Di 25.02.

Swimmingpool am Golan, OmdU

Esther Zimmering
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Swimmingpool am Golan

D 2018, 88 min, Deutsch | tw. Englisch, Hebräisch mit deutschen UT

Regie: Esther Zimmering

Die Lebenswege der jüdisch-deutschen Familie Zimmering, deren Mitglieder an der Gründung zweier Staaten, der DDR und Israels, entscheidend mitgewirkt haben. Lizzi entkam 1939 knapp dem Holocaust. In England begegnete sie dem FDJ-Mitbegründer Josef Zimmering und heiratete ihn. 1945 kehrten sie zurück nach Ostdeutschland, in die Sowjetische Besatzungszone, und bauten dort die DDR zusammen auf. Im Gegensatz zu Lizzi gelang ihrer Cousine Lore die Flucht nach Palästina. Dort heiratete sie den Zionisten Max Zimels, der als Gesandter für die Jewish Agency in Berlin noch Tausende von Juden nach Palästina retten konnte. Sie waren Mitbegründer Israels und lebten im Kibbuz Kfar Szold, nahe dem Golan. Die Filmemacherin Esther Zimmering begibt sich in Berlin und Israel auf die Suche nach den großen Ideen, denen ihre Vorfahren gefolgt sind, und stößt auf unterschwellige Konflikte und Geheimnisse. Sowohl auf israelischer als auch auf ostdeutscher Seite tauchen merkwürdige und politisch brisante Lücken in den Legenden der Familie auf, für die sich Esther immer intensiver interessiert.

„SWIMMINGPOOL AM GOLAN ist Esther Zimmerings erster eigener Film als Autorin und Regisseurin. Ein Jahrzehnt lang hat sie daran gearbeitet, der Geschichte ihrer Familie väterlicherseits filmisch nachzugehen. Das Ergebnis ist ein gradliniges, unprätentiöses Stück Dokumentarfilmkino, das bei aller persönlichen Beteiligung der Regisseurin erfrischend unsentimental bleibt. Eine Art Schlüsselfrage entwickelt sich erst nach und nach: Wie konnte es sein, fragt die Autorin sich irgendwann, dass ihre Großmutter Lizzi, die 1939 nach England fliehen konnte, und deren Kusine Lore, die zur selben Zeit nach Palästina ging, sich so ganz und gar aus den Augen verloren? Obwohl doch beide einander zuvor so eng verbunden gewesen waren wie zwei Schwestern? Esther Zimmering vermutet ein profundes weltanschauliches Zerwürfnis zwischen den Frauen. Großmutter Lizzi hatte in England den Kommunisten Josef Zimmering kennengelernt und geheiratet. Dort, im britischen Exil, wurde nicht nur Esthers Vater geboren, sondern auch, unter Beteiligung der Zimmerings, die FDJ gegründet. Nach dem Krieg war es keine Frage für die Großeltern Zimmering, nach Deutschland zurückzukehren und dort den Sozialismus mit aufzubauen.

Kusine Lore dagegen hatte sich bereits in den dreißiger Jahren in einer zionistischen Jugendorganisation engagiert, bekam ein Visum für Palästina, zog in einen Kibbuz und heiratete einen zionistischen Funktionär. (…) Interessanterweise hat sich anscheinend in der Verwandtschaft die politische Disposition auf beiden Seiten weitervererbt. So wie sich bei den Berliner Zimmerings die sozialistisch bzw. links orientierte Haltung offenbar über mehrere Generationen erhalten hat, so sind die Nachkommen von Kusine Lore immer noch Zionisten.“ (Katharina Granzin, TAZ 22.11.19)

Swimmingpool am Golan, OmdU
Di 25.02.

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU

Corneliu Porumboiu
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La Gomera – Verpfiffen und verraten

RO/ F/ D 2019, 97 min, rumänische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Corneliu Porumboiu

Der Polizist Cristi lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.

„LA GOMERA ist ein erstaunlich leichter Film – trotz seinen wilden Zeitsprüngen und der nicht-chronologischen Erzählweise. Dank seiner zahlreichen Referenzen auf Filmhistorisches und die deutlichen Vorbilder, derer sich Porumboiu angenommen hat, macht das Werk einfach Spaß. es fordert den Zuschauer heraus, am Ball zu bleiben und all die kleinen Andeutungen und großen Verneigungen zu enträtseln. Und das Ende, bei dem ein Park in Singapur mittels Licht zum Walzertanz gebracht wird, ist eines von der Sorte ‚zu schön, um wahr zu sein‘.“ (Joachim Kurz, kino-zeit.de)

„Der Ton, den der rumänische Kino-Auteur Corneliu Porumboiu in LA GOMERA anschlägt, ist überraschend leicht. Schon zu Beginn macht er das Publikum mit einem verschwörerischen Augenzwinkern zum Komplizen. (…) Porumboiu bricht seine Erzählung immer wieder durch Rückblenden auf und wechselt zudem noch fortwährend die Perspektive. Alle zentralen Figuren bekommen ihr eigenes Kapitel, in dem Ereignisse aus ihrer Sicht erzählt werden. Die Geschichte zerfällt in eine Art Puzzle, dessen Teile sich nur lückenhaft zusammenfügen. Die Ereignisse lassen sich noch rekonstruieren, aber die Absichten der einzelnen Protagonisten bleiben oft im Dunkel.

Natürlich kann man sagen, dass alle immer nur ihre eigene Haut retten wollen und dafür zu jeder Form von Täuschung und Betrug bereit sind. Aber das greift am Ende zu kurz. Denn Porumboius kunstvoll mit Anspielungen auf die Filmgeschichte angereicherter Neo-Noir lässt bei aller ironischen Leichtigkeit auch Raum für andere Assoziationen. (…) Porumboiu dekonstruiert in LA GOMERA eben nicht nur das Genre des Film noir. Er seziert auch das komplexe und von Spannungen erfüllte Verhältnis zwischen West- und Osteuropa, das ähnlich undurchsichtig und explosiv ist wie diese Geschichte von Gier und Verrat.“ (Sascha Westphal, epd-film.de)

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU
Di 25.02.

The Royal Train (Trenul regal), OmdU

Johannes Holzhausen
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The Royal Train (Trenul regal)

AT/ RO 2019, 90 min, OmdU

Regie: Johannes Holzhausen

Sie ist die „Hüterin der Krone“ einer Monarchie, die es längst nicht mehr gibt: Margareta von Rumänien. Die Prinzessin betreibt seit einigen Jahren in der Republik Rumänien mit großem, manchmal komischem, meist bierernstem Protokoll Lobbyarbeit für eine Rückkehr ihres Hauses an die Staatsspitze. Der „Königliche Zug“ spielt dabei eine wesentliche Rolle. Johannes Holzhausens beobachtet verschmitzt die Anstrengungen, die rund um diese Reise in die Vergangenheit gemacht werden: Nach historischem Vorbild fährt Margareta mit ihrer Entourage im Salonwagen durch das Land und wird von Menschen gefeiert, für die das Königshaus ein bedeutender Identitätsfaktor ist. Auf den Routen des königlichen Zugs macht THE ROYAL TRAIN die Bruchlinien der europäischen Geschichte in der Moderne erkennbar und erzählt davon auf erhellende und unterhaltsame Weise.

„Eine Darstellung der rumänischen Gegenwart, die sich nur schwerlich von den Schatten der Vergangenheit lösen kann, ist THE ROYAL TRAIN jedoch nur unterschwellig, sozusagen auf Umwegen. Unmittelbarer Anlass für den Film war für Johannes Holzhausen die Verwandtschaft mit Prinzessin Margarete von Rumänien, einer Nichte 2. Grades seiner Mutter (…). In einer gefestigten Demokratie wie Großbritannien oder den nordischen Ländern, mag die Existenz von Königshäusern aus der Distanz wie bizarre Folklore wirken, die vor allem die Seiten der Klatschpresse füllt, in einer Demokratie, die noch jung und fragil ist wie die rumänische, sieht das ein wenig anders aus. Leicht lässt sich der Wunsch nach einem Wiederaufleben der Monarchie, nach einem starken Mann, als reaktionäre Reaktion auf die nicht erfüllten Versprechen von Freiheit und Demokratie verstehen. Nicht dass diese Tendenzen nur im ehemaligen Ostblock festzustellen wären; der Wunsch nach starken Herrschern vergiftet auch im Westen zunehmend das Klima. Ohne sie allzu direkt auf den Punkt zu bringen, umkreist Johannes Holzhausen diese Aspekte, beobachtet mit großer Zurückhaltung das Geschehen um Prinzessin Margarete und ihrem Gefolge, aber auch bei ganz normalen Rumänen, die vom plötzlichen Glanz, der da kurzfristig in ihre kleinen, abgehängten Dörfer kommt, verständlicher Weise fasziniert sind. Wohin der königliche Zug in Rumänien führt, bleibt derweil abzuwarten.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

„In einer Ortschaft im heutigen Moldawien erscheint Prinz Radu zur Einweihung einer neuen Büste des früheren rumänischen Königs Ferdinand, Margaretas Urgroßvater. (…) Prinz Radu kommt mit eiliger Blaulichteskorte, vor Ort herrscht Aufregung, weil der Priester das Wasser noch nicht geweiht hat. Als dokumentarische Balkankomödie ist das alles sehr unterhaltsam, stimmt aber zugleich nachdenklich. Man kann die Repräsentationsauftritte der Prinzessin als unbeholfen, als übertrieben auf adeligen Pomp ausgerichtet, als Experiment lesen. Sie stellen einen Brückenschlag über jahrzehntelang der Gesellschaft auferlegtes Schweigen und Vergessenmüssen der eigenen Geschichte dar. Im wohl gerade erst begonnenen öffentlichen Diskurs über die wechselhafte Historie des Landes im 20. Jahrhundert und ihre kollektive Aufarbeitung kann die Tochter des Königs als symbolische Figur vielleicht hilfreich sein. (…) Der Film wäre ein anderer geworden, hätte er Margareta, Politikern, Wissenschaftlern Fragen gestellt. So schmissig und ironisch wie er inszeniert ist, könnte er das Publikum dazu verleiten, das Geschehen nur unter dem Aspekt einer lächerlichen Sehnsucht nach dem Feudalzeitalter zu interpretieren. Das aber wäre zu einfach.“ (Bianka Piringer, kino-zeit.de)

The Royal Train (Trenul regal), OmdU
Mi 26.02.

Swimmingpool am Golan, tw. OmdU

Esther Zimmering
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Swimmingpool am Golan

D 2018, 88 min, Deutsch | tw. Englisch, Hebräisch mit deutschen UT

Regie: Esther Zimmering

Die Lebenswege der jüdisch-deutschen Familie Zimmering, deren Mitglieder an der Gründung zweier Staaten, der DDR und Israels, entscheidend mitgewirkt haben. Lizzi entkam 1939 knapp dem Holocaust. In England begegnete sie dem FDJ-Mitbegründer Josef Zimmering und heiratete ihn. 1945 kehrten sie zurück nach Ostdeutschland, in die Sowjetische Besatzungszone, und bauten dort die DDR zusammen auf. Im Gegensatz zu Lizzi gelang ihrer Cousine Lore die Flucht nach Palästina. Dort heiratete sie den Zionisten Max Zimels, der als Gesandter für die Jewish Agency in Berlin noch Tausende von Juden nach Palästina retten konnte. Sie waren Mitbegründer Israels und lebten im Kibbuz Kfar Szold, nahe dem Golan. Die Filmemacherin Esther Zimmering begibt sich in Berlin und Israel auf die Suche nach den großen Ideen, denen ihre Vorfahren gefolgt sind, und stößt auf unterschwellige Konflikte und Geheimnisse. Sowohl auf israelischer als auch auf ostdeutscher Seite tauchen merkwürdige und politisch brisante Lücken in den Legenden der Familie auf, für die sich Esther immer intensiver interessiert.

„SWIMMINGPOOL AM GOLAN ist Esther Zimmerings erster eigener Film als Autorin und Regisseurin. Ein Jahrzehnt lang hat sie daran gearbeitet, der Geschichte ihrer Familie väterlicherseits filmisch nachzugehen. Das Ergebnis ist ein gradliniges, unprätentiöses Stück Dokumentarfilmkino, das bei aller persönlichen Beteiligung der Regisseurin erfrischend unsentimental bleibt. Eine Art Schlüsselfrage entwickelt sich erst nach und nach: Wie konnte es sein, fragt die Autorin sich irgendwann, dass ihre Großmutter Lizzi, die 1939 nach England fliehen konnte, und deren Kusine Lore, die zur selben Zeit nach Palästina ging, sich so ganz und gar aus den Augen verloren? Obwohl doch beide einander zuvor so eng verbunden gewesen waren wie zwei Schwestern? Esther Zimmering vermutet ein profundes weltanschauliches Zerwürfnis zwischen den Frauen. Großmutter Lizzi hatte in England den Kommunisten Josef Zimmering kennengelernt und geheiratet. Dort, im britischen Exil, wurde nicht nur Esthers Vater geboren, sondern auch, unter Beteiligung der Zimmerings, die FDJ gegründet. Nach dem Krieg war es keine Frage für die Großeltern Zimmering, nach Deutschland zurückzukehren und dort den Sozialismus mit aufzubauen.

Kusine Lore dagegen hatte sich bereits in den dreißiger Jahren in einer zionistischen Jugendorganisation engagiert, bekam ein Visum für Palästina, zog in einen Kibbuz und heiratete einen zionistischen Funktionär. (…) Interessanterweise hat sich anscheinend in der Verwandtschaft die politische Disposition auf beiden Seiten weitervererbt. So wie sich bei den Berliner Zimmerings die sozialistisch bzw. links orientierte Haltung offenbar über mehrere Generationen erhalten hat, so sind die Nachkommen von Kusine Lore immer noch Zionisten.“ (Katharina Granzin, TAZ 22.11.19)

Swimmingpool am Golan, tw. OmdU
Mi 26.02.

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU

Corneliu Porumboiu
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La Gomera – Verpfiffen und verraten

RO/ F/ D 2019, 97 min, rumänische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Corneliu Porumboiu

Der Polizist Cristi lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.

„LA GOMERA ist ein erstaunlich leichter Film – trotz seinen wilden Zeitsprüngen und der nicht-chronologischen Erzählweise. Dank seiner zahlreichen Referenzen auf Filmhistorisches und die deutlichen Vorbilder, derer sich Porumboiu angenommen hat, macht das Werk einfach Spaß. es fordert den Zuschauer heraus, am Ball zu bleiben und all die kleinen Andeutungen und großen Verneigungen zu enträtseln. Und das Ende, bei dem ein Park in Singapur mittels Licht zum Walzertanz gebracht wird, ist eines von der Sorte ‚zu schön, um wahr zu sein‘.“ (Joachim Kurz, kino-zeit.de)

„Der Ton, den der rumänische Kino-Auteur Corneliu Porumboiu in LA GOMERA anschlägt, ist überraschend leicht. Schon zu Beginn macht er das Publikum mit einem verschwörerischen Augenzwinkern zum Komplizen. (…) Porumboiu bricht seine Erzählung immer wieder durch Rückblenden auf und wechselt zudem noch fortwährend die Perspektive. Alle zentralen Figuren bekommen ihr eigenes Kapitel, in dem Ereignisse aus ihrer Sicht erzählt werden. Die Geschichte zerfällt in eine Art Puzzle, dessen Teile sich nur lückenhaft zusammenfügen. Die Ereignisse lassen sich noch rekonstruieren, aber die Absichten der einzelnen Protagonisten bleiben oft im Dunkel.

Natürlich kann man sagen, dass alle immer nur ihre eigene Haut retten wollen und dafür zu jeder Form von Täuschung und Betrug bereit sind. Aber das greift am Ende zu kurz. Denn Porumboius kunstvoll mit Anspielungen auf die Filmgeschichte angereicherter Neo-Noir lässt bei aller ironischen Leichtigkeit auch Raum für andere Assoziationen. (…) Porumboiu dekonstruiert in LA GOMERA eben nicht nur das Genre des Film noir. Er seziert auch das komplexe und von Spannungen erfüllte Verhältnis zwischen West- und Osteuropa, das ähnlich undurchsichtig und explosiv ist wie diese Geschichte von Gier und Verrat.“ (Sascha Westphal, epd-film.de)

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU
Mi 26.02.

The Royal Train (Trenul regal), OmdU

Johannes Holzhausen
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The Royal Train (Trenul regal)

AT/ RO 2019, 90 min, OmdU

Regie: Johannes Holzhausen

Sie ist die „Hüterin der Krone“ einer Monarchie, die es längst nicht mehr gibt: Margareta von Rumänien. Die Prinzessin betreibt seit einigen Jahren in der Republik Rumänien mit großem, manchmal komischem, meist bierernstem Protokoll Lobbyarbeit für eine Rückkehr ihres Hauses an die Staatsspitze. Der „Königliche Zug“ spielt dabei eine wesentliche Rolle. Johannes Holzhausens beobachtet verschmitzt die Anstrengungen, die rund um diese Reise in die Vergangenheit gemacht werden: Nach historischem Vorbild fährt Margareta mit ihrer Entourage im Salonwagen durch das Land und wird von Menschen gefeiert, für die das Königshaus ein bedeutender Identitätsfaktor ist. Auf den Routen des königlichen Zugs macht THE ROYAL TRAIN die Bruchlinien der europäischen Geschichte in der Moderne erkennbar und erzählt davon auf erhellende und unterhaltsame Weise.

„Eine Darstellung der rumänischen Gegenwart, die sich nur schwerlich von den Schatten der Vergangenheit lösen kann, ist THE ROYAL TRAIN jedoch nur unterschwellig, sozusagen auf Umwegen. Unmittelbarer Anlass für den Film war für Johannes Holzhausen die Verwandtschaft mit Prinzessin Margarete von Rumänien, einer Nichte 2. Grades seiner Mutter (…). In einer gefestigten Demokratie wie Großbritannien oder den nordischen Ländern, mag die Existenz von Königshäusern aus der Distanz wie bizarre Folklore wirken, die vor allem die Seiten der Klatschpresse füllt, in einer Demokratie, die noch jung und fragil ist wie die rumänische, sieht das ein wenig anders aus. Leicht lässt sich der Wunsch nach einem Wiederaufleben der Monarchie, nach einem starken Mann, als reaktionäre Reaktion auf die nicht erfüllten Versprechen von Freiheit und Demokratie verstehen. Nicht dass diese Tendenzen nur im ehemaligen Ostblock festzustellen wären; der Wunsch nach starken Herrschern vergiftet auch im Westen zunehmend das Klima. Ohne sie allzu direkt auf den Punkt zu bringen, umkreist Johannes Holzhausen diese Aspekte, beobachtet mit großer Zurückhaltung das Geschehen um Prinzessin Margarete und ihrem Gefolge, aber auch bei ganz normalen Rumänen, die vom plötzlichen Glanz, der da kurzfristig in ihre kleinen, abgehängten Dörfer kommt, verständlicher Weise fasziniert sind. Wohin der königliche Zug in Rumänien führt, bleibt derweil abzuwarten.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

„In einer Ortschaft im heutigen Moldawien erscheint Prinz Radu zur Einweihung einer neuen Büste des früheren rumänischen Königs Ferdinand, Margaretas Urgroßvater. (…) Prinz Radu kommt mit eiliger Blaulichteskorte, vor Ort herrscht Aufregung, weil der Priester das Wasser noch nicht geweiht hat. Als dokumentarische Balkankomödie ist das alles sehr unterhaltsam, stimmt aber zugleich nachdenklich. Man kann die Repräsentationsauftritte der Prinzessin als unbeholfen, als übertrieben auf adeligen Pomp ausgerichtet, als Experiment lesen. Sie stellen einen Brückenschlag über jahrzehntelang der Gesellschaft auferlegtes Schweigen und Vergessenmüssen der eigenen Geschichte dar. Im wohl gerade erst begonnenen öffentlichen Diskurs über die wechselhafte Historie des Landes im 20. Jahrhundert und ihre kollektive Aufarbeitung kann die Tochter des Königs als symbolische Figur vielleicht hilfreich sein. (…) Der Film wäre ein anderer geworden, hätte er Margareta, Politikern, Wissenschaftlern Fragen gestellt. So schmissig und ironisch wie er inszeniert ist, könnte er das Publikum dazu verleiten, das Geschehen nur unter dem Aspekt einer lächerlichen Sehnsucht nach dem Feudalzeitalter zu interpretieren. Das aber wäre zu einfach.“ (Bianka Piringer, kino-zeit.de)

The Royal Train (Trenul regal), OmdU
Do 27.02.

Gundermann Revier

Grit Lemke
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Gundermann Revier

D 2019, 97 min, deutsche Originalfassung

Regie: Grit Lemke

Das Lausitzer Revier und die einstige „sozialistische Wohnstadt“ Hoyerswerda bilden den Hintergrund für die Biografie von Gerhard Gundermann, Rockpoet, Baggerfahrer und „Stimme des Ostens“. Wie in einem Brennspiegel bündeln sich in der Region und in seinem Werk globale Fragen: Heimat und Industrie, das Ende der Arbeit, Utopie und individuelle Verantwortung. Eine Lehrerin, seine ersten Wegbegleiter aus der Brigade Feuerstein, sein Tontechniker und enger Mitarbeiter kommen ebenso zu Wort wie die Silly-Musiker Uwe Hassbecker und Ritchie Barton, Andy Wieczorek von der Band „Seilschaft“ und Conny Gundermann. Der Bürgerchor Hoyerswerda singt Gundermann und führt ihn in die Gegenwart des Reviers, das sich neu erfinden muss. Poetische Reflexionen einer Ich-Erzählerin, die in Hoyerswerda mit Gundermann aufwuchs, und metaphorische Bilder einer umgebrochenen Landschaft und Stadt führen durch den Film. Sie treten in einen Dialog mit Gundermann in weitgehend unbekannten Archivaufnahmen, Texten und Musik. Ein Film über einen von denen, „die die welt nicht retten können aber möchten / mit viel zu kurzen messern in viel zu langen nächten“.

„Dramaturgisch schlüssig führt Lemke einen filmischen Dialog mit dem einstigen guten Freund und Wegbegleiter aus frühen Tagen in der DDR-Vorzeigesiedlung Hoyerswerda, genannt ‚Hoywoy‘. Im Niemandsland, am Ende der Welt, wie es Gundermann in einem Lied besang, war eine Stadt der Arbeiter und der jungen Leute entstanden. Hier lernten sich beide – der Liedermacher Gundermann und die künftige Kulturanthropologin Lemke – kennen und verstanden sich als Geschwister im Geiste; beide fanden die Idee einer künftigen Gesellschaft, die sich von überkommenen Maßstäben emanzipiert, vernünftig: ‚Sozialismus ist das Gegenteil von Egoismus‘, lautete ihre Hoffnung. Der Film, dessen poetischer Kommentartext von Lemke selbst gesprochen wird, beurteilt diese Hoffnung nicht von ihrem Ende her, geht also nicht von ihrer Pervertierung und dem Scheitern des Experiments aus, sondern weist darauf hin, dass es einst gute Gründe dafür gab, die Vision einer besseren Welt zu entwickeln und umzusetzen. Von diesem Ideal ging durchaus nicht nur für naive Geister eine gewaltige Strahlkraft aus.“ (Ralf Schenk, filmdienst.de)

„Die Fremdbestimmung des Ostens, sein Ausverkauf nach der Wende, aber auch die Euphorie des Neuanfangs gepaart mit der Leere, die die Einheit zum Teil hinterließ, sind Themen des Films. ‚Wo sollen wir hin, wo bleiben wir?‘, singt Gundermann dazu. Auch wenn ein Hauch Ostalgie über dem Film schwebt, so spiegelt Lemke mit GUNDERMANN REVIER ein Lebensgefühl, was viele Menschen auch 30 Jahre nach dem Mauerfall nachvollziehen können. Dafür zeichnet sie die Welt, die Gundermann so prägte: Hoyerswerda mit seinen Plattenbauten und die großen Baggergebiete. Die Landschaft ist karg, das Leben ist schön. Für GUNDERMANN REVIER wühlt sich die Filmemacherin durch Berge von Archivmaterial. Und es ist beeindruckend, den großen schlaksigen Mann auf dem Bagger zu sehen und im Kreise seiner Freunde und Musikerkollegen. (…) Wenn man vorne einen Baum reinsteckt und hinten eine ,Superillu’ rauskommt, dann muss man sich schon fragen, was hier nicht stimmt‘, kritisiert er die auf Profit ausgerichtete Gesellschaft in einem seiner vielen Talkshow-Auftritte, in denen er sich auch für seine Stasi-Vergangenheit rechtfertigen muss. Das ist unterhaltsam und erhellend und gibt in einer Zeit, in der die Unzufriedenheit vieler Menschen wächst, vielleicht eine Idee davon, wie der Osten tickt.” (Claudia Euen, Sächsische Zeitung 04.11.19)

Gundermann Revier
Do 27.02.

Лёд 2 (Wenn du nicht mehr bei mir bist), OmdU

Shora Kryshownikow
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Лёд 2 (Wenn du nicht mehr bei mir bist)

RUS 2020, 125 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Shora Kryshownikow

Was passiert eigentlich im Märchen, nachdem die Prinzessin ihren Prinzen geheiratet hat? Im Fall der talentierten Eiskunstläuferin Nadja und dem Eishockeyspieler Sascha folgt die Gründung einer eigenen Familie. Doch der Preis, den das junge Ehepaar für ihren Traum zahlen muss, ist unvorstellbar hoch …

Лёд 2

Россия 2020, 125 мин, на русском языке с немецкими субтитрами

Режиссер: Жора Крыжовников

Что происходит в сказках после свадьбы принца и принцессы? Фигуристка Надя и хоккеист Саша поженились и больше всего на свете мечтают о ребенке. Правда, цена, которую им придется заплатить за эту мечту, будет невообразимо высока. Кажется, что после таких потрясений рассчитывать на счастливый конец уже невозможно. Но если вы так думаете, вы ничего не знаете о настоящих сказках…

Лёд 2 (Wenn du nicht mehr bei mir bist), OmdU
Do 27.02.

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU

Corneliu Porumboiu
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La Gomera – Verpfiffen und verraten

RO/ F/ D 2019, 97 min, rumänische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Corneliu Porumboiu

Der Polizist Cristi lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.

„LA GOMERA ist ein erstaunlich leichter Film – trotz seinen wilden Zeitsprüngen und der nicht-chronologischen Erzählweise. Dank seiner zahlreichen Referenzen auf Filmhistorisches und die deutlichen Vorbilder, derer sich Porumboiu angenommen hat, macht das Werk einfach Spaß. es fordert den Zuschauer heraus, am Ball zu bleiben und all die kleinen Andeutungen und großen Verneigungen zu enträtseln. Und das Ende, bei dem ein Park in Singapur mittels Licht zum Walzertanz gebracht wird, ist eines von der Sorte ‚zu schön, um wahr zu sein‘.“ (Joachim Kurz, kino-zeit.de)

„Der Ton, den der rumänische Kino-Auteur Corneliu Porumboiu in LA GOMERA anschlägt, ist überraschend leicht. Schon zu Beginn macht er das Publikum mit einem verschwörerischen Augenzwinkern zum Komplizen. (…) Porumboiu bricht seine Erzählung immer wieder durch Rückblenden auf und wechselt zudem noch fortwährend die Perspektive. Alle zentralen Figuren bekommen ihr eigenes Kapitel, in dem Ereignisse aus ihrer Sicht erzählt werden. Die Geschichte zerfällt in eine Art Puzzle, dessen Teile sich nur lückenhaft zusammenfügen. Die Ereignisse lassen sich noch rekonstruieren, aber die Absichten der einzelnen Protagonisten bleiben oft im Dunkel.

Natürlich kann man sagen, dass alle immer nur ihre eigene Haut retten wollen und dafür zu jeder Form von Täuschung und Betrug bereit sind. Aber das greift am Ende zu kurz. Denn Porumboius kunstvoll mit Anspielungen auf die Filmgeschichte angereicherter Neo-Noir lässt bei aller ironischen Leichtigkeit auch Raum für andere Assoziationen. (…) Porumboiu dekonstruiert in LA GOMERA eben nicht nur das Genre des Film noir. Er seziert auch das komplexe und von Spannungen erfüllte Verhältnis zwischen West- und Osteuropa, das ähnlich undurchsichtig und explosiv ist wie diese Geschichte von Gier und Verrat.“ (Sascha Westphal, epd-film.de)

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU
Fr 28.02.

Gundermann Revier

Grit Lemke
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Gundermann Revier

D 2019, 97 min, deutsche Originalfassung

Regie: Grit Lemke

Das Lausitzer Revier und die einstige „sozialistische Wohnstadt“ Hoyerswerda bilden den Hintergrund für die Biografie von Gerhard Gundermann, Rockpoet, Baggerfahrer und „Stimme des Ostens“. Wie in einem Brennspiegel bündeln sich in der Region und in seinem Werk globale Fragen: Heimat und Industrie, das Ende der Arbeit, Utopie und individuelle Verantwortung. Eine Lehrerin, seine ersten Wegbegleiter aus der Brigade Feuerstein, sein Tontechniker und enger Mitarbeiter kommen ebenso zu Wort wie die Silly-Musiker Uwe Hassbecker und Ritchie Barton, Andy Wieczorek von der Band „Seilschaft“ und Conny Gundermann. Der Bürgerchor Hoyerswerda singt Gundermann und führt ihn in die Gegenwart des Reviers, das sich neu erfinden muss. Poetische Reflexionen einer Ich-Erzählerin, die in Hoyerswerda mit Gundermann aufwuchs, und metaphorische Bilder einer umgebrochenen Landschaft und Stadt führen durch den Film. Sie treten in einen Dialog mit Gundermann in weitgehend unbekannten Archivaufnahmen, Texten und Musik. Ein Film über einen von denen, „die die welt nicht retten können aber möchten / mit viel zu kurzen messern in viel zu langen nächten“.

„Dramaturgisch schlüssig führt Lemke einen filmischen Dialog mit dem einstigen guten Freund und Wegbegleiter aus frühen Tagen in der DDR-Vorzeigesiedlung Hoyerswerda, genannt ‚Hoywoy‘. Im Niemandsland, am Ende der Welt, wie es Gundermann in einem Lied besang, war eine Stadt der Arbeiter und der jungen Leute entstanden. Hier lernten sich beide – der Liedermacher Gundermann und die künftige Kulturanthropologin Lemke – kennen und verstanden sich als Geschwister im Geiste; beide fanden die Idee einer künftigen Gesellschaft, die sich von überkommenen Maßstäben emanzipiert, vernünftig: ‚Sozialismus ist das Gegenteil von Egoismus‘, lautete ihre Hoffnung. Der Film, dessen poetischer Kommentartext von Lemke selbst gesprochen wird, beurteilt diese Hoffnung nicht von ihrem Ende her, geht also nicht von ihrer Pervertierung und dem Scheitern des Experiments aus, sondern weist darauf hin, dass es einst gute Gründe dafür gab, die Vision einer besseren Welt zu entwickeln und umzusetzen. Von diesem Ideal ging durchaus nicht nur für naive Geister eine gewaltige Strahlkraft aus.“ (Ralf Schenk, filmdienst.de)

„Die Fremdbestimmung des Ostens, sein Ausverkauf nach der Wende, aber auch die Euphorie des Neuanfangs gepaart mit der Leere, die die Einheit zum Teil hinterließ, sind Themen des Films. ‚Wo sollen wir hin, wo bleiben wir?‘, singt Gundermann dazu. Auch wenn ein Hauch Ostalgie über dem Film schwebt, so spiegelt Lemke mit GUNDERMANN REVIER ein Lebensgefühl, was viele Menschen auch 30 Jahre nach dem Mauerfall nachvollziehen können. Dafür zeichnet sie die Welt, die Gundermann so prägte: Hoyerswerda mit seinen Plattenbauten und die großen Baggergebiete. Die Landschaft ist karg, das Leben ist schön. Für GUNDERMANN REVIER wühlt sich die Filmemacherin durch Berge von Archivmaterial. Und es ist beeindruckend, den großen schlaksigen Mann auf dem Bagger zu sehen und im Kreise seiner Freunde und Musikerkollegen. (…) Wenn man vorne einen Baum reinsteckt und hinten eine ,Superillu’ rauskommt, dann muss man sich schon fragen, was hier nicht stimmt‘, kritisiert er die auf Profit ausgerichtete Gesellschaft in einem seiner vielen Talkshow-Auftritte, in denen er sich auch für seine Stasi-Vergangenheit rechtfertigen muss. Das ist unterhaltsam und erhellend und gibt in einer Zeit, in der die Unzufriedenheit vieler Menschen wächst, vielleicht eine Idee davon, wie der Osten tickt.” (Claudia Euen, Sächsische Zeitung 04.11.19)

Gundermann Revier
Fr 28.02.

Лёд 2 (Wenn du nicht mehr bei mir bist), OmdU

Shora Kryshownikow
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Лёд 2 (Wenn du nicht mehr bei mir bist)

RUS 2020, 125 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Shora Kryshownikow

Was passiert eigentlich im Märchen, nachdem die Prinzessin ihren Prinzen geheiratet hat? Im Fall der talentierten Eiskunstläuferin Nadja und dem Eishockeyspieler Sascha folgt die Gründung einer eigenen Familie. Doch der Preis, den das junge Ehepaar für ihren Traum zahlen muss, ist unvorstellbar hoch …

Лёд 2

Россия 2020, 125 мин, на русском языке с немецкими субтитрами

Режиссер: Жора Крыжовников

Что происходит в сказках после свадьбы принца и принцессы? Фигуристка Надя и хоккеист Саша поженились и больше всего на свете мечтают о ребенке. Правда, цена, которую им придется заплатить за эту мечту, будет невообразимо высока. Кажется, что после таких потрясений рассчитывать на счастливый конец уже невозможно. Но если вы так думаете, вы ничего не знаете о настоящих сказках…

Лёд 2 (Wenn du nicht mehr bei mir bist), OmdU
Fr 28.02.

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU

Corneliu Porumboiu
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La Gomera – Verpfiffen und verraten

RO/ F/ D 2019, 97 min, rumänische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Corneliu Porumboiu

Der Polizist Cristi lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.

„LA GOMERA ist ein erstaunlich leichter Film – trotz seinen wilden Zeitsprüngen und der nicht-chronologischen Erzählweise. Dank seiner zahlreichen Referenzen auf Filmhistorisches und die deutlichen Vorbilder, derer sich Porumboiu angenommen hat, macht das Werk einfach Spaß. es fordert den Zuschauer heraus, am Ball zu bleiben und all die kleinen Andeutungen und großen Verneigungen zu enträtseln. Und das Ende, bei dem ein Park in Singapur mittels Licht zum Walzertanz gebracht wird, ist eines von der Sorte ‚zu schön, um wahr zu sein‘.“ (Joachim Kurz, kino-zeit.de)

„Der Ton, den der rumänische Kino-Auteur Corneliu Porumboiu in LA GOMERA anschlägt, ist überraschend leicht. Schon zu Beginn macht er das Publikum mit einem verschwörerischen Augenzwinkern zum Komplizen. (…) Porumboiu bricht seine Erzählung immer wieder durch Rückblenden auf und wechselt zudem noch fortwährend die Perspektive. Alle zentralen Figuren bekommen ihr eigenes Kapitel, in dem Ereignisse aus ihrer Sicht erzählt werden. Die Geschichte zerfällt in eine Art Puzzle, dessen Teile sich nur lückenhaft zusammenfügen. Die Ereignisse lassen sich noch rekonstruieren, aber die Absichten der einzelnen Protagonisten bleiben oft im Dunkel.

Natürlich kann man sagen, dass alle immer nur ihre eigene Haut retten wollen und dafür zu jeder Form von Täuschung und Betrug bereit sind. Aber das greift am Ende zu kurz. Denn Porumboius kunstvoll mit Anspielungen auf die Filmgeschichte angereicherter Neo-Noir lässt bei aller ironischen Leichtigkeit auch Raum für andere Assoziationen. (…) Porumboiu dekonstruiert in LA GOMERA eben nicht nur das Genre des Film noir. Er seziert auch das komplexe und von Spannungen erfüllte Verhältnis zwischen West- und Osteuropa, das ähnlich undurchsichtig und explosiv ist wie diese Geschichte von Gier und Verrat.“ (Sascha Westphal, epd-film.de)

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU
Sa 29.02.

Gundermann Revier

Grit Lemke
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Gundermann Revier

D 2019, 97 min, deutsche Originalfassung

Regie: Grit Lemke

Das Lausitzer Revier und die einstige „sozialistische Wohnstadt“ Hoyerswerda bilden den Hintergrund für die Biografie von Gerhard Gundermann, Rockpoet, Baggerfahrer und „Stimme des Ostens“. Wie in einem Brennspiegel bündeln sich in der Region und in seinem Werk globale Fragen: Heimat und Industrie, das Ende der Arbeit, Utopie und individuelle Verantwortung. Eine Lehrerin, seine ersten Wegbegleiter aus der Brigade Feuerstein, sein Tontechniker und enger Mitarbeiter kommen ebenso zu Wort wie die Silly-Musiker Uwe Hassbecker und Ritchie Barton, Andy Wieczorek von der Band „Seilschaft“ und Conny Gundermann. Der Bürgerchor Hoyerswerda singt Gundermann und führt ihn in die Gegenwart des Reviers, das sich neu erfinden muss. Poetische Reflexionen einer Ich-Erzählerin, die in Hoyerswerda mit Gundermann aufwuchs, und metaphorische Bilder einer umgebrochenen Landschaft und Stadt führen durch den Film. Sie treten in einen Dialog mit Gundermann in weitgehend unbekannten Archivaufnahmen, Texten und Musik. Ein Film über einen von denen, „die die welt nicht retten können aber möchten / mit viel zu kurzen messern in viel zu langen nächten“.

„Dramaturgisch schlüssig führt Lemke einen filmischen Dialog mit dem einstigen guten Freund und Wegbegleiter aus frühen Tagen in der DDR-Vorzeigesiedlung Hoyerswerda, genannt ‚Hoywoy‘. Im Niemandsland, am Ende der Welt, wie es Gundermann in einem Lied besang, war eine Stadt der Arbeiter und der jungen Leute entstanden. Hier lernten sich beide – der Liedermacher Gundermann und die künftige Kulturanthropologin Lemke – kennen und verstanden sich als Geschwister im Geiste; beide fanden die Idee einer künftigen Gesellschaft, die sich von überkommenen Maßstäben emanzipiert, vernünftig: ‚Sozialismus ist das Gegenteil von Egoismus‘, lautete ihre Hoffnung. Der Film, dessen poetischer Kommentartext von Lemke selbst gesprochen wird, beurteilt diese Hoffnung nicht von ihrem Ende her, geht also nicht von ihrer Pervertierung und dem Scheitern des Experiments aus, sondern weist darauf hin, dass es einst gute Gründe dafür gab, die Vision einer besseren Welt zu entwickeln und umzusetzen. Von diesem Ideal ging durchaus nicht nur für naive Geister eine gewaltige Strahlkraft aus.“ (Ralf Schenk, filmdienst.de)

„Die Fremdbestimmung des Ostens, sein Ausverkauf nach der Wende, aber auch die Euphorie des Neuanfangs gepaart mit der Leere, die die Einheit zum Teil hinterließ, sind Themen des Films. ‚Wo sollen wir hin, wo bleiben wir?‘, singt Gundermann dazu. Auch wenn ein Hauch Ostalgie über dem Film schwebt, so spiegelt Lemke mit GUNDERMANN REVIER ein Lebensgefühl, was viele Menschen auch 30 Jahre nach dem Mauerfall nachvollziehen können. Dafür zeichnet sie die Welt, die Gundermann so prägte: Hoyerswerda mit seinen Plattenbauten und die großen Baggergebiete. Die Landschaft ist karg, das Leben ist schön. Für GUNDERMANN REVIER wühlt sich die Filmemacherin durch Berge von Archivmaterial. Und es ist beeindruckend, den großen schlaksigen Mann auf dem Bagger zu sehen und im Kreise seiner Freunde und Musikerkollegen. (…) Wenn man vorne einen Baum reinsteckt und hinten eine ,Superillu’ rauskommt, dann muss man sich schon fragen, was hier nicht stimmt‘, kritisiert er die auf Profit ausgerichtete Gesellschaft in einem seiner vielen Talkshow-Auftritte, in denen er sich auch für seine Stasi-Vergangenheit rechtfertigen muss. Das ist unterhaltsam und erhellend und gibt in einer Zeit, in der die Unzufriedenheit vieler Menschen wächst, vielleicht eine Idee davon, wie der Osten tickt.” (Claudia Euen, Sächsische Zeitung 04.11.19)

Gundermann Revier
Sa 29.02.

Лёд 2 (Wenn du nicht mehr bei mir bist), OmdU

Shora Kryshownikow
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Лёд 2 (Wenn du nicht mehr bei mir bist)

RUS 2020, 125 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Shora Kryshownikow

Was passiert eigentlich im Märchen, nachdem die Prinzessin ihren Prinzen geheiratet hat? Im Fall der talentierten Eiskunstläuferin Nadja und dem Eishockeyspieler Sascha folgt die Gründung einer eigenen Familie. Doch der Preis, den das junge Ehepaar für ihren Traum zahlen muss, ist unvorstellbar hoch …

Лёд 2

Россия 2020, 125 мин, на русском языке с немецкими субтитрами

Режиссер: Жора Крыжовников

Что происходит в сказках после свадьбы принца и принцессы? Фигуристка Надя и хоккеист Саша поженились и больше всего на свете мечтают о ребенке. Правда, цена, которую им придется заплатить за эту мечту, будет невообразимо высока. Кажется, что после таких потрясений рассчитывать на счастливый конец уже невозможно. Но если вы так думаете, вы ничего не знаете о настоящих сказках…

Лёд 2 (Wenn du nicht mehr bei mir bist), OmdU
Sa 29.02.

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU

Corneliu Porumboiu
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La Gomera – Verpfiffen und verraten

RO/ F/ D 2019, 97 min, rumänische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Corneliu Porumboiu

Der Polizist Cristi lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.

„LA GOMERA ist ein erstaunlich leichter Film – trotz seinen wilden Zeitsprüngen und der nicht-chronologischen Erzählweise. Dank seiner zahlreichen Referenzen auf Filmhistorisches und die deutlichen Vorbilder, derer sich Porumboiu angenommen hat, macht das Werk einfach Spaß. es fordert den Zuschauer heraus, am Ball zu bleiben und all die kleinen Andeutungen und großen Verneigungen zu enträtseln. Und das Ende, bei dem ein Park in Singapur mittels Licht zum Walzertanz gebracht wird, ist eines von der Sorte ‚zu schön, um wahr zu sein‘.“ (Joachim Kurz, kino-zeit.de)

„Der Ton, den der rumänische Kino-Auteur Corneliu Porumboiu in LA GOMERA anschlägt, ist überraschend leicht. Schon zu Beginn macht er das Publikum mit einem verschwörerischen Augenzwinkern zum Komplizen. (…) Porumboiu bricht seine Erzählung immer wieder durch Rückblenden auf und wechselt zudem noch fortwährend die Perspektive. Alle zentralen Figuren bekommen ihr eigenes Kapitel, in dem Ereignisse aus ihrer Sicht erzählt werden. Die Geschichte zerfällt in eine Art Puzzle, dessen Teile sich nur lückenhaft zusammenfügen. Die Ereignisse lassen sich noch rekonstruieren, aber die Absichten der einzelnen Protagonisten bleiben oft im Dunkel.

Natürlich kann man sagen, dass alle immer nur ihre eigene Haut retten wollen und dafür zu jeder Form von Täuschung und Betrug bereit sind. Aber das greift am Ende zu kurz. Denn Porumboius kunstvoll mit Anspielungen auf die Filmgeschichte angereicherter Neo-Noir lässt bei aller ironischen Leichtigkeit auch Raum für andere Assoziationen. (…) Porumboiu dekonstruiert in LA GOMERA eben nicht nur das Genre des Film noir. Er seziert auch das komplexe und von Spannungen erfüllte Verhältnis zwischen West- und Osteuropa, das ähnlich undurchsichtig und explosiv ist wie diese Geschichte von Gier und Verrat.“ (Sascha Westphal, epd-film.de)

La gomera – Verpfiffen und verraten, OmdU
Do 05.03.

Thüringen, deine Sprache Berlin-Premiere in Anwesenheit des Regisseurs Gerald Backhaus

Gerald Backhaus
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Thüringen, deine Sprache

Deutschland 2019, 82 min

Regie: Gerald Backhaus

Wird in Thüringen noch Dialekt und Mundart gesprochen und wie klingt das? Das Westthüringische im Wartburgkreis, also um Eisenach und Bad Salzungen, kann ganz besonders klingen wie das Beispiel Ruhla zeigt. In der Nähe von Mühlhausen gibt es das Vogteier Platt, in der Gegend von Rudolstadt und Saalfeld geht das Ilmthüringische ins Südostthüringische über. Um Meiningen und in der Sonneberger Gegend klingt es Fränkisch. Und der Altenburger Dialekt zählt zum Ostthüringischen…

Trailer:

https://youtu.be/1Aj6Ygdq_g4

Thüringen, deine Sprache Berlin-Premiere in Anwesenheit des Regisseurs Gerald Backhaus
Mo 09.03.

Thüringen, deine Sprache

Gerald Backhaus
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Thüringen, deine Sprache

Deutschland 2019, 82 min

Regie: Gerald Backhaus

Wird in Thüringen noch Dialekt und Mundart gesprochen und wie klingt das? Das Westthüringische im Wartburgkreis, also um Eisenach und Bad Salzungen, kann ganz besonders klingen wie das Beispiel Ruhla zeigt. In der Nähe von Mühlhausen gibt es das Vogteier Platt, in der Gegend von Rudolstadt und Saalfeld geht das Ilmthüringische ins Südostthüringische über. Um Meiningen und in der Sonneberger Gegend klingt es Fränkisch. Und der Altenburger Dialekt zählt zum Ostthüringischen…

Trailer:

https://youtu.be/1Aj6Ygdq_g4

Thüringen, deine Sprache
Di 10.03.

Thüringen, deine Sprache

Gerald Backhaus
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Thüringen, deine Sprache

Deutschland 2019, 82 min

Regie: Gerald Backhaus

Wird in Thüringen noch Dialekt und Mundart gesprochen und wie klingt das? Das Westthüringische im Wartburgkreis, also um Eisenach und Bad Salzungen, kann ganz besonders klingen wie das Beispiel Ruhla zeigt. In der Nähe von Mühlhausen gibt es das Vogteier Platt, in der Gegend von Rudolstadt und Saalfeld geht das Ilmthüringische ins Südostthüringische über. Um Meiningen und in der Sonneberger Gegend klingt es Fränkisch. Und der Altenburger Dialekt zählt zum Ostthüringischen…

Trailer:

https://youtu.be/1Aj6Ygdq_g4

Thüringen, deine Sprache
Mi 11.03.

Thüringen, deine Sprache

Gerald Backhaus
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Thüringen, deine Sprache

Deutschland 2019, 82 min

Regie: Gerald Backhaus

Wird in Thüringen noch Dialekt und Mundart gesprochen und wie klingt das? Das Westthüringische im Wartburgkreis, also um Eisenach und Bad Salzungen, kann ganz besonders klingen wie das Beispiel Ruhla zeigt. In der Nähe von Mühlhausen gibt es das Vogteier Platt, in der Gegend von Rudolstadt und Saalfeld geht das Ilmthüringische ins Südostthüringische über. Um Meiningen und in der Sonneberger Gegend klingt es Fränkisch. Und der Altenburger Dialekt zählt zum Ostthüringischen…

Trailer:

https://youtu.be/1Aj6Ygdq_g4

Thüringen, deine Sprache
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