IN WEI­TER FER­NE, SO NAH! Tsche­chi­sche und slo­wa­ki­sche Kino­land­schaf­ten | Teil 2

Film­schau vom 8. Okto­ber bis 2. Dezem­ber 2026

kura­tiert von Ralph Eue, Bri­git­te Mayr, Micha­el Omas­ta und Micha­el Pekler

Herr K. in Libli­ce und Vale­rie aus Sla­vo­nice Impro­vi­sa­ti­on mit weit geschlos­se­nen Augen Ende Mai 1963, Schloss Libli­ce, eine knap­pe hal­be Auto­stun­de nörd­lich von Prag: Barock­fas­sa­de, Stuck, ein Park, der schon im Dunst ver­schwin­det. Anläss­lich sei­nes acht­zigs­ten Geburts­tags wird hier ein Schrift­stel­ler ‚ent­deckt‘, der im Land sei­ner Geburt jahr­zehn­te­lang kaum gedruckt, geschwei­ge denn gele­sen wur­de. Der Ger­ma­nist Edu­ard Gold­stü­cker hat­te nach Libli­ce gela­den, und was als vor­sich­ti­ge lite­ra­tur­wis­sen­schaft­li­che Tagung begann, wur­de zur Initi­al­zün­dung: Franz Kaf­ka, den […]

IN WEI­TER FER­NE, SO NAH! Tsche­chi­sche und slo­wa­ki­sche Kinolandschaften

Film­schau vom 8. Juli bis 22. Juli und 26. August bis 10. Sep­tem­ber 2026 … wird fortgesetzt

kura­tiert von Ralph Eue, Bri­git­te Mayr, Micha­el Omas­ta und Micha­el Pekler

Eine Rück­blen­de zur Ein­stim­mung: Los Ange­les, 1997. Ver­lei­hung der Aca­de­my Awards. Der Regis­seur Jan Svěrák tritt zusam­men mit sei­nem Vater Zdeněk Svěrák vor die Mit­glie­der der Aca­de­my, um den Oscar für den bes­ten fremd­spra­chi­gen Film des Jah­res ent­ge­gen­zu­neh­men. In sei­ner Dan­kes­re­de sagt er: „Dear Oscar — You are going to Pra­gue! You don’t know whe­re it is? It’s in the heart of Euro­pe!” Die koket­te Beschei­den­heit die­ser Sät­ze war der Ver­mu­tung geschul­det, dass das Land, […]

Him­mel im Brun­nen – Riga­er Schu­le des poe­ti­schen Doku­men­tar­films im Kon­text des inter­na­tio­na­len Kinos

Film­rei­he mit beglei­ten­der Foto­us­stel­lung im Foy­er, 20.–30. Mai 2026

Him­mel im Brun­nen – ein Essay von Nadež­da Fedorova

Die Schön­heit der let­ti­schen Land­schaft über­wäl­tigt nicht auf Anhieb. Sie stimmt kon­tem­pla­tiv ein. Mono­to­ne Kie­fern­wäl­der säu­men die fla­chen Fel­der, deren Gren­zen sich im mil­chi­gen Dunst auf­lö­sen. Ruhi­ge Flüs­se und Seen spie­geln über­gro­ße wei­ße Wol­ken­ber­ge und den tief­blau­en Him­mel im Som­mer, und in den kur­zen Win­ter­ta­gen über­zieht ihre Ober­flä­che der zähe, blei­er­ne Glanz. Da Ent­fer­nun­gen hier über­schau­bar sind, läuft die Zeit lang­sa­mer. Man schafft unge­mein viel, und selbst­nach einem vol­len Arbeits­tag in Riga kann man ins Auto […]

Der Poet als Doku­men­ta­rist – Werk­schau Haru­ty­un Khachatryan

16.–19. Okto­ber 2025

Haru­ty­un Khach­a­try­an: Doku­men­tie­ren des Windes

Wenn je ein Künst­ler durch einen frü­hen trau­ma­ti­schen Ein­druck geprägt wur­de, dann ist es der arme­ni­sche Fil­me­ma­cher Haru­ty­un Khach­a­try­an. 1955 in Ach­al­kala­ki gebo­ren, einer von Arme­ni­ern bewohn­ten Stadt in Sowjet­ge­or­gi­en, nur 29 km von der Gren­ze zur Arme­ni­schen SSR ent­fernt, wuchs er auf zwi­schen Wel­ten – mit der Sehn­sucht nach einer Hei­mat, die uner­reich­bar bleibt und doch bis zum letz­ten Atem­zug zurück­ruft. Die­ses Gefühl durch­zieht unwei­ger­lich fast alle sei­ne Fil­me und beson­ders die sechs Wer­ke, die in […]

Wir wären so ger­ne Hel­den gewesen

Film­vor­füh­rung am 21. Sep­tem­ber 2025, dem ers­ten Todes­tag der Foto­gra­fin und Fil­me­ma­che­rin Bar­ba­ra Met­s­el­a­ar Bert­hold um 17:30 Uhr in Anwe­sen­heit von Freun­den im Kino Krokodil.

Text von Mat­thi­as Dell

In Memo­ri­am Bar­ba­ra Met­s­el­a­ar Bert­hold Die Foto­gra­fin Bar­ba­ra Met­s­el­a­ar Bert­hold hat vie­le Bil­der gemacht, und eins, das für den Doku­men­tar­film iko­nisch ist. Es zeigt den Kame­ra­mann Tho­mas Ple­n­ert (1951–2023), der mit Hel­ke Mis­sel­witz und Vol­ker Koepp, Jörg Foth und Jür­gen Bött­cher gear­bei­tet hat, und von dem es, obwohl er selbst dau­ernd Bil­der mach­te, gar nicht so vie­le offi­zi­el­le gibt. Das Bild, das Bar­ba­ra Met­s­el­a­ar Bert­hold von Ple­n­ert gemacht hat, stammt vom Beginn der 1980er Jahre. […]

Der tsche­chi­sche Regis­seur Fran­tišek Vláčil

Fran­tišek Vlá­čil Retro­spek­ti­ve zum 100. Geburts­tag – Kino Kro­ko­dil 04.–12.09.2024

kura­tiert von Ralph Eue

Nach dem Alten. Jen­seits des Neu­en Auf das Kon­to des tsche­chi­schen Regis­seurs Fran­tišek Vlá­čil geht eine gan­ze Rei­he inter­na­tio­nal aner­kann­ter Meis­ter­wer­ke, doch obwohl er Vor­läu­fer, Weg­be­rei­ter und Impuls­ge­ber der tsche­chi­schen neu­en Wel­le war, sind sei­ne Fil­me in Deutsch­land so gut wie unbe­kannt. Der 1924 gebo­re­ne Fran­tišek Vlá­čil kam durch Zufall zum Film. Im Kata­log des Fes­ti­vals von Ber­ga­mo, das ihm 1992 eine umfang­rei­che Retro­spek­ti­ve wid­me­te, bezeich­ne­te er sich als den ein­zi­gen Ama­teur des tsche­chi­schen Kinos und […]

Gene­ra­ti­on Černý Petr – die 68er im Osten

Som­mer 1968, Per­spek­ti­ve Ost, Erinnerungen

Nächs­ter Halt: … von Dani­el Jurjew

inspi­riert von Rus­lan Fedo­tovs Film КУДА МЫ ЕДЕМ / WO GEH­T’S HIN?

eine Novel­le von Dani­el Jurjew 

Auf Japa­nisch heißt die U‑Bahn chi­ka­tetsu, wört­lich soviel wie „Unter-der-Erde-Eisen“. Aus der Sicht unse­rer nicht so ent­fern­ten Vor­fah­ren mag es das Glei­che sein, ob ein rie­si­ges Eisen­ge­fährt durch die Luft glei­tet oder durch die Erde. Bei­des wäre nicht ohne die Ein­mi­schung gött­li­cher oder dämo­ni­scher Kräf­te mög­lich. Zwei Sicher­heits­kräf­te der Mos­kau­er U‑Bahn, ein Mann und eine Frau, machen Fei­er­abend und fah­ren zusam­men die Roll­trep­pe hin­un­ter, den Zugang zu wel­cher sie vor­her bewacht haben. Die Frau nimmt […]

Über Ander­son von Peter Wawerzinek

Peter Wawer­zi­nek über Anderson

Essay anläss­lich des Films «Ander­son» von Anne­kat­rin Hendel

Oh, Mann, ist das alles lan­ge her. Aber es brennt noch in mei­ner Brust. Ob ich es wahr haben will oder ver­drän­ge. Die Ber­li­ner Sze­ne gab es. Die Ber­li­ner Sze­ne war da und extrem über­sicht­lich. Alles so schön hand­ver­le­sen. Wie als woll­ten sie es dem Sicher­heits­dienst extra leicht machen. Was da geheim war, zwit­scher­ten die Regen­bo­gen­pres­se­pfei­fer vor den Spat­zen mun­ter vom Dach her­un­ter. Was bit­te sehr soll­te denn in Ber­lin, wo man sich poli­tisch als […]

Der rand­stän­di­ge Pla­net von Tho­mas Heise

im Rah­men der Rei­he „Aus ver­gan­ge­ner Zukunft“ anläss­lich des 100. Jah­res­tags der Oktoberrevolution

Tho­mas Hei­se anläss­lich der Auf­füh­rung sei­ner Filme

VOLKS­PO­LI­ZEI 1985 – am Fr, 27.10.2017 EISEN­ZEIT – am Mi, 22.11. mit Film­ge­spräch im Rah­men der Rei­he „Aus ver­gan­ge­ner Zukunft“ anläss­lich des 100. Jah­res­tags der Okto­ber­re­vo­lu­ti­on – Kino Kro­ko­dil, 19.10.–29.11.2017 Dabei fällt mir eine ganz ande­re Geschich­te ein, eine zu Doku­men­tar­film über­haupt. War­um man das über­haupt macht. Machen muss. Der rand­stän­di­ge Pla­net erwies sich näm­lich als Zumu­tung. Die als riva­li­sie­ren­de Gangs ihn bewoh­nen­den, zot­ti­gen, streng rie­chen­den Affen­ar­ti­gen hat­ten das Raum­schiff auf der Lich­tung im Wald […]