Do 01.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter
Do 01.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Fr 02.10.

Corpus Christi – Boże Ciało, OmdU

Jan Komasa
Mehr infos Schliessen

Corpus Christi (Boże Ciało)

PL/ F 2019, 116 min, polnische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Jan Komasa

Der 20-jährige Daniel sitzt wegen Mordes in einer Jugendstrafanstalt, wo er einerseits Teil von Gewaltaktionen gegen Mithäftlinge ist, andererseits aber auch im Haft-internen Gottesdiensten seinen christlichen Glauben entdeckt. Nach seiner Entlassung soll er sich im nahegelegenen Sägewerk für eine Arbeitsstelle melden. Stattdessen läuft er jedoch in das anliegende Dorf und gibt sich dort als Pfarrer aus. Er gewinnt die vorerst skeptischen und sehr konservativen Dorfbewohner für sich, bis er sich in ein im Dorf geschehenes Drama einmischt und zudem als ehemaliger Sträfling aufzufliegen droht. (cineman.ch)

„Man könnte die Geschichte als Komödie erzählen oder als Selbstfindungsgeschichte mit glücklichem Ende. Jan Komasa aber hat einen sehr ruhigen und sehr ernsten Film über den Glauben gedreht. Er handelt von der tiefen Religiosität eines Dorfes, die gewissermaßen neu beseelt werden muss. Von archaischen Mustern und kollektiver Einsamkeit. Von jugendlichen Lebensgefühlen zwischen Sex, Kiffen und auf dem Smartphone abgespieltem Techno. Kosamas Bilder sind so präzise komponiert, dass man seinen Film letztlich auch ohne Dialoge verstehen würde. Sie versinnbildlichen Orte und Räume: Die grünlich-graue Umgebung des Gefängnisses, in dem sich die Körper der jungen Männer zu blitzschnellen Akten der Gewalt formieren. Das matte Licht des alten Pfarrhauses, in dem der feine Staub der Resignation in der Luft zu hängen scheint. Die am Rande der Dorfstraße in der Nachtschwärze flackernden Kerzen, aufgestellt vor den Fotos der Unfallopfer. In vielerlei Hinsicht ist Corpus Christi ein erleuchteter und erleuchtender Film.“ (Katja Nicodemus, DIE ZEIT Nr. 36/2020)

Corpus Christi – Boże Ciało, OmdU
Fr 02.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter
Fr 02.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU
Sa 03.10.

Corpus Christi – Boże Ciało, OmdU

Jan Komasa
Mehr infos Schliessen

Corpus Christi (Boże Ciało)

PL/ F 2019, 116 min, polnische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Jan Komasa

Der 20-jährige Daniel sitzt wegen Mordes in einer Jugendstrafanstalt, wo er einerseits Teil von Gewaltaktionen gegen Mithäftlinge ist, andererseits aber auch im Haft-internen Gottesdiensten seinen christlichen Glauben entdeckt. Nach seiner Entlassung soll er sich im nahegelegenen Sägewerk für eine Arbeitsstelle melden. Stattdessen läuft er jedoch in das anliegende Dorf und gibt sich dort als Pfarrer aus. Er gewinnt die vorerst skeptischen und sehr konservativen Dorfbewohner für sich, bis er sich in ein im Dorf geschehenes Drama einmischt und zudem als ehemaliger Sträfling aufzufliegen droht. (cineman.ch)

„Man könnte die Geschichte als Komödie erzählen oder als Selbstfindungsgeschichte mit glücklichem Ende. Jan Komasa aber hat einen sehr ruhigen und sehr ernsten Film über den Glauben gedreht. Er handelt von der tiefen Religiosität eines Dorfes, die gewissermaßen neu beseelt werden muss. Von archaischen Mustern und kollektiver Einsamkeit. Von jugendlichen Lebensgefühlen zwischen Sex, Kiffen und auf dem Smartphone abgespieltem Techno. Kosamas Bilder sind so präzise komponiert, dass man seinen Film letztlich auch ohne Dialoge verstehen würde. Sie versinnbildlichen Orte und Räume: Die grünlich-graue Umgebung des Gefängnisses, in dem sich die Körper der jungen Männer zu blitzschnellen Akten der Gewalt formieren. Das matte Licht des alten Pfarrhauses, in dem der feine Staub der Resignation in der Luft zu hängen scheint. Die am Rande der Dorfstraße in der Nachtschwärze flackernden Kerzen, aufgestellt vor den Fotos der Unfallopfer. In vielerlei Hinsicht ist Corpus Christi ein erleuchteter und erleuchtender Film.“ (Katja Nicodemus, DIE ZEIT Nr. 36/2020)

Sa 03.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Sa 03.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

So 04.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU
So 04.10.

Corpus Christi – Boże Ciało, OmdU

Jan Komasa
Mehr infos Schliessen

Corpus Christi (Boże Ciało)

PL/ F 2019, 116 min, polnische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Jan Komasa

Der 20-jährige Daniel sitzt wegen Mordes in einer Jugendstrafanstalt, wo er einerseits Teil von Gewaltaktionen gegen Mithäftlinge ist, andererseits aber auch im Haft-internen Gottesdiensten seinen christlichen Glauben entdeckt. Nach seiner Entlassung soll er sich im nahegelegenen Sägewerk für eine Arbeitsstelle melden. Stattdessen läuft er jedoch in das anliegende Dorf und gibt sich dort als Pfarrer aus. Er gewinnt die vorerst skeptischen und sehr konservativen Dorfbewohner für sich, bis er sich in ein im Dorf geschehenes Drama einmischt und zudem als ehemaliger Sträfling aufzufliegen droht. (cineman.ch)

„Man könnte die Geschichte als Komödie erzählen oder als Selbstfindungsgeschichte mit glücklichem Ende. Jan Komasa aber hat einen sehr ruhigen und sehr ernsten Film über den Glauben gedreht. Er handelt von der tiefen Religiosität eines Dorfes, die gewissermaßen neu beseelt werden muss. Von archaischen Mustern und kollektiver Einsamkeit. Von jugendlichen Lebensgefühlen zwischen Sex, Kiffen und auf dem Smartphone abgespieltem Techno. Kosamas Bilder sind so präzise komponiert, dass man seinen Film letztlich auch ohne Dialoge verstehen würde. Sie versinnbildlichen Orte und Räume: Die grünlich-graue Umgebung des Gefängnisses, in dem sich die Körper der jungen Männer zu blitzschnellen Akten der Gewalt formieren. Das matte Licht des alten Pfarrhauses, in dem der feine Staub der Resignation in der Luft zu hängen scheint. Die am Rande der Dorfstraße in der Nachtschwärze flackernden Kerzen, aufgestellt vor den Fotos der Unfallopfer. In vielerlei Hinsicht ist Corpus Christi ein erleuchteter und erleuchtender Film.“ (Katja Nicodemus, DIE ZEIT Nr. 36/2020)

So 04.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Mo 05.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Mo 05.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter
Di 06.10.

Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR

Barbara Wallbraun
Mehr infos Schliessen

Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR

D 2019, 115 min, deutsche Originalfassung

Regie: Barbara Wallbraun

Lesbisch in der DDR: Sechs sehr unterschiedliche Frauen berichten über ihr Leben und Lieben im realexistierenden Sozialismus, Eine Gratwanderung zwischen kalten Wassern und rettenden Ufern. Sechs Leben, vor und nach der Wende.

„Wie sah es aus, das Leben in der DDR, in der es für die Frauen keine Möglichkeit gab, sich auszutauschen? Wie fühlt sich eine Frau, die Liebe zu Frauen empfindet, aber niemand fand, der diese Gefühle erwidern konnte? Barbara Wallbraun zeichnet in Interviews mit sechs Protagonistinnen ein vielfältiges, berührendes, oftmals erschütterndes Bild lesbischer Liebe in der DDR. Neben Pat sind da Christiane aus Berlin, Carola aus Dresden, sowie Elke und das Langzeit-Paar Sabine und Gisela aus Sachsen-Anhalt. Geschichten von einem stillen Coming-Out, einem geheimen Kennenlernen, erster Liebe und der Konfrontation mit einem Staat, der diese Liebe nicht zuließ. Die Frauen vor der Kamera sind überraschend offen und ehrlich und geben ihrer Generation ein Gesicht. Ihre Erzählungen gehen zu Herzen und bleiben lebendig.“ (Lars Tunçay, indiekino.de)

„Mit seinen mal traurigen, mal erheiternden Geschichten, ist dieser eindringliche Dokumentarfilm ein wichtiges Zeitzeugnis, das Einblick in das Alltagsleben der DDR gewährt und die Rolle von Lesben und Schwulen in der Widerstands-bewegung von 1989 zeigt.“ (Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg)

Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR
Di 06.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Di 06.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU
Mi 07.10.

Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR

Barbara Wallbraun
Mehr infos Schliessen

Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR

D 2019, 115 min, deutsche Originalfassung

Regie: Barbara Wallbraun

Lesbisch in der DDR: Sechs sehr unterschiedliche Frauen berichten über ihr Leben und Lieben im realexistierenden Sozialismus, Eine Gratwanderung zwischen kalten Wassern und rettenden Ufern. Sechs Leben, vor und nach der Wende.

„Wie sah es aus, das Leben in der DDR, in der es für die Frauen keine Möglichkeit gab, sich auszutauschen? Wie fühlt sich eine Frau, die Liebe zu Frauen empfindet, aber niemand fand, der diese Gefühle erwidern konnte? Barbara Wallbraun zeichnet in Interviews mit sechs Protagonistinnen ein vielfältiges, berührendes, oftmals erschütterndes Bild lesbischer Liebe in der DDR. Neben Pat sind da Christiane aus Berlin, Carola aus Dresden, sowie Elke und das Langzeit-Paar Sabine und Gisela aus Sachsen-Anhalt. Geschichten von einem stillen Coming-Out, einem geheimen Kennenlernen, erster Liebe und der Konfrontation mit einem Staat, der diese Liebe nicht zuließ. Die Frauen vor der Kamera sind überraschend offen und ehrlich und geben ihrer Generation ein Gesicht. Ihre Erzählungen gehen zu Herzen und bleiben lebendig.“ (Lars Tunçay, indiekino.de)

„Mit seinen mal traurigen, mal erheiternden Geschichten, ist dieser eindringliche Dokumentarfilm ein wichtiges Zeitzeugnis, das Einblick in das Alltagsleben der DDR gewährt und die Rolle von Lesben und Schwulen in der Widerstands-bewegung von 1989 zeigt.“ (Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg)

Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR
Mi 07.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter
Mi 07.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU
Do 08.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Fr 09.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU
Sa 10.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU
Sa 10.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

So 11.10.

Corpus Christi – Boże Ciało, OmdU

Jan Komasa
Mehr infos Schliessen

Corpus Christi (Boże Ciało)

PL/ F 2019, 116 min, polnische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Jan Komasa

Der 20-jährige Daniel sitzt wegen Mordes in einer Jugendstrafanstalt, wo er einerseits Teil von Gewaltaktionen gegen Mithäftlinge ist, andererseits aber auch im Haft-internen Gottesdiensten seinen christlichen Glauben entdeckt. Nach seiner Entlassung soll er sich im nahegelegenen Sägewerk für eine Arbeitsstelle melden. Stattdessen läuft er jedoch in das anliegende Dorf und gibt sich dort als Pfarrer aus. Er gewinnt die vorerst skeptischen und sehr konservativen Dorfbewohner für sich, bis er sich in ein im Dorf geschehenes Drama einmischt und zudem als ehemaliger Sträfling aufzufliegen droht. (cineman.ch)

„Man könnte die Geschichte als Komödie erzählen oder als Selbstfindungsgeschichte mit glücklichem Ende. Jan Komasa aber hat einen sehr ruhigen und sehr ernsten Film über den Glauben gedreht. Er handelt von der tiefen Religiosität eines Dorfes, die gewissermaßen neu beseelt werden muss. Von archaischen Mustern und kollektiver Einsamkeit. Von jugendlichen Lebensgefühlen zwischen Sex, Kiffen und auf dem Smartphone abgespieltem Techno. Kosamas Bilder sind so präzise komponiert, dass man seinen Film letztlich auch ohne Dialoge verstehen würde. Sie versinnbildlichen Orte und Räume: Die grünlich-graue Umgebung des Gefängnisses, in dem sich die Körper der jungen Männer zu blitzschnellen Akten der Gewalt formieren. Das matte Licht des alten Pfarrhauses, in dem der feine Staub der Resignation in der Luft zu hängen scheint. Die am Rande der Dorfstraße in der Nachtschwärze flackernden Kerzen, aufgestellt vor den Fotos der Unfallopfer. In vielerlei Hinsicht ist Corpus Christi ein erleuchteter und erleuchtender Film.“ (Katja Nicodemus, DIE ZEIT Nr. 36/2020)

So 11.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Mo 12.10.

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU

Elsa Kremser & Levin Peter
Mehr infos Schliessen

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки)

AT/ D 2019, 91 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet Space Dogs die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

„Space Dogs ist ein filmisches Wagnis, das in zwei verschiedene Richtungen verläuft. Die erste führt entlang der Ränder des heutigen Moskau. Die zweite holt jene Zeit der Sowjetunion zurück in die Gegenwart, in der die Ära des Space Race Fahrt aufzunehmen begann. Beide Stränge lehren uns, dass, bevor sich die Menschen selbst in den Weltraum wagten, das Space Race ein Wettlauf der Tierrassen war: zwischen Hunden auf sowjetischer Seite und Schimpansen auf Seiten der ‚freien Welt‘ Unzählige weitere Tierarten sollten folgen. Im Intro des Films erinnert ein auktorialer Erzähler daran, wie die legendäre Kosmonautenhündin Laika in den Straßen von Moskau gefangen und ins All geschickt wurde. Und wie die Hitze während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre ihren toten Körper verglühen und sich in Asche auflösen ließ. Einer ‚Legende‘ zufolge, hört man die Stimme sagen, kehrte Laikas Geist zurück auf die Straßen von Moskau. Von Beginn an trägt Space Dogs damit den Charakter einer mystischen Suche nach Laika und den Seelen anderer Kosmonautenhunde in sich. Doch zugleich bildet der Film ein äußerst realistisches und dokumentarisches Werk, das einem Rudel tatsächlicher Straßenhunde auf ihren tagtäglichen, meist nächtlichen Streifzügen durch die Straßen von Moskau folgt. (…)

Von den ersten Bildern in einem Moskauer Wohnviertel an scheint es keine natürlichere, zweckmäßigere Aufgabe für eine Filmkamera zu geben, als Hunden zu folgen. Doch diese Natürlichkeit ist nicht unbedingt heiter oder idyllisch. Was an einer Stelle des Films ein ruhiger Morgenspaziergang zu werden scheint, kippt plötzlich in eine brutale Jagdszene, die den Betrachter im traumatischen Zustand des Staunens zurücklässt, ähnlich einem Voyeur, der unvermutet Zeuge eines Mordes wird. Die Kamera selbst gibt eine Form ‚wilden‘ Verhaltens wieder. Diese Protagonisten fordern den Film dazu heraus, so unvorhersehbar wie ein wildes Tier zu sein und sich wie dieses auf vier Beinen weiterzubewegen, streunend zwischen Dokument und Märchen, Vergangenheit und Gegenwart.“ (Eugenio Renzi, Essay, Juli 2019)

Es kommen noch weitere Tiere im Film vor: ein Schimpanse und zwei Schildkröten. Wie kam es zu dieser Konstellation? L.P.: Diese Tiere kamen erst spät in unsere Erzählung, weil wir erst sehr spät erfahren haben, dass ein Jahr vor der Mondlandung zwei Landschildkröten um den Mond gekreist sind. In der Recherche kamen immer wieder kleine märchenhafte Geschichten auf uns eingeprasselt und wir versuchten, sie ins heutige Moskau einzubauen. E.K.: Es war spannend herauszufinden, welche anderen Tierarten ebenfalls ins All geschickt worden sind. Von Schimpansen wussten wir, es gab aber auch Ratten, Vögel, Spinnen, Salamander, Hasen, Katzen… Es sollte auch ein märchenhafter Film werden. Es hat uns eine Art Arche-Noah-Gefühl beschäftigt, das wir transportieren wollten. In unserer Recherche nach Schimpansen in Moskau kam heraus, dass Schimpansen häufig als Attraktion auf Kindergeburtstagen oder privaten Partys verwendet werden. So haben wir einen Schimpansen mit seinem Showtrainer entdeckt und festgestellt, dass auch der Schimpanse ein Stadttier geworden ist.“ (Levin Peter und Elsa Kremser im Gespräch mit Karin Schiefer, Auszug, Juli 2019)

Space Dogs (Спейс догс / Космические собаки), OmdU
Di 13.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Mi 14.10.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Katrin Gebbe
Mehr infos Schliessen

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter

Deutschland / Bulgarien 2019, 121 min, deutsche Originalfassung

Regie: Katrin Gebbe

Wiebke lebt zusammen mit ihrer Adoptivtochter Nikolina auf einem idyllischen Reiterhof. Nach vielen Jahren des Wartens, bekommt sie nun die Chance ein weiteres Mädchen, Raya, aus Bulgarien zu adoptieren. Die ersten gemeinsamen Wochen als Familie verlaufen harmonisch und die frischgebackenen Geschwister verstehen sich prächtig. Aber schon bald merkt Wiebke, dass die – anfänglich charmante Raya – etwas verbirgt. Sie wird immer aggressiver und stellt eine zunehmende Gefahr für sich und andere dar.

„PELIKANBLUT könnte fast ein Gegenstück zu Nora Fingscheidts SYSTEMSPRENGER sein. Beide handeln von Kindern, denen als Babys so schwere Misshandlungen widerfahren sind, dass sie sich der Aggressionen nur erwehren konnten, indem sie sie selbst übernommen haben und nun weitergeben, keine Bindungen aufbauen können und sich selbst und andere gefährden. Doch da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wo Fingscheidt die Grenzen und das Versagen des Systems aufzeigt, da taucht Gebbe ins Mystische ab. Ganz langsam erhöht sie den Druck auf ihre Figuren, treibt sie immer weiter in die Enge und lässt rechtzeitig eine Deutung zu, die weg vom rein Psychologischen hin zum Übernatürlichen geht, ohne dabei in plumpen „Das-Kind-ist-besessen“-Horror zu verfallen. Mit den Elementen des Horrorgenres spielt Gebbe jedoch recht deutlich. Dass ihre Idee aufgeht, liegt nicht nur an Gebbes Drehbuch und Regie. Auch die Besetzung der jungen Katerina Lipovksa, die Raya verstörend gut spielt, ist ein Glücksfall. Und Nina Hoss in der Rolle der kämpfenden Mutter sowieso.“ (Maria Wiesner, kino-zeit.de)

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter
Do 29.10.

Corpus Christi – Boże Ciało, OmdU

Jan Komasa
Mehr infos Schliessen

Corpus Christi (Boże Ciało)

PL/ F 2019, 116 min, polnische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Jan Komasa

Der 20-jährige Daniel sitzt wegen Mordes in einer Jugendstrafanstalt, wo er einerseits Teil von Gewaltaktionen gegen Mithäftlinge ist, andererseits aber auch im Haft-internen Gottesdiensten seinen christlichen Glauben entdeckt. Nach seiner Entlassung soll er sich im nahegelegenen Sägewerk für eine Arbeitsstelle melden. Stattdessen läuft er jedoch in das anliegende Dorf und gibt sich dort als Pfarrer aus. Er gewinnt die vorerst skeptischen und sehr konservativen Dorfbewohner für sich, bis er sich in ein im Dorf geschehenes Drama einmischt und zudem als ehemaliger Sträfling aufzufliegen droht. (cineman.ch)

„Man könnte die Geschichte als Komödie erzählen oder als Selbstfindungsgeschichte mit glücklichem Ende. Jan Komasa aber hat einen sehr ruhigen und sehr ernsten Film über den Glauben gedreht. Er handelt von der tiefen Religiosität eines Dorfes, die gewissermaßen neu beseelt werden muss. Von archaischen Mustern und kollektiver Einsamkeit. Von jugendlichen Lebensgefühlen zwischen Sex, Kiffen und auf dem Smartphone abgespieltem Techno. Kosamas Bilder sind so präzise komponiert, dass man seinen Film letztlich auch ohne Dialoge verstehen würde. Sie versinnbildlichen Orte und Räume: Die grünlich-graue Umgebung des Gefängnisses, in dem sich die Körper der jungen Männer zu blitzschnellen Akten der Gewalt formieren. Das matte Licht des alten Pfarrhauses, in dem der feine Staub der Resignation in der Luft zu hängen scheint. Die am Rande der Dorfstraße in der Nachtschwärze flackernden Kerzen, aufgestellt vor den Fotos der Unfallopfer. In vielerlei Hinsicht ist Corpus Christi ein erleuchteter und erleuchtender Film.“ (Katja Nicodemus, DIE ZEIT Nr. 36/2020)

Fr 30.10.

Corpus Christi – Boże Ciało, OmdU

Jan Komasa
Mehr infos Schliessen

Corpus Christi (Boże Ciało)

PL/ F 2019, 116 min, polnische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Jan Komasa

Der 20-jährige Daniel sitzt wegen Mordes in einer Jugendstrafanstalt, wo er einerseits Teil von Gewaltaktionen gegen Mithäftlinge ist, andererseits aber auch im Haft-internen Gottesdiensten seinen christlichen Glauben entdeckt. Nach seiner Entlassung soll er sich im nahegelegenen Sägewerk für eine Arbeitsstelle melden. Stattdessen läuft er jedoch in das anliegende Dorf und gibt sich dort als Pfarrer aus. Er gewinnt die vorerst skeptischen und sehr konservativen Dorfbewohner für sich, bis er sich in ein im Dorf geschehenes Drama einmischt und zudem als ehemaliger Sträfling aufzufliegen droht. (cineman.ch)

„Man könnte die Geschichte als Komödie erzählen oder als Selbstfindungsgeschichte mit glücklichem Ende. Jan Komasa aber hat einen sehr ruhigen und sehr ernsten Film über den Glauben gedreht. Er handelt von der tiefen Religiosität eines Dorfes, die gewissermaßen neu beseelt werden muss. Von archaischen Mustern und kollektiver Einsamkeit. Von jugendlichen Lebensgefühlen zwischen Sex, Kiffen und auf dem Smartphone abgespieltem Techno. Kosamas Bilder sind so präzise komponiert, dass man seinen Film letztlich auch ohne Dialoge verstehen würde. Sie versinnbildlichen Orte und Räume: Die grünlich-graue Umgebung des Gefängnisses, in dem sich die Körper der jungen Männer zu blitzschnellen Akten der Gewalt formieren. Das matte Licht des alten Pfarrhauses, in dem der feine Staub der Resignation in der Luft zu hängen scheint. Die am Rande der Dorfstraße in der Nachtschwärze flackernden Kerzen, aufgestellt vor den Fotos der Unfallopfer. In vielerlei Hinsicht ist Corpus Christi ein erleuchteter und erleuchtender Film.“ (Katja Nicodemus, DIE ZEIT Nr. 36/2020)

For a better user experience, please switch your device to portrait mode.