aus dieser Region kaum noch Geschichten zu uns gelangen. Den Großteil haben wir in Belarus gedreht, einzelne Locations haben wir dann aber auch in Lettland gedreht.| – LP: Wir hatten eine unglaublich offene, motivierte Crew vor Ort. Leute, die das Kino lieben und mal auf ganz andere Art arbeiten konnten.
Wie sehr stellte eure unkonventionelle Arbeitsweise auch eine Herausforderung dar? – EK: Man muss sagen, dass die dortige Independent-Filmszene auf unkonventionelle Arbeitsweisen angewiesen ist. Ungewöhnlicher war es für die Teammitglieder aus der EU, weil sie einen gewissen „Arthouse-Standard“ gewohnt sind. Was wir dort entworfen haben, war für viele Beteiligte eine Erfahrung von Null an.|– LP: Herausfordernd war gewiss, dass wir so viel on location gedreht haben. Wir wollten viel auf der Straße drehen, haben Komparserie immer so verstanden, dass wir von einem Land, aus dem es so wenige Bilder gibt, etwas zeigen wollten. Es war uns wichtig, so viel wie möglich über das echte Leben dort mitzunehmen.
War WHITE SNAIL zunächst eine urbane Erzählung, in die die Natur erst später eingeflossen ist? – EK: Die Natur war schon sehr früh ein Teil der Erzählung, weil sie in Belarus sehr wichtig ist. Vieles im Film beruht auf den Biografien von Masha und Misha, der Rest auf unseren persönlichen Erlebnissen im Zuge unserer Entdeckungsreise über diese zehn Jahre hinweg. Am Land findet man alte Dörfer, wo es Seher:innen gibt, wo schamanische Rituale stattfinden, die wir auch am eigenen Körper ausgetestet haben. So sind wir zu diesen Orten und Geschichten gekommen. (…)
Im Spannungsfeld Stadt und Natur ist auch der Umgang mit dem Licht sehr interessant. Welche Rolle kommt dabei dem künstlichen, bunten Licht vom Handy, von den Stadt- und Discolichtern als wesentlichen ästhetischen Momenten zu? – LP: Für uns stand fest, dass wir gegen das Klischee arbeiten müssen, weil wir selbst überrascht waren, mit welcher Idee von Minsk wir unsere erste Reise angetreten hatten. Wir hatten uns Tristesse und Plattenbauten vorgestellt. Wir waren erstaunt, welche wilden Farben dort die Nächte bestimmten, auch die Architektur ist sehr abenteuerlich, weil alles nebeneinander existiert. Es gibt nach chinesischem Vorbild gebaute Trabantensiedlungen, die sehr futuristisch ausschauen, Malls, die extrem bunt beleuchtet sind.| – EK: Die Modernität der Stadt hat uns beeindruckt, Minsk ist klinisch sauber, modern durchgeplant. Das hat unsere Verwendung des Lichts bestimmt, aber auch der Umstand, dass Licht dort in jeden Winkel dringt und es keinen nicht ausgeleuchteten Raum gibt.”
(Karin Schiefer | AUSTRIAN FILMS im Gespräch mit Elsa Kremser und Levin Peter)
Polen / Israel / Deutschland 2023, 101 min, Polnisch | Englisch | Hebräisch mit deutschen UT
Regie: Asaf Saban
Das Ende der Schulzeit steht bevor. Gemeinsam mit ihrer Klasse und einem Überlebenden begeben sich Frisch, Nitzan und Ido auf eine Busfahrt durch Polen zu ehemaligen Konzentrationslagern und Gedenkstätten der Shoah. Die in Israel für Schüler*innen übliche Reise konfrontiert sie mit einem Teil ihrer Identität, mitunter auf sehr emotionale Weise. Zugleich entwickeln sich wie auf jeder Klassenfahrt Gruppendynamiken, Gefühlsverwirrungen und Konflikte des Begehrens.
Österreich / Deutschland 2025, 115 min, Russisch | Belarusisch | Englisch | Mandarin mit deutschen UT
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Masha, ein belarusisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.
“WHITE SNAIL lebt von seinem dokumentarischen Antlitz und der sinnhaften bildlichen Symbolik. Ebenso langsam wie sich Schnecken durch ihre Welt bewegen, so ruhig und gemächlich entwickelt sich die Verbindung der beiden Hauptcharaktere in diesem unkonventionellen, dringlichen Mix aus Drama und Romanze.“ (Björn Schneider, filmstarts.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren
„(…) Die erste Besonderheit dieses Films besteht darin, dass er zum größten Teil in Belarus gedreht wurde. Welche Umstände haben zum Dreh in diesem Land geführt? – EK: WHITE SNAIL hat eine lange Genese. Vor zehn Jahren war ich mit meinem Diplomfilm auf einem Festival in Minsk, wo mir der Maler Mikhail Senkov, unser Hauptdarsteller, vorgestellt wurde. Ich habe ihn in einer Pathologie kennengelernt, wo ich die erste Leiche in meinem Leben gesehen habe – ein Suizid-Opfer. Direkt danach sind wir zu seiner Wohnung, die bis obenhin mit Ölgemälden vollgestellt war. Auf einem Gemälde war eine junge Frau als Tote dargestellt, jedoch mit ganz wachen Augen. Er erklärte mir, dass diese Frau einen Selbstmordversuch überlebt hatte und er mit ihr in Kontakt stand. Das war der Ausgangspunkt und es hat uns nicht mehr losgelassen. (…)
Wie hat sich Belarus als Drehort erwiesen? – EK: Das Projekt ist in seiner Ur-Idee fast zehn Jahre alt. In Belarus hat sich in dieser Zeit viel verändert. Das hat unser Projekt immer wieder neu in Frage gestellt und den Film auf eine Art verändert. Wir haben an unserer Geschichte festhalten, weil aus dieser Region kaum noch Geschichten zu uns gelangen. Den Großteil haben wir in Belarus gedreht, einzelne Locations haben wir dann aber auch in Lettland gedreht.| – LP: Wir hatten eine unglaublich offene, motivierte Crew vor Ort. Leute, die das Kino lieben und mal auf ganz andere Art arbeiten konnten.
Wie sehr stellte eure unkonventionelle Arbeitsweise auch eine Herausforderung dar? – EK: Man muss sagen, dass die dortige Independent-Filmszene auf unkonventionelle Arbeitsweisen angewiesen ist. Ungewöhnlicher war es für die Teammitglieder aus der EU, weil sie einen gewissen „Arthouse-Standard“ gewohnt sind. Was wir dort entworfen haben, war für viele Beteiligte eine Erfahrung von Null an.|– LP: Herausfordernd war gewiss, dass wir so viel on location gedreht haben. Wir wollten viel auf der Straße drehen, haben Komparserie immer so verstanden, dass wir von einem Land, aus dem es so wenige Bilder gibt, etwas zeigen wollten. Es war uns wichtig, so viel wie möglich über das echte Leben dort mitzunehmen.
War WHITE SNAIL zunächst eine urbane Erzählung, in die die Natur erst später eingeflossen ist? – EK: Die Natur war schon sehr früh ein Teil der Erzählung, weil sie in Belarus sehr wichtig ist. Vieles im Film beruht auf den Biografien von Masha und Misha, der Rest auf unseren persönlichen Erlebnissen im Zuge unserer Entdeckungsreise über diese zehn Jahre hinweg. Am Land findet man alte Dörfer, wo es Seher:innen gibt, wo schamanische Rituale stattfinden, die wir auch am eigenen Körper ausgetestet haben. So sind wir zu diesen Orten und Geschichten gekommen. (…)
Im Spannungsfeld Stadt und Natur ist auch der Umgang mit dem Licht sehr interessant. Welche Rolle kommt dabei dem künstlichen, bunten Licht vom Handy, von den Stadt- und Discolichtern als wesentlichen ästhetischen Momenten zu? – LP: Für uns stand fest, dass wir gegen das Klischee arbeiten müssen, weil wir selbst überrascht waren, mit welcher Idee von Minsk wir unsere erste Reise angetreten hatten. Wir hatten uns Tristesse und Plattenbauten vorgestellt. Wir waren erstaunt, welche wilden Farben dort die Nächte bestimmten, auch die Architektur ist sehr abenteuerlich, weil alles nebeneinander existiert. Es gibt nach chinesischem Vorbild gebaute Trabantensiedlungen, die sehr futuristisch ausschauen, Malls, die extrem bunt beleuchtet sind.| – EK: Die Modernität der Stadt hat uns beeindruckt, Minsk ist klinisch sauber, modern durchgeplant. Das hat unsere Verwendung des Lichts bestimmt, aber auch der Umstand, dass Licht dort in jeden Winkel dringt und es keinen nicht ausgeleuchteten Raum gibt.”
(Karin Schiefer | AUSTRIAN FILMS im Gespräch mit Elsa Kremser und Levin Peter)
Slowenien / Italien / Kroatien / Serbien 2025, 89 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Urška Djukić
Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten, beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte, behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen…
„Perfekt fängt der Film eine Art jugendliche, schweifende Aufmerksamkeit ein. Abgelenkt, unkonzentriert und gleichzeitig hochaufmerksam. (…) Mit großer Selbstsicherheit und völligem Vertrauen zu ihren Zuschauer*innen erzählt Urška Djukićs von Momenten, in denen die erwachsene Lucia beginnt, Gestalt anzunehmen. LITTLE TROUBLE GIRLS ist reduziert und opulent zugleich und eine Freude.“ (Hendrike Bake, indiekino.de)
„Der Film wirkt sehr persönlich; man hat das Gefühl, dass er auf intimen Erfahrungen basiert. Gleichzeitig enthält er viele christliche Elemente: das Kloster, Nonnen und eine konservative Familiendynamik. Wie persönlich ist diese Geschichte und was waren Ausgangspunkte für deinen Ansatz?
– Ich fing damit an, mich mit der weiblichen Stimme auseinanderzusetzen, die im Laufe der Geschichte so oft zum Schweigen gebracht wurde. Das führte mich zu der schwierigen Beziehung zu Sexualität, Sünde und Schuldgefühlen. Anhand einer sensiblen jungen Frau, die von gesellschaftlichen Konventionen der Sündhaftigkeit geprägt ist, wollte ich mich damit beschäftigen, wie junge Menschen ihre innere Kraft finden. Diese Schuldgefühle, die mit natürlichen Instinkten einhergehen, habe ich persönlich während meiner Kindheit erlebt. Obwohl meine Familie nicht streng religiös war, erzog mich meine Mutter nach traditionellen katholischen Vorstellungen davon, wie ein ‚braves Mädchen‘ zu sein hat. Später wurde mir klar, dass diese Vorstellungen, die vielen Generationen von Mädchen, einschließlich meiner eigenen, aufgezwungen wurden – insbesondere die über Körperbild, Scham und Sexualität – starr und unbeholfen sind. Mit LITTLE TROUBLE GIRLS wollte ich die Geheimnisse der Sinne als Werkzeuge erforschen, die uns helfen uns selbst besser zu verstehen. Ich glaube, dass das lange bestehende Tabu rund um Sexualität dazu geführt hat, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, ihr Potenzial vollständig zu verstehen oder zu nutzen. (…)
Der Ton ist ein äußerst wichtiges Element des Films. Der Film beginnt mit einem Geräusch – genauer gesagt mit Atmen – und dann mit einem scheinbar abstrakten Bild.
– Ja, die Einleitung ist der Atem, der dich mit deinem Körper verbindet. Der Film beginnt mit einer alten Illustration der Wunde Christi, die einer Vulva ähnelt. Diese Illustrationen haben mich schon immer fasziniert. Das Bild stammt aus einem kleinen Gebetbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für die Herzogin Juta von Luxemburg angefertigt wurde. Um die Wunde herum sind die Folter und Bestrafungsinstrumente Christi dargestellt, die seinen Widerstand gegen das herrschende System symbolisieren. Gleichzeitig ähnelt dieses geheimnisvolle Bild metaphorisch einer Vulva, die, wie Gustave Courbet bekanntermaßen sagte, der Ursprung von allem ist. Dieses Bild führt dich nach innen – durch Schmerz führt es dich in den Körper, wo unser Wesen wohnt…
Was vor allem auffällt, ist die Zärtlichkeit. Vor allem die Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit deiner Hauptfigur, die diesen Ausdruck aufrichtiger Verwunderung hat; sie empfindet alles sehr intensiv, will wissen, ist offen für die Verbindung mit der Welt; und doch hat sie immer noch Angst davor.
– Zärtlichkeit war ein wichtiges Konzept bei der Entstehung dieses Films. An einem Punkt habe ich dieses Wort gesagt: ZÄRTLICHKEIT zu jedem Beteiligten – dass dies das Wort ist, das unsere Arbeit leitet. Es mag idealistisch klingen, aber ich glaube, dass Zärtlichkeit in dieser Welt Härte überwinden kann – sie ist stärker.“ (Interview mit Regisseurin Urška Djukić, geführt von Ana Šturm)
Polen / Israel / Deutschland 2023, 101 min, Polnisch | Englisch | Hebräisch mit deutschen UT
Regie: Asaf Saban
Das Ende der Schulzeit steht bevor. Gemeinsam mit ihrer Klasse und einem Überlebenden begeben sich Frisch, Nitzan und Ido auf eine Busfahrt durch Polen zu ehemaligen Konzentrationslagern und Gedenkstätten der Shoah. Die in Israel für Schüler*innen übliche Reise konfrontiert sie mit einem Teil ihrer Identität, mitunter auf sehr emotionale Weise. Zugleich entwickeln sich wie auf jeder Klassenfahrt Gruppendynamiken, Gefühlsverwirrungen und Konflikte des Begehrens.
Österreich / Deutschland 2025, 115 min, Russisch | Belarusisch | Englisch | Mandarin mit deutschen UT
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Masha, ein belarusisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.
“WHITE SNAIL lebt von seinem dokumentarischen Antlitz und der sinnhaften bildlichen Symbolik. Ebenso langsam wie sich Schnecken durch ihre Welt bewegen, so ruhig und gemächlich entwickelt sich die Verbindung der beiden Hauptcharaktere in diesem unkonventionellen, dringlichen Mix aus Drama und Romanze.“ (Björn Schneider, filmstarts.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren
„(…) Die erste Besonderheit dieses Films besteht darin, dass er zum größten Teil in Belarus gedreht wurde. Welche Umstände haben zum Dreh in diesem Land geführt? – EK: WHITE SNAIL hat eine lange Genese. Vor zehn Jahren war ich mit meinem Diplomfilm auf einem Festival in Minsk, wo mir der Maler Mikhail Senkov, unser Hauptdarsteller, vorgestellt wurde. Ich habe ihn in einer Pathologie kennengelernt, wo ich die erste Leiche in meinem Leben gesehen habe – ein Suizid-Opfer. Direkt danach sind wir zu seiner Wohnung, die bis obenhin mit Ölgemälden vollgestellt war. Auf einem Gemälde war eine junge Frau als Tote dargestellt, jedoch mit ganz wachen Augen. Er erklärte mir, dass diese Frau einen Selbstmordversuch überlebt hatte und er mit ihr in Kontakt stand. Das war der Ausgangspunkt und es hat uns nicht mehr losgelassen. (…)
Wie hat sich Belarus als Drehort erwiesen? – EK: Das Projekt ist in seiner Ur-Idee fast zehn Jahre alt. In Belarus hat sich in dieser Zeit viel verändert. Das hat unser Projekt immer wieder neu in Frage gestellt und den Film auf eine Art verändert. Wir haben an unserer Geschichte festhalten, weil aus dieser Region kaum noch Geschichten zu uns gelangen. Den Großteil haben wir in Belarus gedreht, einzelne Locations haben wir dann aber auch in Lettland gedreht.| – LP: Wir hatten eine unglaublich offene, motivierte Crew vor Ort. Leute, die das Kino lieben und mal auf ganz andere Art arbeiten konnten.
Wie sehr stellte eure unkonventionelle Arbeitsweise auch eine Herausforderung dar? – EK: Man muss sagen, dass die dortige Independent-Filmszene auf unkonventionelle Arbeitsweisen angewiesen ist. Ungewöhnlicher war es für die Teammitglieder aus der EU, weil sie einen gewissen „Arthouse-Standard“ gewohnt sind. Was wir dort entworfen haben, war für viele Beteiligte eine Erfahrung von Null an.|– LP: Herausfordernd war gewiss, dass wir so viel on location gedreht haben. Wir wollten viel auf der Straße drehen, haben Komparserie immer so verstanden, dass wir von einem Land, aus dem es so wenige Bilder gibt, etwas zeigen wollten. Es war uns wichtig, so viel wie möglich über das echte Leben dort mitzunehmen.
War WHITE SNAIL zunächst eine urbane Erzählung, in die die Natur erst später eingeflossen ist? – EK: Die Natur war schon sehr früh ein Teil der Erzählung, weil sie in Belarus sehr wichtig ist. Vieles im Film beruht auf den Biografien von Masha und Misha, der Rest auf unseren persönlichen Erlebnissen im Zuge unserer Entdeckungsreise über diese zehn Jahre hinweg. Am Land findet man alte Dörfer, wo es Seher:innen gibt, wo schamanische Rituale stattfinden, die wir auch am eigenen Körper ausgetestet haben. So sind wir zu diesen Orten und Geschichten gekommen. (…)
Im Spannungsfeld Stadt und Natur ist auch der Umgang mit dem Licht sehr interessant. Welche Rolle kommt dabei dem künstlichen, bunten Licht vom Handy, von den Stadt- und Discolichtern als wesentlichen ästhetischen Momenten zu? – LP: Für uns stand fest, dass wir gegen das Klischee arbeiten müssen, weil wir selbst überrascht waren, mit welcher Idee von Minsk wir unsere erste Reise angetreten hatten. Wir hatten uns Tristesse und Plattenbauten vorgestellt. Wir waren erstaunt, welche wilden Farben dort die Nächte bestimmten, auch die Architektur ist sehr abenteuerlich, weil alles nebeneinander existiert. Es gibt nach chinesischem Vorbild gebaute Trabantensiedlungen, die sehr futuristisch ausschauen, Malls, die extrem bunt beleuchtet sind.| – EK: Die Modernität der Stadt hat uns beeindruckt, Minsk ist klinisch sauber, modern durchgeplant. Das hat unsere Verwendung des Lichts bestimmt, aber auch der Umstand, dass Licht dort in jeden Winkel dringt und es keinen nicht ausgeleuchteten Raum gibt.”
(Karin Schiefer | AUSTRIAN FILMS im Gespräch mit Elsa Kremser und Levin Peter)
Slowenien / Italien / Kroatien / Serbien 2025, 89 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Urška Djukić
Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten, beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte, behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen…
„Perfekt fängt der Film eine Art jugendliche, schweifende Aufmerksamkeit ein. Abgelenkt, unkonzentriert und gleichzeitig hochaufmerksam. (…) Mit großer Selbstsicherheit und völligem Vertrauen zu ihren Zuschauer*innen erzählt Urška Djukićs von Momenten, in denen die erwachsene Lucia beginnt, Gestalt anzunehmen. LITTLE TROUBLE GIRLS ist reduziert und opulent zugleich und eine Freude.“ (Hendrike Bake, indiekino.de)
„Der Film wirkt sehr persönlich; man hat das Gefühl, dass er auf intimen Erfahrungen basiert. Gleichzeitig enthält er viele christliche Elemente: das Kloster, Nonnen und eine konservative Familiendynamik. Wie persönlich ist diese Geschichte und was waren Ausgangspunkte für deinen Ansatz?
– Ich fing damit an, mich mit der weiblichen Stimme auseinanderzusetzen, die im Laufe der Geschichte so oft zum Schweigen gebracht wurde. Das führte mich zu der schwierigen Beziehung zu Sexualität, Sünde und Schuldgefühlen. Anhand einer sensiblen jungen Frau, die von gesellschaftlichen Konventionen der Sündhaftigkeit geprägt ist, wollte ich mich damit beschäftigen, wie junge Menschen ihre innere Kraft finden. Diese Schuldgefühle, die mit natürlichen Instinkten einhergehen, habe ich persönlich während meiner Kindheit erlebt. Obwohl meine Familie nicht streng religiös war, erzog mich meine Mutter nach traditionellen katholischen Vorstellungen davon, wie ein ‚braves Mädchen‘ zu sein hat. Später wurde mir klar, dass diese Vorstellungen, die vielen Generationen von Mädchen, einschließlich meiner eigenen, aufgezwungen wurden – insbesondere die über Körperbild, Scham und Sexualität – starr und unbeholfen sind. Mit LITTLE TROUBLE GIRLS wollte ich die Geheimnisse der Sinne als Werkzeuge erforschen, die uns helfen uns selbst besser zu verstehen. Ich glaube, dass das lange bestehende Tabu rund um Sexualität dazu geführt hat, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, ihr Potenzial vollständig zu verstehen oder zu nutzen. (…)
Der Ton ist ein äußerst wichtiges Element des Films. Der Film beginnt mit einem Geräusch – genauer gesagt mit Atmen – und dann mit einem scheinbar abstrakten Bild.
– Ja, die Einleitung ist der Atem, der dich mit deinem Körper verbindet. Der Film beginnt mit einer alten Illustration der Wunde Christi, die einer Vulva ähnelt. Diese Illustrationen haben mich schon immer fasziniert. Das Bild stammt aus einem kleinen Gebetbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für die Herzogin Juta von Luxemburg angefertigt wurde. Um die Wunde herum sind die Folter und Bestrafungsinstrumente Christi dargestellt, die seinen Widerstand gegen das herrschende System symbolisieren. Gleichzeitig ähnelt dieses geheimnisvolle Bild metaphorisch einer Vulva, die, wie Gustave Courbet bekanntermaßen sagte, der Ursprung von allem ist. Dieses Bild führt dich nach innen – durch Schmerz führt es dich in den Körper, wo unser Wesen wohnt…
Was vor allem auffällt, ist die Zärtlichkeit. Vor allem die Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit deiner Hauptfigur, die diesen Ausdruck aufrichtiger Verwunderung hat; sie empfindet alles sehr intensiv, will wissen, ist offen für die Verbindung mit der Welt; und doch hat sie immer noch Angst davor.
– Zärtlichkeit war ein wichtiges Konzept bei der Entstehung dieses Films. An einem Punkt habe ich dieses Wort gesagt: ZÄRTLICHKEIT zu jedem Beteiligten – dass dies das Wort ist, das unsere Arbeit leitet. Es mag idealistisch klingen, aber ich glaube, dass Zärtlichkeit in dieser Welt Härte überwinden kann – sie ist stärker.“ (Interview mit Regisseurin Urška Djukić, geführt von Ana Šturm)
Slowenien / Italien / Kroatien / Serbien 2025, 89 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Urška Djukić
Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten, beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte, behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen…
„Perfekt fängt der Film eine Art jugendliche, schweifende Aufmerksamkeit ein. Abgelenkt, unkonzentriert und gleichzeitig hochaufmerksam. (…) Mit großer Selbstsicherheit und völligem Vertrauen zu ihren Zuschauer*innen erzählt Urška Djukićs von Momenten, in denen die erwachsene Lucia beginnt, Gestalt anzunehmen. LITTLE TROUBLE GIRLS ist reduziert und opulent zugleich und eine Freude.“ (Hendrike Bake, indiekino.de)
„Der Film wirkt sehr persönlich; man hat das Gefühl, dass er auf intimen Erfahrungen basiert. Gleichzeitig enthält er viele christliche Elemente: das Kloster, Nonnen und eine konservative Familiendynamik. Wie persönlich ist diese Geschichte und was waren Ausgangspunkte für deinen Ansatz?
– Ich fing damit an, mich mit der weiblichen Stimme auseinanderzusetzen, die im Laufe der Geschichte so oft zum Schweigen gebracht wurde. Das führte mich zu der schwierigen Beziehung zu Sexualität, Sünde und Schuldgefühlen. Anhand einer sensiblen jungen Frau, die von gesellschaftlichen Konventionen der Sündhaftigkeit geprägt ist, wollte ich mich damit beschäftigen, wie junge Menschen ihre innere Kraft finden. Diese Schuldgefühle, die mit natürlichen Instinkten einhergehen, habe ich persönlich während meiner Kindheit erlebt. Obwohl meine Familie nicht streng religiös war, erzog mich meine Mutter nach traditionellen katholischen Vorstellungen davon, wie ein ‚braves Mädchen‘ zu sein hat. Später wurde mir klar, dass diese Vorstellungen, die vielen Generationen von Mädchen, einschließlich meiner eigenen, aufgezwungen wurden – insbesondere die über Körperbild, Scham und Sexualität – starr und unbeholfen sind. Mit LITTLE TROUBLE GIRLS wollte ich die Geheimnisse der Sinne als Werkzeuge erforschen, die uns helfen uns selbst besser zu verstehen. Ich glaube, dass das lange bestehende Tabu rund um Sexualität dazu geführt hat, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, ihr Potenzial vollständig zu verstehen oder zu nutzen. (…)
Der Ton ist ein äußerst wichtiges Element des Films. Der Film beginnt mit einem Geräusch – genauer gesagt mit Atmen – und dann mit einem scheinbar abstrakten Bild.
– Ja, die Einleitung ist der Atem, der dich mit deinem Körper verbindet. Der Film beginnt mit einer alten Illustration der Wunde Christi, die einer Vulva ähnelt. Diese Illustrationen haben mich schon immer fasziniert. Das Bild stammt aus einem kleinen Gebetbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für die Herzogin Juta von Luxemburg angefertigt wurde. Um die Wunde herum sind die Folter und Bestrafungsinstrumente Christi dargestellt, die seinen Widerstand gegen das herrschende System symbolisieren. Gleichzeitig ähnelt dieses geheimnisvolle Bild metaphorisch einer Vulva, die, wie Gustave Courbet bekanntermaßen sagte, der Ursprung von allem ist. Dieses Bild führt dich nach innen – durch Schmerz führt es dich in den Körper, wo unser Wesen wohnt…
Was vor allem auffällt, ist die Zärtlichkeit. Vor allem die Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit deiner Hauptfigur, die diesen Ausdruck aufrichtiger Verwunderung hat; sie empfindet alles sehr intensiv, will wissen, ist offen für die Verbindung mit der Welt; und doch hat sie immer noch Angst davor.
– Zärtlichkeit war ein wichtiges Konzept bei der Entstehung dieses Films. An einem Punkt habe ich dieses Wort gesagt: ZÄRTLICHKEIT zu jedem Beteiligten – dass dies das Wort ist, das unsere Arbeit leitet. Es mag idealistisch klingen, aber ich glaube, dass Zärtlichkeit in dieser Welt Härte überwinden kann – sie ist stärker.“ (Interview mit Regisseurin Urška Djukić, geführt von Ana Šturm)
Do. 05.02.
19:00 Uhr
Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten
Paul Smaczny
Deutschland 2025, 107 min, deutsche Originalfassung
Regie: Paul Smaczny
Michael Triegels Malerei unterscheidet sich vehement von der seiner Leipziger Schule Kollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder. 2020 erhält Triegel einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.
Regisseur Paul Smaczny begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. Dabei öffnet Triegel nicht nur die Türen zu seinem Atelier, sondern gewährt tiefe Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion.
Frankreich/ Deutschland / Niederlande / Lettland / Rumänien / Lituauen 2025, 118 min
Russische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Sergei Loznitsa
Sowjetunion, 1937: Tausende von Briefen von Häftlingen, die vom Regime zu Unrecht beschuldigt wurden, werden in einer Gefängniszelle verbrannt. Einer erreicht trotz aller Widrigkeiten seinen Bestimmungsort, den Schreibtisch des neu ernannten örtlichen Staatsanwalts Alexander Kornjew.
Kornjew setzt alles daran, den Gefangenen, ein Opfer von Agenten der Geheimpolizei NKWD, zu treffen. Der junge Staatsanwalt, ein engagierter Bolschewik mit Integrität, vermutet ein falsches Spiel. Sein Streben nach Gerechtigkeit führt ihn bis zum Büro des Generalstaatsanwalts in Moskau. Im Zeitalter der großen stalinistischen Säuberungen ist dies der Sturz eines Mannes in die Korridore eines totalitären Regimes, das diesen Namen nicht trägt.
Bei dem Historiendrama handelt es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Georgi Demidow (1908–1987).
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren
„Nach dem Besuch bei Stepanow erlebt Kornew das kafkaeske Gefüge der Generalstaatsanwaltschaft, wo er schließlich auf Wyschinksi trifft. Sein Weg zu ihm und zurück erzählt Loznitsa anhand der Bahnfahrten – und er schafft es mit einem mitunter aufreizend langsamen Handlungstempo meisterhaft, ein zentrales Wesensmerkmal der Repression im Totalitarismus herauszuarbeiten: nämlich jenes des Wartens. (…) Das Wartenlassen als Foltermethode bürokratischer Diktaturen ist so intensiv spürbar, als erlitte man es selbst. Auch merkt man dem idealistischen Staatsanwalt bei jedem Gespräch die Angst an, es könne, was er sagt, gegen ihn verwendet werden. Dass er trotzdem nicht sieht, was wir heute wissen – darin liegt die Tragik dieses herausragenden Kammerspiels. Dass es mit russischen Exilschauspielern gedreht wurde und in Russland nicht in die Kinos kommt, spricht Bände.“ (Felix Müller, Berliner Morgenpost 18.12.2025)
„Wie und warum sollten wir uns heute mit dem diktatorischen System des Sowjetkommunismus auseinandersetzen? Diese Frage beantwortet der ukrainische Regisseur Sergeï Loznitsa mit seinem Film Zwei Staatsanwälte, der zunächst auf die Bedrohung durch Russland Bezug zu nehmen scheint, aber darüber hinaus auch auf die zyklisch wiederkehrenden Diktaturbestrebungen aller Art verweist“ (arte.tv)
„Der Film ist trotz der Zeit, in der er spielt, also kein reiner Blick in die Vergangenheit, sondern heutzutage relevanter als es einem lieb wäre. Loznitsa bietet mit seinem Werk keine Lösung oder Hoffnung – stattdessen hat er vielmehr eine eindrückliche Warnung geschaffen.“ (SPOT)
Slowenien / Italien / Kroatien / Serbien 2025, 89 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Urška Djukić
Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten, beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte, behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen…
„Perfekt fängt der Film eine Art jugendliche, schweifende Aufmerksamkeit ein. Abgelenkt, unkonzentriert und gleichzeitig hochaufmerksam. (…) Mit großer Selbstsicherheit und völligem Vertrauen zu ihren Zuschauer*innen erzählt Urška Djukićs von Momenten, in denen die erwachsene Lucia beginnt, Gestalt anzunehmen. LITTLE TROUBLE GIRLS ist reduziert und opulent zugleich und eine Freude.“ (Hendrike Bake, indiekino.de)
„Der Film wirkt sehr persönlich; man hat das Gefühl, dass er auf intimen Erfahrungen basiert. Gleichzeitig enthält er viele christliche Elemente: das Kloster, Nonnen und eine konservative Familiendynamik. Wie persönlich ist diese Geschichte und was waren Ausgangspunkte für deinen Ansatz?
– Ich fing damit an, mich mit der weiblichen Stimme auseinanderzusetzen, die im Laufe der Geschichte so oft zum Schweigen gebracht wurde. Das führte mich zu der schwierigen Beziehung zu Sexualität, Sünde und Schuldgefühlen. Anhand einer sensiblen jungen Frau, die von gesellschaftlichen Konventionen der Sündhaftigkeit geprägt ist, wollte ich mich damit beschäftigen, wie junge Menschen ihre innere Kraft finden. Diese Schuldgefühle, die mit natürlichen Instinkten einhergehen, habe ich persönlich während meiner Kindheit erlebt. Obwohl meine Familie nicht streng religiös war, erzog mich meine Mutter nach traditionellen katholischen Vorstellungen davon, wie ein ‚braves Mädchen‘ zu sein hat. Später wurde mir klar, dass diese Vorstellungen, die vielen Generationen von Mädchen, einschließlich meiner eigenen, aufgezwungen wurden – insbesondere die über Körperbild, Scham und Sexualität – starr und unbeholfen sind. Mit LITTLE TROUBLE GIRLS wollte ich die Geheimnisse der Sinne als Werkzeuge erforschen, die uns helfen uns selbst besser zu verstehen. Ich glaube, dass das lange bestehende Tabu rund um Sexualität dazu geführt hat, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, ihr Potenzial vollständig zu verstehen oder zu nutzen. (…)
Der Ton ist ein äußerst wichtiges Element des Films. Der Film beginnt mit einem Geräusch – genauer gesagt mit Atmen – und dann mit einem scheinbar abstrakten Bild.
– Ja, die Einleitung ist der Atem, der dich mit deinem Körper verbindet. Der Film beginnt mit einer alten Illustration der Wunde Christi, die einer Vulva ähnelt. Diese Illustrationen haben mich schon immer fasziniert. Das Bild stammt aus einem kleinen Gebetbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für die Herzogin Juta von Luxemburg angefertigt wurde. Um die Wunde herum sind die Folter und Bestrafungsinstrumente Christi dargestellt, die seinen Widerstand gegen das herrschende System symbolisieren. Gleichzeitig ähnelt dieses geheimnisvolle Bild metaphorisch einer Vulva, die, wie Gustave Courbet bekanntermaßen sagte, der Ursprung von allem ist. Dieses Bild führt dich nach innen – durch Schmerz führt es dich in den Körper, wo unser Wesen wohnt…
Was vor allem auffällt, ist die Zärtlichkeit. Vor allem die Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit deiner Hauptfigur, die diesen Ausdruck aufrichtiger Verwunderung hat; sie empfindet alles sehr intensiv, will wissen, ist offen für die Verbindung mit der Welt; und doch hat sie immer noch Angst davor.
– Zärtlichkeit war ein wichtiges Konzept bei der Entstehung dieses Films. An einem Punkt habe ich dieses Wort gesagt: ZÄRTLICHKEIT zu jedem Beteiligten – dass dies das Wort ist, das unsere Arbeit leitet. Es mag idealistisch klingen, aber ich glaube, dass Zärtlichkeit in dieser Welt Härte überwinden kann – sie ist stärker.“ (Interview mit Regisseurin Urška Djukić, geführt von Ana Šturm)
Fr. 06.02.
19:00 Uhr
Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten
Paul Smaczny
Deutschland 2025, 107 min, deutsche Originalfassung
Regie: Paul Smaczny
Michael Triegels Malerei unterscheidet sich vehement von der seiner Leipziger Schule Kollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder. 2020 erhält Triegel einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.
Regisseur Paul Smaczny begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. Dabei öffnet Triegel nicht nur die Türen zu seinem Atelier, sondern gewährt tiefe Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion.
Frankreich/ Deutschland / Niederlande / Lettland / Rumänien / Lituauen 2025, 118 min
Russische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Sergei Loznitsa
Sowjetunion, 1937: Tausende von Briefen von Häftlingen, die vom Regime zu Unrecht beschuldigt wurden, werden in einer Gefängniszelle verbrannt. Einer erreicht trotz aller Widrigkeiten seinen Bestimmungsort, den Schreibtisch des neu ernannten örtlichen Staatsanwalts Alexander Kornjew.
Kornjew setzt alles daran, den Gefangenen, ein Opfer von Agenten der Geheimpolizei NKWD, zu treffen. Der junge Staatsanwalt, ein engagierter Bolschewik mit Integrität, vermutet ein falsches Spiel. Sein Streben nach Gerechtigkeit führt ihn bis zum Büro des Generalstaatsanwalts in Moskau. Im Zeitalter der großen stalinistischen Säuberungen ist dies der Sturz eines Mannes in die Korridore eines totalitären Regimes, das diesen Namen nicht trägt.
Bei dem Historiendrama handelt es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Georgi Demidow (1908–1987).
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren
„Nach dem Besuch bei Stepanow erlebt Kornew das kafkaeske Gefüge der Generalstaatsanwaltschaft, wo er schließlich auf Wyschinksi trifft. Sein Weg zu ihm und zurück erzählt Loznitsa anhand der Bahnfahrten – und er schafft es mit einem mitunter aufreizend langsamen Handlungstempo meisterhaft, ein zentrales Wesensmerkmal der Repression im Totalitarismus herauszuarbeiten: nämlich jenes des Wartens. (…) Das Wartenlassen als Foltermethode bürokratischer Diktaturen ist so intensiv spürbar, als erlitte man es selbst. Auch merkt man dem idealistischen Staatsanwalt bei jedem Gespräch die Angst an, es könne, was er sagt, gegen ihn verwendet werden. Dass er trotzdem nicht sieht, was wir heute wissen – darin liegt die Tragik dieses herausragenden Kammerspiels. Dass es mit russischen Exilschauspielern gedreht wurde und in Russland nicht in die Kinos kommt, spricht Bände.“ (Felix Müller, Berliner Morgenpost 18.12.2025)
„Wie und warum sollten wir uns heute mit dem diktatorischen System des Sowjetkommunismus auseinandersetzen? Diese Frage beantwortet der ukrainische Regisseur Sergeï Loznitsa mit seinem Film Zwei Staatsanwälte, der zunächst auf die Bedrohung durch Russland Bezug zu nehmen scheint, aber darüber hinaus auch auf die zyklisch wiederkehrenden Diktaturbestrebungen aller Art verweist“ (arte.tv)
„Der Film ist trotz der Zeit, in der er spielt, also kein reiner Blick in die Vergangenheit, sondern heutzutage relevanter als es einem lieb wäre. Loznitsa bietet mit seinem Werk keine Lösung oder Hoffnung – stattdessen hat er vielmehr eine eindrückliche Warnung geschaffen.“ (SPOT)
Polen / Israel / Deutschland 2023, 101 min, Polnisch | Englisch | Hebräisch mit deutschen UT
Regie: Asaf Saban
Das Ende der Schulzeit steht bevor. Gemeinsam mit ihrer Klasse und einem Überlebenden begeben sich Frisch, Nitzan und Ido auf eine Busfahrt durch Polen zu ehemaligen Konzentrationslagern und Gedenkstätten der Shoah. Die in Israel für Schüler*innen übliche Reise konfrontiert sie mit einem Teil ihrer Identität, mitunter auf sehr emotionale Weise. Zugleich entwickeln sich wie auf jeder Klassenfahrt Gruppendynamiken, Gefühlsverwirrungen und Konflikte des Begehrens.
Sa. 07.02.
16:30 Uhr
Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten
Paul Smaczny
Deutschland 2025, 107 min, deutsche Originalfassung
Regie: Paul Smaczny
Michael Triegels Malerei unterscheidet sich vehement von der seiner Leipziger Schule Kollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder. 2020 erhält Triegel einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.
Regisseur Paul Smaczny begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. Dabei öffnet Triegel nicht nur die Türen zu seinem Atelier, sondern gewährt tiefe Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion.
Deutschland / Ungarn / Frankreich / Cina 2025, 147 min, Deutsch | tw. Englisch mit deutschen UT
Regie: Ildikó Enyedi
Im Herzen des botanischen Gartens der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über hundert Jahren ist er stiller Zeuge – Beobachter leiser, tiefgreifender Veränderungen im Leben dreier Menschen. 2020 wagt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong, der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, ein ungewöhnliches Experiment mit dem uralten Baum. 1972 erfährt ein junger Student eine innere Wandlung – ausgelöst durch die konzentrierte Beobachtung einer einfachen Geranie. 1908 folgt die erste Studentin der Universität ihrer Leidenschaft für die Fotografie – und entdeckt durch das Objektiv ihrer Kamera die verborgenen Muster des Universums.
Nach dem Goldenen-Bären-Gewinner KÖRPER UND SEELE präsentiert die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi mit SILENT FRIEND ein poetisches, sensibles Werk, in dem die Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen zum Sinnbild für die universelle Sehnsucht nach Verbundenheit wird. In den stillen Versuchen ihrer Protagonisten, sich mit der Welt, der Natur und mit sich selbst zu verbinden, entfaltet sich eine berührende Geschichte über Zugehörigkeit, Wandel – und die Schönheit der Sehnsucht.
„(…) Die Kamera verweilt auf Details: das Zittern eines Blattes im Wind, die feinen Linien einer Pflanzenstruktur, das changierende Licht zwischen den Jahreszeiten. Es ist ein Kino der Wahrnehmung, das den Zuschauer nicht mit Handlung überfällt, sondern ihn einlädt, langsamer zu werden, genauer hinzusehen. Manche Szenen wirken wie aus einer Naturdokumentation, andere erinnern an testhafte 4K-Bilder, die technische Perfektion mit hypnotischer Ruhe verbinden. Doch in dieser Spannung liegt die Kraft: Das Alltägliche wird ungewöhnlich, das scheinbar Nebensächliche rückt in den Mittelpunkt. Ein zentrales Motiv des Films ist die Wissenschaft, allerdings nicht in ihrer nüchternen, messenden Form, sondern als Neugier, als kindliche Lust am Entdecken. Der Film feiert die Forschung als eine Art Poesie, die nicht alle Antworten kennt, aber Fragen stellt. Dass eine Pflanze uns letztlich fremd bleibt, dass wir nie wissen werden, ‚wie es ist, ein Baum zu sein‘, wird nicht als Scheitern verstanden, sondern als Chance. Wir erkennen uns in unserer Begrenztheit, und genau darin liegt Würde. (…)
Enyedi hat keinen politischen Film gedreht, sondern einen Rückzugsraum geschaffen, in dem Fragen nach Zugehörigkeit, Vergänglichkeit und Verbundenheit leise gestellt werden. Dass dies gerade jetzt, in Zeiten der Unsicherheit, eine besondere Wirkung entfaltet, ist kein Zufall.
Am Ende steht dieser Baum. Verwurzelt in Marburg, größer gemacht durch Spezialeffekte, aber immer doch er selbst. Er überdauert Generationen, Ideen, Ideologien. Während die Figuren kommen und gehen, forschen, lieben, scheitern, wächst er einfach weiter. SILENT FRIEND ist damit mehr als nur ein Film über Natur: Es ist ein Film über unser Menschsein, über unsere Fragilität und unsere Sehnsucht, irgendwo dazuzugehören.“ (Mia Pflüger, kino-zeit.de)
Slowenien / Italien / Kroatien / Serbien 2025, 89 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Urška Djukić
Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten, beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte, behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen…
„Perfekt fängt der Film eine Art jugendliche, schweifende Aufmerksamkeit ein. Abgelenkt, unkonzentriert und gleichzeitig hochaufmerksam. (…) Mit großer Selbstsicherheit und völligem Vertrauen zu ihren Zuschauer*innen erzählt Urška Djukićs von Momenten, in denen die erwachsene Lucia beginnt, Gestalt anzunehmen. LITTLE TROUBLE GIRLS ist reduziert und opulent zugleich und eine Freude.“ (Hendrike Bake, indiekino.de)
„Der Film wirkt sehr persönlich; man hat das Gefühl, dass er auf intimen Erfahrungen basiert. Gleichzeitig enthält er viele christliche Elemente: das Kloster, Nonnen und eine konservative Familiendynamik. Wie persönlich ist diese Geschichte und was waren Ausgangspunkte für deinen Ansatz?
– Ich fing damit an, mich mit der weiblichen Stimme auseinanderzusetzen, die im Laufe der Geschichte so oft zum Schweigen gebracht wurde. Das führte mich zu der schwierigen Beziehung zu Sexualität, Sünde und Schuldgefühlen. Anhand einer sensiblen jungen Frau, die von gesellschaftlichen Konventionen der Sündhaftigkeit geprägt ist, wollte ich mich damit beschäftigen, wie junge Menschen ihre innere Kraft finden. Diese Schuldgefühle, die mit natürlichen Instinkten einhergehen, habe ich persönlich während meiner Kindheit erlebt. Obwohl meine Familie nicht streng religiös war, erzog mich meine Mutter nach traditionellen katholischen Vorstellungen davon, wie ein ‚braves Mädchen‘ zu sein hat. Später wurde mir klar, dass diese Vorstellungen, die vielen Generationen von Mädchen, einschließlich meiner eigenen, aufgezwungen wurden – insbesondere die über Körperbild, Scham und Sexualität – starr und unbeholfen sind. Mit LITTLE TROUBLE GIRLS wollte ich die Geheimnisse der Sinne als Werkzeuge erforschen, die uns helfen uns selbst besser zu verstehen. Ich glaube, dass das lange bestehende Tabu rund um Sexualität dazu geführt hat, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, ihr Potenzial vollständig zu verstehen oder zu nutzen. (…)
Der Ton ist ein äußerst wichtiges Element des Films. Der Film beginnt mit einem Geräusch – genauer gesagt mit Atmen – und dann mit einem scheinbar abstrakten Bild.
– Ja, die Einleitung ist der Atem, der dich mit deinem Körper verbindet. Der Film beginnt mit einer alten Illustration der Wunde Christi, die einer Vulva ähnelt. Diese Illustrationen haben mich schon immer fasziniert. Das Bild stammt aus einem kleinen Gebetbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für die Herzogin Juta von Luxemburg angefertigt wurde. Um die Wunde herum sind die Folter und Bestrafungsinstrumente Christi dargestellt, die seinen Widerstand gegen das herrschende System symbolisieren. Gleichzeitig ähnelt dieses geheimnisvolle Bild metaphorisch einer Vulva, die, wie Gustave Courbet bekanntermaßen sagte, der Ursprung von allem ist. Dieses Bild führt dich nach innen – durch Schmerz führt es dich in den Körper, wo unser Wesen wohnt…
Was vor allem auffällt, ist die Zärtlichkeit. Vor allem die Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit deiner Hauptfigur, die diesen Ausdruck aufrichtiger Verwunderung hat; sie empfindet alles sehr intensiv, will wissen, ist offen für die Verbindung mit der Welt; und doch hat sie immer noch Angst davor.
– Zärtlichkeit war ein wichtiges Konzept bei der Entstehung dieses Films. An einem Punkt habe ich dieses Wort gesagt: ZÄRTLICHKEIT zu jedem Beteiligten – dass dies das Wort ist, das unsere Arbeit leitet. Es mag idealistisch klingen, aber ich glaube, dass Zärtlichkeit in dieser Welt Härte überwinden kann – sie ist stärker.“ (Interview mit Regisseurin Urška Djukić, geführt von Ana Šturm)
Polen / Israel / Deutschland 2023, 101 min, Polnisch | Englisch | Hebräisch mit deutschen UT
Regie: Asaf Saban
Das Ende der Schulzeit steht bevor. Gemeinsam mit ihrer Klasse und einem Überlebenden begeben sich Frisch, Nitzan und Ido auf eine Busfahrt durch Polen zu ehemaligen Konzentrationslagern und Gedenkstätten der Shoah. Die in Israel für Schüler*innen übliche Reise konfrontiert sie mit einem Teil ihrer Identität, mitunter auf sehr emotionale Weise. Zugleich entwickeln sich wie auf jeder Klassenfahrt Gruppendynamiken, Gefühlsverwirrungen und Konflikte des Begehrens.
So. 08.02.
16:30 Uhr
Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten
Paul Smaczny
Deutschland 2025, 107 min, deutsche Originalfassung
Regie: Paul Smaczny
Michael Triegels Malerei unterscheidet sich vehement von der seiner Leipziger Schule Kollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder. 2020 erhält Triegel einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.
Regisseur Paul Smaczny begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. Dabei öffnet Triegel nicht nur die Türen zu seinem Atelier, sondern gewährt tiefe Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion.
Deutschland / Ungarn / Frankreich / Cina 2025, 147 min, Deutsch | tw. Englisch mit deutschen UT
Regie: Ildikó Enyedi
Im Herzen des botanischen Gartens der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über hundert Jahren ist er stiller Zeuge – Beobachter leiser, tiefgreifender Veränderungen im Leben dreier Menschen. 2020 wagt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong, der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, ein ungewöhnliches Experiment mit dem uralten Baum. 1972 erfährt ein junger Student eine innere Wandlung – ausgelöst durch die konzentrierte Beobachtung einer einfachen Geranie. 1908 folgt die erste Studentin der Universität ihrer Leidenschaft für die Fotografie – und entdeckt durch das Objektiv ihrer Kamera die verborgenen Muster des Universums.
Nach dem Goldenen-Bären-Gewinner KÖRPER UND SEELE präsentiert die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi mit SILENT FRIEND ein poetisches, sensibles Werk, in dem die Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen zum Sinnbild für die universelle Sehnsucht nach Verbundenheit wird. In den stillen Versuchen ihrer Protagonisten, sich mit der Welt, der Natur und mit sich selbst zu verbinden, entfaltet sich eine berührende Geschichte über Zugehörigkeit, Wandel – und die Schönheit der Sehnsucht.
„(…) Die Kamera verweilt auf Details: das Zittern eines Blattes im Wind, die feinen Linien einer Pflanzenstruktur, das changierende Licht zwischen den Jahreszeiten. Es ist ein Kino der Wahrnehmung, das den Zuschauer nicht mit Handlung überfällt, sondern ihn einlädt, langsamer zu werden, genauer hinzusehen. Manche Szenen wirken wie aus einer Naturdokumentation, andere erinnern an testhafte 4K-Bilder, die technische Perfektion mit hypnotischer Ruhe verbinden. Doch in dieser Spannung liegt die Kraft: Das Alltägliche wird ungewöhnlich, das scheinbar Nebensächliche rückt in den Mittelpunkt. Ein zentrales Motiv des Films ist die Wissenschaft, allerdings nicht in ihrer nüchternen, messenden Form, sondern als Neugier, als kindliche Lust am Entdecken. Der Film feiert die Forschung als eine Art Poesie, die nicht alle Antworten kennt, aber Fragen stellt. Dass eine Pflanze uns letztlich fremd bleibt, dass wir nie wissen werden, ‚wie es ist, ein Baum zu sein‘, wird nicht als Scheitern verstanden, sondern als Chance. Wir erkennen uns in unserer Begrenztheit, und genau darin liegt Würde. (…)
Enyedi hat keinen politischen Film gedreht, sondern einen Rückzugsraum geschaffen, in dem Fragen nach Zugehörigkeit, Vergänglichkeit und Verbundenheit leise gestellt werden. Dass dies gerade jetzt, in Zeiten der Unsicherheit, eine besondere Wirkung entfaltet, ist kein Zufall.
Am Ende steht dieser Baum. Verwurzelt in Marburg, größer gemacht durch Spezialeffekte, aber immer doch er selbst. Er überdauert Generationen, Ideen, Ideologien. Während die Figuren kommen und gehen, forschen, lieben, scheitern, wächst er einfach weiter. SILENT FRIEND ist damit mehr als nur ein Film über Natur: Es ist ein Film über unser Menschsein, über unsere Fragilität und unsere Sehnsucht, irgendwo dazuzugehören.“ (Mia Pflüger, kino-zeit.de)
Slowenien / Italien / Kroatien / Serbien 2025, 89 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Urška Djukić
Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten, beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte, behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen…
„Perfekt fängt der Film eine Art jugendliche, schweifende Aufmerksamkeit ein. Abgelenkt, unkonzentriert und gleichzeitig hochaufmerksam. (…) Mit großer Selbstsicherheit und völligem Vertrauen zu ihren Zuschauer*innen erzählt Urška Djukićs von Momenten, in denen die erwachsene Lucia beginnt, Gestalt anzunehmen. LITTLE TROUBLE GIRLS ist reduziert und opulent zugleich und eine Freude.“ (Hendrike Bake, indiekino.de)
„Der Film wirkt sehr persönlich; man hat das Gefühl, dass er auf intimen Erfahrungen basiert. Gleichzeitig enthält er viele christliche Elemente: das Kloster, Nonnen und eine konservative Familiendynamik. Wie persönlich ist diese Geschichte und was waren Ausgangspunkte für deinen Ansatz?
– Ich fing damit an, mich mit der weiblichen Stimme auseinanderzusetzen, die im Laufe der Geschichte so oft zum Schweigen gebracht wurde. Das führte mich zu der schwierigen Beziehung zu Sexualität, Sünde und Schuldgefühlen. Anhand einer sensiblen jungen Frau, die von gesellschaftlichen Konventionen der Sündhaftigkeit geprägt ist, wollte ich mich damit beschäftigen, wie junge Menschen ihre innere Kraft finden. Diese Schuldgefühle, die mit natürlichen Instinkten einhergehen, habe ich persönlich während meiner Kindheit erlebt. Obwohl meine Familie nicht streng religiös war, erzog mich meine Mutter nach traditionellen katholischen Vorstellungen davon, wie ein ‚braves Mädchen‘ zu sein hat. Später wurde mir klar, dass diese Vorstellungen, die vielen Generationen von Mädchen, einschließlich meiner eigenen, aufgezwungen wurden – insbesondere die über Körperbild, Scham und Sexualität – starr und unbeholfen sind. Mit LITTLE TROUBLE GIRLS wollte ich die Geheimnisse der Sinne als Werkzeuge erforschen, die uns helfen uns selbst besser zu verstehen. Ich glaube, dass das lange bestehende Tabu rund um Sexualität dazu geführt hat, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, ihr Potenzial vollständig zu verstehen oder zu nutzen. (…)
Der Ton ist ein äußerst wichtiges Element des Films. Der Film beginnt mit einem Geräusch – genauer gesagt mit Atmen – und dann mit einem scheinbar abstrakten Bild.
– Ja, die Einleitung ist der Atem, der dich mit deinem Körper verbindet. Der Film beginnt mit einer alten Illustration der Wunde Christi, die einer Vulva ähnelt. Diese Illustrationen haben mich schon immer fasziniert. Das Bild stammt aus einem kleinen Gebetbuch aus dem 14. Jahrhundert, das für die Herzogin Juta von Luxemburg angefertigt wurde. Um die Wunde herum sind die Folter und Bestrafungsinstrumente Christi dargestellt, die seinen Widerstand gegen das herrschende System symbolisieren. Gleichzeitig ähnelt dieses geheimnisvolle Bild metaphorisch einer Vulva, die, wie Gustave Courbet bekanntermaßen sagte, der Ursprung von allem ist. Dieses Bild führt dich nach innen – durch Schmerz führt es dich in den Körper, wo unser Wesen wohnt…
Was vor allem auffällt, ist die Zärtlichkeit. Vor allem die Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit deiner Hauptfigur, die diesen Ausdruck aufrichtiger Verwunderung hat; sie empfindet alles sehr intensiv, will wissen, ist offen für die Verbindung mit der Welt; und doch hat sie immer noch Angst davor.
– Zärtlichkeit war ein wichtiges Konzept bei der Entstehung dieses Films. An einem Punkt habe ich dieses Wort gesagt: ZÄRTLICHKEIT zu jedem Beteiligten – dass dies das Wort ist, das unsere Arbeit leitet. Es mag idealistisch klingen, aber ich glaube, dass Zärtlichkeit in dieser Welt Härte überwinden kann – sie ist stärker.“ (Interview mit Regisseurin Urška Djukić, geführt von Ana Šturm)
Mo. 09.02.
17:00 Uhr
Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten
Paul Smaczny
Deutschland 2025, 107 min, deutsche Originalfassung
Regie: Paul Smaczny
Michael Triegels Malerei unterscheidet sich vehement von der seiner Leipziger Schule Kollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder. 2020 erhält Triegel einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.
Regisseur Paul Smaczny begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. Dabei öffnet Triegel nicht nur die Türen zu seinem Atelier, sondern gewährt tiefe Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion.
Mo. 09.02.
19:00 Uhr
DEFA-Stiftung präsentiert: Klassik, Jazz & Rock: MUSIK-Erfahrungen im DEFA-Dokumentarfilm | Kurzfilmprogramm
– Einführung: Mirko Wiermann (DEFA-Stiftung)Peter Pohler | Jochen Kraußer | Harry Hornig | Ulrich Weiß | Peter Petersen | Jörg Foth
DDR 1965–1989, 35mm, ca. 80 min, deutsche Originalfassung
Der DEFA-Dokumentarfilm widmete sich dem Thema Musik auf mannigfaltige Weise: Porträtiert wurden sowohl Hobby- als auch professionelle Musiker*innen in allen Bereichen, von Klassik über Jazz bis hin zu Rock; wiederholt stellten Filme aber auch Werktätige beim Rezipieren von Musik in ihr Zentrum und evozierten dadurch eine enge Verbindung zwischen Arbeitsleben und kultureller Betätigung.
DES–CE–ES–DE von Jochen Kraußer stellt den gelernten Autoschlosser und Orgelbauer Kristian Körting vor, der auf einer selbstgefertigten Keramikorgel Werke von Johann Sebastian Bach erklingen lässt. Kraußers Film verzichtet weitgehend auf erklärende Kommentare und wirkt vor allem durch die Bach’sche Orgelmusik. In ADAMSHOFFNUNG, einem kleinen Dorf im Mecklenburgischen, das „keine Kneipe, keine Kirche“ besitzt, beobachtet Harry Hornig das Aufeinandertreffen von Bäuer*innen und Studenten der Musikhochschule Berlin, die den Dorfbewohnern ihre Instrumente erklären und Mozarts Oboenkonzert vorstellen. Ulrich Weiß porträtiert in ZUM ACHTENMAL Arbeiter*innen beim Besuch eines Konzerts des Staatlichen Orchesters Leipzig, das in ihrem Betrieb gastiert. Unter Verzicht auf Dialog und Kommentar aus dem Off entwickelt der Film eine außergewöhnliche Synthese von Bild und Ton, indem die jeweiligen Arbeitsprozesse von Werktätigen und Musikern kontrapunktisch verknüpft werden. Peter Petersen feiert in DIXIELAND – DIXIELAND die gleichnamige Spielart des (weißen) Jazz als lebendigen Teil der DDR-Musikkultur. Der Film begleitet eine gemeinsame Probe von erfahrenen Hobby-Jazzern und musikalischem Nachwuchs im Berliner Haus der jungen Talente und folgt den Künstlern zum renommierten Dixieland Festival in Dresden. Sechs Auftritte in verschiedenen Berliner Klubs absolviert das Tanz-Duo Judy und Dean in der Silvesternacht 1986: In Jörg Foths ROCK’N’ROLL erzählen die beiden Protagonist*innen von ihrer Liebe zu Rock-Musik und Tanz sowie von ihren Lebensentwürfen. Dass auch Maus und Elefant gemeinsam musizieren können, wenn sie sich in die richtige (Knet-)Form bringen, zeigt augenzwinkernd der Animationsfilm MUSIK von Peter Pohler, der das Programm eröffnet. (Mirko Wiermann)
PROGRAMM:
MUSIK, DDR 1989, 35mm, 5 min, R: Peter Pohler
DES-CE-ES-DE, DDR 1985, 35mm, 11 min, R: Jochen Kraußer
ADAMSHOFFNUNG, DDR 1965, 35mm, 18 min, R: Harry Hornig
ZUM ACHTENMAL, DDR 1972, 35mm, 9 min, R: Ulrich Weiß
DIXIELAND – DIXIELAND, DDR 1981, 35mm, 18 min, R: Peter Petersen
ROCK’N’ROLL, DDR 1987, 35mm, 19 min, R: Jörg Foth
Österreich / Deutschland 2025, 115 min, Russisch | Belarusisch | Englisch | Mandarin mit deutschen UT
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Masha, ein belarusisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.
“WHITE SNAIL lebt von seinem dokumentarischen Antlitz und der sinnhaften bildlichen Symbolik. Ebenso langsam wie sich Schnecken durch ihre Welt bewegen, so ruhig und gemächlich entwickelt sich die Verbindung der beiden Hauptcharaktere in diesem unkonventionellen, dringlichen Mix aus Drama und Romanze.“ (Björn Schneider, filmstarts.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren
„(…) Die erste Besonderheit dieses Films besteht darin, dass er zum größten Teil in Belarus gedreht wurde. Welche Umstände haben zum Dreh in diesem Land geführt? – EK: WHITE SNAIL hat eine lange Genese. Vor zehn Jahren war ich mit meinem Diplomfilm auf einem Festival in Minsk, wo mir der Maler Mikhail Senkov, unser Hauptdarsteller, vorgestellt wurde. Ich habe ihn in einer Pathologie kennengelernt, wo ich die erste Leiche in meinem Leben gesehen habe – ein Suizid-Opfer. Direkt danach sind wir zu seiner Wohnung, die bis obenhin mit Ölgemälden vollgestellt war. Auf einem Gemälde war eine junge Frau als Tote dargestellt, jedoch mit ganz wachen Augen. Er erklärte mir, dass diese Frau einen Selbstmordversuch überlebt hatte und er mit ihr in Kontakt stand. Das war der Ausgangspunkt und es hat uns nicht mehr losgelassen. (…)
Wie hat sich Belarus als Drehort erwiesen? – EK: Das Projekt ist in seiner Ur-Idee fast zehn Jahre alt. In Belarus hat sich in dieser Zeit viel verändert. Das hat unser Projekt immer wieder neu in Frage gestellt und den Film auf eine Art verändert. Wir haben an unserer Geschichte festhalten, weil aus dieser Region kaum noch Geschichten zu uns gelangen. Den Großteil haben wir in Belarus gedreht, einzelne Locations haben wir dann aber auch in Lettland gedreht.| – LP: Wir hatten eine unglaublich offene, motivierte Crew vor Ort. Leute, die das Kino lieben und mal auf ganz andere Art arbeiten konnten.
Wie sehr stellte eure unkonventionelle Arbeitsweise auch eine Herausforderung dar? – EK: Man muss sagen, dass die dortige Independent-Filmszene auf unkonventionelle Arbeitsweisen angewiesen ist. Ungewöhnlicher war es für die Teammitglieder aus der EU, weil sie einen gewissen „Arthouse-Standard“ gewohnt sind. Was wir dort entworfen haben, war für viele Beteiligte eine Erfahrung von Null an.|– LP: Herausfordernd war gewiss, dass wir so viel on location gedreht haben. Wir wollten viel auf der Straße drehen, haben Komparserie immer so verstanden, dass wir von einem Land, aus dem es so wenige Bilder gibt, etwas zeigen wollten. Es war uns wichtig, so viel wie möglich über das echte Leben dort mitzunehmen.
War WHITE SNAIL zunächst eine urbane Erzählung, in die die Natur erst später eingeflossen ist? – EK: Die Natur war schon sehr früh ein Teil der Erzählung, weil sie in Belarus sehr wichtig ist. Vieles im Film beruht auf den Biografien von Masha und Misha, der Rest auf unseren persönlichen Erlebnissen im Zuge unserer Entdeckungsreise über diese zehn Jahre hinweg. Am Land findet man alte Dörfer, wo es Seher:innen gibt, wo schamanische Rituale stattfinden, die wir auch am eigenen Körper ausgetestet haben. So sind wir zu diesen Orten und Geschichten gekommen. (…)
Im Spannungsfeld Stadt und Natur ist auch der Umgang mit dem Licht sehr interessant. Welche Rolle kommt dabei dem künstlichen, bunten Licht vom Handy, von den Stadt- und Discolichtern als wesentlichen ästhetischen Momenten zu? – LP: Für uns stand fest, dass wir gegen das Klischee arbeiten müssen, weil wir selbst überrascht waren, mit welcher Idee von Minsk wir unsere erste Reise angetreten hatten. Wir hatten uns Tristesse und Plattenbauten vorgestellt. Wir waren erstaunt, welche wilden Farben dort die Nächte bestimmten, auch die Architektur ist sehr abenteuerlich, weil alles nebeneinander existiert. Es gibt nach chinesischem Vorbild gebaute Trabantensiedlungen, die sehr futuristisch ausschauen, Malls, die extrem bunt beleuchtet sind.| – EK: Die Modernität der Stadt hat uns beeindruckt, Minsk ist klinisch sauber, modern durchgeplant. Das hat unsere Verwendung des Lichts bestimmt, aber auch der Umstand, dass Licht dort in jeden Winkel dringt und es keinen nicht ausgeleuchteten Raum gibt.”
(Karin Schiefer | AUSTRIAN FILMS im Gespräch mit Elsa Kremser und Levin Peter)
Polen / Israel / Deutschland 2023, 101 min, Polnisch | Englisch | Hebräisch mit deutschen UT
Regie: Asaf Saban
Das Ende der Schulzeit steht bevor. Gemeinsam mit ihrer Klasse und einem Überlebenden begeben sich Frisch, Nitzan und Ido auf eine Busfahrt durch Polen zu ehemaligen Konzentrationslagern und Gedenkstätten der Shoah. Die in Israel für Schüler*innen übliche Reise konfrontiert sie mit einem Teil ihrer Identität, mitunter auf sehr emotionale Weise. Zugleich entwickeln sich wie auf jeder Klassenfahrt Gruppendynamiken, Gefühlsverwirrungen und Konflikte des Begehrens.
Di. 10.02.
19:00 Uhr
Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten
Paul Smaczny
Deutschland 2025, 107 min, deutsche Originalfassung
Regie: Paul Smaczny
Michael Triegels Malerei unterscheidet sich vehement von der seiner Leipziger Schule Kollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder. 2020 erhält Triegel einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.
Regisseur Paul Smaczny begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. Dabei öffnet Triegel nicht nur die Türen zu seinem Atelier, sondern gewährt tiefe Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion.
Österreich / Deutschland 2025, 115 min, Russisch | Belarusisch | Englisch | Mandarin mit deutschen UT
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Masha, ein belarusisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.
“WHITE SNAIL lebt von seinem dokumentarischen Antlitz und der sinnhaften bildlichen Symbolik. Ebenso langsam wie sich Schnecken durch ihre Welt bewegen, so ruhig und gemächlich entwickelt sich die Verbindung der beiden Hauptcharaktere in diesem unkonventionellen, dringlichen Mix aus Drama und Romanze.“ (Björn Schneider, filmstarts.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren
„(…) Die erste Besonderheit dieses Films besteht darin, dass er zum größten Teil in Belarus gedreht wurde. Welche Umstände haben zum Dreh in diesem Land geführt? – EK: WHITE SNAIL hat eine lange Genese. Vor zehn Jahren war ich mit meinem Diplomfilm auf einem Festival in Minsk, wo mir der Maler Mikhail Senkov, unser Hauptdarsteller, vorgestellt wurde. Ich habe ihn in einer Pathologie kennengelernt, wo ich die erste Leiche in meinem Leben gesehen habe – ein Suizid-Opfer. Direkt danach sind wir zu seiner Wohnung, die bis obenhin mit Ölgemälden vollgestellt war. Auf einem Gemälde war eine junge Frau als Tote dargestellt, jedoch mit ganz wachen Augen. Er erklärte mir, dass diese Frau einen Selbstmordversuch überlebt hatte und er mit ihr in Kontakt stand. Das war der Ausgangspunkt und es hat uns nicht mehr losgelassen. (…)
Wie hat sich Belarus als Drehort erwiesen? – EK: Das Projekt ist in seiner Ur-Idee fast zehn Jahre alt. In Belarus hat sich in dieser Zeit viel verändert. Das hat unser Projekt immer wieder neu in Frage gestellt und den Film auf eine Art verändert. Wir haben an unserer Geschichte festhalten, weil aus dieser Region kaum noch Geschichten zu uns gelangen. Den Großteil haben wir in Belarus gedreht, einzelne Locations haben wir dann aber auch in Lettland gedreht.| – LP: Wir hatten eine unglaublich offene, motivierte Crew vor Ort. Leute, die das Kino lieben und mal auf ganz andere Art arbeiten konnten.
Wie sehr stellte eure unkonventionelle Arbeitsweise auch eine Herausforderung dar? – EK: Man muss sagen, dass die dortige Independent-Filmszene auf unkonventionelle Arbeitsweisen angewiesen ist. Ungewöhnlicher war es für die Teammitglieder aus der EU, weil sie einen gewissen „Arthouse-Standard“ gewohnt sind. Was wir dort entworfen haben, war für viele Beteiligte eine Erfahrung von Null an.|– LP: Herausfordernd war gewiss, dass wir so viel on location gedreht haben. Wir wollten viel auf der Straße drehen, haben Komparserie immer so verstanden, dass wir von einem Land, aus dem es so wenige Bilder gibt, etwas zeigen wollten. Es war uns wichtig, so viel wie möglich über das echte Leben dort mitzunehmen.
War WHITE SNAIL zunächst eine urbane Erzählung, in die die Natur erst später eingeflossen ist? – EK: Die Natur war schon sehr früh ein Teil der Erzählung, weil sie in Belarus sehr wichtig ist. Vieles im Film beruht auf den Biografien von Masha und Misha, der Rest auf unseren persönlichen Erlebnissen im Zuge unserer Entdeckungsreise über diese zehn Jahre hinweg. Am Land findet man alte Dörfer, wo es Seher:innen gibt, wo schamanische Rituale stattfinden, die wir auch am eigenen Körper ausgetestet haben. So sind wir zu diesen Orten und Geschichten gekommen. (…)
Im Spannungsfeld Stadt und Natur ist auch der Umgang mit dem Licht sehr interessant. Welche Rolle kommt dabei dem künstlichen, bunten Licht vom Handy, von den Stadt- und Discolichtern als wesentlichen ästhetischen Momenten zu? – LP: Für uns stand fest, dass wir gegen das Klischee arbeiten müssen, weil wir selbst überrascht waren, mit welcher Idee von Minsk wir unsere erste Reise angetreten hatten. Wir hatten uns Tristesse und Plattenbauten vorgestellt. Wir waren erstaunt, welche wilden Farben dort die Nächte bestimmten, auch die Architektur ist sehr abenteuerlich, weil alles nebeneinander existiert. Es gibt nach chinesischem Vorbild gebaute Trabantensiedlungen, die sehr futuristisch ausschauen, Malls, die extrem bunt beleuchtet sind.| – EK: Die Modernität der Stadt hat uns beeindruckt, Minsk ist klinisch sauber, modern durchgeplant. Das hat unsere Verwendung des Lichts bestimmt, aber auch der Umstand, dass Licht dort in jeden Winkel dringt und es keinen nicht ausgeleuchteten Raum gibt.”
(Karin Schiefer | AUSTRIAN FILMS im Gespräch mit Elsa Kremser und Levin Peter)
Mi. 11.02.
10:00 Uhr
Spatzenkino – Wintermärchen
– nur mit Voranmeldung! | reservierung@spatzenkino.de | Service-Telefon 449 47 50
Frau Holle
Die beiden Töchter der Holzfällerin landen nacheinander bei Frau Holle. Diese freut sich sehr über die Hilfe beim Kuchen backen und Kissen schütteln. Vor allem die jüngere Schwester fasst kräftig mit an.
Regie: Célia Tisserant/Arnaud Demuynck, FR 2021, Computeranimation, 26 Min.
Die Flucht zu den Pinguinen
Jedes Jahr im Frühling, wenn die Blumen sprießen, verschwinden Eis und Schnee. Aber wohin geht der kalte Winter, wenn es ihm zu warm wird?
Regie: Günter Rätz, DDR 1984, Zeichentrickfilm, 9 Min.
Mi. 11.02.
17:45 Uhr
Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten
Paul Smaczny
Deutschland 2025, 107 min, deutsche Originalfassung
Regie: Paul Smaczny
Michael Triegels Malerei unterscheidet sich vehement von der seiner Leipziger Schule Kollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder. 2020 erhält Triegel einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.
Regisseur Paul Smaczny begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. Dabei öffnet Triegel nicht nur die Türen zu seinem Atelier, sondern gewährt tiefe Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion.
Ungarn 1988, 35mm, 116 min, Ungarisch mit deutschen UT
Regie: Béla Tarr
In einer heruntergekommenen Industriestadt verliebt sich der unglückliche Einzelgänger Karrer in eine Barsängerin und gerät zunehmend in einen Strudel aus zwielichtigen Geschäften und destruktiven Gefühlen.
“VERDAMMNIS, sieben Jahre vor SATANSTANGO entstanden, ebenfalls in Schwarzweiß, ebenfalls ein Welten-Teiler im Filmfest-Forum, ist mit 110 Minuten vergleichweise kurz – und führt doch in dieselbe Bilder- und Gefühlswelt, in jenen Mix aus Dostojewski und Tarkowski, dem Tarr sein Unverwechselbares hinzufügt: den unaufhörlichen Regen, unter dem jedweder Asphalt davonzuschwemmen scheint über einer sich aufwölbenden Erde; die somnambulen Armeleutenächte voller Tanz und Gesang; die unendlich langsamen Kamerafahrten entlang an wie ausgeweidet erscheinenden Behausungen, in denen reglos Menschen stehen. Es gibt in VERDAMMNIS eine ‚titanik-bar‘, wie sie nah-östlicher und nah-vergangener nicht denkbar wäre und in der man am liebsten einen Tisch auf Lebenszeit buchen würde; und es gibt in diesem Film ein unvergeßlich stummes Aneinanderstoßen der Geschlechter und ein großes, dunkles Alleinbleiben. Manchmal hebt eine Geschichte an, eine Intrige, eine Denunziation, aber Vorsicht, wahrscheinlich macht sich Bela Tarr nur über die üblichen Mechanismen lustig, sich – im Kino, im Leben – die Zeit zu vertreiben.“ (Jan Schulz-Ojala, Der Tagesspiegel, 03.04.1998)
Di. 24.02.
19:00 Uhr
Mr. Nobody against Putin
, OmdU – mit Gästen und anschließendem Filmgespräch | Eine gemeinsame Veranstaltung von Tschechischem Zentrum und Kino Krokodil, in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Tschechischen Republik und der Königlich Dänischen BotschaftDavid Borenstein, Pavel Talankin
Als Russland am 24. Februar 2022 seinen Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine beginnt, werden die Grundschulen in Russland zunehmend zu Orten der Kriegsverherrlichung und des militärischen Drills. Die fortschreitende Militarisierung an seiner Schule hält ein Lehrer aus einer Kleinstadt im Südural in einem Videotagebuch fest, das er dann in den Westen schmuggelt. In Zusammenarbeit mit Regisseur David Borenstein wurde aus dem Filmmaterial mit seltenen Einblicken in den russischen Alltag „ein unvergesslicher Dokumentarfilm, den Sie sehen müssen“ (Guardian). In der Kategorie Bester Dokumentarfilm ist er nun für den Oscar nominiert.
Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit Jiří Čistecký, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland und Thomas Østrup Møller, Botschafter des Königreichs Dänemark in Deutschland. Es moderiert Mathias Irminger Sonne (Königlich Dänische Botschaft).
Eine gemeinsame Veranstaltung von Tschechischem Zentrum und Kino Krokodil, in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Tschechischen Republik und der Königlich Dänischen Botschaft.
zum Film:
MR. NOBODY AGAINST PUTIN
Dänemark / Tschechien 2025, 90 min, Russisch mit deutschen UT
Regie: David Borenstein, Pavel Talankin
Der Lehrer Pasha Talankin, der auch als Videochronist und Veranstaltungsorganisator an seiner Schule tätig ist, wird von den Schülern verehrt. Sein Büro ist ein Zufluchtsort für alle, die Unterstützung brauchen oder mal vertraulich reden wollen. Doch mit dem Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine verändert sich der Schulalltag: Die Kinder lernen wieder von den glorreichen Siegen der Sowjetunion, die „richtigen“ Antworten im Unterricht lesen sie ab, Söldner der Wagner-Gruppe geben „Patriotismusstunden“ und präsentieren ihre Waffen. Auch Pashas Rolle an der Schule verändert sich dramatisch. Gegen seinen Willen wird er in Putins Propagandamaschinerie hineingezogen und gezwungen, staatlich abgesegnete Botschaften zu verbreiten. Entsetzt über den Wandel an seiner Schule kämpft er mit Schuldgefühlen und Ohnmacht. Als er erfährt, dass sein eigenes Leben in Gefahr sein könnte, beschließt er, alles auf eine Karte zu setzen und die gefährliche Flucht aus Russland zu riskieren.
Mi. 04.03.
10:00 Uhr
Spatzenkino – Bunte Ostern
– nur mit Voranmeldung! | reservierung@spatzenkino.de | Service-Telefon 449 47 50
Häschens großer Tag
Der Hahn versperrt den Zugang zum Hühnerstall. Wie kommen die Osterhasen jetzt an die Eier?
Regie: Dace Rīdūze, LV 2015, Computeranimation, 10 Min.
Die Natur erwacht – eine Hummelkönigin
Eine Hummelkönigin fliegt brummend über die Frühlingswiese. Sie sucht den besten Platz für ihr Nest.
Regie: Christopher Paul, D 2008, Dokumentation, 5 Min.
Kopf in den Wolken
Wolken sind die große Liebe des kleinen Eichhörnchens. Es wird nicht müde, sie zu fotografieren.
Regie: Rémi Durin, FR 2023, Zeichentrickfilm, 11 Min.
Knurri und der Eierdieb
Das Häschen Knurri schüttelt den gefräßigen Dachs ab und erfindet nebenbei die bunten Eier.
Regie: Jörg d’Bomba, DDR 1980/81, Puppentrickfilm, 10 Min.