Michael Triegels Malerei unterscheidet sich vehement von der seiner Leipziger Schule Kollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder. 2020 erhält Triegel einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.
Regisseur Paul Smaczny begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. Dabei öffnet Triegel nicht nur die Türen zu seinem Atelier, sondern gewährt tiefe Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion.
Deutschland / Ungarn / Frankreich / Cina 2025, 147 min, Deutsch | tw. Englisch mit deutschen UT
Regie: Ildikó Enyedi
Im Herzen des botanischen Gartens der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über hundert Jahren ist er stiller Zeuge – Beobachter leiser, tiefgreifender Veränderungen im Leben dreier Menschen. 2020 wagt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong, der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, ein ungewöhnliches Experiment mit dem uralten Baum. 1972 erfährt ein junger Student eine innere Wandlung – ausgelöst durch die konzentrierte Beobachtung einer einfachen Geranie. 1908 folgt die erste Studentin der Universität ihrer Leidenschaft für die Fotografie – und entdeckt durch das Objektiv ihrer Kamera die verborgenen Muster des Universums.
Nach dem Goldenen-Bären-Gewinner KÖRPER UND SEELE präsentiert die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi mit SILENT FRIEND ein poetisches, sensibles Werk, in dem die Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen zum Sinnbild für die universelle Sehnsucht nach Verbundenheit wird. In den stillen Versuchen ihrer Protagonisten, sich mit der Welt, der Natur und mit sich selbst zu verbinden, entfaltet sich eine berührende Geschichte über Zugehörigkeit, Wandel – und die Schönheit der Sehnsucht.
„(…) Die Kamera verweilt auf Details: das Zittern eines Blattes im Wind, die feinen Linien einer Pflanzenstruktur, das changierende Licht zwischen den Jahreszeiten. Es ist ein Kino der Wahrnehmung, das den Zuschauer nicht mit Handlung überfällt, sondern ihn einlädt, langsamer zu werden, genauer hinzusehen. Manche Szenen wirken wie aus einer Naturdokumentation, andere erinnern an testhafte 4K-Bilder, die technische Perfektion mit hypnotischer Ruhe verbinden. Doch in dieser Spannung liegt die Kraft: Das Alltägliche wird ungewöhnlich, das scheinbar Nebensächliche rückt in den Mittelpunkt. Ein zentrales Motiv des Films ist die Wissenschaft, allerdings nicht in ihrer nüchternen, messenden Form, sondern als Neugier, als kindliche Lust am Entdecken. Der Film feiert die Forschung als eine Art Poesie, die nicht alle Antworten kennt, aber Fragen stellt. Dass eine Pflanze uns letztlich fremd bleibt, dass wir nie wissen werden, ‚wie es ist, ein Baum zu sein‘, wird nicht als Scheitern verstanden, sondern als Chance. Wir erkennen uns in unserer Begrenztheit, und genau darin liegt Würde. (…)
Enyedi hat keinen politischen Film gedreht, sondern einen Rückzugsraum geschaffen, in dem Fragen nach Zugehörigkeit, Vergänglichkeit und Verbundenheit leise gestellt werden. Dass dies gerade jetzt, in Zeiten der Unsicherheit, eine besondere Wirkung entfaltet, ist kein Zufall.
Am Ende steht dieser Baum. Verwurzelt in Marburg, größer gemacht durch Spezialeffekte, aber immer doch er selbst. Er überdauert Generationen, Ideen, Ideologien. Während die Figuren kommen und gehen, forschen, lieben, scheitern, wächst er einfach weiter. SILENT FRIEND ist damit mehr als nur ein Film über Natur: Es ist ein Film über unser Menschsein, über unsere Fragilität und unsere Sehnsucht, irgendwo dazuzugehören.“ (Mia Pflüger, kino-zeit.de)
Bulgarien / Deutschland / Tschechien 2024, 108 min, Bulgarisch mit deutschen UT
Regie: Stephan Komandarev
März 2020. Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien, wo sie täglich „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, dass Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Arbeitgeber, Kolleg:innen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn beginnen, sich von ihr abzuwenden. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Der bulgarische Regisseur wirft ein Schlaglicht auf prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitskonzepte in Bulgariens Textilindustrie, in der vor allem Frauen für Hungerlöhne arbeiten. Komandarev, dessen Film vom wahren Fall einer während der Pandemie zum Sündenbock gemachten Näherin inspiriert ist, recherchierte intensiv und setzt neben dem Cast auch auf Laiendarsteller*innen aus dem durch die Textilindustrie geprägten Drehort Rudozem sowie auf lange, mit Handkamera gefilmte Szenen. Etiketten mit der Aufschrift „Made in EU“, die Iva und ihre Kolleg*innen in Kleidungsstücke nähen, rahmen die Handlung des Spielfilms, dessen Fabrikaufnahmen dokumentarisch anmuten. Dass die Realität bulgarischer Textilfabriken nicht den Standards entspricht, die Kund*innen aus Nord- oder Westeuropa üblicherweise mit dem gleichnamigen Label verbinden, zeigt MADE IN EU eindrücklich.“ (Stefanie Borowsky, indiekino.de)
„Ähnlich der sozialrealistischen Filme von Ken Loach oder Stéphane Brizé geht auch Stephan Komandarev in MADE IN EU vor, zeigt die Strukturen auf, die eine Frau wie Iva dazu zwingen, trotz Krankheit zu arbeiten, geht aber auch weiter: Ivas Sohn Micho ist im Internet aktiv, postet Videos über sein Leben, verfolgt daher aus erster Hand, wie seine Mutter online diffamiert wird, wie aus kurzen Clips verfälschende Anklagen werden, wie die Medienöffentlichkeit funktioniert. Ein wenig kursorisch wirkt das zwar manchmal, etwas zu schematisch die Probleme und Vorwürfe, denen sich Iva ausgesetzt sieht. Doch immer wieder zeigt Komanderev mit kleinen, beiläufigen Szenen, wie das System funktioniert, wie hier mal ein Regierungsmitarbeiter mit kleinen Geschenken beeinflusst wird, wie dort ein Vorurteil bestätigt wird.“ (Michael Meyns, programmkino.de)
Sowjetunion, 1937: Tausende von Briefen von Häftlingen, die vom Regime zu Unrecht beschuldigt wurden, werden in einer Gefängniszelle verbrannt. Einer erreicht trotz aller Widrigkeiten seinen Bestimmungsort, den Schreibtisch des neu ernannten örtlichen Staatsanwalts Alexander Kornjew.
Kornjew setzt alles daran, den Gefangenen, ein Opfer von Agenten der Geheimpolizei NKWD, zu treffen. Der junge Staatsanwalt, ein engagierter Bolschewik mit Integrität, vermutet ein falsches Spiel. Sein Streben nach Gerechtigkeit führt ihn bis zum Büro des Generalstaatsanwalts in Moskau. Im Zeitalter der großen stalinistischen Säuberungen ist dies der Sturz eines Mannes in die Korridore eines totalitären Regimes, das diesen Namen nicht trägt.
Bei dem Historiendrama handelt es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Georgi Demidow (1908–1987).
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Nach dem Besuch bei Stepanow erlebt Kornew das kafkaeske Gefüge der Generalstaatsanwaltschaft, wo er schließlich auf Wyschinksi trifft. Sein Weg zu ihm und zurück erzählt Loznitsa anhand der Bahnfahrten – und er schafft es mit einem mitunter aufreizend langsamen Handlungstempo meisterhaft, ein zentrales Wesensmerkmal der Repression im Totalitarismus herauszuarbeiten: nämlich jenes des Wartens. (…) Das Wartenlassen als Foltermethode bürokratischer Diktaturen ist so intensiv spürbar, als erlitte man es selbst. Auch merkt man dem idealistischen Staatsanwalt bei jedem Gespräch die Angst an, es könne, was er sagt, gegen ihn verwendet werden. Dass er trotzdem nicht sieht, was wir heute wissen – darin liegt die Tragik dieses herausragenden Kammerspiels. Dass es mit russischen Exilschauspielern gedreht wurde und in Russland nicht in die Kinos kommt, spricht Bände.“ (Felix Müller, Berliner Morgenpost 18.12.2025)
„Wie und warum sollten wir uns heute mit dem diktatorischen System des Sowjetkommunismus auseinandersetzen? Diese Frage beantwortet der ukrainische Regisseur Sergeï Loznitsa mit seinem Film Zwei Staatsanwälte, der zunächst auf die Bedrohung durch Russland Bezug zu nehmen scheint, aber darüber hinaus auch auf die zyklisch wiederkehrenden Diktaturbestrebungen aller Art verweist“ (arte.tv)
„Der Film ist trotz der Zeit, in der er spielt, also kein reiner Blick in die Vergangenheit, sondern heutzutage relevanter als es einem lieb wäre. Loznitsa bietet mit seinem Werk keine Lösung oder Hoffnung – stattdessen hat er vielmehr eine eindrückliche Warnung geschaffen.“ (SPOT)
Ungarn / Deutschland / Schweiz 1994, 438 min, Ungarisch mit engl. UT
mit zwei Pausen a 15 min (137+124+177 min)
Regie: Béla Tarr
Eine Gruppe verzweifelter, in ihrer Lebensangst erstarrter Menschen verlässt den heruntergekommenen Ort ihres bisherigen Daseins, um den Versprechungen eines charismatischen Mannes zu folgen, der sich jedoch als falscher Prophet erweist.
„Als sein Opus magnum, SATANSTANGO, 1994 im Berlinale-Forum uraufgeführt wurde, standen die siebeneinhalb Stunden Laufzeit auch gutwilligen Besuchern zu Beginn als düstere Drohung bevor. Und ja: Béla Tarrs Film war ein Exerzitium. Mit jeder Minute, die er tiefer in eine ungarische Hoffnungslosigkeit vordrang, die sich als eine Hoffnungslosigkeit verstand, die längst jeden Winkel dieser Welt besetzte, war er aber auch ein Mysterium. Wer nur eine Stunde überstanden hatte, wäre selbst unter Todesandrohung nicht mehr aus dem Kinosessel aufgestanden, so hypnotisch wirkte die Langsamkeit von Tarrs Erzählkunst.“ (Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel, 08.01.2026)
“Indem und wie Tarr allem seine Zeit gibt und gerade auch Dauer, Monotonie und Wiederholung bis jenseits der vermeintlichen ‚Schmerzgrenze‘ zulässt, definiert er nicht nur die filmische Zeit neu. Vielmehr gelingt es ihm auch, einen als Zuschauer in seine Zeit hineinzunehmen, so dass der zunächst unendlich lang und langsam erscheinende Film am Ende kürzer als mancher misslungene Actionfilm wirkt.“ (Reinhold Zwick, filmdienst.de)
„Sátántangó ist eine Meditation über die Zeit, aber auch eine Parabel über den Niedergang der Menschheit, zugleich ein Sinnbild für den Kosmos und die conditio humana. Durch seine formale Strenge und atmosphärische Ausdruckskraft, seine ungewöhnliche, leitmotivische Erzählweise, die den Zuschauer erfasst und nicht mehr loslässt – über mehr als sieben Stunden – ragt dieser Film aus dem Gesamtwerk von Béla Tarr heraus. Sátántangó ist ein Monument des zeitgenössischen Kinos, ja der Filmgeschichte überhaupt.“ (Arsenal)
Bulgarien / Deutschland / Tschechien 2024, 108 min, Bulgarisch mit deutschen UT
Regie: Stephan Komandarev
März 2020. Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien, wo sie täglich „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, dass Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Arbeitgeber, Kolleg:innen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn beginnen, sich von ihr abzuwenden. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Der bulgarische Regisseur wirft ein Schlaglicht auf prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitskonzepte in Bulgariens Textilindustrie, in der vor allem Frauen für Hungerlöhne arbeiten. Komandarev, dessen Film vom wahren Fall einer während der Pandemie zum Sündenbock gemachten Näherin inspiriert ist, recherchierte intensiv und setzt neben dem Cast auch auf Laiendarsteller*innen aus dem durch die Textilindustrie geprägten Drehort Rudozem sowie auf lange, mit Handkamera gefilmte Szenen. Etiketten mit der Aufschrift „Made in EU“, die Iva und ihre Kolleg*innen in Kleidungsstücke nähen, rahmen die Handlung des Spielfilms, dessen Fabrikaufnahmen dokumentarisch anmuten. Dass die Realität bulgarischer Textilfabriken nicht den Standards entspricht, die Kund*innen aus Nord- oder Westeuropa üblicherweise mit dem gleichnamigen Label verbinden, zeigt MADE IN EU eindrücklich.“ (Stefanie Borowsky, indiekino.de)
„Ähnlich der sozialrealistischen Filme von Ken Loach oder Stéphane Brizé geht auch Stephan Komandarev in MADE IN EU vor, zeigt die Strukturen auf, die eine Frau wie Iva dazu zwingen, trotz Krankheit zu arbeiten, geht aber auch weiter: Ivas Sohn Micho ist im Internet aktiv, postet Videos über sein Leben, verfolgt daher aus erster Hand, wie seine Mutter online diffamiert wird, wie aus kurzen Clips verfälschende Anklagen werden, wie die Medienöffentlichkeit funktioniert. Ein wenig kursorisch wirkt das zwar manchmal, etwas zu schematisch die Probleme und Vorwürfe, denen sich Iva ausgesetzt sieht. Doch immer wieder zeigt Komanderev mit kleinen, beiläufigen Szenen, wie das System funktioniert, wie hier mal ein Regierungsmitarbeiter mit kleinen Geschenken beeinflusst wird, wie dort ein Vorurteil bestätigt wird.“ (Michael Meyns, programmkino.de)
Mo. 23.02.
17:00 Uhr
Ida Who Sang so Badly Even the Dead Rose up and Joined Her in Song / Ida, ki je pela tako grdo, da so še mrtvi vstali od mrtvih in zapeli z njo
Slowenien / Kroatien 2025, 109 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Ester Ivakič
N.B.: KEIN EIGENER VERLEIHTITEL! Die Kinoauswertung wird freundlich von Temporama unterstützt. Bei Verleihanfragen vermitteln wir gern den Kontakt weiter!
- Ljubljana International Film Festival Liffe 2025 – Competition / FIPRESCI Award
- Torino Film Festival 2025 – Competition / Special Jury Award
- Trieste Film Festival 2026 – Section Wild Roses
Kindheit in der Prekmurje (Nordosten Sloweniens): Die zehnjährige Ida glaubt, dass der geheimnisvolle Engelsgesang, der über den Dorffriedhof hallt, das Einzige ist, was ihre geliebte Großmutter am Leben hält. Damit sie nicht sterben möge, tritt sie dem Schulchor bei, obwohl sie kaum singen kann.
„Leichtfüßig führt IDA WHO SANG SO BADLY EVEN THE DEAD ROSE UP AND JOINED HER IN SONG in die Gefühlswelt dieses sehr ernsten Schulmädchens ein. (…) Mit viel Witz, einer Prise Magie und großer Sympathie für ihre Figuren erzählt Ester Ivakič von einer Kindheit im ländlichen Slowenien der 1970er Jahre zwischen sozialistischer Disziplin und mehr schlecht als recht verstecktem Katholizismus.“ (Susanne Mohr, FilmFestival Cottbus 2025)
Bulgarien / Deutschland / Tschechien 2024, 108 min, Bulgarisch mit deutschen UT
Regie: Stephan Komandarev
März 2020. Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien, wo sie täglich „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, dass Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Arbeitgeber, Kolleg:innen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn beginnen, sich von ihr abzuwenden. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Der bulgarische Regisseur wirft ein Schlaglicht auf prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitskonzepte in Bulgariens Textilindustrie, in der vor allem Frauen für Hungerlöhne arbeiten. Komandarev, dessen Film vom wahren Fall einer während der Pandemie zum Sündenbock gemachten Näherin inspiriert ist, recherchierte intensiv und setzt neben dem Cast auch auf Laiendarsteller*innen aus dem durch die Textilindustrie geprägten Drehort Rudozem sowie auf lange, mit Handkamera gefilmte Szenen. Etiketten mit der Aufschrift „Made in EU“, die Iva und ihre Kolleg*innen in Kleidungsstücke nähen, rahmen die Handlung des Spielfilms, dessen Fabrikaufnahmen dokumentarisch anmuten. Dass die Realität bulgarischer Textilfabriken nicht den Standards entspricht, die Kund*innen aus Nord- oder Westeuropa üblicherweise mit dem gleichnamigen Label verbinden, zeigt MADE IN EU eindrücklich.“ (Stefanie Borowsky, indiekino.de)
„Ähnlich der sozialrealistischen Filme von Ken Loach oder Stéphane Brizé geht auch Stephan Komandarev in MADE IN EU vor, zeigt die Strukturen auf, die eine Frau wie Iva dazu zwingen, trotz Krankheit zu arbeiten, geht aber auch weiter: Ivas Sohn Micho ist im Internet aktiv, postet Videos über sein Leben, verfolgt daher aus erster Hand, wie seine Mutter online diffamiert wird, wie aus kurzen Clips verfälschende Anklagen werden, wie die Medienöffentlichkeit funktioniert. Ein wenig kursorisch wirkt das zwar manchmal, etwas zu schematisch die Probleme und Vorwürfe, denen sich Iva ausgesetzt sieht. Doch immer wieder zeigt Komanderev mit kleinen, beiläufigen Szenen, wie das System funktioniert, wie hier mal ein Regierungsmitarbeiter mit kleinen Geschenken beeinflusst wird, wie dort ein Vorurteil bestätigt wird.“ (Michael Meyns, programmkino.de)
Österreich / Deutschland 2025, 115 min, Russisch | Belarusisch | Englisch | Mandarin mit deutschen UT
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Masha, ein belarusisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.
“WHITE SNAIL lebt von seinem dokumentarischen Antlitz und der sinnhaften bildlichen Symbolik. Ebenso langsam wie sich Schnecken durch ihre Welt bewegen, so ruhig und gemächlich entwickelt sich die Verbindung der beiden Hauptcharaktere in diesem unkonventionellen, dringlichen Mix aus Drama und Romanze.“ (Björn Schneider, filmstarts.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„(…) Die erste Besonderheit dieses Films besteht darin, dass er zum größten Teil in Belarus gedreht wurde. Welche Umstände haben zum Dreh in diesem Land geführt? – EK: WHITE SNAIL hat eine lange Genese. Vor zehn Jahren war ich mit meinem Diplomfilm auf einem Festival in Minsk, wo mir der Maler Mikhail Senkov, unser Hauptdarsteller, vorgestellt wurde. Ich habe ihn in einer Pathologie kennengelernt, wo ich die erste Leiche in meinem Leben gesehen habe – ein Suizid-Opfer. Direkt danach sind wir zu seiner Wohnung, die bis obenhin mit Ölgemälden vollgestellt war. Auf einem Gemälde war eine junge Frau als Tote dargestellt, jedoch mit ganz wachen Augen. Er erklärte mir, dass diese Frau einen Selbstmordversuch überlebt hatte und er mit ihr in Kontakt stand. Das war der Ausgangspunkt und es hat uns nicht mehr losgelassen. (…)
Wie hat sich Belarus als Drehort erwiesen? – EK: Das Projekt ist in seiner Ur-Idee fast zehn Jahre alt. In Belarus hat sich in dieser Zeit viel verändert. Das hat unser Projekt immer wieder neu in Frage gestellt und den Film auf eine Art verändert. Wir haben an unserer Geschichte festhalten, weil aus dieser Region kaum noch Geschichten zu uns gelangen. Den Großteil haben wir in Belarus gedreht, einzelne Locations haben wir dann aber auch in Lettland gedreht.| – LP: Wir hatten eine unglaublich offene, motivierte Crew vor Ort. Leute, die das Kino lieben und mal auf ganz andere Art arbeiten konnten.
Wie sehr stellte eure unkonventionelle Arbeitsweise auch eine Herausforderung dar? – EK: Man muss sagen, dass die dortige Independent-Filmszene auf unkonventionelle Arbeitsweisen angewiesen ist. Ungewöhnlicher war es für die Teammitglieder aus der EU, weil sie einen gewissen „Arthouse-Standard“ gewohnt sind. Was wir dort entworfen haben, war für viele Beteiligte eine Erfahrung von Null an.|– LP: Herausfordernd war gewiss, dass wir so viel on location gedreht haben. Wir wollten viel auf der Straße drehen, haben Komparserie immer so verstanden, dass wir von einem Land, aus dem es so wenige Bilder gibt, etwas zeigen wollten. Es war uns wichtig, so viel wie möglich über das echte Leben dort mitzunehmen.
War WHITE SNAIL zunächst eine urbane Erzählung, in die die Natur erst später eingeflossen ist? – EK: Die Natur war schon sehr früh ein Teil der Erzählung, weil sie in Belarus sehr wichtig ist. Vieles im Film beruht auf den Biografien von Masha und Misha, der Rest auf unseren persönlichen Erlebnissen im Zuge unserer Entdeckungsreise über diese zehn Jahre hinweg. Am Land findet man alte Dörfer, wo es Seher:innen gibt, wo schamanische Rituale stattfinden, die wir auch am eigenen Körper ausgetestet haben. So sind wir zu diesen Orten und Geschichten gekommen. (…)
Im Spannungsfeld Stadt und Natur ist auch der Umgang mit dem Licht sehr interessant. Welche Rolle kommt dabei dem künstlichen, bunten Licht vom Handy, von den Stadt- und Discolichtern als wesentlichen ästhetischen Momenten zu? – LP: Für uns stand fest, dass wir gegen das Klischee arbeiten müssen, weil wir selbst überrascht waren, mit welcher Idee von Minsk wir unsere erste Reise angetreten hatten. Wir hatten uns Tristesse und Plattenbauten vorgestellt. Wir waren erstaunt, welche wilden Farben dort die Nächte bestimmten, auch die Architektur ist sehr abenteuerlich, weil alles nebeneinander existiert. Es gibt nach chinesischem Vorbild gebaute Trabantensiedlungen, die sehr futuristisch ausschauen, Malls, die extrem bunt beleuchtet sind.| – EK: Die Modernität der Stadt hat uns beeindruckt, Minsk ist klinisch sauber, modern durchgeplant. Das hat unsere Verwendung des Lichts bestimmt, aber auch der Umstand, dass Licht dort in jeden Winkel dringt und es keinen nicht ausgeleuchteten Raum gibt.”
(Karin Schiefer | AUSTRIAN FILMS im Gespräch mit Elsa Kremser und Levin Peter)
Di. 24.02.
17:00 Uhr
Ida Who Sang so Badly Even the Dead Rose up and Joined Her in Song / Ida, ki je pela tako grdo, da so še mrtvi vstali od mrtvih in zapeli z njo
Slowenien / Kroatien 2025, 109 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Ester Ivakič
N.B.: KEIN EIGENER VERLEIHTITEL! Die Kinoauswertung wird freundlich von Temporama unterstützt. Bei Verleihanfragen vermitteln wir gern den Kontakt weiter!
- Ljubljana International Film Festival Liffe 2025 – Competition / FIPRESCI Award
- Torino Film Festival 2025 – Competition / Special Jury Award
- Trieste Film Festival 2026 – Section Wild Roses
Kindheit in der Prekmurje (Nordosten Sloweniens): Die zehnjährige Ida glaubt, dass der geheimnisvolle Engelsgesang, der über den Dorffriedhof hallt, das Einzige ist, was ihre geliebte Großmutter am Leben hält. Damit sie nicht sterben möge, tritt sie dem Schulchor bei, obwohl sie kaum singen kann.
„Leichtfüßig führt IDA WHO SANG SO BADLY EVEN THE DEAD ROSE UP AND JOINED HER IN SONG in die Gefühlswelt dieses sehr ernsten Schulmädchens ein. (…) Mit viel Witz, einer Prise Magie und großer Sympathie für ihre Figuren erzählt Ester Ivakič von einer Kindheit im ländlichen Slowenien der 1970er Jahre zwischen sozialistischer Disziplin und mehr schlecht als recht verstecktem Katholizismus.“ (Susanne Mohr, FilmFestival Cottbus 2025)
Di. 24.02.
19:00 Uhr
Mr. Nobody against Putin
, OmdU – mit Gästen und anschließendem Filmgespräch | Eine gemeinsame Veranstaltung von Tschechischem Zentrum und Kino Krokodil, in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Tschechischen Republik und der Königlich Dänischen Botschaft
Als Russland am 24. Februar 2022 seinen Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine beginnt, werden die Grundschulen in Russland zunehmend zu Orten der Kriegsverherrlichung und des militärischen Drills. Die fortschreitende Militarisierung an seiner Schule hält ein Lehrer aus einer Kleinstadt im Südural in einem Videotagebuch fest, das er dann in den Westen schmuggelt. In Zusammenarbeit mit Regisseur David Borenstein wurde aus dem Filmmaterial mit seltenen Einblicken in den russischen Alltag „ein unvergesslicher Dokumentarfilm, den Sie sehen müssen“ (Guardian). In der Kategorie Bester Dokumentarfilm ist er nun für den Oscar nominiert.
Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit Jiří Čistecký, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland und Thomas Østrup Møller, Botschafter des Königreichs Dänemark in Deutschland. Es moderiert Mathias Irminger Sonne (Königlich Dänische Botschaft).
Eine gemeinsame Veranstaltung von Tschechischem Zentrum und Kino Krokodil, in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Tschechischen Republik und der Königlich Dänischen Botschaft.
zum Film:
MR. NOBODY AGAINST PUTIN
Dänemark / Tschechien 2025, 90 min, Russisch mit deutschen UT
Regie: David Borenstein, Pavel Talankin
Der Lehrer Pasha Talankin, der auch als Videochronist und Veranstaltungsorganisator an seiner Schule tätig ist, wird von den Schülern verehrt. Sein Büro ist ein Zufluchtsort für alle, die Unterstützung brauchen oder mal vertraulich reden wollen. Doch mit dem Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine verändert sich der Schulalltag: Die Kinder lernen wieder von den glorreichen Siegen der Sowjetunion, die „richtigen“ Antworten im Unterricht lesen sie ab, Söldner der Wagner-Gruppe geben „Patriotismusstunden“ und präsentieren ihre Waffen. Auch Pashas Rolle an der Schule verändert sich dramatisch. Gegen seinen Willen wird er in Putins Propagandamaschinerie hineingezogen und gezwungen, staatlich abgesegnete Botschaften zu verbreiten. Entsetzt über den Wandel an seiner Schule kämpft er mit Schuldgefühlen und Ohnmacht. Als er erfährt, dass sein eigenes Leben in Gefahr sein könnte, beschließt er, alles auf eine Karte zu setzen und die gefährliche Flucht aus Russland zu riskieren.
Bulgarien / Deutschland / Tschechien 2024, 108 min, Bulgarisch mit deutschen UT
Regie: Stephan Komandarev
März 2020. Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien, wo sie täglich „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, dass Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Arbeitgeber, Kolleg:innen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn beginnen, sich von ihr abzuwenden. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Der bulgarische Regisseur wirft ein Schlaglicht auf prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitskonzepte in Bulgariens Textilindustrie, in der vor allem Frauen für Hungerlöhne arbeiten. Komandarev, dessen Film vom wahren Fall einer während der Pandemie zum Sündenbock gemachten Näherin inspiriert ist, recherchierte intensiv und setzt neben dem Cast auch auf Laiendarsteller*innen aus dem durch die Textilindustrie geprägten Drehort Rudozem sowie auf lange, mit Handkamera gefilmte Szenen. Etiketten mit der Aufschrift „Made in EU“, die Iva und ihre Kolleg*innen in Kleidungsstücke nähen, rahmen die Handlung des Spielfilms, dessen Fabrikaufnahmen dokumentarisch anmuten. Dass die Realität bulgarischer Textilfabriken nicht den Standards entspricht, die Kund*innen aus Nord- oder Westeuropa üblicherweise mit dem gleichnamigen Label verbinden, zeigt MADE IN EU eindrücklich.“ (Stefanie Borowsky, indiekino.de)
„Ähnlich der sozialrealistischen Filme von Ken Loach oder Stéphane Brizé geht auch Stephan Komandarev in MADE IN EU vor, zeigt die Strukturen auf, die eine Frau wie Iva dazu zwingen, trotz Krankheit zu arbeiten, geht aber auch weiter: Ivas Sohn Micho ist im Internet aktiv, postet Videos über sein Leben, verfolgt daher aus erster Hand, wie seine Mutter online diffamiert wird, wie aus kurzen Clips verfälschende Anklagen werden, wie die Medienöffentlichkeit funktioniert. Ein wenig kursorisch wirkt das zwar manchmal, etwas zu schematisch die Probleme und Vorwürfe, denen sich Iva ausgesetzt sieht. Doch immer wieder zeigt Komanderev mit kleinen, beiläufigen Szenen, wie das System funktioniert, wie hier mal ein Regierungsmitarbeiter mit kleinen Geschenken beeinflusst wird, wie dort ein Vorurteil bestätigt wird.“ (Michael Meyns, programmkino.de)
Mi. 25.02.
17:00 Uhr
Ida Who Sang so Badly Even the Dead Rose up and Joined Her in Song / Ida, ki je pela tako grdo, da so še mrtvi vstali od mrtvih in zapeli z njo
Slowenien / Kroatien 2025, 109 min, slowenische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Ester Ivakič
N.B.: KEIN EIGENER VERLEIHTITEL! Die Kinoauswertung wird freundlich von Temporama unterstützt. Bei Verleihanfragen vermitteln wir gern den Kontakt weiter!
- Ljubljana International Film Festival Liffe 2025 – Competition / FIPRESCI Award
- Torino Film Festival 2025 – Competition / Special Jury Award
- Trieste Film Festival 2026 – Section Wild Roses
Kindheit in der Prekmurje (Nordosten Sloweniens): Die zehnjährige Ida glaubt, dass der geheimnisvolle Engelsgesang, der über den Dorffriedhof hallt, das Einzige ist, was ihre geliebte Großmutter am Leben hält. Damit sie nicht sterben möge, tritt sie dem Schulchor bei, obwohl sie kaum singen kann.
„Leichtfüßig führt IDA WHO SANG SO BADLY EVEN THE DEAD ROSE UP AND JOINED HER IN SONG in die Gefühlswelt dieses sehr ernsten Schulmädchens ein. (…) Mit viel Witz, einer Prise Magie und großer Sympathie für ihre Figuren erzählt Ester Ivakič von einer Kindheit im ländlichen Slowenien der 1970er Jahre zwischen sozialistischer Disziplin und mehr schlecht als recht verstecktem Katholizismus.“ (Susanne Mohr, FilmFestival Cottbus 2025)
Bulgarien / Deutschland / Tschechien 2024, 108 min, Bulgarisch mit deutschen UT
Regie: Stephan Komandarev
März 2020. Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien, wo sie täglich „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, dass Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Arbeitgeber, Kolleg:innen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn beginnen, sich von ihr abzuwenden. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Der bulgarische Regisseur wirft ein Schlaglicht auf prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitskonzepte in Bulgariens Textilindustrie, in der vor allem Frauen für Hungerlöhne arbeiten. Komandarev, dessen Film vom wahren Fall einer während der Pandemie zum Sündenbock gemachten Näherin inspiriert ist, recherchierte intensiv und setzt neben dem Cast auch auf Laiendarsteller*innen aus dem durch die Textilindustrie geprägten Drehort Rudozem sowie auf lange, mit Handkamera gefilmte Szenen. Etiketten mit der Aufschrift „Made in EU“, die Iva und ihre Kolleg*innen in Kleidungsstücke nähen, rahmen die Handlung des Spielfilms, dessen Fabrikaufnahmen dokumentarisch anmuten. Dass die Realität bulgarischer Textilfabriken nicht den Standards entspricht, die Kund*innen aus Nord- oder Westeuropa üblicherweise mit dem gleichnamigen Label verbinden, zeigt MADE IN EU eindrücklich.“ (Stefanie Borowsky, indiekino.de)
„Ähnlich der sozialrealistischen Filme von Ken Loach oder Stéphane Brizé geht auch Stephan Komandarev in MADE IN EU vor, zeigt die Strukturen auf, die eine Frau wie Iva dazu zwingen, trotz Krankheit zu arbeiten, geht aber auch weiter: Ivas Sohn Micho ist im Internet aktiv, postet Videos über sein Leben, verfolgt daher aus erster Hand, wie seine Mutter online diffamiert wird, wie aus kurzen Clips verfälschende Anklagen werden, wie die Medienöffentlichkeit funktioniert. Ein wenig kursorisch wirkt das zwar manchmal, etwas zu schematisch die Probleme und Vorwürfe, denen sich Iva ausgesetzt sieht. Doch immer wieder zeigt Komanderev mit kleinen, beiläufigen Szenen, wie das System funktioniert, wie hier mal ein Regierungsmitarbeiter mit kleinen Geschenken beeinflusst wird, wie dort ein Vorurteil bestätigt wird.“ (Michael Meyns, programmkino.de)
Sowjetunion, 1937: Tausende von Briefen von Häftlingen, die vom Regime zu Unrecht beschuldigt wurden, werden in einer Gefängniszelle verbrannt. Einer erreicht trotz aller Widrigkeiten seinen Bestimmungsort, den Schreibtisch des neu ernannten örtlichen Staatsanwalts Alexander Kornjew.
Kornjew setzt alles daran, den Gefangenen, ein Opfer von Agenten der Geheimpolizei NKWD, zu treffen. Der junge Staatsanwalt, ein engagierter Bolschewik mit Integrität, vermutet ein falsches Spiel. Sein Streben nach Gerechtigkeit führt ihn bis zum Büro des Generalstaatsanwalts in Moskau. Im Zeitalter der großen stalinistischen Säuberungen ist dies der Sturz eines Mannes in die Korridore eines totalitären Regimes, das diesen Namen nicht trägt.
Bei dem Historiendrama handelt es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Georgi Demidow (1908–1987).
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Nach dem Besuch bei Stepanow erlebt Kornew das kafkaeske Gefüge der Generalstaatsanwaltschaft, wo er schließlich auf Wyschinksi trifft. Sein Weg zu ihm und zurück erzählt Loznitsa anhand der Bahnfahrten – und er schafft es mit einem mitunter aufreizend langsamen Handlungstempo meisterhaft, ein zentrales Wesensmerkmal der Repression im Totalitarismus herauszuarbeiten: nämlich jenes des Wartens. (…) Das Wartenlassen als Foltermethode bürokratischer Diktaturen ist so intensiv spürbar, als erlitte man es selbst. Auch merkt man dem idealistischen Staatsanwalt bei jedem Gespräch die Angst an, es könne, was er sagt, gegen ihn verwendet werden. Dass er trotzdem nicht sieht, was wir heute wissen – darin liegt die Tragik dieses herausragenden Kammerspiels. Dass es mit russischen Exilschauspielern gedreht wurde und in Russland nicht in die Kinos kommt, spricht Bände.“ (Felix Müller, Berliner Morgenpost 18.12.2025)
„Wie und warum sollten wir uns heute mit dem diktatorischen System des Sowjetkommunismus auseinandersetzen? Diese Frage beantwortet der ukrainische Regisseur Sergeï Loznitsa mit seinem Film Zwei Staatsanwälte, der zunächst auf die Bedrohung durch Russland Bezug zu nehmen scheint, aber darüber hinaus auch auf die zyklisch wiederkehrenden Diktaturbestrebungen aller Art verweist“ (arte.tv)
„Der Film ist trotz der Zeit, in der er spielt, also kein reiner Blick in die Vergangenheit, sondern heutzutage relevanter als es einem lieb wäre. Loznitsa bietet mit seinem Werk keine Lösung oder Hoffnung – stattdessen hat er vielmehr eine eindrückliche Warnung geschaffen.“ (SPOT)
Polen / Deutschland 2025, 97 min, Polnisch | Englisch | Chinesisch | Arabisch | Romanes mit deutschen + engl. UT
Regie: Arjun Talwar
Eine Straße in der Warschauer Innenstadt ist das Herzstück dieses humorvollen, sehr persönlichen Porträts Polens. Der Filmemacher Arjun Talwar ist vor mehr als zehn Jahren immigriert, hat aber immer noch Schwierigkeiten, in diese Welt zu passen. Die Ulica Wilcza, in der er lebt, macht es ihm nicht gerade leicht. Um seine Integration voranzutreiben und in der Hoffnung, dabei sein eigenes Fremdheitsgefühl zu überwinden, beginnt er, seine Nachbarn zu filmen und seine Beziehungen zu ihnen auf die Probe zu stellen. Mithilfe seiner Freundin Mo, ebenfalls eine migrantische Filmemacherin, entdeckt Arjun verborgene Geheimnisse der Straßen und ihrer Bewohner*innen. Er lernt Menschen kennen, die wie er zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen imaginierter und echter Heimat leben. Wie ein unsichtbares Band verbindet die Straße sie alle und spendet Trost in der Melancholie des Alltags. Entlang dieses kilometerlangen Bandes entsteht ein Bild des modernen Europas, ein Kaleidoskop von Widersprüchen und Ängsten. Einem Land, das oft als homogen, abweisend und politisch rechts wahrgenommen wird, wird hier von einem ausländischen Filmemacher der Spiegel vorgehalten. (Berlinale 2025)
“Dem Filmemacher, der sich trotz langer Anwesenheit in Polen noch immer als ein geduldeter Gast fühlt, öffnen sich Türen und Herzen seiner Nachbarn. Es entblättert sich ein niemals beschönigender, aber doch stets offener Blick auf eine in steter Bewegung befindliche Gesellschaft, von der chinesischen Imbissbuden-Betreiberin über alteingesessene Handwerker bis zur quirligen Roma-Familie. Die abstrakte Vokabel ‘Heimat’ wird zur sinnlichen, stets in Veränderung begriffenen Erfahrung”. (Claus Löser, BLZ 06./07.09.25)
“Von der polnischen Kultur fasziniert, lässt sich Arjun Talwar in Warschau nieder. Zehn Jahre lang lebt er in derselben Straße und beobachtet seine Nachbarn, Postboten, Ladenbesitzer und migrationskritische Demos. Mit seinem ergreifenden Dokumentarfilm LETTERS FROM WOLF STREET wirft Arjun Talwar im Stile Buster Keatons einen wohlwollenden Blick auf sein Leben in Polen.” (Arte)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
Bulgarien / Deutschland / Tschechien 2024, 108 min, Bulgarisch mit deutschen UT
Regie: Stephan Komandarev
März 2020. Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien, wo sie täglich „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, dass Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Arbeitgeber, Kolleg:innen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn beginnen, sich von ihr abzuwenden. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Der bulgarische Regisseur wirft ein Schlaglicht auf prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitskonzepte in Bulgariens Textilindustrie, in der vor allem Frauen für Hungerlöhne arbeiten. Komandarev, dessen Film vom wahren Fall einer während der Pandemie zum Sündenbock gemachten Näherin inspiriert ist, recherchierte intensiv und setzt neben dem Cast auch auf Laiendarsteller*innen aus dem durch die Textilindustrie geprägten Drehort Rudozem sowie auf lange, mit Handkamera gefilmte Szenen. Etiketten mit der Aufschrift „Made in EU“, die Iva und ihre Kolleg*innen in Kleidungsstücke nähen, rahmen die Handlung des Spielfilms, dessen Fabrikaufnahmen dokumentarisch anmuten. Dass die Realität bulgarischer Textilfabriken nicht den Standards entspricht, die Kund*innen aus Nord- oder Westeuropa üblicherweise mit dem gleichnamigen Label verbinden, zeigt MADE IN EU eindrücklich.“ (Stefanie Borowsky, indiekino.de)
„Ähnlich der sozialrealistischen Filme von Ken Loach oder Stéphane Brizé geht auch Stephan Komandarev in MADE IN EU vor, zeigt die Strukturen auf, die eine Frau wie Iva dazu zwingen, trotz Krankheit zu arbeiten, geht aber auch weiter: Ivas Sohn Micho ist im Internet aktiv, postet Videos über sein Leben, verfolgt daher aus erster Hand, wie seine Mutter online diffamiert wird, wie aus kurzen Clips verfälschende Anklagen werden, wie die Medienöffentlichkeit funktioniert. Ein wenig kursorisch wirkt das zwar manchmal, etwas zu schematisch die Probleme und Vorwürfe, denen sich Iva ausgesetzt sieht. Doch immer wieder zeigt Komanderev mit kleinen, beiläufigen Szenen, wie das System funktioniert, wie hier mal ein Regierungsmitarbeiter mit kleinen Geschenken beeinflusst wird, wie dort ein Vorurteil bestätigt wird.“ (Michael Meyns, programmkino.de)
Österreich / Deutschland 2025, 115 min, Russisch | Belarusisch | Englisch | Mandarin mit deutschen UT
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Masha, ein belarusisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.
“WHITE SNAIL lebt von seinem dokumentarischen Antlitz und der sinnhaften bildlichen Symbolik. Ebenso langsam wie sich Schnecken durch ihre Welt bewegen, so ruhig und gemächlich entwickelt sich die Verbindung der beiden Hauptcharaktere in diesem unkonventionellen, dringlichen Mix aus Drama und Romanze.“ (Björn Schneider, filmstarts.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„(…) Die erste Besonderheit dieses Films besteht darin, dass er zum größten Teil in Belarus gedreht wurde. Welche Umstände haben zum Dreh in diesem Land geführt? – EK: WHITE SNAIL hat eine lange Genese. Vor zehn Jahren war ich mit meinem Diplomfilm auf einem Festival in Minsk, wo mir der Maler Mikhail Senkov, unser Hauptdarsteller, vorgestellt wurde. Ich habe ihn in einer Pathologie kennengelernt, wo ich die erste Leiche in meinem Leben gesehen habe – ein Suizid-Opfer. Direkt danach sind wir zu seiner Wohnung, die bis obenhin mit Ölgemälden vollgestellt war. Auf einem Gemälde war eine junge Frau als Tote dargestellt, jedoch mit ganz wachen Augen. Er erklärte mir, dass diese Frau einen Selbstmordversuch überlebt hatte und er mit ihr in Kontakt stand. Das war der Ausgangspunkt und es hat uns nicht mehr losgelassen. (…)
Wie hat sich Belarus als Drehort erwiesen? – EK: Das Projekt ist in seiner Ur-Idee fast zehn Jahre alt. In Belarus hat sich in dieser Zeit viel verändert. Das hat unser Projekt immer wieder neu in Frage gestellt und den Film auf eine Art verändert. Wir haben an unserer Geschichte festhalten, weil aus dieser Region kaum noch Geschichten zu uns gelangen. Den Großteil haben wir in Belarus gedreht, einzelne Locations haben wir dann aber auch in Lettland gedreht.| – LP: Wir hatten eine unglaublich offene, motivierte Crew vor Ort. Leute, die das Kino lieben und mal auf ganz andere Art arbeiten konnten.
Wie sehr stellte eure unkonventionelle Arbeitsweise auch eine Herausforderung dar? – EK: Man muss sagen, dass die dortige Independent-Filmszene auf unkonventionelle Arbeitsweisen angewiesen ist. Ungewöhnlicher war es für die Teammitglieder aus der EU, weil sie einen gewissen „Arthouse-Standard“ gewohnt sind. Was wir dort entworfen haben, war für viele Beteiligte eine Erfahrung von Null an.|– LP: Herausfordernd war gewiss, dass wir so viel on location gedreht haben. Wir wollten viel auf der Straße drehen, haben Komparserie immer so verstanden, dass wir von einem Land, aus dem es so wenige Bilder gibt, etwas zeigen wollten. Es war uns wichtig, so viel wie möglich über das echte Leben dort mitzunehmen.
War WHITE SNAIL zunächst eine urbane Erzählung, in die die Natur erst später eingeflossen ist? – EK: Die Natur war schon sehr früh ein Teil der Erzählung, weil sie in Belarus sehr wichtig ist. Vieles im Film beruht auf den Biografien von Masha und Misha, der Rest auf unseren persönlichen Erlebnissen im Zuge unserer Entdeckungsreise über diese zehn Jahre hinweg. Am Land findet man alte Dörfer, wo es Seher:innen gibt, wo schamanische Rituale stattfinden, die wir auch am eigenen Körper ausgetestet haben. So sind wir zu diesen Orten und Geschichten gekommen. (…)
Im Spannungsfeld Stadt und Natur ist auch der Umgang mit dem Licht sehr interessant. Welche Rolle kommt dabei dem künstlichen, bunten Licht vom Handy, von den Stadt- und Discolichtern als wesentlichen ästhetischen Momenten zu? – LP: Für uns stand fest, dass wir gegen das Klischee arbeiten müssen, weil wir selbst überrascht waren, mit welcher Idee von Minsk wir unsere erste Reise angetreten hatten. Wir hatten uns Tristesse und Plattenbauten vorgestellt. Wir waren erstaunt, welche wilden Farben dort die Nächte bestimmten, auch die Architektur ist sehr abenteuerlich, weil alles nebeneinander existiert. Es gibt nach chinesischem Vorbild gebaute Trabantensiedlungen, die sehr futuristisch ausschauen, Malls, die extrem bunt beleuchtet sind.| – EK: Die Modernität der Stadt hat uns beeindruckt, Minsk ist klinisch sauber, modern durchgeplant. Das hat unsere Verwendung des Lichts bestimmt, aber auch der Umstand, dass Licht dort in jeden Winkel dringt und es keinen nicht ausgeleuchteten Raum gibt.”
(Karin Schiefer | AUSTRIAN FILMS im Gespräch mit Elsa Kremser und Levin Peter)
Polen / Deutschland 2025, 97 min, Polnisch | Englisch | Chinesisch | Arabisch | Romanes mit deutschen + engl. UT
Regie: Arjun Talwar
Eine Straße in der Warschauer Innenstadt ist das Herzstück dieses humorvollen, sehr persönlichen Porträts Polens. Der Filmemacher Arjun Talwar ist vor mehr als zehn Jahren immigriert, hat aber immer noch Schwierigkeiten, in diese Welt zu passen. Die Ulica Wilcza, in der er lebt, macht es ihm nicht gerade leicht. Um seine Integration voranzutreiben und in der Hoffnung, dabei sein eigenes Fremdheitsgefühl zu überwinden, beginnt er, seine Nachbarn zu filmen und seine Beziehungen zu ihnen auf die Probe zu stellen. Mithilfe seiner Freundin Mo, ebenfalls eine migrantische Filmemacherin, entdeckt Arjun verborgene Geheimnisse der Straßen und ihrer Bewohner*innen. Er lernt Menschen kennen, die wie er zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen imaginierter und echter Heimat leben. Wie ein unsichtbares Band verbindet die Straße sie alle und spendet Trost in der Melancholie des Alltags. Entlang dieses kilometerlangen Bandes entsteht ein Bild des modernen Europas, ein Kaleidoskop von Widersprüchen und Ängsten. Einem Land, das oft als homogen, abweisend und politisch rechts wahrgenommen wird, wird hier von einem ausländischen Filmemacher der Spiegel vorgehalten. (Berlinale 2025)
“Dem Filmemacher, der sich trotz langer Anwesenheit in Polen noch immer als ein geduldeter Gast fühlt, öffnen sich Türen und Herzen seiner Nachbarn. Es entblättert sich ein niemals beschönigender, aber doch stets offener Blick auf eine in steter Bewegung befindliche Gesellschaft, von der chinesischen Imbissbuden-Betreiberin über alteingesessene Handwerker bis zur quirligen Roma-Familie. Die abstrakte Vokabel ‘Heimat’ wird zur sinnlichen, stets in Veränderung begriffenen Erfahrung”. (Claus Löser, BLZ 06./07.09.25)
“Von der polnischen Kultur fasziniert, lässt sich Arjun Talwar in Warschau nieder. Zehn Jahre lang lebt er in derselben Straße und beobachtet seine Nachbarn, Postboten, Ladenbesitzer und migrationskritische Demos. Mit seinem ergreifenden Dokumentarfilm LETTERS FROM WOLF STREET wirft Arjun Talwar im Stile Buster Keatons einen wohlwollenden Blick auf sein Leben in Polen.” (Arte)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
Bulgarien / Deutschland / Tschechien 2024, 108 min, Bulgarisch mit deutschen UT
Regie: Stephan Komandarev
März 2020. Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien, wo sie täglich „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, dass Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Arbeitgeber, Kolleg:innen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn beginnen, sich von ihr abzuwenden. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Der bulgarische Regisseur wirft ein Schlaglicht auf prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitskonzepte in Bulgariens Textilindustrie, in der vor allem Frauen für Hungerlöhne arbeiten. Komandarev, dessen Film vom wahren Fall einer während der Pandemie zum Sündenbock gemachten Näherin inspiriert ist, recherchierte intensiv und setzt neben dem Cast auch auf Laiendarsteller*innen aus dem durch die Textilindustrie geprägten Drehort Rudozem sowie auf lange, mit Handkamera gefilmte Szenen. Etiketten mit der Aufschrift „Made in EU“, die Iva und ihre Kolleg*innen in Kleidungsstücke nähen, rahmen die Handlung des Spielfilms, dessen Fabrikaufnahmen dokumentarisch anmuten. Dass die Realität bulgarischer Textilfabriken nicht den Standards entspricht, die Kund*innen aus Nord- oder Westeuropa üblicherweise mit dem gleichnamigen Label verbinden, zeigt MADE IN EU eindrücklich.“ (Stefanie Borowsky, indiekino.de)
„Ähnlich der sozialrealistischen Filme von Ken Loach oder Stéphane Brizé geht auch Stephan Komandarev in MADE IN EU vor, zeigt die Strukturen auf, die eine Frau wie Iva dazu zwingen, trotz Krankheit zu arbeiten, geht aber auch weiter: Ivas Sohn Micho ist im Internet aktiv, postet Videos über sein Leben, verfolgt daher aus erster Hand, wie seine Mutter online diffamiert wird, wie aus kurzen Clips verfälschende Anklagen werden, wie die Medienöffentlichkeit funktioniert. Ein wenig kursorisch wirkt das zwar manchmal, etwas zu schematisch die Probleme und Vorwürfe, denen sich Iva ausgesetzt sieht. Doch immer wieder zeigt Komanderev mit kleinen, beiläufigen Szenen, wie das System funktioniert, wie hier mal ein Regierungsmitarbeiter mit kleinen Geschenken beeinflusst wird, wie dort ein Vorurteil bestätigt wird.“ (Michael Meyns, programmkino.de)
Österreich / Deutschland 2025, 115 min, Russisch | Belarusisch | Englisch | Mandarin mit deutschen UT
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Masha, ein belarusisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.
“WHITE SNAIL lebt von seinem dokumentarischen Antlitz und der sinnhaften bildlichen Symbolik. Ebenso langsam wie sich Schnecken durch ihre Welt bewegen, so ruhig und gemächlich entwickelt sich die Verbindung der beiden Hauptcharaktere in diesem unkonventionellen, dringlichen Mix aus Drama und Romanze.“ (Björn Schneider, filmstarts.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„(…) Die erste Besonderheit dieses Films besteht darin, dass er zum größten Teil in Belarus gedreht wurde. Welche Umstände haben zum Dreh in diesem Land geführt? – EK: WHITE SNAIL hat eine lange Genese. Vor zehn Jahren war ich mit meinem Diplomfilm auf einem Festival in Minsk, wo mir der Maler Mikhail Senkov, unser Hauptdarsteller, vorgestellt wurde. Ich habe ihn in einer Pathologie kennengelernt, wo ich die erste Leiche in meinem Leben gesehen habe – ein Suizid-Opfer. Direkt danach sind wir zu seiner Wohnung, die bis obenhin mit Ölgemälden vollgestellt war. Auf einem Gemälde war eine junge Frau als Tote dargestellt, jedoch mit ganz wachen Augen. Er erklärte mir, dass diese Frau einen Selbstmordversuch überlebt hatte und er mit ihr in Kontakt stand. Das war der Ausgangspunkt und es hat uns nicht mehr losgelassen. (…)
Wie hat sich Belarus als Drehort erwiesen? – EK: Das Projekt ist in seiner Ur-Idee fast zehn Jahre alt. In Belarus hat sich in dieser Zeit viel verändert. Das hat unser Projekt immer wieder neu in Frage gestellt und den Film auf eine Art verändert. Wir haben an unserer Geschichte festhalten, weil aus dieser Region kaum noch Geschichten zu uns gelangen. Den Großteil haben wir in Belarus gedreht, einzelne Locations haben wir dann aber auch in Lettland gedreht.| – LP: Wir hatten eine unglaublich offene, motivierte Crew vor Ort. Leute, die das Kino lieben und mal auf ganz andere Art arbeiten konnten.
Wie sehr stellte eure unkonventionelle Arbeitsweise auch eine Herausforderung dar? – EK: Man muss sagen, dass die dortige Independent-Filmszene auf unkonventionelle Arbeitsweisen angewiesen ist. Ungewöhnlicher war es für die Teammitglieder aus der EU, weil sie einen gewissen „Arthouse-Standard“ gewohnt sind. Was wir dort entworfen haben, war für viele Beteiligte eine Erfahrung von Null an.|– LP: Herausfordernd war gewiss, dass wir so viel on location gedreht haben. Wir wollten viel auf der Straße drehen, haben Komparserie immer so verstanden, dass wir von einem Land, aus dem es so wenige Bilder gibt, etwas zeigen wollten. Es war uns wichtig, so viel wie möglich über das echte Leben dort mitzunehmen.
War WHITE SNAIL zunächst eine urbane Erzählung, in die die Natur erst später eingeflossen ist? – EK: Die Natur war schon sehr früh ein Teil der Erzählung, weil sie in Belarus sehr wichtig ist. Vieles im Film beruht auf den Biografien von Masha und Misha, der Rest auf unseren persönlichen Erlebnissen im Zuge unserer Entdeckungsreise über diese zehn Jahre hinweg. Am Land findet man alte Dörfer, wo es Seher:innen gibt, wo schamanische Rituale stattfinden, die wir auch am eigenen Körper ausgetestet haben. So sind wir zu diesen Orten und Geschichten gekommen. (…)
Im Spannungsfeld Stadt und Natur ist auch der Umgang mit dem Licht sehr interessant. Welche Rolle kommt dabei dem künstlichen, bunten Licht vom Handy, von den Stadt- und Discolichtern als wesentlichen ästhetischen Momenten zu? – LP: Für uns stand fest, dass wir gegen das Klischee arbeiten müssen, weil wir selbst überrascht waren, mit welcher Idee von Minsk wir unsere erste Reise angetreten hatten. Wir hatten uns Tristesse und Plattenbauten vorgestellt. Wir waren erstaunt, welche wilden Farben dort die Nächte bestimmten, auch die Architektur ist sehr abenteuerlich, weil alles nebeneinander existiert. Es gibt nach chinesischem Vorbild gebaute Trabantensiedlungen, die sehr futuristisch ausschauen, Malls, die extrem bunt beleuchtet sind.| – EK: Die Modernität der Stadt hat uns beeindruckt, Minsk ist klinisch sauber, modern durchgeplant. Das hat unsere Verwendung des Lichts bestimmt, aber auch der Umstand, dass Licht dort in jeden Winkel dringt und es keinen nicht ausgeleuchteten Raum gibt.”
(Karin Schiefer | AUSTRIAN FILMS im Gespräch mit Elsa Kremser und Levin Peter)
Deutschland / Ungarn / Frankreich / Cina 2025, 147 min, Deutsch | tw. Englisch mit deutschen UT
Regie: Ildikó Enyedi
Im Herzen des botanischen Gartens der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über hundert Jahren ist er stiller Zeuge – Beobachter leiser, tiefgreifender Veränderungen im Leben dreier Menschen. 2020 wagt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong, der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, ein ungewöhnliches Experiment mit dem uralten Baum. 1972 erfährt ein junger Student eine innere Wandlung – ausgelöst durch die konzentrierte Beobachtung einer einfachen Geranie. 1908 folgt die erste Studentin der Universität ihrer Leidenschaft für die Fotografie – und entdeckt durch das Objektiv ihrer Kamera die verborgenen Muster des Universums.
Nach dem Goldenen-Bären-Gewinner KÖRPER UND SEELE präsentiert die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi mit SILENT FRIEND ein poetisches, sensibles Werk, in dem die Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen zum Sinnbild für die universelle Sehnsucht nach Verbundenheit wird. In den stillen Versuchen ihrer Protagonisten, sich mit der Welt, der Natur und mit sich selbst zu verbinden, entfaltet sich eine berührende Geschichte über Zugehörigkeit, Wandel – und die Schönheit der Sehnsucht.
„(…) Die Kamera verweilt auf Details: das Zittern eines Blattes im Wind, die feinen Linien einer Pflanzenstruktur, das changierende Licht zwischen den Jahreszeiten. Es ist ein Kino der Wahrnehmung, das den Zuschauer nicht mit Handlung überfällt, sondern ihn einlädt, langsamer zu werden, genauer hinzusehen. Manche Szenen wirken wie aus einer Naturdokumentation, andere erinnern an testhafte 4K-Bilder, die technische Perfektion mit hypnotischer Ruhe verbinden. Doch in dieser Spannung liegt die Kraft: Das Alltägliche wird ungewöhnlich, das scheinbar Nebensächliche rückt in den Mittelpunkt. Ein zentrales Motiv des Films ist die Wissenschaft, allerdings nicht in ihrer nüchternen, messenden Form, sondern als Neugier, als kindliche Lust am Entdecken. Der Film feiert die Forschung als eine Art Poesie, die nicht alle Antworten kennt, aber Fragen stellt. Dass eine Pflanze uns letztlich fremd bleibt, dass wir nie wissen werden, ‚wie es ist, ein Baum zu sein‘, wird nicht als Scheitern verstanden, sondern als Chance. Wir erkennen uns in unserer Begrenztheit, und genau darin liegt Würde. (…)
Enyedi hat keinen politischen Film gedreht, sondern einen Rückzugsraum geschaffen, in dem Fragen nach Zugehörigkeit, Vergänglichkeit und Verbundenheit leise gestellt werden. Dass dies gerade jetzt, in Zeiten der Unsicherheit, eine besondere Wirkung entfaltet, ist kein Zufall.
Am Ende steht dieser Baum. Verwurzelt in Marburg, größer gemacht durch Spezialeffekte, aber immer doch er selbst. Er überdauert Generationen, Ideen, Ideologien. Während die Figuren kommen und gehen, forschen, lieben, scheitern, wächst er einfach weiter. SILENT FRIEND ist damit mehr als nur ein Film über Natur: Es ist ein Film über unser Menschsein, über unsere Fragilität und unsere Sehnsucht, irgendwo dazuzugehören.“ (Mia Pflüger, kino-zeit.de)
Bulgarien / Deutschland / Tschechien 2024, 108 min, Bulgarisch mit deutschen UT
Regie: Stephan Komandarev
März 2020. Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien, wo sie täglich „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, dass Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Arbeitgeber, Kolleg:innen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn beginnen, sich von ihr abzuwenden. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
„Der bulgarische Regisseur wirft ein Schlaglicht auf prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitskonzepte in Bulgariens Textilindustrie, in der vor allem Frauen für Hungerlöhne arbeiten. Komandarev, dessen Film vom wahren Fall einer während der Pandemie zum Sündenbock gemachten Näherin inspiriert ist, recherchierte intensiv und setzt neben dem Cast auch auf Laiendarsteller*innen aus dem durch die Textilindustrie geprägten Drehort Rudozem sowie auf lange, mit Handkamera gefilmte Szenen. Etiketten mit der Aufschrift „Made in EU“, die Iva und ihre Kolleg*innen in Kleidungsstücke nähen, rahmen die Handlung des Spielfilms, dessen Fabrikaufnahmen dokumentarisch anmuten. Dass die Realität bulgarischer Textilfabriken nicht den Standards entspricht, die Kund*innen aus Nord- oder Westeuropa üblicherweise mit dem gleichnamigen Label verbinden, zeigt MADE IN EU eindrücklich.“ (Stefanie Borowsky, indiekino.de)
„Ähnlich der sozialrealistischen Filme von Ken Loach oder Stéphane Brizé geht auch Stephan Komandarev in MADE IN EU vor, zeigt die Strukturen auf, die eine Frau wie Iva dazu zwingen, trotz Krankheit zu arbeiten, geht aber auch weiter: Ivas Sohn Micho ist im Internet aktiv, postet Videos über sein Leben, verfolgt daher aus erster Hand, wie seine Mutter online diffamiert wird, wie aus kurzen Clips verfälschende Anklagen werden, wie die Medienöffentlichkeit funktioniert. Ein wenig kursorisch wirkt das zwar manchmal, etwas zu schematisch die Probleme und Vorwürfe, denen sich Iva ausgesetzt sieht. Doch immer wieder zeigt Komanderev mit kleinen, beiläufigen Szenen, wie das System funktioniert, wie hier mal ein Regierungsmitarbeiter mit kleinen Geschenken beeinflusst wird, wie dort ein Vorurteil bestätigt wird.“ (Michael Meyns, programmkino.de)
Sa. 28.02.
20:15 Uhr
Alles Kohle? BLAUBEEREN – WINTERLIEB – WUHLO, eine Langzeitbeobachtung // CERNE JAGODY – LIBAWKA – KOHLE, dołhodobne wobkedźbowanje | Drei Dokumentarfilme von Maja Nagel und Julius Günzel
– in Anwesenheit der Filmemacher Maja Nagel und Julius Günzel
Das Gebiet der Muskauer Heide wurde von Julius Günzel und Maja Nagel über einen Zeitraum von zwölf Jahren filmisch beobachtet. In den drei Dokumentarfilmen werden die geografischen und kulturellen Veränderungen dieser vom Braunkohletagebau geprägten Region in Bildern und Gesprächen gezeigt. Wer davon nicht unmittelbar betroffen ist, blendet dieses Geschehen in der Regel aus, obwohl das Abtragen dieser einzigartigen, sorbisch geprägten Kulturlandschaft Sachsens nach wie vor in hohem Tempo voranschreitet und das Leben der dort verwurzelten Menschen radikal beeinflusst.
CERNE JAGODY/ BLAUBEEREN, D 2013, 15 min
Edith Penk besucht täglich eine stattliche Buche. Sie sammelt Blaubeeren in der Muskauer Heide. Doch der heranrückende Tagebau bedroht diese Landschaft.
LIBAWKA/ WINTERLIEB, D 2020, 30 min
Edith und Kito Penk aus Rohne streifen durch die Muskauer Heide, registrieren deren Verschwinden und kämpfen weiter gegen den Tagebau.
KOHLE / WUHLO, D 2024, 53 min
Der Kohleabbau steht vor dem Aus, aber die Grubenkante rückt weiter die Widersprüche und Probleme in der Region der mittleren Lausitz, bedrohlich näher. Das Hin und Her um die Kohleförderung offenbart am Rande des Tagebaus.
VORFILM: MÓC Z WUHLOM RYSOWAĆ / KOHLE MACHT BILDER
D 2024, 7 min, R: Maja Nagel
ein Zusammenspiel von Jazzklängen des Musikers Joe Sachse mit gestischer Zeichnung
Mi. 04.03.
10:00 Uhr
Spatzenkino – Bunte Ostern
– nur mit Voranmeldung! | reservierung@spatzenkino.de | Service-Telefon 449 47 50
Der Hahn versperrt den Zugang zum Hühnerstall. Wie kommen die Osterhasen jetzt an die Eier? Regie: Dace Rīdūze, LV 2015, Computeranimation, 10 Min.
Die Natur erwacht – eine Hummelkönigin
Eine Hummelkönigin fliegt brummend über die Frühlingswiese. Sie sucht den besten Platz für ihr Nest. Regie: Christopher Paul, D 2008, Dokumentation, 5 Min.
Kopf in den Wolken
Wolken sind die große Liebe des kleinen Eichhörnchens. Es wird nicht müde, sie zu fotografieren. Regie: Rémi Durin, FR 2023, Zeichentrickfilm, 11 Min.
Knurri und der Eierdieb
Das Häschen Knurri schüttelt den gefräßigen Dachs ab und erfindet nebenbei die bunten Eier. Regie: Jörg d’Bomba, DDR 1980/81, Puppentrickfilm, 10 Min.