Bärbel Bohley war eine ostdeutsche Künstlerin und Bürgerrechtlerin. Sie wurde 1988 als Oppositionelle in der DDR verhaftet und zwangsweise in den Westen abgeschoben. Über die Zeit in Westdeutschland und ihre Reisen nach England, Frankreich und Italien, sowie ihre Begegnungen mit westeuropäischen Intellektuellen und Politikern und Politikerinnen führte sie ein Tagebuch als Zeugnis ihres ungebrochenen Widerstands. Nach 6 Monaten erkämpfte sie ihre Rückkehr in die DDR – ein einmaliger Vorgang. Sie wurde Mitbegründerin der Bürgerrechtsbewegung ‚Neues Forum‘ und das prominente Gesicht der friedlichen Revolution 1989. Sie verstarb 2010 an Krebs. Die kurze intensive Phase radikaler Veränderung 1988–89 in der DDR steht im Fokus des Films. Parallel zu den Stationen des Tagebuchs, denen die Filmerzählung folgt, schildern enge Freunde und Mitstreiterinnen ihre eigenen Erfahrungen mit der Staatssicherheit, den perfiden Unterdrückungsmaßnahmen und den Haftbedingungen im Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen. Auch die Frage, ob politische Häftlinge in den Gefängnissen möglicherweise radioaktiv verstrahlt wurden, wirft ein neues Licht auf das Regime der DDR. Zudem ergänzen die Protagonisten und Protagonistinnen die eigenen Aussagen Bohleys durch ihre Perspektive auf ihre Ausbürgerung und ihre Biografie.
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Frankreich 2026, 93 min, Russisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Lena Karbe
Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
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В центре сюжета — трое психологов-волонтеров московской горячей линии помощи. С начала полномасштабного вторжения в Украину их работа превратилась в ежедневное противостояние последствиям пропаганды. Герои пытаются сохранить профессиональную этику, балансируя на опасном краю:
• Где грань между помощью человеку и невольным соучастием в системе? • Что на самом деле означает «нейтралитет» психолога в тоталитарных условиях? • Как спасти чужую психику, не разрушив свою собственную?
Этот фильм — результат трёх лет работы в условиях строжайшей секретности. Перед нами коллективная психограмма российского общества и глубокое исследование того, как авторитарный режим подтачивает основы человечности и гражданского сознания.
«Внутренние эмигранты» фиксируют тот самый момент, когда личная безопасность и профессиональный долг вступают в неразрешимый конфликт.
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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Deutschland / Frankreich 2026, 93 min, Russisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Lena Karbe
Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
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В центре сюжета — трое психологов-волонтеров московской горячей линии помощи. С начала полномасштабного вторжения в Украину их работа превратилась в ежедневное противостояние последствиям пропаганды. Герои пытаются сохранить профессиональную этику, балансируя на опасном краю:
• Где грань между помощью человеку и невольным соучастием в системе? • Что на самом деле означает «нейтралитет» психолога в тоталитарных условиях? • Как спасти чужую психику, не разрушив свою собственную?
Этот фильм — результат трёх лет работы в условиях строжайшей секретности. Перед нами коллективная психограмма российского общества и глубокое исследование того, как авторитарный режим подтачивает основы человечности и гражданского сознания.
«Внутренние эмигранты» фиксируют тот самый момент, когда личная безопасность и профессиональный долг вступают в неразрешимый конфликт.
Mi. 08.07.
20:00 Uhr
Saxophon Susi
, Stumm mit Livemusikbegleitung! – IN WEITER FERNE, SO NAH! Retrospektive-Eröffnung mit anschließendem Umtrunk | Am Flügel live begleitet von Eunice Martins | Einführung: Michael Omasta | Reservierung empfohlen!
Deutschland 1928, 83 min, DCP, restaurierte Export-Fassung, Stumm mit deutschen + franz. Zwischentiteln
am Flügel live begleitet von Eunice Martins
Regie: Carl Lamač
Eine junge Frau träumt im Internat von einer Karriere als Jazz-Musikerin und gerät in London in ein turbulentes Verwechslungsspiel zwischen bürgerlicher Moral und der Freiheit der Jazz-Ära.
Regisseur Karel Lamač und Anny Ondra bringen den Prager Charme und unfehlbaren Slapstick in die Berliner Studios — ein funkelndes Dokument dafür, wie fließend die Grenzen zwischen Prag und Berlin in der Blütezeit des Stummfilms waren.
“In der Kinolandschaft der späten 1920er-Jahre gelingt mit SAXOPHON SUSI ein faszinierender Brückenschlag innerhalb der europäischen Filmmoderne. Dass diese Produktion der Berliner Aafa-Film den spezifischen Prager Charme und ein unfehlbares Gespür für Slapstick in die deutschen Ateliers brachte, verdankt sie dem kreativen Kern um Regisseur Karel Lamač und der Schauspielerin Anny Ondra. Das kreative Duo revolutionierte als Teil der „Starken Vier“ (gemeinsam mit Kameramann Otto Heller und Autor Václav Wasserman) das tschechische Kino. Lamač, der in Prag geboren wurde und dort seine Karriere begann, fand in der ebenfalls dort aufgewachsenen, gebürtig aus Tarnów stammenden Ondra seine ideale Partnerin.
Die Handlung des Films führt in die Welt der jungen Susi, die im strengen Internat von einer Karriere als Jazz-Musikerin träumt. Als sie nach London reist, um das Erbe ihres Onkels anzutreten, gerät sie in ein turbulentes Verwechslungsspiel zwischen bürgerlicher Moral und der Freiheit der Jazz-Ära.
Lamač inszeniert den Film als rasante Komödie, die den kulturellen Austausch jener Zeit atmet. Er nutzt die technischen Möglichkeiten der Berliner Studios, um das Lebensgefühl einer Generation einzufangen, die zu den Rhythmen des Saxophons die alten Konventionen wegblasen wollte. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie fließend die Grenzen zwischen Prag und Berlin in der Blütezeit des Stummfilms waren.” (Linda Söffker)
Do. 09.07.
18:00 Uhr
Ze soboty na neděli / Von Samstag auf Sonntag aka Erlebnis einer Nacht
, OmeU – IN WEITER FERNE, SO NAH! | Einführung: Brigitte Mayr
Tschechoslowakei 1931, 70 min, tschechische Originalfassung mit englischen UT
Regie: Gustav Machatý
Zwei junge Stenotypistinnen, die nach einer Woche anstrengender Arbeit dem Trott des Büro-Alltags entfliehen wollen, suchen am Samstagabend Entspannung in einem Prager Nacht-Club. Die eine, eher schüchtern, begleitet ihre aufdringliche Kollegin, die sich von Sugar-Daddies finanzielle Zuwendungen erhofft, nur widerwillig. Als einer der älteren reichen Männer zudringlich wird, rennt sie hinaus in die regnerische Nacht und findet Zuflucht in einer Arbeiterkneipe. Dort bahnt sich durch eine unerwartete Begegnung zum Sonntagmorgen hin eine zarte Liebesgeschichte an, die aber schwere Prüfungen zu bestehen hat.
Mit diesem brillanten „Milieutonfilm“, der in der Zeit der großen wirtschaftlichen Krise auch die kleinen privaten spiegelt, legt Regisseur Machatý sein Meisterstück vor – zwei Jahre vor Ekstase, der ziemlich mau wirkt gegen den Drive dieses romantisch-poetischen und zugleich realistischen Psychodramas. Der Ton wird nicht als Untermalung, sondern kontrapunktisch zum Bild eingesetzt, visuelle Mittel der Montage, Überblendung, Kadrierung verstärken den filmsprachlichen Ausdruck, die scharfsinnig gezeichneten Figuren zeigen ein feines Gespür für soziale Kontexte. Das Drehbuch verfasste Machatý mit dem führenden Avantgardisten Vítězslav Nezval, mit dem er, wie auch mit seinem Ausstatter, dem Experimentalfilmer Alexander Hackenschmied, schon bei Erotikon zusammengearbeitet hatte. Die hervorragende Filmmusik stammt von Jaroslav Ježek, einer wegweisenden Figur des tschechischen Jazz. (Brigitte Mayr)
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
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REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
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REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
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REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
Deutschland / Frankreich 2026, 93 min, Russisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Lena Karbe
Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
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В центре сюжета — трое психологов-волонтеров московской горячей линии помощи. С начала полномасштабного вторжения в Украину их работа превратилась в ежедневное противостояние последствиям пропаганды. Герои пытаются сохранить профессиональную этику, балансируя на опасном краю:
• Где грань между помощью человеку и невольным соучастием в системе? • Что на самом деле означает «нейтралитет» психолога в тоталитарных условиях? • Как спасти чужую психику, не разрушив свою собственную?
Этот фильм — результат трёх лет работы в условиях строжайшей секретности. Перед нами коллективная психограмма российского общества и глубокое исследование того, как авторитарный режим подтачивает основы человечности и гражданского сознания.
«Внутренние эмигранты» фиксируют тот самый момент, когда личная безопасность и профессиональный долг вступают в неразрешимый конфликт.
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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Deutschland / Frankreich 2026, 93 min, Russisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Lena Karbe
Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
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В центре сюжета — трое психологов-волонтеров московской горячей линии помощи. С начала полномасштабного вторжения в Украину их работа превратилась в ежедневное противостояние последствиям пропаганды. Герои пытаются сохранить профессиональную этику, балансируя на опасном краю:
• Где грань между помощью человеку и невольным соучастием в системе? • Что на самом деле означает «нейтралитет» психолога в тоталитарных условиях? • Как спасти чужую психику, не разрушив свою собственную?
Этот фильм — результат трёх лет работы в условиях строжайшей секретности. Перед нами коллективная психограмма российского общества и глубокое исследование того, как авторитарный режим подтачивает основы человечности и гражданского сознания.
«Внутренние эмигранты» фиксируют тот самый момент, когда личная безопасность и профессиональный долг вступают в неразрешимый конфликт.
Mo. 13.07.
19:00 Uhr
DEFA-Stiftung präsentiert: Carl Heinz Choynski zum 90. | Kurzfilmprogramm
– Anschließend Gespräch mit Carl Heinz Choynski | Moderation: Mirko Wiermann (DEFA-Stiftung)
Karlheinz Mund | Iris Gusner | Clara Zoë My-Linh von Arnim
Die DEFA-Stiftung widmet Carl Heinz Choynski anlässlich seines 90. Geburtstages am 31. Mai einen Filmabend und präsentiert drei Werke, die unterschiedliche Facetten der nunmehr 65 Jahre währenden Karriere des Schauspielers beleuchten.
Nach einer Lehre als Fernmeldemechaniker studierte Choynski an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Umfangreiche Theaterarbeit stand im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens, so zuvorderst ein langjähriges Engagement am Berliner Ensemble von 1965 bis 1993. Im DEFA-Spielfilm war Carl Heinz Choynski ab 1968 aktiv: Mit einer Vielzahl kleiner wie großer Rollen profilierte er sich in Arbeiten von Siegfried Kühn, Roland Gräf, Iris Gusner oder Heiner Carow als versierter Charakterdarsteller, dessen Auftritte oft zu prägenden Momenten der jeweiligen Filme wurden. Seit den 1970er Jahren war er ebenso in zahlreichen Fernsehproduktionen zu erleben – ein Arbeitsfeld, das ihm auch nach der Wende erhalten blieb und bis heute beachtliche Erfolge einbrachte.
Der Kurz-Dokumentarfilm HARLEKIN, PANTALONE UND WIR (1965) von Karlheinz Mund steht am Beginn von Choynskis Arbeit als Schauspieler und porträtiert seine ersten künstlerischen Schritte im Berliner Pantomimenstudio um Eberhard Kube. Iris Gusners für das Fernsehen der DDR produzierter Film MAN NENNT MICH JETZT MIMI… (1976) hinterfragt komödiantisch Geschlechterstereotypien, wobei Choynski und Ursula Werner als Ehegatten agieren und in die Rolle des jeweils anderen Geschlechts schlüpfen. Fast 50 Jahre später treffen Carl Heinz Choynski und Ursula Werner erneut aufeinander und spielen im vierten Teil der ARD-Fernsehserie MARZAHN MON AMOUR (2025) auf berührende Weise ein Paar, das sich kurz vor seinem 50. Hochzeitstag den dunkelsten Seiten des Älterwerdens stellen muss. (Mirko Wiermann).
Mit herzlichem Dank an das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) Potsdam-Babelsberg.
PROGRAMM:
Harlekin, Pantalone und wir Karlheinz Mund DDR 1965 35mm| 13 min
Man nennt mich jetzt Mimi… Iris Gusner DDR 1976 35mm | 35 min
Marzahn Mon Amour: Folge 4 Clara Zoë My-Linh von Arnim D 2025 HD mp4 file | 24 min
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
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REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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Prag, Mitte der 1960er Jahre: In den Korridoren, Schnitt- und Proberäumen der Filmfakultät der Akademie der musischen Künste (FAMU) formiert sich eine Generation, die gerade dabei ist, das internationale Kino zu erobern. Haro Senft, seinerseits Mitunterzeichner des Oberhausener Manifests und so auch einer der ehrgeizigen Erneuerer des deutschen Films, reiste 1965 nach Prag und drehte dort einen Dokumentarfilm über diese außergewöhnliche Institution – und über den Geist, der darin herrschte.
Heraus kam ein beredtes zeithistorisches Dokument. Senft ließ Studierende und Lehrende zu Wort kommen, beobachtete Aufnahmeprüfungen, Dreharbeiten und Diskussionen: Miloš Forman spricht über das Verhältnis von Kino und Wirklichkeit, Věra Chytilová über Eigenständigkeit und Risiko, Jiří Menzel über die Schule als Freiraum. Václav Havel, noch vor seinem weltpolitischen Ruhm, ist ebenso zu sehen wie zahlreiche weitere Protagonistinnen und Protagonisten der Tschechoslowakischen Neuen Welle.
Ein Anlass zum Sprechen wirkt wie eine Zeitkapsel, in der ein Moment der europäischen Zeit‑, Kultur- und Filmgeschichte konserviert ist, da viel Zukunft in der Luft lag – kurz vor dem Prager Frühling und dem darauffolgenden Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts, der dieser Zukunft ein abruptes und brutales Ende setzte. (Ralph Eue)
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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Während im Hintergrund der Zweite Weltkrieg tobt, steht der junge Eisenbahn-Angestellte Milos mit seiner Männlichkeit auf Kriegsfuß. Er sei ein Mann, erklärt er nach der lang ersehnten, aber unerquicklich verlaufenen ersten Nacht mit der Zugbegleiterin Masa, doch sobald er es beweisen müsse, sei er keiner mehr. Das Problem, vorzeitige Ejakulation, wiegt schwer: Einen versuchten Suizid im Bordell und eine fragwürdige psychiatrische Diagnose später, macht Milos unverhofft die Bekanntschaft einer erfahrenen Partisanin mit dem sprechenden Namen Viktoria Freie. Über Nacht „zum Mann“ geworden, besitzt er ein neues – leider nur allzu trügerisches – Gefühl der Unverwundbarkeit und schließt sich einer Aktion der Widerstandsbewegung an.
Ostre sledované vlaky, das Spielfilmdebüt von Jiří Menzel, wurde 1968 mit einem Oscar als bester internationaler Film ausgezeichnet. Die literarische Vorlage zu dieser Tragikomödie aus der Provinz stammt von Bohumil Hrabal, dessen satirisch-verschmitzte Erzählungen vielen Regisseuren der tschechoslowakischen Neuen Welle als wichtige Inspirationsquelle diente. So beispielsweise auch Ivan Passers Kurzfilm Fádní odpoledne, den wir im Vorprogramm zeigen. (Michael Omasta)
Vorfilm:
FÁDNÍ ODPOLEDNE / EIN FADER NACHMITTAG
ČSSR 1964, 14 min, OmeU, R: Ivan Passer
„Ivan Passers Kurzfilm EIN FADER NACHMITTAG zeigte auf den ersten Blick nicht mehr als eine sonntägliche Kneipe mit kartenspielenden Frauen, trinkenden Männern, einem unwirschen Wirt und einem jungen Burschen, der ein Buch liest und deshalb argwöhnisch beäugt wird. Und doch öffnete sich mit diesen impressionistischen Bildern ein kleines Welttheater.“ (Ralf Schenk, Filmdienst 01.09.1998)
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Deutschland / Frankreich 2026, 93 min, Russisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Lena Karbe
Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
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В центре сюжета — трое психологов-волонтеров московской горячей линии помощи. С начала полномасштабного вторжения в Украину их работа превратилась в ежедневное противостояние последствиям пропаганды. Герои пытаются сохранить профессиональную этику, балансируя на опасном краю:
• Где грань между помощью человеку и невольным соучастием в системе? • Что на самом деле означает «нейтралитет» психолога в тоталитарных условиях? • Как спасти чужую психику, не разрушив свою собственную?
Этот фильм — результат трёх лет работы в условиях строжайшей секретности. Перед нами коллективная психограмма российского общества и глубокое исследование того, как авторитарный режим подтачивает основы человечности и гражданского сознания.
«Внутренние эмигранты» фиксируют тот самый момент, когда личная безопасность и профессиональный долг вступают в неразрешимый конфликт.
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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Deutschland / Frankreich 2026, 93 min, Russisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Lena Karbe
Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
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В центре сюжета — трое психологов-волонтеров московской горячей линии помощи. С начала полномасштабного вторжения в Украину их работа превратилась в ежедневное противостояние последствиям пропаганды. Герои пытаются сохранить профессиональную этику, балансируя на опасном краю:
• Где грань между помощью человеку и невольным соучастием в системе? • Что на самом деле означает «нейтралитет» психолога в тоталитарных условиях? • Как спасти чужую психику, не разрушив свою собственную?
Этот фильм — результат трёх лет работы в условиях строжайшей секретности. Перед нами коллективная психограмма российского общества и глубокое исследование того, как авторитарный режим подтачивает основы человечности и гражданского сознания.
«Внутренние эмигранты» фиксируют тот самый момент, когда личная безопасность и профессиональный долг вступают в неразрешимый конфликт.
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
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REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Deutschland / Ukraine 2025, 93 min, ukrainische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Dmytro Sukholytkyy Sobchuk
SILENT FLOOD von Dmytro Sukholytkyy Sobchuk, ausgezeichnet für die beste Kamera auf der IDFA Amsterdam.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bestimmen Krieg, Zerstörung und Leid die Nachrichten und Bilder, die aus der Ukraine zu uns kommen. Dagegen liegt in dem poetischen Dokumentarfilm des ukrainischen Regisseurs Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk eine geradezu meditative Ruhe über den Bildern aus dem Westen der Ukraine. Dort hat er den Alltag einer pazifistischen religiösen Gemeinschaft beobachtet, die ein einfaches Leben abseits der modernen Zivilisation führt. Und doch gibt es auch am Fluss Dnjestr zwei mächtige Kräfte, die die ländliche Szenerie immer wieder bedrohen.
„Der Regisseur, der die Hochschule für Theater, Film und Fernsehen in Kiew absolviert hat, setzt in seinem zweiten langen Film nach dem Spielfilmdebüt PAMFIR (2022) passend zum Thema auf einen stilistischen Minimalismus: statische Kamera, lange Einstellungen, keine Musik, kein allwissender Erzähler. In der ersten Filmhälfte kommen nur Menschen zu Wort, die wir nicht sehen. Erst dann wird eine Familie beim Abendessen im Kerzenlicht gezeigt, bei dem die Eltern mit ihren Kindern sprechen. Ausführliche Dialoge gibt es später nur in einer Armeeunterkunft, in der sich Soldaten zum Weihnachtsessen zusammensetzen, die leckeren Speisen genießen und sich dabei auch über die ‚Mützenträger‘ austauschen. Denn das Brot, das sie dabei essen, stammt wie andere Lebensmittel von der religiösen Gemeinschaft. Wir sehen, wie ihre Mitglieder Getreide ernten, mit Pferdekraft die Körner mahlen, den Teig kneten, Brot backen. Die Nahrungsmittel werden zu einer Sammelstelle gebracht, von wo sie ein Autokonvoi 1.300 Kilometer weit an die Front im Osten fährt. Es ist eine stille, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität. Wenn die Kamera später unterwegs über zerstörte Siedlungen und Brücken schwenkt, springt der Kontrast zur scheinbar unberührten Natur am Dnjepr geradezu ins Auge.“ (Reinhard Kleber, kino-zeit.de)
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
REGIESTATEMENT Ich war schon immer fasziniert von den unsichtbaren, fast ungreifbaren Verbindungen zwischen einem Menschen – oder sogar einer Gruppe von Menschen - und ihrer Interaktion mit der Umwelt. Ich fühle mich von Natur aus zu abgeschlossenen, abgelegenen Orten hingezogen, und genau dort treffe ich oft Menschen, denen ich näherkommen möchte. Als ob sie etwas besitzen, was ich nicht habe. Genau das ist in meinen beiden vorherigen Filmen passiert. Silent Flood ist eine freskenartige Beobachtung der zyklischen Wiederholung von Kriegen, die an die Fluten erinnern, die uns immer wieder überrollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Siedlung einer religiösen Gemeinschaft an der Grenze zwischen den Regionen Ternopil und Ivano-Frankivsk. Ich kenne diesen Ort schon seit langem – seit 2005. Lange Zeit war Rafting (Flussexpeditionen) mein Hobby und ich habe sogar eine Instruktor Lizenz erworben. Es ist eine faszinierende Form der Erholung und der Verbundenheit mit der Natur – man muss lernen, das Wasser zu „lesen“, zu erkennen, wie sich das Flussbett verändert, um den Fluss wirklich zu verstehen. In dieser Zeit habe ich dieses seltsame, versteckte Dorf zum ersten Mal entdeckt. Jedes Mal, wenn wir mit unseren Rafts oder Katamaranen daran vorbeikamen, hielten wir dort an. Ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag – es fühlte sich an, als würde ich in meine Kindheit zurückkehren. Ich verbrachte meine frühen Jahre in einem Dorf, und meine Kindheit endete abrupt, als meine Großeltern starben. Danach gab es keinen Grund mehr, zurückzukehren, aber ein Gefühl blieb – als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und darauf wartete, dass ich von draußen nach Hause kam, wo ich gespielt hatte. In dieser Gemeinde gibt es ein Flussufer zwischen zwei Dörfern, an dem Boote liegen – ein Ort, an dem Kinder immer spielen und auf jemanden warten, der zurückkommt. Es hat eine magnetische Anziehungskraft, ein Gefühl, das ich nicht abschütteln kann. Während unserer mehrtägigen Flussfahrten hatten wir nie Angst, unsere Sachen am Ufer zurückzulassen. Die Einheimischen hießen uns herzlich willkommen und sagten: „Wir haben hier keine Diebe.“ Ihre Aufrichtigkeit war entwaffnend. Ich kam mehrmals als Tourist dorthin zurück. Was mich am meisten faszinierte, war, wie diese Menschen in Harmonie mit der Natur leben, aber dennoch den Launen des Dnjestr ausgeliefert sind. Die Gemeinde führt ein abgeschiedenes Leben, geschützt vor der Außenwelt – aber sowohl Überschwemmungen als auch Krieg sind Kräfte, die zu mächtig sind, um sie fernzuhalten.
Deutschland / Rumänien / Moldawien 2026, 133 min, Rumänisch | Russisch mit deutschen UT
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
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Die Idee zu TRANSIT TIMES wurde 2020 auf dem Berlinale Co-Production Market präsentiert und mit dem ‚Kompagnon Award‘ ausgezeichnet. Die konkreten Drehvorbereitungen, den Film mit einer ukrainischen Koproduzentin und ukrainischer Filmförderung in und um Odessa zu realisieren, wurden 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterbrochen. Der Film wurde daraufhin 2024 vollständig in Moldawien gedreht.
„Scutelnicus Film ist so gesättigt mit spezifischen Details der schwierigen postsowjetischen Umbruchsphase, (…) alles fühlt sich ungeheuer authentisch und wie nach eigener Erfahrung an: Wie die Kirche wieder Gewicht bekommt, wie mafiöse Strukturen die Straße übernehmen, wie das zivile Leben, so wie es Zina kannte, sich nach und nach auflöst, weil der Staat kein Geld mehr hat, um Schulen, Theater oder Ähnliches zu fördern. (…)
Angesichts all dessen ist es kein Wunder, dass um Zina herum immer mehr Freundinnen und Kollegen das Land verlassen. (…) Man will Zina überreden, es ihnen gleichzutun, aber sie hängt an ihrem alten Leben, auch wenn es das nicht mehr gibt. Scutelnicu gelingt damit ein ausgesprochen dichtes Porträt einer Zeit, die Probleme geschaffen hat, die bis heute nicht bewältigt sind.“ (Barbara Schweizerhof, epd-film.de)
Deutschland / Georgien 2025, 186 min, georgische Originalfassung mit deutschen UT
Regie: Alexandre Koberidze
Mit seinem neuen Film kehrt Alexandre Koberidze nach seinem vielfach ausgezeichneten und international gefeierten Meisterwerk WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? auf die große Leinwand zurück – und überrascht erneut mit einem Werk, das sich jeder Konvention entzieht und seinen Status als einer der eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher der Gegenwart bestätigt.
Im Zentrum steht ein Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Doch diese Suche führt nicht entlang klassischer Erzählpfade. Sie wird zu einer Reise durch das ländliche Georgien, zu Fußballfeldern und Begegnungen, durch Dörfer und Landschaften die sich immer wieder dem Erwartbaren entziehen. Aus dieser ebenso einfachen wie rätselhaften Ausgangssituation entwickelt Koberidze ein Roadmovie von hypnotischer Schönheit, voller Begegnungen, Geschichten und unerwarteter Momente. Gedreht auf einem alten Mobiltelefon, verwandelt DRY LEAF die Landschaften Georgiens in flirrende, traumartige Bilder.Aus scheinbar begrenzten Mitteln entsteht ein Kino der Offenheit und Freiheit: poetisch, zärtlich und zutiefst menschlich.
„DRY LEAF‘s Bildtafeln sind impressionistisch in einer Weise, die an die Plein-AirLandschaften von Claude Monet erinnert.“ (Slant Magazine)
„Ende der 1950er Jahre führte der brasilianische Fußballer Didi eine Schusstechnik ein, die „Dry Leaf“ genannt wurde. So wie ein trockenes Blatt von einem Baum fällt und es für das menschliche Auge unmöglich ist zu berechnen, wo es landen wird, ist es bei dieser Technik für den Torwart unmöglich, die genaue Flugbahn des Balls vorherzusagen. Das Entscheidende ist: Auch für den Schützen bleibt sie ein Geheimnis.
Versuchen Sie, an ein von oben herabfallendes Blatt zu denken – wie es seine Richtung und Geschwindigkeit verändert, wie es manchmal schnell und gerade auf den Boden fällt, nur damit sich plötzlich alles verschiebt. Es beginnt langsam und ruhig zu schweben, bevor es seine Bahn erneut ändert, und so weiter – abhängig von der Höhe, vom Wind, von der Luftfeuchtigkeit und von unzähligen anderen Faktoren, derer wir uns nicht einmal bewusst sind. Selbst wenn es den Boden erreicht, ist die Reise des Blattes nicht zu Ende – eine Windböe oder ein kleiner Junge auf dem Weg zur Schule könnte es in ein anderes Viertel tragen, oder jemand kehrt es mit Tausenden anderen Blättern in einen Sack und bringt es an einen Ort, an dem Blätter verbrannt werden. Doch genau wie Didis Ball weiß niemand, wohin er geht, sobald er zu fallen beginnt – und so ist es auch mit unseren Protagonisten. Sie haben ein Ziel, aber keine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen sollen, also lassen sie sich von den Umständen leiten. Und so war es auch mit uns, den wenigen Menschen, die diesen Film gemacht haben: Wir ließen uns fallen und vertrauten darauf, dass die Winde uns an einen Ort tragen würden, den wir uns nicht hätten vorstellen können. Dieses Fallen dauert an, und es gibt kein Zurück.“ (Alexandre Koberidze, 2025)
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CZ 2005, 128 min, tschechische Originalfassung mit engl UT
Regie: Věra Chytilová
„Ich dachte, ich kannte sie” — mit diesen Worten, mit dem Rücken zur Kamera, beginnt Věra Chytilová ihre Suche nach Ester Krumbachová (1923–1996), der Kostümbildnerin, Drehbuchautorin, Illustratorin und Regisseurin, die auch eine Art unbekanntes Kraftzentrum der Nová Vlna und der Prager Bohème der 1960er und 70er Jahre war. Viele Filme dieser Zeit hat sie maßgeblich geprägt: von Tausendschönchen über Der fünfte Reiter ist die Angst zu Valerie und die Woche voller Wunder. Vera Chytilová befragt Weggefährtinnen und Weggefährten, Liebhaber, Mitstreiter und Neider — und je länger die Suche dauert, desto vielschichtiger, widersprüchlicher und faszinierender wird das Porträt der Freundin und Kollegin. (Ralph Eue)
Deutschland / Frankreich 2026, 93 min, Russisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Lena Karbe
Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
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В центре сюжета — трое психологов-волонтеров московской горячей линии помощи. С начала полномасштабного вторжения в Украину их работа превратилась в ежедневное противостояние последствиям пропаганды. Герои пытаются сохранить профессиональную этику, балансируя на опасном краю:
• Где грань между помощью человеку и невольным соучастием в системе? • Что на самом деле означает «нейтралитет» психолога в тоталитарных условиях? • Как спасти чужую психику, не разрушив свою собственную?
Этот фильм — результат трёх лет работы в условиях строжайшей секретности. Перед нами коллективная психограмма российского общества и глубокое исследование того, как авторитарный режим подтачивает основы человечности и гражданского сознания.
«Внутренние эмигранты» фиксируют тот самый момент, когда личная безопасность и профессиональный долг вступают в неразрешимый конфликт.
Caspar und Emma bekommen Fahrräder! Jetzt müssen sie nur noch schnell radeln lernen und dann gehts los! Regie: Arne Lindtner Næss, NO 2015, Realfilm, 13 Min.
Der letzte Tag im Herbst
Bei diesem Fahrradrennen bleibt niemand zurück. Die Tiere des Waldes helfen mit, dass alle das Ziel erreichen. Regie: Marjolaine Perreten, CH/B/FR 2019, Zeichentrickfilm, 8 Min.
Tilda Apfelkern hebt ab
Die Maus Tilda möchte fliegen lernen. Ihre Freunde unterstützen sie tatkräftig und als ein Wind aufkommt, hebt sie ab! Regie: Konrad Weise, D 2017, Zeichentrickfilm, 7 Min.
Mi. 07.10.
10:00 Uhr
Spatzenkino – Zu Hause im Herbst
– nur mit Voranmeldung! | reservierung@spatzenkino.de | Service-Telefon 449 47 50
Eiche, Pappel oder Birke? Die Ziegenmutter und ihre Zicklein suchen den perfekten Baum für ein neues Zuhause. Regie: Maria Steinmetz, D 2017, Flachfigurenfilm, 7 Min.
Ein Bauernhof im Herbst
Auf dem Bauernhof gibt es im Herbst viel zu tun. Jetzt werden Kürbisse geerntet und die Kühe in den Stall getrieben. Sendung mit der Maus, D 2002, Dokumentarfilm, 12 Min.
Herbstmärchen
Der kleine Bär ist viel zu wach für den Winterschlaf. Doch das bunte Blattgestöber bringt ihn zur Ruhe. Regie: Alina Kotowska, PL 1983, Stopptrick-Animation, 7 Min.
Mi. 11.11.
10:00 Uhr
Spatzenkino – Klingende Geschichten
– nur mit Voranmeldung! | reservierung@spatzenkino.de | Service-Telefon 449 47 50
Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? – Das Lied des Windes
Das Schilfrohr pfeift im Wind und der kleine braune Hase möchte gerne mitpfeifen. Doch das ist nicht so leicht. Regie: Steve Moltzen, AUS/D 2014, Zeichentrickfilm, 10 Min.
Dornröschen war ein schönes Kind
Wer kennt das Dornröschenlied? Das Singspiel der Puppen auf der Leinwand lädt zum Mitsingen ein. Regie: Katja Georgie, DDR 1987, Puppentrickfilm, 5 Min.
Kleine Prinzessin – Ich will eine Trompete
Tröööööt! Laut trompetet die kleine Prinzessin mit dem Trichter durchs Schloss. Leider sind nicht alle von ihrer Musik begeistert. Regie: Edward Forster, GB 2007, Zeichentrickfilm, 7 Min.
Mi. 02.12.
10:00 Uhr
Spatzenkino – Tierisches Fest
– nur mit Voranmeldung! | reservierung@spatzenkino.de | Service-Telefon 449 47 50
Findus beschließt seinen Namenstag zu feiern. Pettersson und die Hühner sind natürlich auch dabei. Das Fest läuft allerdings anders als geplant. Regie: Dirk Hampel, Mirko Dreiling, Benjamin Lorenzo, S/D 2021, Zeichentrickfilm, 12 Min.
Die Weihnachtsgans Auguste
Der Vater bringt eine lebende Gans als Weihnachtsbraten nach Hause. Doch Auguste erobert die Herzen der Kinder und das Festessen ist in Gefahr! Regie: Günter Rätz, DDR 1985, Puppentrickfilm, 20 Min.