Sa 19.01.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU

Christian Frei & Maksim Arbugajew
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Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU
Sa 19.01.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Sa 19.01.

Hotel Auschwitz

Cornelius Schwalm
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Hotel Auschwitz

D 2018, 75 min

Regie: Cornelius Schwalm

Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert “Die Ermittlung” von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation. Hotel Auschwitz desavouiert eine Theatergruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert. Es ist eine bitterböse Komödie über Karrierestreben, Begehren, Abhängigkeit und das (Un)politische im Privaten. Schonungslos präzise erzählt der Film mit schwarzem Humor und überwältigender Nähe zu den Figuren von Machtmechanismen im Kulturbetrieb und von der Unmöglichkeit, der deutschen Vergangenheit im Holocaust angemessen zu begegnen.

Für mich ist Auschwitz das größte und grauenvollste Symbol für menschliches Versagen. Und die Gefahr, dass sich Auschwitz wiederholt, ist allgegenwärtig. In dessen Spiegel wollte ich meine Figuren zeigen. Sie sind ein Abbild von Auschwitz. Sie haben nicht wirklich was dazu gelernt. In ihrem kleinen, banalen Verhalten erkenne ich all die Strukturen, die zu Auschwitz geführt haben wie: Unterdrückung, Machtmissbrauch, Neid, Ausgrenzung, fehlende Solidarität und Obrigkeitshörigkeit. Die Figuren fühlen sich intellektuell überlegen, sind aber in ihrem eigenen Verhalten vollkommen unreflektiert.“ (Aus einem Interview mit Cornelius Schwalm)

„Auschwitz war kein Hotel. Der Name Auschwitz steht für ein Konzentrations-, für ein Vernichtungslager, den Holocaust. Mindestens 1,4 Millionen Menschen wurden vom August 1940 bis zum Januar 1945 im Lagerkomplex Auschwitz eingesperrt, gequält, versklavt, mindestens 1,2 Millionen Menschen, meist Juden, dort ermordet, die Überlebenden, viele krank, körperlich und psychisch verletzt, von Erinnerungen weiterverfolgt. Von den Opfern, ihren Familien, ihren Verlusten, ihren Erinnerungen, ihrem Leid, ihren Traumata, handelt dieser Film nicht. Er ist auch kein Film über Geschichte, sondern einer über den Umgang mit ihr, ein Film über die Gegenwart, über die deutsche Gesellschaft, über uns. Er handelt von der Erinnerung an den Holocaust, die Bestandteil unserer öffentlichen Kultur wurde, und vom Umgang mit dieser Erinnerung. Dieser Film zeigt ein Unbehagen in der Erinnerungskultur. Diese Komödie, die mit oft schmerzhaften Dialogen und Bildern die Grenzen zur Satire überschreitet, handelt nicht vom Scheitern, sondern den Schwierigkeiten der Erinnerungskultur, auf die das demokratische Deutschland mit Recht stolz ist. Die Ungeheuerlichkeit des Holocaust macht die Beschäftigung mit ihm nicht nur zur gemeinsamen, sondern auch persönlichen Herausforderung. (…) Die Protagonisten haben recht, wenn sie sich mit Auschwitz auseinandersetzen, denn es gehört auf unterschiedliche Weise zu unser aller Geschichte, und wir müssen Folgerungen daraus ziehen. Auch wenn die Figuren im Film dabei unbeholfen vorgehen, auch wenn ihr Unternehmen im Zerwürfnis endet, gehen sie den richtigen Weg. Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, lässt sich mit Kierkegaard sagen, aber nur vorwärts leben. Die Aufgabe des Verstehens kann man besser lösen als die Reisegruppe im Hotel Auschwitz. Aber sie versuchen es. Sie stellen sich dem unerbetenen Erbe. Das macht sie und den Film so sympathisch. (HOTEL AUSCHWITZ oder die Aneignung des Unerbetenen von Dr. Ralf Schäfer, Historiker)

Hotel Auschwitz
Sa 19.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Sa 19.01.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
So 20.01.

Gundermann

Andreas Dresen
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Gundermann

Deutschland 2018, 127 min

Regie: Andreas Dresen

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit. (Pandora)

Gundermann
So 20.01.

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU

Sergej Losniza
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Donbass (Донбас / Донбасc)

D/ F/ UA/ RO/ NL 2018, 121 min, russ. | ukr. mit dt. UT

Regie: Sergej Losniza             Kamera: Oleg Mutu

Der Donbass. Ostukraine. Ein Land zerfällt. Eine Welt kollabiert. Weltbilder zerbrechen. Aus der Vogelperspektive der Geschichte sehen wir den namenlosen Kampf der Global Player. Aber wie sieht es da unten aus, am Boden, bei den Menschen, die jeden Tag in diesem Inferno überstehen müssen? Wie überleben die Menschen? Wie überlebt die Menschlichkeit?

„Gleich die erste Szene zeigt eine Maskenbildnerin, die eine Laiendarstellerin für eine Filmszene schminkt, in der ein Angriff auf einen Bus nachgestellt wird. Immer wieder wird Loznitsa im Folgenden mit kleinen, selbstreflexiven Momenten den Filmapparat andeuten, lässt mal einen Kameramann im Bild erscheinen, mal Figuren sich selbst mit Handys filmen. Sehen wir einen Krieg? Oder einen Film? Einen Film über Krieg? Oder einen Krieg nach Drehbuch? Scheint Loznitsa zu fragen und damit anzudeuten, dass dieser meist so verwirrend und undurchschaubar wirkende Konflikt vielleicht gar nicht so konfus abläuft, dass vielleicht vielmehr nach einem zumindest losen Drehbuch geplant wird, Unruhe und Chaos in der Region zu stiften. Welche Ziele damit verbunden sein mögen, lässt Loznitsa offen, er beschreibt in DONBASS eine Welt des Chaos, die durch den Krieg in Korruption und Anarchie abzudriften droht.“ (Micheal Meyns, programmkino.de)

„Propaganda ist, wenn man etwas erfindet. Ich habe aber in meinem Film nichts erfunden. Es gibt echte Amateuraufnahmen von den Szenen im Film. Er zeigt also die Wahrheit. Außerdem ist es mir wichtig, dass ich keinen Film aus Sichtweise der ukrainischen oder der russischen Regierung gemacht habe. Ich präsentiere lediglich meine Sichtweise auf diesen Krieg. (…) Dieser Film ist ungemütlich und unakzeptabel für beide Seiten dieses Kriegs. Schon komisch, wenn ich dafür als Propagandist bezeichnet werde. Denn wenn mein Film Propaganda ist, dann ist die Realität Propaganda.“ (Sergej Losniza im Interview mit Steffen Dobbert, zeit.de)

„(…) Auch in DONBASS wirkt die Kamera scheinbar unbeteiligt, aber eigentlich ist die strenge Formsprache, die IM NEBEL (2012) noch so offensichtlich prägte, hier nur subtiler ausgeformt. Sergei Loznitsa hat sie transformiert in virtuose Plansequenzen ohne Schnitt, die ein hohes Maß an gestalterischer Disziplin verlangen. Trotz der chaotischen Verhältnisse, die DONBASS zeigt, strahlt der Film dadurch eine eiskalte Energie aus, die das Geschehen wegen der scheinbaren Ungerührtheit des Beobachtenden zeitweise noch schwerer erträglich machen. In Wahrheit aber schaut Sergei Loznitsa wieder nur ganz genau hin, ohne sentimentale dramaturgische Elemente, die seinen Film leichter verdaulich machen würden. Der Krieg ist in DONBASS kaum direkt zu sehen, und doch starrt man ihm hier laufend unmittelbar in die hässliche Fratze. Das ist anstrengend. Und absolut brillant.“ (Oliver Kaever, zeit.de)

Donbass (Донбас / Донбасc), OmdU
So 20.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
So 20.01.

Es esmu šeit – Mellow Mud, OmdU

Renārs Vimba
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Es esmu šeit (Mellow Mud / Sanfter Schlamm)

Lettland 2016, 111 min, lettisch mit deutschen Untertiteln

Regie: Renārs Vimba

Niemand darf vom Tod ihrer Großmutter erfahren. Um der staatlichen Fürsorge zu entgehen, vergraben die 17-jährige Raya und ihr kleiner Bruder die Frau, bei der sie aufgewachsen sind, im Garten der heimischen Apfelplantage. Raya organisiert alleine das tägliche Überleben für sich und ihren Bruder und setzt alle Hoffnung in die nach England ausgewanderte Mutter.

Regisseur Renārs Vimbas starker Debütfilm Mellow Mud ist ein ruhiges und trotzdem aufwühlendes Coming-of-Age-Drama über zwei Geschwister, die alles in ihrer Macht stehende tun, um das letzte bisschen Heimat und Familie, das ihnen noch geblieben ist, bewahren zu können. Trotz der erdrückenden Verantwortung verliert die entschlossene Protagonistin des mit dem Gläsernen Bären der Berlinale ausgezeichneten Films dabei nie ihre Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft.

„MELLOW MUD erzählt die Geschichte des Jahres, in dem Raya volljährig wird, ihren Schulabschluss macht und sich verliebt. Die Jahreszeiten durchziehen die Bilder, in denen sich Rayas Blick auf ihre Apfelbäume spiegelt. Ihr Blick ist weniger ein Ausdruck der Naturverbundenheit als eines Gefühls der Verpflichtung. Hier wird nichts am lettischen Landleben sentimentalisiert, wer kann, geht weg, aber Raya kann nicht weg. Renārs Vimba bleibt vollständig auf Rayas Seite, es gelingt ihm aber, selbst wenn die nicht geernteten Äpfel an den Ästen erfrieren, die Möglichkeit eines Aufbruchs offen zu halten. Erwachsenwerden heißt hier vor allem, das eigene Scheitern auszuhalten, und aufzugeben, was nicht zu schaffen ist.“ (Hannes Stein, Indiekino 01 / 2019)

Es esmu šeit – Mellow Mud, OmdU
So 20.01.

Hotel Auschwitz

Cornelius Schwalm
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Hotel Auschwitz

D 2018, 75 min

Regie: Cornelius Schwalm

Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert “Die Ermittlung” von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation. Hotel Auschwitz desavouiert eine Theatergruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert. Es ist eine bitterböse Komödie über Karrierestreben, Begehren, Abhängigkeit und das (Un)politische im Privaten. Schonungslos präzise erzählt der Film mit schwarzem Humor und überwältigender Nähe zu den Figuren von Machtmechanismen im Kulturbetrieb und von der Unmöglichkeit, der deutschen Vergangenheit im Holocaust angemessen zu begegnen.

Für mich ist Auschwitz das größte und grauenvollste Symbol für menschliches Versagen. Und die Gefahr, dass sich Auschwitz wiederholt, ist allgegenwärtig. In dessen Spiegel wollte ich meine Figuren zeigen. Sie sind ein Abbild von Auschwitz. Sie haben nicht wirklich was dazu gelernt. In ihrem kleinen, banalen Verhalten erkenne ich all die Strukturen, die zu Auschwitz geführt haben wie: Unterdrückung, Machtmissbrauch, Neid, Ausgrenzung, fehlende Solidarität und Obrigkeitshörigkeit. Die Figuren fühlen sich intellektuell überlegen, sind aber in ihrem eigenen Verhalten vollkommen unreflektiert.“ (Aus einem Interview mit Cornelius Schwalm)

„Auschwitz war kein Hotel. Der Name Auschwitz steht für ein Konzentrations-, für ein Vernichtungslager, den Holocaust. Mindestens 1,4 Millionen Menschen wurden vom August 1940 bis zum Januar 1945 im Lagerkomplex Auschwitz eingesperrt, gequält, versklavt, mindestens 1,2 Millionen Menschen, meist Juden, dort ermordet, die Überlebenden, viele krank, körperlich und psychisch verletzt, von Erinnerungen weiterverfolgt. Von den Opfern, ihren Familien, ihren Verlusten, ihren Erinnerungen, ihrem Leid, ihren Traumata, handelt dieser Film nicht. Er ist auch kein Film über Geschichte, sondern einer über den Umgang mit ihr, ein Film über die Gegenwart, über die deutsche Gesellschaft, über uns. Er handelt von der Erinnerung an den Holocaust, die Bestandteil unserer öffentlichen Kultur wurde, und vom Umgang mit dieser Erinnerung. Dieser Film zeigt ein Unbehagen in der Erinnerungskultur. Diese Komödie, die mit oft schmerzhaften Dialogen und Bildern die Grenzen zur Satire überschreitet, handelt nicht vom Scheitern, sondern den Schwierigkeiten der Erinnerungskultur, auf die das demokratische Deutschland mit Recht stolz ist. Die Ungeheuerlichkeit des Holocaust macht die Beschäftigung mit ihm nicht nur zur gemeinsamen, sondern auch persönlichen Herausforderung. (…) Die Protagonisten haben recht, wenn sie sich mit Auschwitz auseinandersetzen, denn es gehört auf unterschiedliche Weise zu unser aller Geschichte, und wir müssen Folgerungen daraus ziehen. Auch wenn die Figuren im Film dabei unbeholfen vorgehen, auch wenn ihr Unternehmen im Zerwürfnis endet, gehen sie den richtigen Weg. Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, lässt sich mit Kierkegaard sagen, aber nur vorwärts leben. Die Aufgabe des Verstehens kann man besser lösen als die Reisegruppe im Hotel Auschwitz. Aber sie versuchen es. Sie stellen sich dem unerbetenen Erbe. Das macht sie und den Film so sympathisch. (HOTEL AUSCHWITZ oder die Aneignung des Unerbetenen von Dr. Ralf Schäfer, Historiker)

Hotel Auschwitz
Mo 21.01.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU

Christian Frei & Maksim Arbugajew
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Genesis 2.0

Schweiz 2018, 114 min, OmdU

Regie: Christian Frei und Maksim Arbugajew

Der Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern
auf einer extrem abgelegenen Inselgruppe im hohen Norden Sibiriens. Die archaische
Landschaft, in der diese Menschen nach Stoßzähnen längst ausgestorbener Mammuts
suchen, erinnert an die Urzeit der Erde. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung, denn die
Preise für das weiße Gold sind so hoch wie noch nie. Doch der auftauende Permafrost gibt
nicht nur wertvolles Elfenbein frei. Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe. Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf den Plan auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA. Ihre Mission könnte Teil eines Science-Fiction Plots sein. Sie wollen das ausgestorbene Wollhaarmammut nach Jurassic-Park-Manier wieder zum Leben erwecken und auferstehen lassen. Und das ist nur der Anfang. Weltweit sind Biologen daran, das Leben neu zu erfinden. Sie wollen die Sprache der Natur lernen und Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip. Das Ziel der synthetischen Biologie ist es, komplette künstliche biologische Systeme zu erzeugen. Der Mensch wird zum Schöpfer.

Die Auferstehung des Mammuts ist eine erste Manifestation dieser nächsten großen
technologischen Revolution. Eine Übung. Ein millionenschweres Spiel. Die neue Technologie
könnte die Welt, wie wir sie kennen, komplett auf den Kopf stellen… und all dies nimmt
seinen Anfang im unaufhaltsam auftauenden Permafrost am äußersten Rand von Sibirien.
Genesis Zwei Punkt Null.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU
Mo 21.01.

Hotel Auschwitz

Cornelius Schwalm
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Hotel Auschwitz

D 2018, 75 min

Regie: Cornelius Schwalm

Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert “Die Ermittlung” von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation. Hotel Auschwitz desavouiert eine Theatergruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert. Es ist eine bitterböse Komödie über Karrierestreben, Begehren, Abhängigkeit und das (Un)politische im Privaten. Schonungslos präzise erzählt der Film mit schwarzem Humor und überwältigender Nähe zu den Figuren von Machtmechanismen im Kulturbetrieb und von der Unmöglichkeit, der deutschen Vergangenheit im Holocaust angemessen zu begegnen.

Für mich ist Auschwitz das größte und grauenvollste Symbol für menschliches Versagen. Und die Gefahr, dass sich Auschwitz wiederholt, ist allgegenwärtig. In dessen Spiegel wollte ich meine Figuren zeigen. Sie sind ein Abbild von Auschwitz. Sie haben nicht wirklich was dazu gelernt. In ihrem kleinen, banalen Verhalten erkenne ich all die Strukturen, die zu Auschwitz geführt haben wie: Unterdrückung, Machtmissbrauch, Neid, Ausgrenzung, fehlende Solidarität und Obrigkeitshörigkeit. Die Figuren fühlen sich intellektuell überlegen, sind aber in ihrem eigenen Verhalten vollkommen unreflektiert.“ (Aus einem Interview mit Cornelius Schwalm)

„Auschwitz war kein Hotel. Der Name Auschwitz steht für ein Konzentrations-, für ein Vernichtungslager, den Holocaust. Mindestens 1,4 Millionen Menschen wurden vom August 1940 bis zum Januar 1945 im Lagerkomplex Auschwitz eingesperrt, gequält, versklavt, mindestens 1,2 Millionen Menschen, meist Juden, dort ermordet, die Überlebenden, viele krank, körperlich und psychisch verletzt, von Erinnerungen weiterverfolgt. Von den Opfern, ihren Familien, ihren Verlusten, ihren Erinnerungen, ihrem Leid, ihren Traumata, handelt dieser Film nicht. Er ist auch kein Film über Geschichte, sondern einer über den Umgang mit ihr, ein Film über die Gegenwart, über die deutsche Gesellschaft, über uns. Er handelt von der Erinnerung an den Holocaust, die Bestandteil unserer öffentlichen Kultur wurde, und vom Umgang mit dieser Erinnerung. Dieser Film zeigt ein Unbehagen in der Erinnerungskultur. Diese Komödie, die mit oft schmerzhaften Dialogen und Bildern die Grenzen zur Satire überschreitet, handelt nicht vom Scheitern, sondern den Schwierigkeiten der Erinnerungskultur, auf die das demokratische Deutschland mit Recht stolz ist. Die Ungeheuerlichkeit des Holocaust macht die Beschäftigung mit ihm nicht nur zur gemeinsamen, sondern auch persönlichen Herausforderung. (…) Die Protagonisten haben recht, wenn sie sich mit Auschwitz auseinandersetzen, denn es gehört auf unterschiedliche Weise zu unser aller Geschichte, und wir müssen Folgerungen daraus ziehen. Auch wenn die Figuren im Film dabei unbeholfen vorgehen, auch wenn ihr Unternehmen im Zerwürfnis endet, gehen sie den richtigen Weg. Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, lässt sich mit Kierkegaard sagen, aber nur vorwärts leben. Die Aufgabe des Verstehens kann man besser lösen als die Reisegruppe im Hotel Auschwitz. Aber sie versuchen es. Sie stellen sich dem unerbetenen Erbe. Das macht sie und den Film so sympathisch. (HOTEL AUSCHWITZ oder die Aneignung des Unerbetenen von Dr. Ralf Schäfer, Historiker)

Hotel Auschwitz
Mo 21.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Di 22.01.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU

Christian Frei & Maksim Arbugajew
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Genesis 2.0

Schweiz 2018, 114 min, OmdU

Regie: Christian Frei und Maksim Arbugajew

Der Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern
auf einer extrem abgelegenen Inselgruppe im hohen Norden Sibiriens. Die archaische
Landschaft, in der diese Menschen nach Stoßzähnen längst ausgestorbener Mammuts
suchen, erinnert an die Urzeit der Erde. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung, denn die
Preise für das weiße Gold sind so hoch wie noch nie. Doch der auftauende Permafrost gibt
nicht nur wertvolles Elfenbein frei. Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe. Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf den Plan auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA. Ihre Mission könnte Teil eines Science-Fiction Plots sein. Sie wollen das ausgestorbene Wollhaarmammut nach Jurassic-Park-Manier wieder zum Leben erwecken und auferstehen lassen. Und das ist nur der Anfang. Weltweit sind Biologen daran, das Leben neu zu erfinden. Sie wollen die Sprache der Natur lernen und Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip. Das Ziel der synthetischen Biologie ist es, komplette künstliche biologische Systeme zu erzeugen. Der Mensch wird zum Schöpfer.

Die Auferstehung des Mammuts ist eine erste Manifestation dieser nächsten großen
technologischen Revolution. Eine Übung. Ein millionenschweres Spiel. Die neue Technologie
könnte die Welt, wie wir sie kennen, komplett auf den Kopf stellen… und all dies nimmt
seinen Anfang im unaufhaltsam auftauenden Permafrost am äußersten Rand von Sibirien.
Genesis Zwei Punkt Null.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU
Di 22.01.

Hotel Auschwitz

Cornelius Schwalm
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Hotel Auschwitz

D 2018, 75 min

Regie: Cornelius Schwalm

Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert “Die Ermittlung” von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation. Hotel Auschwitz desavouiert eine Theatergruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert. Es ist eine bitterböse Komödie über Karrierestreben, Begehren, Abhängigkeit und das (Un)politische im Privaten. Schonungslos präzise erzählt der Film mit schwarzem Humor und überwältigender Nähe zu den Figuren von Machtmechanismen im Kulturbetrieb und von der Unmöglichkeit, der deutschen Vergangenheit im Holocaust angemessen zu begegnen.

Für mich ist Auschwitz das größte und grauenvollste Symbol für menschliches Versagen. Und die Gefahr, dass sich Auschwitz wiederholt, ist allgegenwärtig. In dessen Spiegel wollte ich meine Figuren zeigen. Sie sind ein Abbild von Auschwitz. Sie haben nicht wirklich was dazu gelernt. In ihrem kleinen, banalen Verhalten erkenne ich all die Strukturen, die zu Auschwitz geführt haben wie: Unterdrückung, Machtmissbrauch, Neid, Ausgrenzung, fehlende Solidarität und Obrigkeitshörigkeit. Die Figuren fühlen sich intellektuell überlegen, sind aber in ihrem eigenen Verhalten vollkommen unreflektiert.“ (Aus einem Interview mit Cornelius Schwalm)

„Auschwitz war kein Hotel. Der Name Auschwitz steht für ein Konzentrations-, für ein Vernichtungslager, den Holocaust. Mindestens 1,4 Millionen Menschen wurden vom August 1940 bis zum Januar 1945 im Lagerkomplex Auschwitz eingesperrt, gequält, versklavt, mindestens 1,2 Millionen Menschen, meist Juden, dort ermordet, die Überlebenden, viele krank, körperlich und psychisch verletzt, von Erinnerungen weiterverfolgt. Von den Opfern, ihren Familien, ihren Verlusten, ihren Erinnerungen, ihrem Leid, ihren Traumata, handelt dieser Film nicht. Er ist auch kein Film über Geschichte, sondern einer über den Umgang mit ihr, ein Film über die Gegenwart, über die deutsche Gesellschaft, über uns. Er handelt von der Erinnerung an den Holocaust, die Bestandteil unserer öffentlichen Kultur wurde, und vom Umgang mit dieser Erinnerung. Dieser Film zeigt ein Unbehagen in der Erinnerungskultur. Diese Komödie, die mit oft schmerzhaften Dialogen und Bildern die Grenzen zur Satire überschreitet, handelt nicht vom Scheitern, sondern den Schwierigkeiten der Erinnerungskultur, auf die das demokratische Deutschland mit Recht stolz ist. Die Ungeheuerlichkeit des Holocaust macht die Beschäftigung mit ihm nicht nur zur gemeinsamen, sondern auch persönlichen Herausforderung. (…) Die Protagonisten haben recht, wenn sie sich mit Auschwitz auseinandersetzen, denn es gehört auf unterschiedliche Weise zu unser aller Geschichte, und wir müssen Folgerungen daraus ziehen. Auch wenn die Figuren im Film dabei unbeholfen vorgehen, auch wenn ihr Unternehmen im Zerwürfnis endet, gehen sie den richtigen Weg. Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, lässt sich mit Kierkegaard sagen, aber nur vorwärts leben. Die Aufgabe des Verstehens kann man besser lösen als die Reisegruppe im Hotel Auschwitz. Aber sie versuchen es. Sie stellen sich dem unerbetenen Erbe. Das macht sie und den Film so sympathisch. (HOTEL AUSCHWITZ oder die Aneignung des Unerbetenen von Dr. Ralf Schäfer, Historiker)

Hotel Auschwitz
Di 22.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Mi 23.01.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU

Christian Frei & Maksim Arbugajew
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Genesis 2.0

Schweiz 2018, 114 min, OmdU

Regie: Christian Frei und Maksim Arbugajew

Der Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern
auf einer extrem abgelegenen Inselgruppe im hohen Norden Sibiriens. Die archaische
Landschaft, in der diese Menschen nach Stoßzähnen längst ausgestorbener Mammuts
suchen, erinnert an die Urzeit der Erde. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung, denn die
Preise für das weiße Gold sind so hoch wie noch nie. Doch der auftauende Permafrost gibt
nicht nur wertvolles Elfenbein frei. Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe. Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf den Plan auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA. Ihre Mission könnte Teil eines Science-Fiction Plots sein. Sie wollen das ausgestorbene Wollhaarmammut nach Jurassic-Park-Manier wieder zum Leben erwecken und auferstehen lassen. Und das ist nur der Anfang. Weltweit sind Biologen daran, das Leben neu zu erfinden. Sie wollen die Sprache der Natur lernen und Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip. Das Ziel der synthetischen Biologie ist es, komplette künstliche biologische Systeme zu erzeugen. Der Mensch wird zum Schöpfer.

Die Auferstehung des Mammuts ist eine erste Manifestation dieser nächsten großen
technologischen Revolution. Eine Übung. Ein millionenschweres Spiel. Die neue Technologie
könnte die Welt, wie wir sie kennen, komplett auf den Kopf stellen… und all dies nimmt
seinen Anfang im unaufhaltsam auftauenden Permafrost am äußersten Rand von Sibirien.
Genesis Zwei Punkt Null.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU
Mi 23.01.

Hotel Auschwitz

Cornelius Schwalm
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Hotel Auschwitz

D 2018, 75 min

Regie: Cornelius Schwalm

Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert “Die Ermittlung” von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation. Hotel Auschwitz desavouiert eine Theatergruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert. Es ist eine bitterböse Komödie über Karrierestreben, Begehren, Abhängigkeit und das (Un)politische im Privaten. Schonungslos präzise erzählt der Film mit schwarzem Humor und überwältigender Nähe zu den Figuren von Machtmechanismen im Kulturbetrieb und von der Unmöglichkeit, der deutschen Vergangenheit im Holocaust angemessen zu begegnen.

Für mich ist Auschwitz das größte und grauenvollste Symbol für menschliches Versagen. Und die Gefahr, dass sich Auschwitz wiederholt, ist allgegenwärtig. In dessen Spiegel wollte ich meine Figuren zeigen. Sie sind ein Abbild von Auschwitz. Sie haben nicht wirklich was dazu gelernt. In ihrem kleinen, banalen Verhalten erkenne ich all die Strukturen, die zu Auschwitz geführt haben wie: Unterdrückung, Machtmissbrauch, Neid, Ausgrenzung, fehlende Solidarität und Obrigkeitshörigkeit. Die Figuren fühlen sich intellektuell überlegen, sind aber in ihrem eigenen Verhalten vollkommen unreflektiert.“ (Aus einem Interview mit Cornelius Schwalm)

„Auschwitz war kein Hotel. Der Name Auschwitz steht für ein Konzentrations-, für ein Vernichtungslager, den Holocaust. Mindestens 1,4 Millionen Menschen wurden vom August 1940 bis zum Januar 1945 im Lagerkomplex Auschwitz eingesperrt, gequält, versklavt, mindestens 1,2 Millionen Menschen, meist Juden, dort ermordet, die Überlebenden, viele krank, körperlich und psychisch verletzt, von Erinnerungen weiterverfolgt. Von den Opfern, ihren Familien, ihren Verlusten, ihren Erinnerungen, ihrem Leid, ihren Traumata, handelt dieser Film nicht. Er ist auch kein Film über Geschichte, sondern einer über den Umgang mit ihr, ein Film über die Gegenwart, über die deutsche Gesellschaft, über uns. Er handelt von der Erinnerung an den Holocaust, die Bestandteil unserer öffentlichen Kultur wurde, und vom Umgang mit dieser Erinnerung. Dieser Film zeigt ein Unbehagen in der Erinnerungskultur. Diese Komödie, die mit oft schmerzhaften Dialogen und Bildern die Grenzen zur Satire überschreitet, handelt nicht vom Scheitern, sondern den Schwierigkeiten der Erinnerungskultur, auf die das demokratische Deutschland mit Recht stolz ist. Die Ungeheuerlichkeit des Holocaust macht die Beschäftigung mit ihm nicht nur zur gemeinsamen, sondern auch persönlichen Herausforderung. (…) Die Protagonisten haben recht, wenn sie sich mit Auschwitz auseinandersetzen, denn es gehört auf unterschiedliche Weise zu unser aller Geschichte, und wir müssen Folgerungen daraus ziehen. Auch wenn die Figuren im Film dabei unbeholfen vorgehen, auch wenn ihr Unternehmen im Zerwürfnis endet, gehen sie den richtigen Weg. Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, lässt sich mit Kierkegaard sagen, aber nur vorwärts leben. Die Aufgabe des Verstehens kann man besser lösen als die Reisegruppe im Hotel Auschwitz. Aber sie versuchen es. Sie stellen sich dem unerbetenen Erbe. Das macht sie und den Film so sympathisch. (HOTEL AUSCHWITZ oder die Aneignung des Unerbetenen von Dr. Ralf Schäfer, Historiker)

Hotel Auschwitz
Mi 23.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Do 24.01.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU

Christian Frei & Maksim Arbugajew
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Genesis 2.0

Schweiz 2018, 114 min, OmdU

Regie: Christian Frei und Maksim Arbugajew

Der Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern
auf einer extrem abgelegenen Inselgruppe im hohen Norden Sibiriens. Die archaische
Landschaft, in der diese Menschen nach Stoßzähnen längst ausgestorbener Mammuts
suchen, erinnert an die Urzeit der Erde. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung, denn die
Preise für das weiße Gold sind so hoch wie noch nie. Doch der auftauende Permafrost gibt
nicht nur wertvolles Elfenbein frei. Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe. Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf den Plan auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA. Ihre Mission könnte Teil eines Science-Fiction Plots sein. Sie wollen das ausgestorbene Wollhaarmammut nach Jurassic-Park-Manier wieder zum Leben erwecken und auferstehen lassen. Und das ist nur der Anfang. Weltweit sind Biologen daran, das Leben neu zu erfinden. Sie wollen die Sprache der Natur lernen und Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip. Das Ziel der synthetischen Biologie ist es, komplette künstliche biologische Systeme zu erzeugen. Der Mensch wird zum Schöpfer.

Die Auferstehung des Mammuts ist eine erste Manifestation dieser nächsten großen
technologischen Revolution. Eine Übung. Ein millionenschweres Spiel. Die neue Technologie
könnte die Welt, wie wir sie kennen, komplett auf den Kopf stellen… und all dies nimmt
seinen Anfang im unaufhaltsam auftauenden Permafrost am äußersten Rand von Sibirien.
Genesis Zwei Punkt Null.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU
Do 24.01.

Kein Abschied – nur fort

Lew Hohmann & Joachim Tschirner
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Kein Abschied – nur fort

D 1991, 105 min

Regie: Lew Hohmann, Joachim Tschirner

Die im Sommer 1989 die DDR zu Tausenden verlassen haben, gingen ohne Bedauern, ohne Abschied. Doch nur zwei Familien und ein allein reisender Mann sind bereit, vor der Kamera über ihre Gründe, ihre Befindlichkeiten und über ihre Erfahrungen in der noch fremden Heimat zu sprechen. (DEFA Spektrum)

„Die gegangen sind, glaubten, den großen Abschied leicht vollziehen zu können, KEIN ABSCHIED – NUR FORT (1991) der Titel von Lew Hohmanns und Joachim Tschirners Film über zwei Familien und einen alleinreisenden Mann, die im August ´89 die DDR verlassen und nun in der neuen Heimat erwartungsvoll einen neuen Anfang suchten. Und doch tragen sie das Land mit sich hinaus, der Arbeiter aus der Lausitz, die künftigen Unternehmer aus der Nähe von Magdeburg, die kinderreiche Familie aus Marzahn; sie kehren zurück, in der Niederlage oder um nun zu den Siegern zu gehören, oder sie messen sich am alten Land, wenn sie, wie die Kinderreichen, die ewigen Verlierer, in der neuen Heimat BRD bleiben, die so überraschend nun zur gemeinsamen Heimat geworden ist. Die Wende als materielles Ereignis, und als eine nicht genutzte Chance – hier in diesem Film, der von denen handelt, die gegangen sind, wird es überraschend deutlich.“ (Heidemarie Hecht, Schwarzweiß und Farbe, DEFA-Dokrfilme 1946-1992)

„Péter Bacsó verdanke ich die Idee, einen Schneider und seine Frau aus der ostdeutschen Provinz im August 1989 an den Balaton zu schicken. Anregungen erhielt ich unter anderem durch folgende Filme und Bücher: KEIN ABSCHIED – NUR FORT, ein Film von Joachim Tschirner und Lew Hohmann, 1991; UND NÄCHSTES JAHR AM BALATON, Regie Herrmann Zschoche, 1979/1980; (…).“ (Ingo Schulze, Danksagung in „Adam und Evelyn“, Berlin Verlag 2008)

Kein Abschied – nur fort
Do 24.01.

Und nächstes Jahr am Balaton

Herrmann Zschoche
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Und nächstes Jahr am Balaton

DDR 1980, 35mm, 89 min

Regie: Hermann Zschoche

Jonas und Ines, er Arbeiter, sie Studentin, wollen zu zweit in Urlaub fahren, doch die Eltern drängen den beiden einen Familienurlaub mit ihnen in Nessebar auf. Bereits im Zug scheitert das Unternehmen, weil Jonas und Ines Verlobungsringe tragen sollen – der Leute wegen. Jonas steigt aus, Ines bleibt. So trampt der Junge nach Süden, trifft unterwegs seine Kollegen aus seiner Werkstatt und nette Mädchen, trennt sich wieder von ihnen. Mit der Holländerin Shireen reist er dann eine Strecke gemeinsam – bis zur türkischen Grenze. Sie will nach Indien zur Sekte Tantra, er trampt zurück nach Nessebar. Hier trifft er Ines wieder, allein. Deren Eltern kommen jedoch auch noch an. Den Vater hielt ein unterwegs geklauter Koffer auf, die Mutter hat beim Zeitungskauf den Zug verpasst und ist ebenfalls getrampt. Der gemeinsame Urlaub findet nun doch statt. (Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

Fr 25.01.

Hotel Auschwitz

Cornelius Schwalm
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Hotel Auschwitz

D 2018, 75 min

Regie: Cornelius Schwalm

Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert “Die Ermittlung” von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation. Hotel Auschwitz desavouiert eine Theatergruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert. Es ist eine bitterböse Komödie über Karrierestreben, Begehren, Abhängigkeit und das (Un)politische im Privaten. Schonungslos präzise erzählt der Film mit schwarzem Humor und überwältigender Nähe zu den Figuren von Machtmechanismen im Kulturbetrieb und von der Unmöglichkeit, der deutschen Vergangenheit im Holocaust angemessen zu begegnen.

Für mich ist Auschwitz das größte und grauenvollste Symbol für menschliches Versagen. Und die Gefahr, dass sich Auschwitz wiederholt, ist allgegenwärtig. In dessen Spiegel wollte ich meine Figuren zeigen. Sie sind ein Abbild von Auschwitz. Sie haben nicht wirklich was dazu gelernt. In ihrem kleinen, banalen Verhalten erkenne ich all die Strukturen, die zu Auschwitz geführt haben wie: Unterdrückung, Machtmissbrauch, Neid, Ausgrenzung, fehlende Solidarität und Obrigkeitshörigkeit. Die Figuren fühlen sich intellektuell überlegen, sind aber in ihrem eigenen Verhalten vollkommen unreflektiert.“ (Aus einem Interview mit Cornelius Schwalm)

„Auschwitz war kein Hotel. Der Name Auschwitz steht für ein Konzentrations-, für ein Vernichtungslager, den Holocaust. Mindestens 1,4 Millionen Menschen wurden vom August 1940 bis zum Januar 1945 im Lagerkomplex Auschwitz eingesperrt, gequält, versklavt, mindestens 1,2 Millionen Menschen, meist Juden, dort ermordet, die Überlebenden, viele krank, körperlich und psychisch verletzt, von Erinnerungen weiterverfolgt. Von den Opfern, ihren Familien, ihren Verlusten, ihren Erinnerungen, ihrem Leid, ihren Traumata, handelt dieser Film nicht. Er ist auch kein Film über Geschichte, sondern einer über den Umgang mit ihr, ein Film über die Gegenwart, über die deutsche Gesellschaft, über uns. Er handelt von der Erinnerung an den Holocaust, die Bestandteil unserer öffentlichen Kultur wurde, und vom Umgang mit dieser Erinnerung. Dieser Film zeigt ein Unbehagen in der Erinnerungskultur. Diese Komödie, die mit oft schmerzhaften Dialogen und Bildern die Grenzen zur Satire überschreitet, handelt nicht vom Scheitern, sondern den Schwierigkeiten der Erinnerungskultur, auf die das demokratische Deutschland mit Recht stolz ist. Die Ungeheuerlichkeit des Holocaust macht die Beschäftigung mit ihm nicht nur zur gemeinsamen, sondern auch persönlichen Herausforderung. (…) Die Protagonisten haben recht, wenn sie sich mit Auschwitz auseinandersetzen, denn es gehört auf unterschiedliche Weise zu unser aller Geschichte, und wir müssen Folgerungen daraus ziehen. Auch wenn die Figuren im Film dabei unbeholfen vorgehen, auch wenn ihr Unternehmen im Zerwürfnis endet, gehen sie den richtigen Weg. Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, lässt sich mit Kierkegaard sagen, aber nur vorwärts leben. Die Aufgabe des Verstehens kann man besser lösen als die Reisegruppe im Hotel Auschwitz. Aber sie versuchen es. Sie stellen sich dem unerbetenen Erbe. Das macht sie und den Film so sympathisch. (HOTEL AUSCHWITZ oder die Aneignung des Unerbetenen von Dr. Ralf Schäfer, Historiker)

Hotel Auschwitz
Fr 25.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Fr 25.01.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
Fr 25.01.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Sa 26.01.

Hotel Auschwitz

Cornelius Schwalm
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Hotel Auschwitz

D 2018, 75 min

Regie: Cornelius Schwalm

Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert “Die Ermittlung” von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation. Hotel Auschwitz desavouiert eine Theatergruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert. Es ist eine bitterböse Komödie über Karrierestreben, Begehren, Abhängigkeit und das (Un)politische im Privaten. Schonungslos präzise erzählt der Film mit schwarzem Humor und überwältigender Nähe zu den Figuren von Machtmechanismen im Kulturbetrieb und von der Unmöglichkeit, der deutschen Vergangenheit im Holocaust angemessen zu begegnen.

Für mich ist Auschwitz das größte und grauenvollste Symbol für menschliches Versagen. Und die Gefahr, dass sich Auschwitz wiederholt, ist allgegenwärtig. In dessen Spiegel wollte ich meine Figuren zeigen. Sie sind ein Abbild von Auschwitz. Sie haben nicht wirklich was dazu gelernt. In ihrem kleinen, banalen Verhalten erkenne ich all die Strukturen, die zu Auschwitz geführt haben wie: Unterdrückung, Machtmissbrauch, Neid, Ausgrenzung, fehlende Solidarität und Obrigkeitshörigkeit. Die Figuren fühlen sich intellektuell überlegen, sind aber in ihrem eigenen Verhalten vollkommen unreflektiert.“ (Aus einem Interview mit Cornelius Schwalm)

„Auschwitz war kein Hotel. Der Name Auschwitz steht für ein Konzentrations-, für ein Vernichtungslager, den Holocaust. Mindestens 1,4 Millionen Menschen wurden vom August 1940 bis zum Januar 1945 im Lagerkomplex Auschwitz eingesperrt, gequält, versklavt, mindestens 1,2 Millionen Menschen, meist Juden, dort ermordet, die Überlebenden, viele krank, körperlich und psychisch verletzt, von Erinnerungen weiterverfolgt. Von den Opfern, ihren Familien, ihren Verlusten, ihren Erinnerungen, ihrem Leid, ihren Traumata, handelt dieser Film nicht. Er ist auch kein Film über Geschichte, sondern einer über den Umgang mit ihr, ein Film über die Gegenwart, über die deutsche Gesellschaft, über uns. Er handelt von der Erinnerung an den Holocaust, die Bestandteil unserer öffentlichen Kultur wurde, und vom Umgang mit dieser Erinnerung. Dieser Film zeigt ein Unbehagen in der Erinnerungskultur. Diese Komödie, die mit oft schmerzhaften Dialogen und Bildern die Grenzen zur Satire überschreitet, handelt nicht vom Scheitern, sondern den Schwierigkeiten der Erinnerungskultur, auf die das demokratische Deutschland mit Recht stolz ist. Die Ungeheuerlichkeit des Holocaust macht die Beschäftigung mit ihm nicht nur zur gemeinsamen, sondern auch persönlichen Herausforderung. (…) Die Protagonisten haben recht, wenn sie sich mit Auschwitz auseinandersetzen, denn es gehört auf unterschiedliche Weise zu unser aller Geschichte, und wir müssen Folgerungen daraus ziehen. Auch wenn die Figuren im Film dabei unbeholfen vorgehen, auch wenn ihr Unternehmen im Zerwürfnis endet, gehen sie den richtigen Weg. Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, lässt sich mit Kierkegaard sagen, aber nur vorwärts leben. Die Aufgabe des Verstehens kann man besser lösen als die Reisegruppe im Hotel Auschwitz. Aber sie versuchen es. Sie stellen sich dem unerbetenen Erbe. Das macht sie und den Film so sympathisch. (HOTEL AUSCHWITZ oder die Aneignung des Unerbetenen von Dr. Ralf Schäfer, Historiker)

Hotel Auschwitz
Sa 26.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Sa 26.01.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Sa 26.01.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
So 27.01.

Hotel Auschwitz

Cornelius Schwalm
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Hotel Auschwitz

D 2018, 75 min

Regie: Cornelius Schwalm

Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert “Die Ermittlung” von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation. Hotel Auschwitz desavouiert eine Theatergruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert. Es ist eine bitterböse Komödie über Karrierestreben, Begehren, Abhängigkeit und das (Un)politische im Privaten. Schonungslos präzise erzählt der Film mit schwarzem Humor und überwältigender Nähe zu den Figuren von Machtmechanismen im Kulturbetrieb und von der Unmöglichkeit, der deutschen Vergangenheit im Holocaust angemessen zu begegnen.

Für mich ist Auschwitz das größte und grauenvollste Symbol für menschliches Versagen. Und die Gefahr, dass sich Auschwitz wiederholt, ist allgegenwärtig. In dessen Spiegel wollte ich meine Figuren zeigen. Sie sind ein Abbild von Auschwitz. Sie haben nicht wirklich was dazu gelernt. In ihrem kleinen, banalen Verhalten erkenne ich all die Strukturen, die zu Auschwitz geführt haben wie: Unterdrückung, Machtmissbrauch, Neid, Ausgrenzung, fehlende Solidarität und Obrigkeitshörigkeit. Die Figuren fühlen sich intellektuell überlegen, sind aber in ihrem eigenen Verhalten vollkommen unreflektiert.“ (Aus einem Interview mit Cornelius Schwalm)

„Auschwitz war kein Hotel. Der Name Auschwitz steht für ein Konzentrations-, für ein Vernichtungslager, den Holocaust. Mindestens 1,4 Millionen Menschen wurden vom August 1940 bis zum Januar 1945 im Lagerkomplex Auschwitz eingesperrt, gequält, versklavt, mindestens 1,2 Millionen Menschen, meist Juden, dort ermordet, die Überlebenden, viele krank, körperlich und psychisch verletzt, von Erinnerungen weiterverfolgt. Von den Opfern, ihren Familien, ihren Verlusten, ihren Erinnerungen, ihrem Leid, ihren Traumata, handelt dieser Film nicht. Er ist auch kein Film über Geschichte, sondern einer über den Umgang mit ihr, ein Film über die Gegenwart, über die deutsche Gesellschaft, über uns. Er handelt von der Erinnerung an den Holocaust, die Bestandteil unserer öffentlichen Kultur wurde, und vom Umgang mit dieser Erinnerung. Dieser Film zeigt ein Unbehagen in der Erinnerungskultur. Diese Komödie, die mit oft schmerzhaften Dialogen und Bildern die Grenzen zur Satire überschreitet, handelt nicht vom Scheitern, sondern den Schwierigkeiten der Erinnerungskultur, auf die das demokratische Deutschland mit Recht stolz ist. Die Ungeheuerlichkeit des Holocaust macht die Beschäftigung mit ihm nicht nur zur gemeinsamen, sondern auch persönlichen Herausforderung. (…) Die Protagonisten haben recht, wenn sie sich mit Auschwitz auseinandersetzen, denn es gehört auf unterschiedliche Weise zu unser aller Geschichte, und wir müssen Folgerungen daraus ziehen. Auch wenn die Figuren im Film dabei unbeholfen vorgehen, auch wenn ihr Unternehmen im Zerwürfnis endet, gehen sie den richtigen Weg. Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, lässt sich mit Kierkegaard sagen, aber nur vorwärts leben. Die Aufgabe des Verstehens kann man besser lösen als die Reisegruppe im Hotel Auschwitz. Aber sie versuchen es. Sie stellen sich dem unerbetenen Erbe. Das macht sie und den Film so sympathisch. (HOTEL AUSCHWITZ oder die Aneignung des Unerbetenen von Dr. Ralf Schäfer, Historiker)

Hotel Auschwitz
So 27.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
So 27.01.

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU

Pawel Pawlikowski
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Zimna wojna (Cold War – Der Breitengrad der Liebe)

PL/ GB/ F 2018, 89 min, OmdU

Regie: Paweł Pawlikowski

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden Jahre später erneut zueinander. (Neue Visionen)

„Von Ort zu Ort werden die Liebenden getrieben und von einer Klangwelt in die nächste. Aber weder Volksmusik noch Jazz, weder Chanson noch Rock ’n‘ Roll werden zur Heimat. COLD WAR ist auch eine Studie des Exils, in dem Wiktor zur Mittelmäßigkeit schrumpft und Zula ihre Liebe fast verliert. Das alles ist verführerisch schön, in erlesen komponierten, sehr coolen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert, die COLD WAR schon jetzt wie einen Klassiker wirken lassen.“ (Martina Knoben, SZ 22.11.18)

Zimna wojna – Cold War. Der Breitengrad der Liebe, OmdU
So 27.01.

Лето – Leto / Sommer, OmdU

Kirill Serebrennikow
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Лето (Leto / Sommer)

Russland / Frankreich 2018, 128 min, russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie: Kirill Serebrennikow

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern.

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt Kirill Serebrennikow ein mitreißendes und leichtfüßiges Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter Zensur. (weltkino)

„Mike Naumenko (einst Kopf der Band „Zoopark“) ebnet dem jungen Viktor Zoi den Weg in die Leningrader Musikszene, während sich zwischen Viktor und Mikes Frau Natasha eine Romanze anbahnt. Dass Viktor Zoi später zu einer Legende der sowjetischen Rockgeschichte werden sollte, zum Idol einer ganzen Generation, bis heute verehrt und umjubelt, davon ist in LETO noch keine Rede. Aber erahnen lässt sich die unbändige Kreativkraft des jungen Zoi, der intuitiv den richtigen Ton trifft (…). Serebrennikov erzählt in bestechenden Schwarz-Weiβ-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt. Und damit ist LETO weitaus mehr, als lediglich die gekonnte Verknüpfung einer komplizierten Liebesgeschichte mit einem berauschenden Soundtrack.“ (Maja Ellmenreich, deutschlandfunk, 10.05.18)

„Serebrennikov balanciert seinen Film gut, er umschifft die Hürden aller Filme über hedonistische KünstlerInnen, die irgendwann in ihrem eigenen Saft baden gehen und sich vollends entleeren. Doch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Unter der sanften Melancholie zeigt sich ein treffsicherer Scharfsinn, der ganz wie die Liedtexte der 1980er-Jahre-Punks nie eindeutig ausdrückt, was er sagen will und doch Bände spricht.“ (B. Behn, kino-zeit.de)

Лето – Leto / Sommer, OmdU
Mo 28.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Di 29.01.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU

Christian Frei & Maksim Arbugajew
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Genesis 2.0

Schweiz 2018, 114 min, OmdU

Regie: Christian Frei und Maksim Arbugajew

Der Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern
auf einer extrem abgelegenen Inselgruppe im hohen Norden Sibiriens. Die archaische
Landschaft, in der diese Menschen nach Stoßzähnen längst ausgestorbener Mammuts
suchen, erinnert an die Urzeit der Erde. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung, denn die
Preise für das weiße Gold sind so hoch wie noch nie. Doch der auftauende Permafrost gibt
nicht nur wertvolles Elfenbein frei. Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe. Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf den Plan auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA. Ihre Mission könnte Teil eines Science-Fiction Plots sein. Sie wollen das ausgestorbene Wollhaarmammut nach Jurassic-Park-Manier wieder zum Leben erwecken und auferstehen lassen. Und das ist nur der Anfang. Weltweit sind Biologen daran, das Leben neu zu erfinden. Sie wollen die Sprache der Natur lernen und Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip. Das Ziel der synthetischen Biologie ist es, komplette künstliche biologische Systeme zu erzeugen. Der Mensch wird zum Schöpfer.

Die Auferstehung des Mammuts ist eine erste Manifestation dieser nächsten großen
technologischen Revolution. Eine Übung. Ein millionenschweres Spiel. Die neue Technologie
könnte die Welt, wie wir sie kennen, komplett auf den Kopf stellen… und all dies nimmt
seinen Anfang im unaufhaltsam auftauenden Permafrost am äußersten Rand von Sibirien.
Genesis Zwei Punkt Null.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU
Di 29.01.

Und nächstes Jahr am Balaton

Herrmann Zschoche
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Und nächstes Jahr am Balaton

DDR 1980, 35mm, 89 min

Regie: Hermann Zschoche

Jonas und Ines, er Arbeiter, sie Studentin, wollen zu zweit in Urlaub fahren, doch die Eltern drängen den beiden einen Familienurlaub mit ihnen in Nessebar auf. Bereits im Zug scheitert das Unternehmen, weil Jonas und Ines Verlobungsringe tragen sollen – der Leute wegen. Jonas steigt aus, Ines bleibt. So trampt der Junge nach Süden, trifft unterwegs seine Kollegen aus seiner Werkstatt und nette Mädchen, trennt sich wieder von ihnen. Mit der Holländerin Shireen reist er dann eine Strecke gemeinsam – bis zur türkischen Grenze. Sie will nach Indien zur Sekte Tantra, er trampt zurück nach Nessebar. Hier trifft er Ines wieder, allein. Deren Eltern kommen jedoch auch noch an. Den Vater hielt ein unterwegs geklauter Koffer auf, die Mutter hat beim Zeitungskauf den Zug verpasst und ist ebenfalls getrampt. Der gemeinsame Urlaub findet nun doch statt. (Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

Und nächstes Jahr am Balaton
Di 29.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Mi 30.01.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU

Christian Frei & Maksim Arbugajew
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Genesis 2.0

Schweiz 2018, 114 min, OmdU

Regie: Christian Frei und Maksim Arbugajew

Der Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern
auf einer extrem abgelegenen Inselgruppe im hohen Norden Sibiriens. Die archaische
Landschaft, in der diese Menschen nach Stoßzähnen längst ausgestorbener Mammuts
suchen, erinnert an die Urzeit der Erde. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung, denn die
Preise für das weiße Gold sind so hoch wie noch nie. Doch der auftauende Permafrost gibt
nicht nur wertvolles Elfenbein frei. Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe. Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf den Plan auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA. Ihre Mission könnte Teil eines Science-Fiction Plots sein. Sie wollen das ausgestorbene Wollhaarmammut nach Jurassic-Park-Manier wieder zum Leben erwecken und auferstehen lassen. Und das ist nur der Anfang. Weltweit sind Biologen daran, das Leben neu zu erfinden. Sie wollen die Sprache der Natur lernen und Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip. Das Ziel der synthetischen Biologie ist es, komplette künstliche biologische Systeme zu erzeugen. Der Mensch wird zum Schöpfer.

Die Auferstehung des Mammuts ist eine erste Manifestation dieser nächsten großen
technologischen Revolution. Eine Übung. Ein millionenschweres Spiel. Die neue Technologie
könnte die Welt, wie wir sie kennen, komplett auf den Kopf stellen… und all dies nimmt
seinen Anfang im unaufhaltsam auftauenden Permafrost am äußersten Rand von Sibirien.
Genesis Zwei Punkt Null.

Genesis 2.0 – Генезис 2.0, OmdU
Mi 30.01.

Adam und Evelyn

Andreas Goldstein
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Adam und Evelyn

D 2018, 95 min

Regie: Andreas Goldstein

ADAM UND EVELYN erzählt die Geschichte eines Paares von August bis Winter 1989. Sie beginnt in der ostdeutschen Provinz. Weil Adam Evelyn betrügt, reist Evelyn ohne ihn in den Urlaub nach Ungarn. Adam reist hinterher. Als Ungarn die Grenzen nach Österreich öffnet, will Evelyn über die Grenze. Adam landet wider Willen im Westen.

„(…) was ich und wir nicht wollten, war eine Dramatisierung. Also was ich in Filmen sehe über die Geschichte, ist, dass im Grunde Historisches dramatisiert wird. Das entspricht aber nicht meiner historischen Erfahrung, weil die Leute ihr Leben leben, und dahinter bewegen sich die Dinge, und da bewegt sich die Geschichte, und das ist nicht deckungsgleich.

Was mir eben an dem Roman so gut gefallen hat, das Lakonische der Figuren, die ganz unaufgeregt und mit viel mehr Zweifeln und großer Skepsis. Was übrigens ein Charakteristikum der DDR-Leute war, was man heute völlig vergisst, ist eigentlich eine extreme Skepsis, und die sehe ich eigentlich in diesen Filmen nicht mehr, und das fand ich in dem Roman ganz wunderbar, und das war wichtig, das in den Film zu übersetzen und zu retten.

(…) Ja, das ist die Skepsis. Ich meine, es ist auch eine Kritik an Adam. Das habe ich erst sehr spät verstanden. Am Anfang war die Identifikation größer, dann habe ich verstanden, dass es aber auch eine Kritik ist an einem Nischendasein, was sich nicht aufrechterhalten lässt, und Adam hat ein Gespür vielleicht für das Kommende, weil wenn wir über diese Zeit reden, das war ein wichtiger Punkt oder des Interesses am Stoff, zu verstehen, dass natürlich der Sommer ´89 nicht nur das Ende der DDR war, sondern auch eine Zeitenwende, im Grunde auch das Ende der alten Bundesrepublik, und das war in dem Augenblick aber nicht zu wissen.

(Andreas Goldstein im Gespräch mit Patrick Wellinski, deutschlandfunkkultur.de, 08.09.18)

Adam und Evelyn
Mi 30.01.

Hotel Auschwitz

Cornelius Schwalm
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Hotel Auschwitz

D 2018, 75 min

Regie: Cornelius Schwalm

Martin, karrierebesessener Theaterregisseur, inszeniert “Die Ermittlung” von Peter Weiss. Er unternimmt mit seinen Darstellern und dem Regieassistenten eine Recherchereise nach Auschwitz. Doch neben dem großen Thema verfolgen alle ihre eigenen, privaten Ziele. Als die polnisch-jüdische Trashikone Goska ins Geschehen einsteigt, eskaliert die Situation. Hotel Auschwitz desavouiert eine Theatergruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert. Es ist eine bitterböse Komödie über Karrierestreben, Begehren, Abhängigkeit und das (Un)politische im Privaten. Schonungslos präzise erzählt der Film mit schwarzem Humor und überwältigender Nähe zu den Figuren von Machtmechanismen im Kulturbetrieb und von der Unmöglichkeit, der deutschen Vergangenheit im Holocaust angemessen zu begegnen.

Für mich ist Auschwitz das größte und grauenvollste Symbol für menschliches Versagen. Und die Gefahr, dass sich Auschwitz wiederholt, ist allgegenwärtig. In dessen Spiegel wollte ich meine Figuren zeigen. Sie sind ein Abbild von Auschwitz. Sie haben nicht wirklich was dazu gelernt. In ihrem kleinen, banalen Verhalten erkenne ich all die Strukturen, die zu Auschwitz geführt haben wie: Unterdrückung, Machtmissbrauch, Neid, Ausgrenzung, fehlende Solidarität und Obrigkeitshörigkeit. Die Figuren fühlen sich intellektuell überlegen, sind aber in ihrem eigenen Verhalten vollkommen unreflektiert.“ (Aus einem Interview mit Cornelius Schwalm)

„Auschwitz war kein Hotel. Der Name Auschwitz steht für ein Konzentrations-, für ein Vernichtungslager, den Holocaust. Mindestens 1,4 Millionen Menschen wurden vom August 1940 bis zum Januar 1945 im Lagerkomplex Auschwitz eingesperrt, gequält, versklavt, mindestens 1,2 Millionen Menschen, meist Juden, dort ermordet, die Überlebenden, viele krank, körperlich und psychisch verletzt, von Erinnerungen weiterverfolgt. Von den Opfern, ihren Familien, ihren Verlusten, ihren Erinnerungen, ihrem Leid, ihren Traumata, handelt dieser Film nicht. Er ist auch kein Film über Geschichte, sondern einer über den Umgang mit ihr, ein Film über die Gegenwart, über die deutsche Gesellschaft, über uns. Er handelt von der Erinnerung an den Holocaust, die Bestandteil unserer öffentlichen Kultur wurde, und vom Umgang mit dieser Erinnerung. Dieser Film zeigt ein Unbehagen in der Erinnerungskultur. Diese Komödie, die mit oft schmerzhaften Dialogen und Bildern die Grenzen zur Satire überschreitet, handelt nicht vom Scheitern, sondern den Schwierigkeiten der Erinnerungskultur, auf die das demokratische Deutschland mit Recht stolz ist. Die Ungeheuerlichkeit des Holocaust macht die Beschäftigung mit ihm nicht nur zur gemeinsamen, sondern auch persönlichen Herausforderung. (…) Die Protagonisten haben recht, wenn sie sich mit Auschwitz auseinandersetzen, denn es gehört auf unterschiedliche Weise zu unser aller Geschichte, und wir müssen Folgerungen daraus ziehen. Auch wenn die Figuren im Film dabei unbeholfen vorgehen, auch wenn ihr Unternehmen im Zerwürfnis endet, gehen sie den richtigen Weg. Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, lässt sich mit Kierkegaard sagen, aber nur vorwärts leben. Die Aufgabe des Verstehens kann man besser lösen als die Reisegruppe im Hotel Auschwitz. Aber sie versuchen es. Sie stellen sich dem unerbetenen Erbe. Das macht sie und den Film so sympathisch. (HOTEL AUSCHWITZ oder die Aneignung des Unerbetenen von Dr. Ralf Schäfer, Historiker)

Hotel Auschwitz
Do 31.01.

DEFA Kurzdokfilme: OK / WIR BLEIBEN HIER / VORWÄRTS UND ZURÜCK

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DEFA Kurzdokfilme – VORWÄRTS UND ZURÜCK

DDR 1965-1990, ca. 73 min

Wir zeigen:

o.k. ◄, 1965, 32 min, R: Walter Heynowski

In einem Aufnahmeheim für Übersiedler in Eisenach lernt der Regisseur das Mädchen Doris S. kennen, das 1961 legal in die Bundesrepublik ausgereist war und nach 18 Monaten zurückkehrt.

„1965 führte Heynowski, damit beginnt die Zusammenarbeit mit Gerhard Scheumann, die miserable Lage eines jungen Mädchens vor Augen, das 1961 nach Westdeutschland ging, als Bedienung in einem kleinstädtischen Animierlokal für amerikanische Soldaten landete, der gut bezahlten, aber zweifelhaften Arbeit überdrüssig wurde und sich dann auf ihre alte Heimat besann. Die Autoren fanden Doris S. in einem Aufnahmelager in Eisenach und zeigen sich während des Gesprächs, in das Fotos und Schlagerfetzen eingeblendet werden, als perfekt vorbereitete Interviewer, deren Fragen der nun auf Unterstützung und wohlmeinende Behandlung angewiesenen jungen Frau keinen Augenblick freien Reden gönnen. Das Interview erinnert (…) eher an ein Verhör, bei dem der Angeklagte sich zur ‚Mitarbeit‘ gezwungen sieht, um den eigenen Kopf zu retten. Die Autoren zogen unfreie Bedingungen, die sie vorfanden oder selbst künstlich schufen, freien Begegnungen stets vor. Im Grunde interessierte sie der Charakter dieser mal hier, mal dort sich anpassenden jungen Frau in keiner Weise. Sie zwangen sie zu Geständnissen, die als Beweismittel gegen die Bundesrepublik herhalten mussten und die aus eigener Anschauung zu überprüfen der Mehrheit ihrer Landsleute spätestens seit 1961 grundsätzlich verwehrt war.“ (Hans-Jörg Rother, Schwarzweiß und Farbe, DEFA-Dokumentarfilme 1946-1992)

WIR BLEIBEN HIER ◄, 1990, 31 min, R: Dirk Otto

Beobachtungen in einer vietnamesischen Familie nach dem Zusammenbruch der DDR. Welche Probleme und Hoffnungen ergeben sich nun im veränderten Alltag für sie, die einst begehrte Arbeitskräfte in der DDR waren. (DEFA Spektrum)

VORWÄRTS UND ZURÜCK ◄, 1990, 10 min, R: Heinz Brinkmann

Anfang Januar 1990. – Reisende fahren nach Öffnung der Grenze der DDR in die BRD. Archivaufnahmen von Politikern und Zeitvorgängen der DDR-Geschichte kommentieren auf eigene Weise die Momentaufnahmen und Äußerungen im fahrenden Zug. Am Schluss steht ein Filmzitat aus einem DEFA-Film von 1948 mit dem ehemals sehr populären „Eisenbahnerlied“.

DEFA Kurzdokfilme: OK / WIR BLEIBEN HIER / VORWÄRTS UND ZURÜCK
Do 31.01.

Kein Abschied – nur fort

Lew Hohmann & Joachim Tschirner
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Kein Abschied – nur fort

D 1991, 105 min

Regie: Lew Hohmann, Joachim Tschirner

Die im Sommer 1989 die DDR zu Tausenden verlassen haben, gingen ohne Bedauern, ohne Abschied. Doch nur zwei Familien und ein allein reisender Mann sind bereit, vor der Kamera über ihre Gründe, ihre Befindlichkeiten und über ihre Erfahrungen in der noch fremden Heimat zu sprechen. (DEFA Spektrum)

„Die gegangen sind, glaubten, den großen Abschied leicht vollziehen zu können, KEIN ABSCHIED – NUR FORT (1991) der Titel von Lew Hohmanns und Joachim Tschirners Film über zwei Familien und einen alleinreisenden Mann, die im August ´89 die DDR verlassen und nun in der neuen Heimat erwartungsvoll einen neuen Anfang suchten. Und doch tragen sie das Land mit sich hinaus, der Arbeiter aus der Lausitz, die künftigen Unternehmer aus der Nähe von Magdeburg, die kinderreiche Familie aus Marzahn; sie kehren zurück, in der Niederlage oder um nun zu den Siegern zu gehören, oder sie messen sich am alten Land, wenn sie, wie die Kinderreichen, die ewigen Verlierer, in der neuen Heimat BRD bleiben, die so überraschend nun zur gemeinsamen Heimat geworden ist. Die Wende als materielles Ereignis, und als eine nicht genutzte Chance – hier in diesem Film, der von denen handelt, die gegangen sind, wird es überraschend deutlich.“ (Heidemarie Hecht, Schwarzweiß und Farbe, DEFA-Dokrfilme 1946-1992)

„Péter Bacsó verdanke ich die Idee, einen Schneider und seine Frau aus der ostdeutschen Provinz im August 1989 an den Balaton zu schicken. Anregungen erhielt ich unter anderem durch folgende Filme und Bücher: KEIN ABSCHIED – NUR FORT, ein Film von Joachim Tschirner und Lew Hohmann, 1991; UND NÄCHSTES JAHR AM BALATON, Regie Herrmann Zschoche, 1979/1980; (…).“ (Ingo Schulze, Danksagung in „Adam und Evelyn“, Berlin Verlag 2008)

Kein Abschied – nur fort
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