IN WEI­TER FER­NE, SO NAH! Tsche­chi­sche und slo­wa­ki­sche Kinolandschaften

Filmschau vom 8. Juli bis 22. Juli und 26. August bis 10. September 2026 ... wird fortgesetzt

kuratiert von Ralph Eue, Brigitte Mayr, Michael Omasta und Michael Pekler

Eine Rück­blen­de zur Ein­stim­mung: Los Ange­les, 1997. Ver­lei­hung der Aca­de­my Awards. Der Regis­seur Jan Svěrák tritt zusam­men mit sei­nem Vater Zdeněk Svěrák vor die Mit­glie­der der Aca­de­my, um den Oscar für den bes­ten fremd­spra­chi­gen Film des Jah­res ent­ge­gen­zu­neh­men. In sei­ner Dan­kes­re­de sagt er: „Dear Oscar — You are going to Pra­gue! You don’t know whe­re it is? It’s in the heart of Euro­pe!” Die koket­te Beschei­den­heit die­ser Sät­ze war der Ver­mu­tung geschul­det, dass das Land, […]

Him­mel im Brun­nen – Riga­er Schu­le des poe­ti­schen Doku­men­tar­films im Kon­text des inter­na­tio­na­len Kinos

Filmreihe mit begleitender Fotousstellung im Foyer, 20.-30. Mai 2026

Himmel im Brunnen - ein Essay von Nadežda Fedorova

Die Schön­heit der let­ti­schen Land­schaft über­wäl­tigt nicht auf Anhieb. Sie stimmt kon­tem­pla­tiv ein. Mono­to­ne Kie­fern­wäl­der säu­men die fla­chen Fel­der, deren Gren­zen sich im mil­chi­gen Dunst auf­lö­sen. Ruhi­ge Flüs­se und Seen spie­geln über­gro­ße wei­ße Wol­ken­ber­ge und den tief­blau­en Him­mel im Som­mer, und in den kur­zen Win­ter­ta­gen über­zieht ihre Ober­flä­che der zähe, blei­er­ne Glanz. Da Ent­fer­nun­gen hier über­schau­bar sind, läuft die Zeit lang­sa­mer. Man schafft unge­mein viel, und selbst­nach einem vol­len Arbeits­tag in Riga kann man ins Auto […]

Der Poet als Doku­men­ta­rist – Werk­schau Haru­tyun Khachatryan

16.-19. Oktober 2025

Harutyun Khachatryan: Dokumentieren des Windes

Wenn je ein Künst­ler durch einen frü­hen trau­ma­ti­schen Ein­druck geprägt wur­de, dann ist es der arme­ni­sche Fil­me­ma­cher Haru­tyun Khacha­t­ryan. 1955 in Ach­al­ka­la­ki gebo­ren, einer von Arme­ni­ern bewohn­ten Stadt in Sowjet­ge­or­gi­en, nur 29 km von der Gren­ze zur Arme­ni­schen SSR ent­fernt, wuchs er auf zwi­schen Wel­ten – mit der Sehn­sucht nach einer Hei­mat, die uner­reich­bar bleibt und doch bis zum letz­ten Atem­zug zurück­ruft. Die­ses Gefühl durch­zieht unwei­ger­lich fast alle sei­ne Fil­me und beson­ders die sechs Wer­ke, die in […]

Wir wären so ger­ne Hel­den gewesen

Filmvorführung am 21. September 2025, dem ersten Todestag der Fotografin und Filmemacherin Barbara Metselaar Berthold um 17:30 Uhr in Anwesenheit von Freunden im Kino Krokodil.

Text von Matthias Dell

In Memo­ri­am Bar­ba­ra Met­sela­ar Bert­hold Die Foto­gra­fin Bar­ba­ra Met­sela­ar Bert­hold hat vie­le Bil­der gemacht, und eins, das für den Doku­men­tar­film iko­nisch ist. Es zeigt den Kame­ra­mann Tho­mas Ple­nert (1951–2023), der mit Hel­ke Mis­sel­witz und Vol­ker Koepp, Jörg Foth und Jür­gen Bött­cher gear­bei­tet hat, und von dem es, obwohl er selbst dau­ernd Bil­der mach­te, gar nicht so vie­le offi­zi­el­le gibt. Das Bild, das Bar­ba­ra Met­sela­ar Bert­hold von Ple­nert gemacht hat, stammt vom Beginn der 1980er Jahre. […]

Der tsche­chi­sche Regis­seur Fran­tišek Vláčil

František Vláčil Retrospektive zum 100. Geburtstag - Kino Krokodil 04.-12.09.2024

kuratiert von Ralph Eue

Nach dem Alten. Jen­seits des Neu­en Auf das Kon­to des tsche­chi­schen Regis­seurs Fran­tišek Vlá­čil geht eine gan­ze Rei­he inter­na­tio­nal aner­kann­ter Meis­ter­wer­ke, doch obwohl er Vor­läu­fer, Weg­be­rei­ter und Impuls­ge­ber der tsche­chi­schen neu­en Wel­le war, sind sei­ne Fil­me in Deutsch­land so gut wie unbe­kannt. Der 1924 gebo­re­ne Fran­tišek Vlá­čil kam durch Zufall zum Film. Im Kata­log des Fes­ti­vals von Ber­ga­mo, das ihm 1992 eine umfang­rei­che Retro­spek­ti­ve wid­me­te, bezeich­ne­te er sich als den ein­zi­gen Ama­teur des tsche­chi­schen Kinos und […]

Genera­ti­on Černý Petr – die 68er im Osten

Sommer 1968, Perspektive Ost, Erinnerungen

Nächs­ter Halt: … von Dani­el Jurjew

inspiriert von Ruslan Fedotovs Film КУДА МЫ ЕДЕМ / WO GEHT'S HIN?

eine Novelle von Daniel Jurjew

Auf Japa­nisch heißt die U‑Bahn chi­ka­tetsu, wört­lich soviel wie „Unter-der-Erde-Eisen“. Aus der Sicht unse­rer nicht so ent­fern­ten Vor­fah­ren mag es das Glei­che sein, ob ein rie­si­ges Eisen­ge­fährt durch die Luft glei­tet oder durch die Erde. Bei­des wäre nicht ohne die Ein­mi­schung gött­li­cher oder dämo­ni­scher Kräf­te mög­lich. Zwei Sicher­heits­kräf­te der Mos­kau­er U‑Bahn, ein Mann und eine Frau, machen Fei­er­abend und fah­ren zusam­men die Roll­trep­pe hin­un­ter, den Zugang zu wel­cher sie vor­her bewacht haben. Die Frau nimmt […]

Über Ander­son von Peter Wawerzinek

Peter Wawerzinek über Anderson

Essay anlässlich des Films «Anderson» von Annekatrin Hendel

Oh, Mann, ist das alles lan­ge her. Aber es brennt noch in mei­ner Brust. Ob ich es wahr haben will oder ver­drän­ge. Die Ber­li­ner Sze­ne gab es. Die Ber­li­ner Sze­ne war da und extrem über­sicht­lich. Alles so schön hand­ver­le­sen. Wie als woll­ten sie es dem Sicher­heits­dienst extra leicht machen. Was da geheim war, zwit­scher­ten die Regen­bo­gen­pres­se­pfei­fer vor den Spat­zen mun­ter vom Dach her­un­ter. Was bit­te sehr soll­te denn in Ber­lin, wo man sich poli­tisch als […]

Der rand­stän­di­ge Pla­net von Tho­mas Heise

im Rahmen der Reihe „Aus vergangener Zukunft“ anlässlich des 100. Jahrestags der Oktoberrevolution

Thomas Heise anlässlich der Aufführung seiner Filme

VOLKS­PO­LI­ZEI 1985 – am Fr, 27.10.2017 EISEN­ZEIT – am Mi, 22.11. mit Film­ge­spräch im Rah­men der Rei­he „Aus ver­gan­ge­ner Zukunft“ anläss­lich des 100. Jah­res­tags der Okto­ber­re­vo­lu­ti­on – Kino Kro­ko­dil, 19.10.–29.11.2017 Dabei fällt mir eine ganz ande­re Geschich­te ein, eine zu Doku­men­tar­film über­haupt. War­um man das über­haupt macht. Machen muss. Der rand­stän­di­ge Pla­net erwies sich näm­lich als Zumu­tung. Die als riva­li­sie­ren­de Gangs ihn bewoh­nen­den, zot­ti­gen, streng rie­chen­den Affen­ar­ti­gen hat­ten das Raum­schiff auf der Lich­tung im Wald […]

Von drin­nen nach drau­ßen von Chris­toph Dieckmann

Erinnerungen angesichts von Vitaly Manskys Film „Im Strahl der Sonne“

Essay von Christoph Dieckmann

Wie ließ sich die Mau­er ertra­gen? Sie war nor­mal. Alles Tag­täg­li­che ist Nor­ma­li­tät. Ich wuchs hin­ter Mau­ern auf. Die ers­te umgab mein dörf­li­ches Kind­heits­pa­ra­dies am Harz. In des­sen Mit­te stand das väter­li­che Pfarr­haus, ein Fach­­werk-Koloß, 1580 erbaut, umla­gert von Gar­ten und Wald. Die Mau­er um das Pfarr­ge­höft beschirm­te und hielt fern: ein Limes zwi­schen geist­li­chem und bäu­er­li­chem Leben. Sie trenn­te auch vom Staat DDR. Des­sen Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen mied ich, als ein­zi­ger der Klas­se. Die meis­ten Lehrer […]