Deutschland 2026, 119 min, deutsche Originalfassung
Regie: Peter Badel, Chris Wright
„Alles soll weitergehen wie bisher. Auch das Filmdrehen.“ So der Auftrag von Thomas Heise, kurz vor seinem Tod, an seine langjährigen Wegbegleiter, den Kameramann Peter Badel und den Produzenten Heino Deckert. Unmittelbar davor hatten sie zusammen die Arbeit an Heises letztem Projekt begonnen: einem Film über seine Stadt Berlin und sein Leben. Nach nur wenigen Drehtagen erliegt der Regisseur einer kurzen, schweren Krankheit. Natürlich kann es nicht weitergehen wie bisher. Gemeinsam mit dem Editor Chris Wright sucht Peter Badel nach einer Form, Heises Idee fortzusetzen und seinen radikalen ästhetischen Ansätzen gerecht zu werden. Neben den Beobachtungen an der Schönhauser Allee entsteht nach einer umfassenden Recherche in Heises Nachlass sowie in zahlreichen Archiven ein Denkgebäude, ein Film für Thomas Heise. Bisher unveröffentlichte Texte, Tagebucheinträge, Fotos und Filmsequenzen werden fragmentarisch montiert, in einen Dialog mit der Gegenwart gesetzt. Es entsteht das Bild eines genauen, unbequemen Beobachters, über deutsche Staatsformen und Zeitgeschichte hinweg. Heise sagt dazu: „Dokumentarfilm hält länger als der Staat, in dem er entsteht.“
„Peter Badel und Chris Wright haben keine hermetische Künstler-Hommage produziert, sondern, ganz im Sinne von Thomas Heise, Fragmente gelebter Geschichte montiert.“ (Jan Kündemund, DOK Leipzig 2026)
„Es ist eine spannende Frage, was aus Übergang geworden wäre, wenn Heise selbst den Film zu Ende gebracht hätte und nicht seine langjährigen Mitstreiter Peter Badel (Kamera) und Chris Wright (Montage). So verhält sich der Film auf ambivalente Weise zum Werk, ist Anhang, Erklärung und doch auch ein Heise-Film in seinen ästhetischen Entscheidungen. Übergang ist schon deshalb ein treffender Titel, weil er den Weg der auktorialen Bewegung beschreibt (von Heise zu Badel/Wright), den Weg vom Leben aus ihm hinaus.“ Matthias Dell, vollständiger Text https://kino-krokodil.de/angebot/uebergang/